Sonntag, 25. September 2016

"Buchliebhaber Journal: Das kleine Rezensions-Diarium" von Monika Dennerlein

Zettelwirtschaft ade!

Einem Buchliebhaber ein Buch zu schenken ist einfach. Ihm das RICHTIGE Buch zu schenken ist dagegen ganz schön schwierig! Bei mir hat eine liebe Freundin gut aufgepasst, ihr Geschenk mit Liebe und Bedacht ausgewählt und mir eine riesige Freude gemacht!

Mit meinem neuen „Buchliebhaber Journal“ von Monika Dennerlein behalte ich die Übersicht über meine Bücher-Wunschliste und kann mir beim Lesen gleich ein paar Stichworte für die Rezis machen. (Bei meiner Rechtschreibung tippe ich die endgültige Version sehr bewusst am Computer …) Die Notizen habe ich bisher auf Zetteln gemacht, finde es aber klasse, sie nun ordentlich in dem hübschen Büchlein sammeln zu können, vor allem weil ich damit auch interessante Zitate gleich wieder dem richtigen Roman zuordnen kann. Meine Zettelwirtschaft gehört damit der Vergangenheit an.

Mein Fazit: Mir gefällt’s richtig gut! Also 5 Punkte und eine … nee „Leseempfehlung“ passt hier nicht wirklich, das Buch ist ja eher zum reinschreiben gedacht. Es ist toll zum Verschenken und … zum selbst behalten. Ich benutze es jedenfalls richtig gerne.

;-) Irgendwann kann ich dann noch einmal voller Vergnügen nachlesen, wie der erste Eindruck zu den Büchern war, die ich inhaliert habe, seit ich stolzer Besitzer eines „Buchliebhaber Journals“ bin …


Weil der "Blick ins Buch" nicht alles zeigt, hier noch eine kleine Ansicht des Mittelteils und damit der Seiten, die ich benutze. Jeweils links auf einer Doppelseite ist Platz für allgemeine Angaben und ein paar persönliche Ergänzungen, rechts kann man die Rezi notieren.

Haben wollen?
 Hier kann man das Buch von Monika Dennerlein kaufen:
- "Buchliebhaber Journal"

 Nur Fall, dass jemand der Name der Herausgeberin nichts sagt. Die Autorin Inka Loreen Minden ist doch sicher ein Begriff, oder?

Bildquelle: amazon, eigen




Samstag, 24. September 2016

"Er ist tabu, Mann!" von Kooky Rooster

Wenn Liebe so richtig weh tut …

Die wunderbare Kooky Rooster erzählt in „Er ist tabu, Mann!“ die Geschichte einer Liebe, die nicht sein darf. Warum Moritz und Phillip nicht zusammen kommen dürfen, wäre ein echter Spoiler, deshalb die Bewertung vorab: Wieder reichen 5 Sterne nicht einmal annähernd aus. Die Story gräbt sich tief unter die Haut, man kann sie keine Sekunde aus der Hand legen und hofft mit den beiden jungen Männern, selbst als die schon alle Hoffnung aufgegeben haben.

Die Geschichte wird konsequent aus der Sicht von Moritz erzählt, der nach einem Eklat vor fünf Jahren aus seiner Heimatstadt regelrecht geflohen ist und nun zum fünfzigsten Geburtstag seiner Mutter eher unfreiwillig zurück nach Hause kommt. Erst in Rückblenden erschließt sich dem Leser, warum Moritz so wütend und gleichzeitig so voller verzweifelter Sehnsucht ist.

Wie so oft erzählt Kooky Rooster in ihrem Roman nicht von strahlenden Helden, sondern von Außenseitern. Klischees gibt es höchstens, um sie genussvoll zu zerschlagen. Als Leser ist man so nahe an den Charakteren dran, dass man manchmal fast den Blick abwenden möchte, weil es zu intim erscheint, was man über sie erfährt. Schonungslos wird ihr Leid gezeigt, ihre Fehler und ihre Macken. Aber umso intensiver empfindet man danach ihr Glück mit, die zuerst unschuldigen und dann umso erotischeren Zärtlichkeiten.

Das Buch befasst sich mit einer Liebe, die in unserem Kulturkreis als absolut tabu gilt. Die Betroffenen wissen zuerst nicht einmal, dass sie etwas Verbotenes tun. Wenn man es nüchtern betrachtet, ist das Verbot für die beiden sowieso sinnlos, trotzdem existiert es. Das macht natürlich extrem nachdenklich. Kann und darf es in der Liebe überhaupt Tabus geben, wenn sich zwei Erwachsene einig sind? Wenn sich beide von ganzem Herzen etwas wünschen?

Hat die Gesellschaft das Recht etwas zu verurteilen, was im Privaten passiert, solange niemand zu Schaden kommt? Moritz und Phillip haben, genau wie die Menschen in ihrer Umgebung, eine Schere im Kopf, was ihre Liebe angeht. Auch sie glauben, dass sie einander nicht begehren dürfen, und leiden unter dem Verzicht wie die Tiere.

Scheinbar gibt es weder eine Lösung noch Hoffnung. Und doch ist ihre Liebe anscheinend stärker als jede Konvention. Ihre ungewöhnliche Geschichte zeigt nicht nur die ganze Skala an Emotionen, sie lässt sie auch beim Leser lebendig werden.

Leseempfehlung?
Echt jetzt??? Natürlich! Wer sich dieses Buch entgehen lässt, ist selbst schuld.

***


P.S.(mit Spoiler!): Das Ende hat mich ein wenig überrascht. Natürlich gönne ich Moritz und Phillip ihr Glück von ganzem Herzen. Sie haben es sich mehr als verdient. Die Fragen, die die Geschichte aufwirft, bleiben allerdings. Nicht immer ist die Antwort für die Betroffenen so einfach …

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- "Er ist tabu, Mann!

Diese Geschichte hat mich übrigens neugierig gemacht. Es gibt ein einziges Buch der Autorin, dass ich bisher nicht gelesen habe, weil ich dachte, dass mich das Thema nicht interessiert. Ich werde mir wohl ziemlich bald "Stiefbruder: Liebe meines Lebens" zu Gemüte führen. Der Herangehensweise und der Schreibstil von Kooky Rooster verführen mich immer wieder dazu, mich mit Dingen auseinanderzusetzen, die ich sonst wohl links liegen lassen würde ...

Bildquelle: amazon


Donnerstag, 22. September 2016

"Mission Hero: Ian – Im Herzen der Gefahr" von Suzann Brockmann

Der größte Bluff von allen?

Völlig unerwartet muss die junge Anwältin Phoebe einen ihr bisher unbekannten Mandanten in einer kniffligen Situation unterstützen: Das FBI will den ehemaligen Navy SEAL Ian Dunn aus dem Gefängnis holen, wo er eine achtzehnmonatige Haftstrafe verbüßt. Ian will das aber gar nicht und ist weit davon entfernt Phoebe zu anzuvertrauen warum …
So beginnt ein haarsträubendes Abenteuer, in dem Phoebe mehrmals ihre Klamotten und ganz sicher ihr Herz verliert, dafür aber jede Menge neue, ungewöhnliche Freunde gewinnt. Aber wer ist Ian wirklich? Dieb, Held, Gauner, Lügner, Herzenbrecher? Bruder, Freund, Geliebter?
Phoebe merkt schnell, dass Ian beides für sie sein könnte: Die größte Liebe ihres Lebens und die schlimmste Enttäuschung. Wird der sexy SEAL sich wirklich auf sie einlassen, oder ist sie nur ein Zwischenspiel für ihn, seine Zuneigung ein einziger Bluff? Während einer aberwitzigen Mission, die erst einmal alle überleben müssen, versucht Phoebe das herauszufinden.

Ich mag die „Operation Heartbreaker“-Serie von Suzanne Brockmann sehr gerne. „Mission Hero: Ian – Im Herzen der Gefahr“ scheint auf den ersten Blick in die gleiche Richtung zu gehen …

Allerdings hat das Buch im Vergleich zur Serie einen ganz eigenen Tenor, der mir unheimlich gut gefällt. Es erzählt ganz klar die Geschichte von Ian und Phoebe, allerdings spielen die zahlreichen und toll angelegten Nebencharaktere eine ebenso wichtige Rolle. Die temporeich erzählte Story funktioniert deshalb so gut, weil nicht nur die Funken zwischen Ian und Phoebe sprühen, sondern man auch schnell von der Dynamik des ganzen Teams fasziniert ist. Wichtig für die Geschichte sind nicht nur Ians Bruder Aaron und sein Mann Shelly, sondern auch dessen Halbgeschwister Francine und Berto. Auch die restlichen Mitglieder des zunächst ein wenig zusammengewürfelt wirkenden Teams sind richtig klasse.

Zwar gibt es ein paar richtig finstere Bösewichte, die schon fast jedes anfallende Klischee bedienen, die restlichen Charaktere sind aber erstaunlich ambivalent angelegt. Sogar die „strahlenden“ Helden haben alle genug Ecken und Kanten, um nicht wie comicartige Superhelden, sondern richtig menschlich und sympathisch zu wirken.

Suzanne Brockmann schafft es, eine heiße Love-Story in einen spannenden und aktionreichen Thriller einzubinden, bei dem außerdem der Humor nicht zu kurz kommt. Die Mischung stimmt einfach. Während man in der einen Szenen noch spontan lachen muss, hält man in der nächsten den Atem an, während man mit den Helden fiebert, ob und wie sie eine Katastrophe nach der nächsten lösen. (Immer schön der Reihe nach und immer nur eine auf einmal! Befehl von Ian!!!)
Ok. Manchmal wird die Luft auch knapp, weil es richtig heiß wird …

Die Geschichte ist mit 600 Seiten recht lang, den Raum braucht sie aber, weil sie so breit angelegt ist und neben dem Krimiplot gleich zwei Love-Storys erzählt und zwei weitere zumindest andeutet. Das Ende macht zumindest mir übrigens Hoffnung darauf, dass es irgendwann mit Ian und seinem Team weiter gehen wird …

Mein Fazit: Das Buch wirkt beim Lesen wie großartiges Popkorn-Kino. Wer Filme wie „Der Clou“ oder auch „Ocean‘s Eleven“ mag, wird hier seinen Spaß haben. Mir hat es jedenfalls richtig gut gefallen. Deshalb 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Wenn Ian, Phobe und ihr Team jemals den Weg in die Kinos schaffen, sitze ich in der ersten Reihe!

P.S.: Neben der sich anbahnenden Liebe zwischen Ian und Phoebe, spielt die Beziehung von Aaron und Sheldon die wichtigste Rolle in dem Buch. Die tiefe Liebe der beiden zueinander und die Ablehnung derselben durch Shellys verrückten Vater ist der Grund für mehr als eine brenzlige Situation.
Ihre Geschichte wird - teil durch Rückblenden - ebenfalls komplett erzählt. Bei den beiden verzichtet die Autorin allerdings aus explizite Szenen, die über einen Kuss hinausgehen. 
Trotzdem spürt man die Tiefe des Gefühls zwischen den Männern ...

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Dienstag, 20. September 2016

"Der Löwe und die Krähe" von Eli Easton

Wundervolle, bittersüße Liebesgeschichte!

Der Ritter Sir William Corbet, genannt „der Löwe“ hat seine Neigungen sein ganzes Leben lang vor der Welt und sich selbst verleugnet. Aber als sein Blick auf Christian Brandon fällt, ist er nahe daran, alle seine Überzeugungen zu vergessen. Der junge Ritter hat etwas an sich, dem sich William nicht entziehen kann, obwohl er ihn für einen adligen Schnösel hält
Als ausgerechnet Christian sich bereit erklärt, William auf einer schier aussichtslosen Mission zu begleiten, dauert es nicht mehr lange, bis William merkt, dass er seinen Begleiter völlig unterschätzt hat. Christian ist klug, geschickt, witzig, kaltblütig, wenn es drauf ankommt und steht im Kampf unerschrocken seinen Mann. Was William noch nicht ahnt, ist zu welcher Entschlossenheit Christian fähig ist …

Ich bin um „Die Krähe und der Löwe“ von Eli Easton schon in der englischen Originalversion herumgeschlichen und habe mich unheimlich gefreut, dass nun endlich die deutsche Übersetzung vorliegt. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann geschlagen und nicht losgelassen, bis ich sie …

O.K. Ich habe sie gleich zweimal hintereinander gelesen, weil ich sie so toll fand und mich nicht von Christian und William trennen konnte. Die zwei sind wirklich sympathische Charaktere, haben aber genug Ecken und Kanten, um nicht eindimensional zu wirken.
William ist von der Statur her kräftiger, solider und vom Charakter her grundehrlich und treu. Er kämpft unheimlich mit sich selbst, weil er Wünsche verspürt, von denen man ihm eingeredet hat, dass sie mit seiner Ritterehre nicht zu vereinbaren sind. Es ist herzergreifen, aber immer nachvollziehbar, wie er mit sich ringt, bevor er zu sich selbst stehen kann.
Christian hatte es nie leicht. Als jüngster von sieben Brüdern musste er schnell lernen, sich zu wehren und List und Tücke anzuwenden, wenn seine Kraft nicht reichte. Eigentlich hat er das heute nicht mehr nötig, weil er ein erstklassiger Kämpfer und Bogenschütze ist, aber Christian ist klug genug zu verstehen, dass eine kleine Intrige hin und wieder besser ist, als eine potentiell tödliche Auseinandersetzung mit Waffen.
Die beiden Männer ergänzen sich perfekt und es ist einfach wundervoll zu lesen, wie sie sich trotz aller Vorbehalte immer näher kommen und schließlich einfach nicht die Finger voneinander lassen können. Man freut sich als Leser mit den Beiden und leidet mit ihnen, weil ihre Liebe so hoffnungslos zu sein scheint.
Zum Glück sind Krähen klug und listig. Christian wartet nur auf eine passende Gelegenheit und überrascht … alle.

Nicht ganz sicher bin ich mir übrigens, ob alle Sachverhalte in der Geschichte historisch korrekt dargestellt wurden. Das hat mich aber nicht wirklich gestört, weil ich der Dynamik zwischen den beiden Männern von Anfang an verfallen war. Die Story funktioniert und wer auf historische Korrektheit absoluten Wert legt, sollte sie vielleicht einfach eher als historisch angehauchten Fantasy-Roman sehen.

Fazit: Ich glaube, man merkt mir meine Begeisterung an. Die Story ist einfach wunderschön, zärtlich und unheimlich romantisch. Sie erhält von mir deutlich mehr als 5 Punkte und eine von Herzen kommende Leseempfehlung.

Noch eine kleine Warnung: Die Geschichte hat einen Epilog, der die Jahre nach der entscheidenden Begegnung zwischen Christian und William schildert. Leser, die ein „Happy End Forever“ bevorzugen, sollten aufhören, sobald die Jahreszahl „1320“ erscheint.
Wer weiterliest, erfährt, wie diese bittersüße Geschichte wirklich endet. Ich finde auch den Schluss toll, weil er zu den beiden Männern passt. Aber ich hatte dabei heiße Tränen in den Augen …


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- "Der Löwe und die Krähe" 



Montag, 19. September 2016

"Orlandos Herz - Teil 2" von Norma Banzi

Tanz am Abgrund

Achtung! 
Diese Rezi enthält Spoiler zu „Orlandos Herz – Teil 1“. Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat und sich die Spannung nicht verderben will, sollte nicht weiterlesen!!! Die beiden Bücher bauen aufeinander auf und sollten in der richtigen Reihenfolge gelesen werden. (*grins* Sie sollten auf jeden Fall gelesen werde!) Ich gebe eine Leseempfehlung für die gesamte Serie und für dieses Buch im Besonderen. Natürlich mal wieder 5 Punkte. 

Von heißen Kerle, die der sexy Anwalt Vincent Gable um sich schart, bekomme ich einfach nicht genug!!!

Wieso ich mal wieder so begeistert bin, kann man im Folgenden lesen:

***

Ab hier SPOILER zu Teil 1 enthalten:

Orlando ist am Boden zerstört. Die Liebe seines Lebens, sein Herz, ist nicht mehr seines. Mike hat den dramatischen Angriff zwar überlebt, kann sich aber an seine Vergangenheit nicht erinnern und ist zutiefst erschrocken von den Dingen, die er über sich erfährt. Er kann sich weder mit dem Gedanken anfreunden, dass er ein Krieger war, noch damit, Sex mit mehr als einer Person gehabt zu haben.

Während Mike, der sich nun Marius nennt, versucht sich ein neues Leben in New York aufzubauen, kämpft Orlando mit seinen Dämonen. Nicht einmal die Liebe zu Vince, Marc und Marina vermag ihn zu trösten, alleine sein kleiner Sohn hält ihn davon ab, sich ganz in seiner Rache zu verlieren. Unfähig, seine Wut auf die Welt zu bezähmen, nimmt er das Angebot eines alten Bekannten an, für ihn zu arbeiten. Allerdings ist ihm und allen die ihn kennen klar, dass Orlando nicht nur den Bibliothekar für den ehemaligen Mafioso Dimitri gibt. Beweisen kann man natürlich nichts. Wenn Orlando tötet, dann ohne Spuren, die man zu ihm zurückverfolgen könnte …

Wie sich allerdings herausstellt, ist zwar Marius Erinnerung zerstört, sein Verstand rät ihm, sich so weit wie möglich von Orlando fern zu halten, seine Gefühle für seinen Geliebten sind aber nicht wirklich tot. Orlando wird ihm niemals gleichgültig sein.

Marius macht einen Schritt auf Orlando zu, doch sie haben sich sehr weit voneinander entfernt und tanzen gefährlich nahe am Abgrund …

Schon „Orlandos Herz – Teil 1“ hat mich beinahe verrückt gemacht. Ich muss gestehen, mit dem zweiten Teil war es nicht anders! Orlando und Mike, die beiden Männer, die sich auf den ersten Blick in einander verliebt haben und die niemals, selbst unter Todesgefahr, voneinander lassen konnten, sollten jetzt für immer getrennt sein? Ich habe mit Orlando gelitten wie ein Tier, um ihn gebangt und mit ihm gehofft. Aber auch Mike aka Marius hat schwer zu kämpfen, das spürt man deutlich. Es ist unheimlich berührend, wenn er sich immer wieder fragen muss, wer er eigentlich ist. Man kann gut nachvollziehen, wie schwierig es sein muss, wenn man sich an nichts erinnert und nicht nur ein Mensch, sondern gleich eine ganze Gruppe von sich behauptet: Wir lieben dich! Du bist unser!

Marius sucht einen Weg, der zu ihm passt. Der ist nicht immer geradlinig und verletzt mehr als einmal seine Liebsten, die eigentlich einfach nur ihren Mike wieder haben wollen. Es dauert eine Weile, bis Marius, aber auch seine Wahlfamilie es schaffen, mit seiner neuen Persönlichkeit umzugehen.

Ob und wie Orlando und er wieder zusammenfinden – das ist herzergreifend, manchmal knallhart und immer unheimlich erotisch.

Natürlich geht es bei Norma Banzi niemals nur um ein Paar. Die Männer und Frauen in der Popstar-Serie sind nicht mit dem Körper treu, sondern mit dem Herzen. Dort ist allerdings viel Platz, was für kochend heiße Szenen in den unterschiedlichsten Konstellationen sorgt.

Wie immer mag ich die Szenen mit Vincent ganz besonders gerne, dessen starke Persönlichkeit und Sexappeal selbst durch die Seiten eines Buches problemlos zum Vorschein kommen. Mit Dimitri wird hier ein anderer, sehr dominanter Mann vorgestellt. Dimitri ist vielleicht der einzige andere Mann, den Orlando „seinen Alpha“ nennen würde. Ich bin gespannt, welche Rolle der Russe in Zukunft spielen wird.

Fazit: Zweifellos ist „Orlandos Herz – Teil 2“ ein erotischer Roman. Es gibt mehr als eine Szene, die das beweist. Es ist aber auch die unheimlich berührende Geschichte zweier Männer, der nach einem tragischen Ereignis verzweifelt um ihr Glück kämpfen.

Von mir bekommt das Buch mindestens 5 Punkte und eine begeisterte Leseempfehlung. Allerdings gerade bei dieser Geschichte in die Serie einzusteigen, wird extrem schwierig sein. Die Story baut auf den vorhergehenden Bänden auf. Man sollte diese deshalb zuerst gelesen haben. Man sollte sie aber auf jeden Fall lesen, weil man sich sonst wirklich etwas entgehen lässt.

P.S.: Wie immer, wenn ich etwas von Vince, Orlando und Co. Gelesen habe, lassen sie mich eine Weile nicht los und ich vergnüge mich mit Re-Reads. Dabei sind mir dieses Mal zwei Dinge eingefallen: Hinweise auf Marius Deko-Leidenschaft gibt es tatsächlich schon sehr früh. Auch Mike hatte unheimlichen Spaß daran, eine Wohnung bzw. ein Zimmer schlüssig einzurichten. Seiner damaligen Persönlichkeit entsprechend, lebte er dieses Hobby aber sehr zurückhaltend aus.

Eine der ersten Geschichten, die ich von Norma Banzi gelesen habe, war „Zwei Hochzeiten an Thanksgiving“. Mir ist bis heute nie aufgefallen, dass es dort ein Hochhaus namens „Kostja-Tower“ gibt. Ein Schelm wer böses dabei denkt …
Mal sehen, was wir von dem Russen sonst noch so alles lesen werden. ;)


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 Hier kann man die Popstar-Reihe  von Norma Banzi kaufen:
Der Popstar und sein Anwalt" (Teil 1)
Wir halten dich, Bruder!“ (Teil 2)
Peter und Rebecca - Es ist unser Weg!" (Teil 3)
Marina - Überraschungsgeschenk des Schicksals" (Teil 4)
Orlandos Herz – Teil 1 (Teil 5)
Orlandos Herz – Teil 2 (Teil 6)

Kleiner Lesetipp: "Zwei Hochzeiten an Thanksgiving" (Sidestory)
Hier geht es zu meiner Rezi: *klick*

Tough SEALs in Love:
Die Scherben der Kindheit und das brüchige Glück der Gegenwart
   (James und Sam,Teil 1) 
Sonne, Strand, Cocktails und zwei knallharte SEALs (Mike und Orlando, Teil 2)
Verabredung am Bootshaus" (Chris und Dylan, Teil 3)
Konsequenzen (Richy und Tyler, Teil 4)
Two Snipers" (Mike und Orlando, Teil 5 - der aber den Beginn der Beziehung schildert und damit eigentlich ein Prequel ist)

Link zur Homepage: Norma Banzi 


Bildquelle: amazon


"Böse Jungs" von Susann Julieva

Bad, bad boys …

James liebt Casey. Der ist sein bester Freund und steht auf Mädchen. Bis er unerwartet für Rizzo schwärmt, den von allen umschwärmten Star des Colleges, der sich neuerdings bequemt hat, Casey zu bemerken. Und James. Den Nerd.
Die Gefühle kochen hoch, was eigentlich gar nichts für den immer so beherrschten James ist. Oder doch? Schafft er es endlich, Casey seine Liebe zu gestehen? Mit ihm zusammen zu kommen?
Und was ist mit Rizzo? Es gibt das diese fast magische Nacht am Strand, die niemand mehr erwähnt, an die aber alle ständig denken.
Und es gibt ein paar überraschende Gespräche, die James zeigen, dass er nicht er einzige ist, der sein Herz nicht auf der Zunge trägt …

Um „Böse Jungs: Eine verrückte Dreiecksgeschichte“ von Susann Julieva habe ich lange einen Bogen gemacht. Erstens sind mir College-Boys eigentlich zu jung und zweitens mag ich Dreiecksgeschichten nicht besonders. Aber ich liebe die Kurzgeschichten der Autorin und hatte einfach Lust auf ein „richtiges“ Buch von ihr.

Überraschenderweise haben mich die „Bösen Jungs“ dann von der ersten Seite an in ihren Bann geschlagen. Man spürt sofort, dass die Geschichte etwas ganz Besonderes ist. Mit James Foley, Casey Mills und Danny Rizzo lernt man drei Charaktere kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dabei erschließt sich ihr wahres Wesen erst nach und nach. Je mehr man über die Jungs erfährt, desto schwieriger ist es, an vorgefassten Urteilen festzuhhalten. Wer ist der Bad Boy, wer der Good Guy? Die Grenzen verschwimmen und es ist gar nicht so einfach zu entscheiden, wem man ein Happy End gönnt oder wie es aussehen könnte. Zum Glück muss man das als Leser aber auch nicht entscheiden, dass nehmen die Jungs selber in die Hand. Einfach ist es für keinen der drei.

Die Geschichte zieht sich über ein ganzes Jahr hin und lässt sich und sich und ihren Charakteren Zeit für eine glaubwürdige, nachvollziehbare Entwicklung. Am Ende finden nicht nur alle drei nach einer mehr als schwierigen Zeit ihr Glück, alle drei sind auch ein gutes Stück erwachsener geworden.

Die Story ist wirklich toll und schlüssig erzählt. Sie scheint voller Klischees zu stecken und bedient doch kein einziges davon. James, Casey und Danny sind echte Individuen, deshalb macht es so viel Spaß, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Klar spielt Sex eine wichtige Rolle in der Geschichte, aber er ist nicht der Kern, sondern nur eine weiter Möglichkeit der drei ihre Gefühle auszudrücken. Die sind übrigens nicht immer rein romantischer Natur, manchmal beherrscht rohe, pure Lust die Jungs. Natürlich müssen sie mit den Konsequenzen leben, die sich daraus ergeben.

Mein Fazit: Ich bin echt immer noch begeistert, wie vielschichtig die Geschichte und die Charaktere darin sind. Es gibt noch eine Fortsetzung: „Berlin Blues: Eine Böse Jungs Geschichte“, die ich auf jeden Fall auch lesen möchte.
Für die „Bösen Jungs“ gibt’s von mir erst Mal mindestens 5 Punkte und eine bedingungslose Leseempfehlung. Sagte ich schon, dass ich das Buch klasse finde? Ja? Egal, kann man nicht oft genug betonen. betonen.


*grins* Das Cover der "Bösen Jungs" fand ich schon immer total heiß. Es passt und gefällt mir nach wie vor unheimlich gut. Bin mal gespannt, ob "Berlin Blues" da mithalten kann. Sorry, aber eine pelzige Ohrenmütze ist einfach nicht so sexy, wie ein zwei gutgebaute Kerle in ärmellosen Tops ...

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- "Böse Jungs: Eine verrückte Dreiecksgeschichte"
- "Berlin Blues: Eine Böse Jungs Geschichte"

Bildquelle: amazon


Donnerstag, 15. September 2016

"Yep - Warum nicht anders?" vom Dead Soft Verlag

Die Liebe ist, was sie ist …

Die Antho „Yep – Warum nicht anders?“ ist zwar nicht neu, sie ist zum 15. Geburtstag des Dead Soft Verlages am 22.10.14 erschienen. Das macht sie aber natürlich nicht weniger aktuell oder interessant. In der Sammlung finden sich sieben sehr unterschiedliche Geschichten rund um die Liebe. Wer Genaueres wissen möchte, findet weiter unten eine kleine Besprechung zu jeder einzelnen Story.

Mir haben alle sieben gut bis sehr gut gefallen. O
bwohl ich das Buch gestern wegen "Torge" gekauft habe, muss ich gestehen muss, das „Sommer am See“ immer noch meine Lieblingsgeschichte ist. Ich kannte sie schon aus einer anderen Veröffentlichung, habe sie aber mir großem Vergnügen erneut gelesen. 

Von mir gibt es 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


1. Susann Julieva: "Sommer am See"
Das Ferienhaus am See ist für Tom untrennbar mit den glücklichsten Erinnerungen an seine Kindheit verbunden. Voller Wehmut fährt er ein letztes Mal dort hin, um es auszuräumen und für den anstehenden Verkauf auf Vordermann zu bringen. Ein neuer Nachbar erregt sofort sein Interesse. Leider scheint er verheiratet zu sein …
Susann Julieva erzählt auf wenigen Seiten bildgewaltig, komplex, berührend, traurig, hoffnungsvoll und wunderschön von einem Wendepunkt im Leben von Tom. Ich hätte dieser Liste noch problemlos ein paar weitere Adjektive hinzufügen können. Ohne dass die Story überladen ist, hat man das Gefühl, nicht nur die wenigen Tage mit Tom und Samir am See verbracht, sondern einen Einblick in deren ganzes Leben erhalten zu haben.

Die zärtliche Annäherung zwischen Tom und Samir ist wunderbar dargestellt und so erotisch, dass das Kopfkino auch ohne explizite Szenen auf Hochtouren läuft. Top!!!


2. Sandra Gernt: "Wahre Christen"Sven stammt aus dem erzkatholischen Bayern und hat sich nie geoutet. Mittlerweile lebt er in Hamburg und hat einen festen Freund. Vielleicht ist es an der Zeit, dies der Familie mitzuteilen …

Die Geschichte von Sandra Gernt ist tieftraurig und bitter, aber nicht unrealistisch. Das Ende ist … vielleicht ein erhobener Zeigefinger. Vielleicht zeigt es aber auch genau das, was wahre Christen wirklich ausmacht. Hoffe ich zumindest!

3. Sabine Damerow: "Alles im Fluss"
Luis ist erst neunzehn, aber er muss in seiner Familie die gesamte Verantwortung tragen. Das ist nicht einfach in Spanien, einem Land das mitten in einer Rezession steckt. In seiner dunkelsten Stunde lernt er Raul kennen.

„Alles im Fluss“ von Sabine Damerow ist eine Geschichte, die sich erst nach und nach erschließt. Was als einfache Romanze anfängt, wird zur Geschichte einer ganzen Familie und ein wenig auch zu der eines Lebensgefühls.
Was sich allerdings noch dahinter verbirgt und warum Naturkatastrophen auch hin und wieder etwas Gutes haben, sollte jeder für sich selbst herausfinden. Die Geschichte setzt sich unter der Haut fest!

4. Sandra Busch: "Imbissboy"
Stefan hat seinen Geliebten auf tragische Weise verloren und trauert immer noch um ihn. Vielleicht weiß er auch gar nicht mehr, wie man auf einen anderen Mann zugeht. Zum Glück gibt jemand die Hoffnung nicht so schnell auf …

Die Geschichte hinter „Imbissboy“ erschließt sich erst in Rückblenden. Eigentlich erzählt sie davon, wie jemand endlich seine Trauer so weit in den Griff bekommt, dass er auch wieder an die wundervollen Zeiten mit dem geliebten Menschen denken kann. Dem Thema entsprechend ist die Story von Sandra Busch bittersüß.

5. S.B. Sasori: "Tanz auf dem Drahtseil"
Ciro ist Drahtseiltänzer, sein Bruder Mario so etwas wie sein Manager, seit er selber nach einem Unfall nicht mehr aufs Seil kann. Mario sieht in Ciro in erster Linie eine Geldquelle, keinen Menschen mit eigenen Wünschen und Gefühlen. Erstaunlicherweise gesteht auch Ciro sich die kaum zu. Erst als Noah auftaucht, ändert sich das. Aber was wird Noah sagen, wenn er Ciros größtes Geheimnis herausfindet?

Ich muss gestehen, dass ich diese Geschichte von S.B.Sasori bereits in einer anderen Version kenne und sie mich schon damals fasziniert hat. Allerdings fehlen mir auch hier wieder die Worte, um das Gefühl richtig zu Papier zu bringen. Ich glaube, diese Story wird man lieben oder hassen. Ein dazwischen ist kaum möglich.
Sie ist auf jeden Fall toll geschrieben und macht sehr nachdenklich. Vielleicht trifft auf sie von allen das Motto der Anthologie am besten: Yep - Warum nicht anders?

6. Jobst Mahrenholz: "Gian"
Gian rettet Ennio vor einem stadtbekannten Schläger. Damit fangen seine Probleme erst so richtig an, allerdings beginnt auch eine wunderbare Freundschaft …

Wie Gian und Ennio aufeinander eingehen und sich verständigen ist wunderbar geschildert. Ihre langsame, am Anfang unschuldige Annäherung wird mit einfachen, aber eindringlichen Worten erzählt. Man sieht die beiden Jungen und ihr Viertel ganz deutlich vor dem inneren Auge, fast spürt man die träge Sommerhitze und die angenehme Kühle im Schatten auf der Haut.

Die Story ist atmosphärisch unheimlich dicht und … mit dem Ende sorgt Jobst Mahrenholz dafür, dass man noch eine ganze Weile darüber nachdenkt. Hofft. Sich sorgt …

7. Simon Rhys Beck: "Inselbrüder"
Torge ist auf der Insel bekannt wie ein bunter Hund. Trotzdem findet er immer wieder Mädels, die sich auf ihn einlassen, der Strom an Touristen reißt schließlich nie ab. Als er – eher zufällig – seinen alten Freund Sven wiedertrifft, ist Torge zuerst irritiert. Irgendwie verhält sich Sven anders als sonst. Schnell ahnt Torge, warum das so ist und seine Neugier verführt ihn dazu, etwas auszuprobieren …

Torge habe ich gerade als Nebencharakter in „Leon & Mick: 24/7“ kennengelernt und hatte meinen Spaß daran, hier einen Blick in seine Jugendjahre zu werfen.

Aber auch ohne zu wissen, wie es mit Torge weitergeht, ist die Story klasse. Simon Rhys Beck erzählt die Geschichte in einer gelungenen Mischung aus Sensiblität und einer Leichtigkeit, die zu den beiden jungen „Helden“ passt. Das ist einfach toll zu lesen und macht Spaß!


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Yep – Warum nicht anders?“ 

Außerdem noch ein paar Links:
- Homepage von Dead Soft: *klick*
- Der Erlös der Antho geht an die Initiative Rosa-Lila: *klick*
- Zu meiner Rezi von "Leon & Mick" geht es hier lang: *klick*
- Eine relativ ausführliche Besprechung zu "Sommer am See" findet man hier: *klick*

P.S. an Simon Rhys Beck: Nun habe ich Torge als Teenie kennengelernt. Was mich aber wirklich interessiert ist, wie er mit Jascha/Jay zusammengekommen ist. Darf ich darauf hoffen, diese Geschichte irgendwann einmal zu lesen???


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