Samstag, 27. August 2016

"Wild Embrace" von Nalini Singh (Kurzgeschichten, engl.)

Zärtlich, wild, unglaublich romantisch und … mörderisch?!

Mit ihrem neuesten Buch, “Wild Embrace“, legt Nalini Singh eine großartige Sammlung von bisher unveröffentlichten Kurzgeschichte vor. Abgerundet wird das Ganze durch eine (wirklich sehr kurz) Leseprobe von „
Allegiance of Honor“. Die nimmt nur ca. 2% des Buches ein, nicht – wie es mir auch schon passiert ist – ein Drittel oder gar die Hälfte.

Fazit vorweg: Im Folgenden findet man eine kurze Besprechung zu jeder der Geschichten. Ich hoffe, dass ich nicht gespoilert habe, deshalb die Bewertung vorweg: Auf jeden Fall deutlich mehr als 5 Punkte. Alle Geschichten unterscheiden sich von Stil her total, aber alle sind gut. Meine absolute Lieblingsgeschichte in der Sammlung und herzergreifend romantisch ist „Partner in Persuaion“. Alleine dafür hat sich das Buch auf jeden Fall gelohnt …

P.S.1: Vorsicht Jungs! Hier wird mal wieder in Perfektion gezeigt, wie man um eine Frau wirbt. Ich empfehle – rein zur Sicherheit – auf dem Heimweg beim Blumenladen vorbei zu gehen …
P.S.2: Vorsicht Mädels! So romantisch … sind die meisten Jungs nur in den Büchern von Nalini Singh. Aber es ist einfach super-schön, das mal zu lesen …

1. Echo of Silence (Zärtlich ...)
Stefan Berg, der Chef der Untersee-Station Alaris, scheint der perfekte Psy zu sein. Kalt und emotionslos. Trotzdem wird Tazia das Gefühl nicht los, dass er sie beobachtet. Als sie eine ihrer ungeliebten Auszeiten an Land nehmen muss, macht Stefan ihr einen überraschenden Vorschlag. Nach und nach sieht sie den stillen Mann mit ganz anderen Augen …

Stefan ist als Nebenfigur immer einmal wieder erwähnt worden und es macht Spaß, seine Geschichte zu lesen. Seine Liebe spürt man gleich und es ist anrührend mitzuerleben, wie die beiden sich langsam auf das Gefühl einlassen. Beide vermissen schmerzlich ihre Familien, obwohl Stefan so etwas gar nicht empfinden sollte.
Die Auslösung ist sehr berührend und unglaublich zärtlich. Wie kaum jemand anderes schafft es Nalini Singh große Gefühle durch kleine Gesten und Zärtlichkeiten auszudrücken.
Mich hat die Geschichte ein wenig überrascht, weil aus den Vorgänger-Bänden zwar klar war, das Stefan eine geheime Beziehung mit einem Menschen führt, ich aber (warum auch immer) davor überzeugt war, er wäre mit einem anderen Mann zusammen.

Die Story ist bei aller Sinnlichkeit ruhiger als die anderen drei. Das passt aber genau zu der erzwungen Beherrschung eines Medialen und seiner Geliebten, die in einer eher zurückhaltenden Kultur aufgewachsen ist..

Wunderschön fand ich, dass hier ganz deutlich gezeigt wird, wie Liebe auch im verborgenen blühen und gedeihen kann.

2. Dorian (Wild ...)
Diese wunderbare Episodengeschichte beginnt mit Dorians Kindheit und Jugend und macht sehr deutlich, wie er zu dem Mann geworden ist, den man aus den Büchern kennt. Außerdem schildert sie das erste Treffen „unserer“ Helden mit Clay. Diesen Teil mag ich ganz besonders.

Toll ist aber auch die Szene mit Ashaya nach Dorians erster Verwandlung, fast noch schöner seine erste Runde auf vier Pfoten durch das Rudel.

Wer Dorian und seine Geschichte auch nur ein wenig mag, wird diese kleinen Einblicke in sein Leben lieben. Versprochen!

3. Partners in Persuasion (Unglaublich romantisch ...)
Felix ist der Chef-Gärtner der SowDancer, Desiree eine hochrangige Soldatin bei DarkRiver. Er zwar fasziniert von der schönen Frau, aber zuerst völlig erschrocken, als sie sich ihm nähert. Ihre Positionen im jeweiligen Rudel sind zwar beide wichtig und ihr Ratschlag wird geschätzt, aber ihre „Tiere“ ordnen jedes Gegenüber automatisch auf einer „Dominanz-Skala“ ein. Dabei liegt die Scharfschützin Desiree ist ganz erheblich weiter oben, als der schüchterne, sanfte Felix. Wie kommt ein Mann mit dem Wissen klar, dass die Frau, die sich für ihn interessiert, das gefährlichere Raubtier ist?

Auf diese Geschichte war ich unheimlich gespannt, da es hier um eine dominante Frau und einen submissiven Mann geht. Dieses Paaring gab es in der Serie noch nicht, die dominanten Frauen haben alle mehr oder weniger gleich starke Partner. Die Story könnte kitschig sein, sie ist aber einfach nur unheimlich toll. Felix und Desiree finden ihren Weg, weil sie einander vorbehaltlos akzeptieren und auf einander eingehen. Ich schmelze immer noch, wenn ich an ihre vorsichtige und sehr zärtliche Werbung umeinander denke.

4. Flirtation of Fate (Mörderisch?!)
Kenji und Garnet, genannt Jem, sind beide Lieutenants im SnowDancer-Rudel. Ihre Streitgespräche bei den Meetings sind legendär! Hier erfährt man also endlich, was dahinter steckt …

Ich muss gestehen, dass dies eine der wenigen Geschichten von Nalini Singh ist, die ich problemlos immer wieder zur Seite legen konnte. Das hat zwei Gründe, die ein anderer Leser vielleicht ganz anders bewerten wird.

1. Die Story hat einen durchaus spannenden Krimi-Plot. Toll, wenn man so was mag. Ich persönlich … hasse Krimis.
2. Kenji und Garnet sind sozusagen Sandkastenfreunde, die ein Missverständnis getrennt hat. Mich nerven solche Geschichten meistens, weil ich die Protas schütteln und ihnen sagen möchte: „He! Was für Freunde seid ihr eigentlich, dass ich es so lange nicht schafft, mal ein klärendes Gespräch zu führen?“


Wenn diese Story nicht von Nalini Singh in ihren gewohnt wunderschönen und sehr sinnlichen Bildern geschrieben worden wäre, hätte ich sie wahrscheinlich nicht zuende gelesen. So hatte ich fast mehr Spaß an den Nebenfiguren und –handlungen, als an Kenji und Jem. Das ist aber – wie schon gesagt – persönlicher Geschmack. Außerdem hatten es die beiden nach der grandiosen Love-Story von Felix und Desiree sowieso ein wenig schwerer …

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"Wild Embrace"

Wie so oft bei Nalini Singh sind zwei verschiedene Auflagen gleichzeitig. Während die amerikanische diesmal mit einer nackten Männerbrust ein ähnliches Cover zeigt, wie die Ausgaben der Serie auf Deutsch, scheint auf der britischen das Gesicht von "Kenji" abgebildet zu sein.

Ärgerlich für Fans wie mich, die das Erscheinen kaum erwarten können und das Buch gleich am ersten Tag kaufen, finde ich die merkwürdige Preispolitik. Ich bin noch nicht ganz dahinter gestiegen, ob das nur mit Währungsschwankungen zu tun hat , aber jedenfalls habe ich mehr für das Buch gezahlt, als es heute kostet. 

Sucht scheint doch teuer zu sein ...

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Freitag, 26. August 2016

"Der Bund des Wächters: Shifters unbound 2" von Jennifer Ashley

Zwei einsame Herzen finden zueinander

Sean Morrissey ist Liams Bruder und sein zweiter Mann. Aber er ist auch gleichzeitig der "Wächter" seines Clans, der Hüter eines magischen Schwertes, mit dem er dafür sorgt, dass die Seelen der toten Shifter ihren Frieden finden und niemals wieder versklavt werden können. Damit gehört der Tod zu seinem Alltag und er hat mehr davon gesehen, als gut für ihn ist.
Sean sieht Liam zwar sehr ähnlich, ihm fehlt aber dessen umwerfender Charme seine spielerische Leichtigkeit. Dazu ist seine Aufgabe zu dunkel. Sean ist eher der stille Beschützer im Hintergrund. Seine tiefe Einsamkeit mitten in der Gruppe lässt er sich nicht anmerken.
Als die Wolfsshifertin Andrea Gray seine Hilfe braucht, zögert Sean nicht und beansprucht sie formal als seine Gefährtin. Damit steht sie unter seinen Schutz, gemäß der Tradition der Shifter kann sie aber Seans Anspruch jederzeit wieder zurückweisen, solange die für beide bindenden Rituale unter Sonne und Mond nicht vollzogen worden sind.
Andrea, die als Waise bei einem anderen Clan aufgewachsen ist, steht dort in der Rangordnung der Shifter weit unten. Grund dafür ist ihr Vater, den sie zwar niemals kennengelernt hat, der aber zu den Todfeinden der Shifter gehört: Er ist ein Feenkrieger. Auch Andrea ist einsam, weil niemand etwas mit ihr zu tun haben will …

Als Andrea und Sean aufeinander treffen, spüren beide sofort eine starke, gegenseitige Anziehung. Aber Andrea ist sehr misstrauisch gegenüber allen Männern. Außerdem plagen sie Albträume: Jemand aus dem Feenreich ruft nach ihr...
Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu und ein furchtbarer Krieg droht loszubrechen. Die Gegner sind stark und viel schlauer als es den Anschein hat. Können die Morrisseys die Katastrophe mit Andreas Hilfe verhindern?

Mit „Der Bund des Wächters“ liegt der zweite Band der Serie „Shifters Unbound“ von Jennifer Ashley nun endlich auf Deutsch vor. Einige Kurzgeschichten bzw. Novellen wurden ebenfalls bereits übersetzt. Wie schon „
Liams Zähmung“ ist die Story von Sean und Andrea ist spannend und spart nicht mit sexy Szenen. Sie ist aber deutlich dunkler als die seines Bruders. Tod, Magie und die Feen, die einst die Shifter als Sklaven erschaffen haben und von denen sie sich nur mühsam freigekämpft haben, sind allgegenwärtig. Auf der einen Seite ist es unheimlich interessant, so mehr über die Geschichte der Shifter zu erfahren, auf der anderen Seite nehmen das Auftauchen und die Motive der Feen sehr viel Platz in Anspruch. Diese Buch legt allerdings in meinen Augen den Grundstein zum Verständnis der Shifterkultur und hat damit einen besonderen Platz in der Reihe.
Passend ist, dass Seans Geschichte im Winter spielt. Die Kälte und die Dunkelheit bilden den idealen Rahmen für die düstere, bedrohliche Stimmung. Man hofft und leidet mit den beiden Helden und freut sich, wenn sie sich wieder einmal gegenseitig wärmen. OK. Dann wird es meist nicht nur kuschelig, sondern kochend heiß.

Mir gefällt an der Serie außerdem richtig gut, dass die übergreifende Rahmenhandlung konsequent weiter entwickelt wird: Man erfährt, wie es Liam und Kim (aus dem ersten Band) geht und kann außerdem miterleben, was Dylan, der ja die Clan-Führung an seinen ältesten Sohn abgegeben hat, aus seinem Leben macht.

Fazit: Alles in allem ist das Buch vielschichtig, mit hohem Fantasy-Anteil und spart nicht mit heißen, erotischen Szenen. Von mir gibt es dafür 5 von Punkten und eine Leseempfehlung.

Die Serie baut auf einander auf und macht am meisten Spaß, wenn sie in der richtigen Reihenfolge gelesen wird. Ich finde es klasse, dass das nun auch auf Deutsch möglich ist. Die Jungs und Mädels haben Suchpotential und brauchen keinen Vergleich zu scheuen. Da die breits auf Deutsch erschienen Kurzromane in sich abgeschlossen sind, sollte man sich das Vergnügen trotzdem nicht versagen. Es macht auch so Spaß, sie zu lesen und die enthaltenen Mini-Spoiler machen eher neugierig und legen einen Re-Read nahe, wenn die Serie dann endlich bis zu dem Punkt übersetzt ist, an den die jeweilige Geschichte gehört.


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Auf Deutsch liegen von den Shiftern bisher vor:
- "Liams Zähmung" (Band 1: Liam und Kim)
- "Der Bund des Wächters" (Band 2: Sean und Andrea)
- "Bodyguard: Unter dem Schutz des Bären" (Band 2,5: Ronan und Lizzy)
- "Die Gefährtin des Jaguars" (Band 3,5: Spike und Myka, immer noch eine meiner Lieblingsgeschichten, deshalb hier auch der link zu meiner Rezi *klick*)

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Samstag, 13. August 2016

"Casto – Gefährte des Feuers: Gods of War 1" von Xenia Melzer

Fürchte dich, die Aufmerksamkeit eines Gottes zu erregen!

Casto glaubt nicht an Götter. Als die Karawane, mit der er reist, überfallen wird, sieht er nur ein Rudel aus wilden Barbaren, die ihn und seinem wilden Hengst Lysistratos gefangen nehmen wollen. Mit Geschick und Schnelligkeit schafft er es zu entkommen. Fast. Ausgerechnet der Anführer der Aggressoren, der stolze Renaldo, bringt Casto zu Fall und beansprucht ihn als Sklaven. Casto rast vor Wut. Seine Freiheit ist ihm kostbarer als sein Leben. Außerdem darf niemand hinter das Geheimnis kommen, das er und Lys hüten, schon gar nicht ein arroganter Krieger, der sich selbst für einen Halbgott hält …
Renaldo und sein Bruder Canubis leben schon ewig. Ihr Mütter sind die Göttinnen, die die Welt erschaffen haben. Während Canubis sein „Herz“, die Liebe seines Lebens, schon gefunden hat, ist der rastlose Renaldo noch auf der Suche. Dabei mangelt es ihm niemals an Männern und Frauen, die sein Bett wärmen. Bis er plötzlich in die leuchtend blauen Augen eines jungen Mannes sieht, der sich nicht vor Verlangen verzehrt, sondern nicht einmal zu bemerken scheint, was Renaldo von ihm will …


Casto – Gefährte des Feuers“ ist der erste Band der neuen Fantasy-Serie „God of War“ von Xenia Melzer. Um das Einzige, was ich an dem Buch ehrlich hasse, gleich vorweg zu nehmen: Die Story ist nicht wirklich in sich abgeschlossen, man hat das Gefühl – ähnlich wie bei den auf Deutsch willkürlichen getrennten Büchern der Serie „Black Dagger“ – das die Story einfach mitten drin aufhört.

Das ist allerdings gleichzeitig auch (und ich überrasche mich selbst dabei, dass zu schreiben!) positiv: Die unheimlich spannende Beziehung zwischen Casto und Renaldo ist noch lange nicht (!!!) zu Ende erzählt.

Auch wenn zwischen den beiden auf den ersten Blick ein großes Ungleichgewicht zu herrschen scheint – auf der einen Seite ein beinahe tausendjähriger Halbgott und auf der anderen Seite ein junger Sklave – wird schnell klar, dass sie einander ebenbürtig sind. Überraschenderweise mag man sie sofort, obwohl sie nur wenige der in vielen Fantasy-Romanzen üblichen guten Eigenschaften eines Helden haben. Sie sind beide arrogant, aufbrausend, von sich eingenommen und wenig duldsam gegenüber anderen. Allerdings macht das auch einen großen Reiz der Geschichte aus. Die beiden Männer sind sehr starke Charaktere. Wie können sie es schaffen, eine echte Beziehung zu einander aufzubauen? Es ist manchmal schon fast amüsant zu lesen, wie fassungslos Renaldo wirkt, wenn Casto wieder einmal völlig anderes reagiert, als er es erwartet hat.

Man spürt die Funken, die hin- und her fliegen, nicht nur weil Renaldo auch der Herr des Feuers ist, der alles um sich herum zum Schmelzen bringen kann. Die Charaktere sind in sich schlüssig und sehr glaubwürdig. Es macht Spaß, zu verfolgen, wie die beiden sich in einer Beziehung verstricken, von der sie selbst nicht zugeben wollen oder können, was dahinter steckt.

Abgerundet wird der Roman von starken Nebencharakteren, die alle neugierig darauf machen, mehr von ihnen und ihrer eigenen Geschichte zu erfahren. Einige Einblicke in die Vergangenheit werden geschickt eingeflochten, als Casto eine alte Chronik liest.

Sehr gut gefallen haben mir nicht nur die Beschreibung der Beziehungen, sondern auch die der Kämpfe, die man förmlich vor dem inneren Auge miterlebt. Ebenso farbenfroh und eindringlich wird die Natur und der Wechsel der Jahreszeiten geschildert. Erfreulicherweise ist dies hier keiner von den Romanen, in denen sich ein Unsterbicher in einer Woche von Grund auf ändert. Tatsächlich erzählt er die Geschichte von Casto und Renaldo über zwei Jahre hinweg.

Wirklich begeisternd sind übrigens die Szenen mit Casto und Lys. Sie wirken so lebendig, dass man hochschaut und das lebendige Bild eines wilden, schwarzen Hengstes und seines Reiters in allen Einzelheiten vor sich sieht.


Fazit: Für mich ist „Casto – Gefährte des Feuers“ eine wirklich gelungene Mischung aus großartiger Fantasy und … „Romanze“ trifft es nicht wirklich, weil zwischen den Männern das Feuer zu heiß brennt, um wirklich Raum für Zärtlichkeiten und Romantik zu lassen. Immer wieder prallen sie auf einander, messen ihren Willen und ihren Stolz und können doch nicht voneinander lassen. Der Sex ist gleichzeitig Kampf und Erlösung.

Ich konnte die Geschichte keine Sekunde aus der Hand legen und brenne darauf, zu erfahren, wie es weitergeht. Deshalb von mir faszinierte 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung an Fantasy-Fans, die auf der Suche nach ungewöhnlichen und starken Charakteren sind. Leser, die klassische Romanzen bevorzugen, sollten eine gewisse Offenheit mitbringen. Diese tolle Geschichte ist es einfach wert!

Ausnahmsweise hier noch zwei P.S. an die Autorin:
P.S.1:
Hin und wieder gibt es in der Sprache, die ansonsten wirklich toll und vor allem sehr bilderreich ist, kleine „Ausreißer“, die nicht 100%tig in einen Fantasy-Roman passen. Wenn Renaldo seine Truppe mit „Dann wollen wir mal!“ in die Schlacht schickt … ok. Vielleicht ist man irgendwann so abgebrüht. Aber sexuelle „Performance“ im Bett und ein „Pool“ im Marmorbad, das passt nicht wirklich in die antik angehauchte Welt.
P.S.2: Wann geht es endlich weiter??? Die „God of War“ haben echtes Suchtpotential! Ich kann es wirklich kaum erwarten …


Ganz zum Schluß:
Auf "Jules bunte Welt der Bücher" findet man ein aktuelles Interview mit Xenia Melzer: *klick*.

Bei "Like a Dream" gibt es eine weitere Rezenion zu lesen. *klick* Koriko2000 hat eine ganz andere Meinung zu der Geschichte als ich. 
Trotzdem gibt es auf ihrem Blog ein Special zu dem Roman. Bereits veröffentlicht sind die Vorstellung der Autorin *klick* und eine Abhandlung über die Orte, an denen die Story spielt. *klick*


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 "Casto - Gefährte des Feuers: Gods of War"

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Dienstag, 9. August 2016

"Demonica – Ungestillte Leidenschaft" von Larissa Ione


Begehren, das hoffnungslos scheint …

Slake ist eine Art Kopfgeldjäger und arbeitet gerade an dem wichtigsten Auftrag seines Lebens: Er soll die Dämonin Fayle lebendig fangen (nicht töten, wie im Klappentext steht) und zu seinem Auftraggeber bringen. Auf der Suche nach ihr fällt sein Blick in einer Dämonenbar auf Raze. Slake weiß sofort, was er will. Aber Raze sendet unklare Signale aus. Außerdem scheint er irgendeine Beziehung zu Fayle zu haben. Was dahinter steckt, erfährt Slake erst nach einem fruchtbaren Drama …

Ich mag die „Demonica“-Reihe von Larissa Ione sehr. Besonders die ersten Bände um die Semius-Brüder, die das Underworld General leiten, haben mir richtig gut gefallen. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass wieder einmal ein Sem der Held von „Demonica – Ungestillte Leidenschaft“ sein wird.

Die Geschichte hat – für Eingeweihte – eine sehr interessante Grundkonstellation. Was macht ein Semius-Dämon, für den Sex mit Frauen buchstäblich ein Lebenselixier ist, wenn er sich gar nicht zum weiblichen Geschlecht hingezogen fühlt? Raze braucht Sex mit Frauen, hasst ihn aber, weil er Männer begehrt. Eine Beziehung mit Slake scheint ein unerfüllbarer Traum zu sein.

Bei der Bewertung der Geschichte tut ich mich ein wenig schwer. Meiner Meinung nach, funktioniert sie nicht so gut, wenn man nicht aus den Vorgängerbänden im Hinterkopf hat, wie sehr ein Semius-Dämon leidet, der keinen Sex haben kann. Das wird zwar auch hier geschildert, wirkt aber - für sich alleine gesehen - angesichts von Raze tatsächlicher Neigung fast schon konstruiert, vor allem als sich eine mögliche Lösung abzeichnet.

Auch das Dilemma, in dem Slaze steckt, wird verständlicher, wenn man die Reihe kennt. Der Vertrag, den er mit seinem „Arbeitgeber“ geschlossen hat, scheint unter Dämonen nicht unüblich zu sein und wird in anderen Büchern schon thematisiert. Das heißt, Insider werden einen Aha-Effekt erleben, Neueinstieger dagegen … müssen das halt so hinnehmen.

Die komplette Demonica-Reihe wird in einer Sprache erzählt, die fast schon „rotzig“ ist. Die Jungs (und Mädels) sind extrem cool und es ist ihnen ziemlich egal, was irgendwer von ihrer sehr deutlichen Wortwahl hält. Das passt zu den Storys, man muss es als Leser aber mögen.

Einige Helden aus den anderen Bänden haben kleine Cameo-Auftritte, an denen ich meinen Spaß hatte.

Fazit: Hat mir gut gefallen, also 4 Punkte und eine Leseempfehlung, die allerdings ehrlich gesagt nicht für Neueinsteiger gilt.
Man muss nicht die gesamte Serie gelesen haben, um das Buch genießen zu können, es ist aber hilfreich zumindest die ersten Bände zu kennen.


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 "Demonica - Ungestillte Leidenschaft" (Raze und Slake)

Übersicht über die Serie:

Band 1: "Demonica - Verführt" (Eidolon und Tayla)
Band 2: "Demonica - Entfesselt" (Shade und Runa)
Band 3: "Demonica - Fluch des Verlangens" (Wraith und Serena)
Band 4: "Demonica - Versuchung der Nacht" (Lore und Idess)
Band 5: "Demonica - Tödliche Verlockung" (Conall und Sinhead)

Side-Story: "Demonica - Umarmung der Ewigkeit" (Kaden und Andrea)

Es gibt nicht weitere Bände der Serie, die allerdings nicht mehr direkt mit den sexy Semius-Dämonen um Eidolon zu tun haben, die lose Rahmenhandlung aber fortführen. Im gleichen Universum spielt übrigens die "Ethernal Riders" Serie, mit der es immer wieder Cross Overs gibt.
Ich habe nicht alle Bücher der beiden Serien gelesen, "Demonica - Ungestillte Leidenschaft" ist aber meines Wissens nach die einzige Geschichte, die sich um zwei Männer dreht. 


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Montag, 8. August 2016

"Alpha Helix -Dunkles Verlangen" von Lara Steel

Altes Thema – ganz neu und ziemlich heiß interpretiert!
Dr. Revenge Carter bestraft sich 
selbst mit einem miesen Job für einen furchtbaren Fehler, der ihr auf der Seele lastet. Trotzdem nimmt sie ihre Arbeit ernst. Als sie ein geheimes Labor entdeckt, macht sie sich damit mächtige Feinde. Todfeinde! Die Männer haben allerdings nicht einkalkuliert, dass das Instrument, mit dem sie Revenge entsorgen wollen, einen eigenen Willen hat und nicht nur seinen Instinkten folgt.
Caleb ist kein Mensch. Jedenfalls nicht ganz. Oder ist er mehr als ein Mensch? Zusammen mit Revenge macht er sich auf die Suche nach seinem „Schöpfer“ und findet dabei mehr über sich heraus, als er vermutet hat …

Wenn man die Inhaltsbeschreibung von „Alpha Helix – Dunkles Verlangen“ von Lara Steel liest, glaubt man die x-te Version einer altbekannten Geschichte aufgetischt zu bekommen: Menschliche Frau verliebt sich in genmanipulierten Supermann. Das ist natürlich auch der Kern, allerdings gewinnt die Autorin dem Thema neue und überraschende Aspekte ab. Während die anderen Storys in dem Genre immer ein wenig von „Die Schöne und das Biest“ haben, wird hier eindeutig eher das „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ Motiv aufgegriffen. Caleb ist nicht nur unschuldiges Opfer, er ist auch eine reißende Bestie und konnte sich in der Vergangenheit nicht immer kontrollieren. Revenge hat zu Beginn nur deshalb keine Angst vor ihm, weil sie eigentlich nicht mehr an ihrem Leben hängt. Zusammen suchen die beiden nach einem Weg, mit ihrer Schuld fertig zu werden und merken dabei zuerst gar nicht, dass sie sich näher kommen.

Das Buch ist härter, als viele andere des Genres und hat nur sehr wenig Zucker. Aber es ist intensiv und berührend. Trotz der Kürze kommt man als Leser sehr dicht an Revenge und Caleb heran. Ihre Handlungen und Gefühle sind immer nachvollziehbar. Auch die sinnliche Anziehung, die zunächst deutlich von Gefahr überschattet wird, ist spürbar.

Mein Fazit: Ich finde, die Story ist sehr hart, aber unheimlich gut geschrieben. Ich konnte sie keine Sekunde aus der Hand legen und werde mir - falls es Fortsetzungen gibt - auch diese zu Gemüte führen. Von mir erhält das Buch 5 Punkte und eine Leseempfehlung, besonders für Fans des Genres. Das hier ist echt mal eine andere Variante des altbekannten Themas.

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 "Alpha Helix - Dunkles Verlangen"

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Freitag, 5. August 2016

"Orlandos Herz – Teil 1" von Norma Banzi

Schatten der Vergangenheit

Orlando und Mike scheinen endlich „angekommen“ zu sein. Sie haben einander und sind mehr als nur Angestellte für den sexy Anwalt Vincent Gable und seine ungewöhnliche Familie, auch wenn sie bisher die letzte Grenze noch nicht überschritten haben.
Als Mike den Anruf erhält, dass der Betreiber des Escort-Services, für den er einmal gearbeitet hat verstorben ist, ahnt er noch nicht, wie sehr das die Leben aller auf den Kopf stellen wird.

Es ist kein Geheimnis, das ich ein absoluter Fan der „Popstar-Serie“ von Norma Banzi bin. Also habe ich dieser Fortsetzung entgegengefiebert.

Orlandos Herz“ ist … 
Das Buch hat mich verrückt gemacht! Zuerst steuert es in eine Richtung, die man als Leser der Serie schon länger erwartete hat. Die Story ist heiß, erotisch und die Charaktere kümmern sich einen Sch*** darum, was andere von ihrem Sexleben halten. Sie genießen es einfach und zwar nicht nur mit einem Mann oder einer Frau. Dabei wird die Geschichte nie zu einem P***. Es geht nie um die Technik alleine oder um den Effekt, sondern immer auch um die Gefühle, die dahinter stehen. (Natürlich fehlen explizite Szenen nicht. Bei Norma Banzi geht das Licht im Schlafzimmer an, nicht aus, wenn ihre Helden diesen Raum betreten …)

Wer die Serie kennt, weiß natürlich, wofür „Orlandos Herz“ steht. Man kennt den Mann, den er als „mi Corazon“ bezeichnet.

Mikes unerwartete Erbschaft führt dazu, dass er sich mit einer Truppe von knallharten Bikern auseinandersetzen muss. Überraschenderweise sorgen gerade diese Männer in dem Buch sowohl für eine Menge Humor, als auch für einige sehr berührende Szenen.

Wie immer gibt es ein Wiedersehen mit vielen altbekannten und liebgewonnenen Charakteren. Ich habe mich besonders gefreut, das James aus „Die Scherben der Kindheit“ hier eine große Rolle spielt.

Ich kann und will in meiner Rezi aber auch eines nicht verschweigen: Diese Geschichte wird gegen Ende hammerhart. Sie ist nichts für schwache Nerven, vor allem weil sie sich nicht scheut, die dunklen Abgründe aufzuzeigen, zu denen die Männer, die man als Leser eher von ihrer sanften Seite kennengelernt hat, fähig sind.

Das Buch ist in sich abgeschlossen. Aber ich weiß jetzt, warum Norma Banzi es als „Orlandos Herz – Teil 1“ bezeichnet hat und kann es kaum erwarten, den zweiten Teil zu lesen, der zum Glück schon nächsten Monat erscheinen wird. Darauf zu warten, ist schon fast Folter.

Die Geschichte ist komplex, kochend heiß, unheimlich hart und packt einen von der ersten Seite an. Die Charaktere sind nie eindimensional. Sie haben ihre Ecken und Kanten, man spürt, dass das Buch nur einen Teil ihres Lebens erzählt, eine Episode. Gerade das macht mich – auch völlig ohne Cliffhanger – immer wieder unheimlich neugierig, wie es weiter gehen wird.

Orlandos Herz – Teil 1“ erhält von mir mindestens 5 Sterne und eine Leseempfehlung. Ich würde allerdings dazu raten, nicht gerade mit diesem Buch in die Serie einsteigen, das die Beziehungen der Charaktere zueinander sehr komplex sind und man sie besser versteht, wenn man einen Teil ihrer Vergangenheit schon kennt.

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 Hier kann man die Popstar-Reihe  von Norma Banzi kaufen:
Der Popstar und sein Anwalt" (Teil 1)
Wir halten dich, Bruder!“ (Teil 2)
Peter und Rebecca - Es ist unser Weg!" (Teil 3)
Marina - Überraschungsgeschenk des Schicksals" (Teil 4)
- Orlandos Herz – Teil 1 (Teil 5)
Orlandos Herz – Teil 2 (Teil 6, erscheint im Sep. 2016)

Tough SEALs in Love:
Die Scherben der Kindheit und das brüchige Glück der Gegenwart
   (James und Sam,Teil 1) 
Sonne, Strand, Cocktails und zwei knallharte SEALs (Mike und Orlando, Teil 2)
Verabredung am Bootshaus" (Chris und Dylan, Teil 3)
Konsequenzen (Richy und Tyler, Teil 4)
Two Snipers" (Mike und Orlando, Teil 5 - der aber den Beginn der Beziehung schildert und damit eigentlich ein Prequel ist)

Link zur Homepage: Norma Banzi 

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Donnerstag, 4. August 2016

"Liebesblind" von Renae Kaye

Gegensätze ... ergänzen sich perfekt!

Jake ist ständig pleite. Nicht etwa, weil er nicht arbeitet oder nicht mit seinem Geld umgehen kann, sondern weil er gegenüber seiner Familie ein viel zu gutes Herz hat. Er nimmt jeden Job an und verzichtet auch schon mal auf eine Mahlzeit, um seine Mutter und seine jüngeren Schwestern zu unterstützen. Er muss jeden Job annehmen, weil er sich trotz seiner bescheidenen Situation nicht alles gefallen lässt und sein Mundwerk manchmal schneller als sein Gehirn ist …
Patrik ist das genaue Gegenteil: Reich, arrogant und egoistisch. Sagen alle, die jemals bei ihm gearbeitet haben. Jake bekommt den Job, sein Patriks Haus sauber zu halten über einen Hausmeisterservice und lernt seinen Arbeitgeber zuerst nur über die unhöflichen Listen mit Anweisungen kennen, die er jeden Morgen in der Waschküche vorfindet.
Ob das gut geht?

Ich habe mich in „Liebesblind“ von der ersten Seite an verliebt! Das Buch von Renae Kaye ist einfach klasse. Jake ist zwar enorm gutmütig, hat aber auch seine Ecken und Kanten, so dass er nicht eindimensional wirkt. Er versprüht trotz seiner schwierigen Situation so viel Optimismus und Humor, dass man ihn einfach gern haben muss.

Patrik scheint zunächst das absolute Gegenteil zu sein. Man lernt ihn als Leser am Anfang nur durch Erzählungen und seine unhöflichen Listen kennen. Während Jake im Haus saubermacht, ist Patrik bei seiner Arbeit. Da die Geschichte aus Jakes Sicht in der Ich-Perspektive erzählt wird, kann man nicht anders, als Jakes Unvoreingenommenheit zu übernehmen. Das ist echt klasse gemacht! Wie Jake andere Menschen sieht, sagt so viel über ihn aus, wie über sein Gegenüber.

Liebesblind“ erzählt eine Geschichte, die eigentlich voller Tragödien steckt mit einer Leichtigkeit und einen Humor, die einfach Spaß machen. Die Chemie zwischen Jake und Patrik stimmt und der Funke springt sofort auf den Leser über. Man verfolgt voller Spannung und mit einem hoffnungsvollen Lächeln auf den Lippen, ob und wie die beiden Männer zueinander finden. Gerade dass sie so unterschiedlich sind, macht einen Teil der Faszination aus und man spürt von Anfang an, dass sie sich vermutlich perfekt ergänzen werden. Toll fand ich auch, dass die Probleme, Zweifel und Ängste der beiden Männer niemals aufgesetzt wirkten, sondern immer zu hundert Prozent nachvollziehbar waren.

Abgerundet wird ihre Story durch interessante und liebevoll gezeichnete Nebencharaktere, die mehr als bloße Stichwortgeber sind.

Ich habe mir mit der Geschichte die Nacht um die Ohren geschlagen, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen, bis ich ganz durch war. Das Buch macht definitiv Lust auf mehr. Zu meiner großen Freude habe ich festgestellt, dass das englische Original Band 1 einer Serie ist. Ich hoffe wirklich, dass auch die anderen Geschichten aus „The Tav“, der Kneipe in der Jake am Wochenende jobbt, übersetzt werden.

Mein Fazit: Mindestens 5 begeisterte Sterne und unbedingt eine Leseempfehlung! Das Buch ist einfach klasse!!!


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 "Liebesblind"

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