Montag, 23. Januar 2017

"Shilsas - In den Nebeln" von Chris P. Rolls

In den Nebeln …
Als ein Freier ihn mit einer seltsamen Münze bezahlt, bringt eine Mischung aus Verzweiflung und Zorn Nava dazu, die höhnischen Worte des Mannes in die Tat umzusetzen: Er macht sich auf die Suche nach dem gefürchteten Hazar Maher, den Herrn der tausend Tode, um das merkwürdige Geldstück in handelsübliche Währung umzutauschen. Nava ahnt nicht einmal, was er damit in Gang setzt: Plötzlich ist nicht nur sein einziger Weg in die Freiheit in Gefahr, auch sein Leben steht auf dem Spiel. Trotzdem kann er sich nicht dagegen wehren, in Matous, dem Mann hinter dem Namen Hazar Maher, mehr als einen Freier zu sehen. Je besser er ihn kennenlernt, desto mehr … empfindet er für Matous. Aber Liebe hat weder Platz in einem Bordell, noch im Leben eines Assassinen. Das Unheil scheint vorprogrammiert …


Ich bin immer noch begeistert, wie tief mich Chris P. Rolls in die fantastische Welt von „Shilsas – In den Nebeln“ entführt hat. Oder sollte ich sagen, wie hoch? Die Stadt, die dem Buch ihren Namen gegeben hat, liegt weit oben, umgeben von abgundtiefen Schluchten, in denen unablässig die Nebel kochen. Man hätte den Ort längst aufgegeben, wenn er nicht einen wichtigen Knotenpunkt verschiedener Handelsrouten darstellen würde. Shilsas ermöglicht es mit einem System von Seilbahnen, die gleichzeitig der einzige Weg in die Stadt hinein und aus ihr hinaus sind, wochenlange Umwege zu vermeiden.
Die Story ist Fantasy vom Allerfeinsten und überzeugt mit interessanten und vielschichtigen Charakteren, die weitab jeder Klischees agieren. Besonders gelungen fand ich, wie Nava, der den im Volk seines unbekannten Vaters unheimlich feinen Geruchsinn geerbt hat, die Welt „erschnuppert“. Das ist manchmal hilfreich, oft aber in einer mittelalterlich anmutenden Kultur ohne funktionierendes Abwassersystem eine echte Qual.

Die Story wird aus Navas Sicht erzählt, der sich selbst zwar als abgebrühte Hure sieht (und nicht besonders wertschätzt), aber im Grunde ein sehr weiches Herz hat. Nur Ungerechtigkeit kann er nicht ertragen. Damit scheint er auf den ersten Blick so gar nicht zu einem Mann passen, der „in den Schatten“ lebt, ein Euphemismus, der in der Shilsas für die mafiaartigen Banden verwendet wird, die die Stadt beherrschen.

Was Matous wirklich antreibt und warum er vielleicht doch besser als gedacht zu Nava passt, findet man zusammen mit letzterem erst nach und nach heraus. Es ist unheimlich spannend und oft sehr berührend, den Menschen hinter dem Namen Hazar Maher zu entdecken. Das „In den Nebeln“ im Titel bezieht sich nicht nur auf das Wetter in der Stadt, auch die Geheimnisse, die Matous hütet, verbergen wie Nebelschwaden lange die Sicht auf seine wahren Absichten.

Die Geschichte hat aber auch eine zweite Ebene: Shilsas ist ein erschreckendes Beispiel dafür, was geschieht, wenn niemand sich mehr für das Allgemeinwohl verantwortlich fühlt und jeder nur noch auf seinen eigenen Vorteil schaut. In der Stadt herrschen Gewalt und das Gesetz des Stärkeren. Niemand traut dem anderen. Vielleicht ist es blauäugig, aber die Story zeigt auch, wie sich das Schicksal aller ändern kann, wenn ein einzelner aufsteht und eben nicht nur an sich selbst denkt. Sehr interessant ist dabei, dass die „Helden“ der Geschichte keine weiße Weste haben, aber trotzdem versuchen, das Wohl der Allgemeinheit (in den Nebeln …) wenigstens nicht ganz aus dem Auge zu verlieren.

Fazit: Hat mir unheimlich gut gefallen! Die tolle Mischung aus Fantasy, Romanze und Abenteuer funktioniert von der ersten Seite an. Der Funke springt sofort über und man kann die "Shilsas - In den Nebeln" nur schwer aus der Hand legen, bevor man nicht weiß, wie sie endet. Da das Buch in gedruckter Form ein echter Wälzer mit fast 600 Seiten ist, sollte Zeit einplanen und es zur Sicherheit an einem Wochenende lesen …

Von mir gibt es begeisterte 5 Punkte und eine Leseempfehlung , vor allem für alle Fantasy-Fans.

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Mittwoch, 18. Januar 2017

"Refugium: Seelenstaub" von Susann Julieva

„Wir beide … gegen den Rest der Welt!“

Das ist das Motto von Poe und Remy. Sie sind zusammen in einem Kinderheim aufgewachsen, allerbeste Freunde und … auf einer nicht enden wollenden Flucht. Dabei gibt es für Remy scheinbar kein Entkommen: Seine Uhr läuft unerbittlich ab, weil er an einer angeborenen Krankheit leidet. Trotzdem ist Poe derjenige, dem jederzeit der Tod droht. Dunkle Engel spüren ihn immer wieder auf und trachten nach seinem Leben. Nur mit Hilfe seiner eigenen Magie konnte er sich und Remy bisher jedes Mal wieder in allerletzter Sekunde retten. Was die Freunde wirklich brauchen, ist eine sichere Zuflucht. Aber die scheint nicht zu existieren …

Man benötigt eine Weile, um sich in der von finsteren Mächten bevölkerten Welt zurechtzufinden, in die Susann Julieva den Leser mit „
Refugium: Seelenstaub“ entführt. Das liegt vielleicht daran, dass der Einstieg sich eher „normal“ liest und einen ein wenig auf die falsche Fährte lockt: Man erlebt hautnah mit, wie sich Poe und Remy mit kleinen Gaunereien durchs Leben schlagen. Erst nach und nach erkennt man, dass man in einem spannenden und sehr vielschichtig angelegten Urban-Fantasy-Roman gelandet ist. Genau wie Poe und Remy muss man erst einmal herausfinden, wer zu den „Guten“ und wer zu den „Bösen“ gehört und was es mit dem geheimnisvollen Refugium auf sich hat, das dem Buch den Titel gibt. Die Story wird immer dichter, bis sich schließlich in einem grandiosen Finale die Fronten klären. Ob das allerdings auch ein Happy End für Poe und Remy bedeutet, … findet man wirklich erst auf der allerletzten Seite heraus.

Die beiden sind von Anfang an unheimlich sympathisch, auch wenn man sie als Trickbetrüger kennenlernt. Man spürt, wie sehr sie sich umeinander sorgen und wie sehr sie einander lieben. Dass diese Liebe nicht brüderlich ist, sondern weit darüber hinausgeht, gestehen sich Poe und Remy sehr, sehr lange nicht ein. Jeder der beiden glaubt, für den anderen nicht gut genug zu sein. Das kann in einer Love-Story unheimlich nervig wirken, ist aber hier so glaubwürdig und gut nachvollziehbar, dass man mit den beiden leidet. Das Herz tut einem weh, wenn man liest, wie sehr sie sich nach einander sehnen und wie hoffnungslos sie sich fühlen. Dabei spürt man genauso die Sorge umeinander und die Zärtlichkeit, mit der sie aneinander denken.

Genau wie es in der Geschichte sehr dunkle Momente gibt, so findet man doch auch wunderschöne. Zusammen mit Poe und Remy erlebt man die ganze Tonleiter der Gefühle, von abgrundtief traurig bis himmelschreiend glücklich. Ok. Manchmal sind die Jungs auch einfach nur albern oder schräg drauf. Worauf es ankommt ist aber, dass man nicht nur liest, was sie empfinden, sondern es mit jeder Faser spürt.

Die Story wartete außerdem mit interessanten Nebencharakteren auf, von denen man gerne mehr erfahren möchte. „Refugium: Seelenstaub“ ist in sich abgeschlossen, macht aber neugierig auf weitere Geschichten. Das Potential dazu hat die phantastische Welt, die Susann Julieva erschaffen hat, allemal.

Fazit: Die Geschichte gewinnt von Seite zu Seite, bis man sie nicht mehr aus der Hand legen kann, bevor man weiß was mit Poe und Remy passiert. Macht Lust auf mehr, deshalb 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Übrigens kommen hier Fans einer wunderschönen Love-Story ebenso auf ihre Kosten, wie die Leser, die gerne spannende Fantasy lesen.

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Gut gefallen haben mir auch diese zeitgenössischen Storys der Autorin: 
- "Böse Jungs: Eine verrückte Dreiecksgeschichte"
- "Berlin Blues: Eine Böse Jungs Geschichte"

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Dienstag, 17. Januar 2017

"Rodeo Lover" von Maili Cavanagh

Lonesome Cowboys

Dale und Tyler arbeiten beide beim Rodeo. Der eine ist – für das Publikum – ein anonymer „Clown“, der andere ein umjubelter Star. Aber eines haben die beiden Männer gemeinsam: Sie sind schrecklich einsam, weil sie – jeder für sich - ein sehr persönliches Geheimnis hüten. Ein Outing würde das Ende der Karriere bedeuten. Ein Zufall ändert alles. Oder?

Ich habe mich unheimlich gefreut, dass es nach „Rough Ride“ einen neuen Roman von Maili Cavanagh gibt, der im Cowboy-Milieu spielt. Die Grundidee von „Rodeo Lover“ hat mich sofort fasziniert. Der Autorin hat ein Händchen dafür, die Atmosphäre einer Zeit oder eines Ortes einzufangen. Entsprechend liest man nicht nur über den Rodeo-Zirkus, sondern fühlt sich, als wäre man dabei.

Ich weiß nicht, ob die Stimmung dort wirklich so homophob ist, wie sie in dem Buch geschildert wird, man spürt aber, wie sehr Dale und Tyler darunter leiden, einen wichtigen Aspekt ihres Wesens zu verbergen, weil sie glauben, dass sie sonst in dem Job, den sie lieben, keine Zukunft mehr haben.

Ehrlich gesagt ist die Atmosphäre so gut getroffen, dass … es mir keinen Spaß gemacht hat, das Buch zu lesen. Die Geschichte ist unheimlich traurig. Dale und Tyler sind so tief im Schrank, dass sie sich erst nach etwa einem Drittel zum ersten Mal nicht nur als Kollegen begegnen. Aber selbst da wissen sie noch nicht einmal, wer der jeweils andere ist. Das findet Dale erst später heraus und behält es erst einmal für sich. Er offenbart es Tyler erst nach langer Zeit. Auch wenn Dale Tyler schon lange aus der Ferne anhimmelt, so gründet ihre Beziehung erst einmal auf Sex. Die beiden wissen nämlich rein gar nichts über einander. Natürlich verliebt sich nun plötzlich auch Tyler „auf den ersten Blick“ in den anderen Mann, ergreift aber erst einmal die Flucht.

Der Funke hat einfach wenig Chancen überzuspringen, wenn die beiden lonesome Cowboys dauernd getrennt sind und die wenige Zeit, die sie anfangs miteinander verbringen … nun ja, sie nutzen sie meistensn nicht gerade zum reden, sondern sehr körperbetont.

Das Buch ist immer dann sehr berührend, wenn man die Beklemmung und die Angst der Männer spürt. Sie sind beide an einem Wendepunkt ihres Lebens angekommen und hinterfragen sich und ihre Art zu leben. Das manifestiert sich in mehr Fragen, als ich sie jemals vorher in einer Geschichte gelesen habe. Manchmal scheint in einem kompletten Absatz jeder Satz mit einem Fragezeichen zu enden.

Als Sittengemälde einer rauen Sportart, die vielleicht gar keine Zukunft mehr hat, ist die Story interessant. Als romantisch habe ich sie nur sehr selten empfunden. Dazu ist sie meist zu düster und zu dramatisch. Einige Szenen sind geradezu brutal.

Rodeo Lover“ hat durchaus seine Momente. Die Story ist nicht schlecht. Begeistert hat mich die neue Geschichte von Maili Chavanagh aber dieses Mal nicht. Von mir gibt es von mir 3 Punkte. Mit einer Leseempfehlung tue ich mich ein wenig schwer. Wer es wirklich romantisch mag, dem wird es wahrscheinlich wie mir gehen. Fans von Dramen kommen hier schon eher auf ihre Kosten.


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Rodeo Lover
Rough Ride

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"Vertraute des Vargs – Die Serie" von Alessandra Storm

Tolle Wandler-Serie mit spannenden Charakteren

Jeder, der diesem Blog auch nur mit einem halben Auge folgt, weiß dass ich unheimlich gerne Geschichten über Gestaltwandler lese. Gutes „Material“ ist dabei trotz der Vielzahl der Bücher, die sich am Markt tummeln, gar nicht so einfach zu finden. Deshalb elektrisiert es mich immer völlig, wenn ich eine (für mich) neue Serie entdecke, die mit lebendigen und in sich schlüssigen Charakteren aufwartet. Wenn dann zusätzlich dem altbekannten Thema noch einige neue Aspekte abgewonnen werden und der Autor es schafft, eine ganz eigene Atmosphäre zu kreieren, bin ich hin und weg …

Alessandra Storm legt mit „Vertraute der Vargs“ startet eine richtig tolle Werwolf- … Entschuldigung! … Varg-Serie vor. Ich muss gestehen, dass ich „Süße Begierde“, den aktuellsten und am routiniertesten geschriebenen Band, zuerst gelesen habe. Aber damit war mein Schicksal besiegelt: Ich bin süchtig …

Die Rechtschreibung in den Büchern mag nicht perfekt sein. Aber wer sich deshalb davon abhalten lässt, sie zu lesen, dem entgeht wirklich etwas. Die Autorin erzählt wunderbare, spannende, verboten romantische und humorvolle Geschichten, die man keinen Moment aus der Hand legen möchte, bevor man nicht weiß, ob und wie die sexy Helden mit den smarten Mädels, die sie lieben, glücklich werden. Danach … will man eigentlich nur sofort das nächste Buch aufschlagen.

Die Begabung solche Geschichten zu schreiben, ist etwas ganz besonderes. Handwerk kann man wahrscheinlich lernen, die Fähigkeit eine erdachte Welt vor den Augen des Lesers lebendig werden zu lassen, ist pure Magie. Das ist wohl angeboren …

Für mich kann die Serie gerade wegen der eigenen Ideen und der gut angelegten Hintergrundgeschichte durchaus neben den Psy/Changelings von Nalini Singh und den Shiftern von Jennifer Ashley bestehen, die immerhin zu meinen absoluten Lieblingsautoren zählen.

Bisher in der Reihe „Vertraute des Vargs“ erschienen:

Band 1: „Schwarzes Fell“ (Seth und Mia)
Band 2: „Wilder Instinkt“ (Fergus und Rosa)
Band 3: „Süße Begierde“ (Nick und April)

Jedes Buch hat einen eigenen Tenor und erhält von mir 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Sie bauen aufeinander auf, man versteht aber auch jedes für sich.

Die interessanten und lebendigen Nebencharaktere machen neugierig auf ihre eigenen Geschichten und lassen auf Folgebände hoffen!


Für Neugierige hier noch ein paar Details zu den bereits veröffentlichen Büchern:
Band 1: „Schwarzes Fell“

Wo sich Hase und … Wolf gute Nacht sagen …

Mia besucht zum ersten Mal das riesige Anwesen in Maine, das ihr Großvater erbaut hat und dass sie nun als letztes lebendes Mitglied der Familie geerbt hat. Freunde ihrer Eltern wohnen dort und haben sie eingeladen, sich bei ihnen ein wenig zu erholen.
Aber gleich ihre Ankunft ist eine Beinahe-Katastrophe! Voller Entsetzen stellt Mia, die ein echter Angsthase ist, fest, dass es auf dem Grundstück von Werwölfen nur so wimmelt, sie teilweise alles andere als friedlich sind und trotzdem ein spezieller davon … ganz irrsinnige Dinge mit ihrer Libido anstellt.
Seth ist auf den ersten Blick fasziniert von Mia, aber als Alpha seines Rudels muss er bei allen seinen Entscheidungen auch die Konsequenzen für seine „Untergebenen“ berücksichtigen.
Kann frau lieben, was sie fürchtet? Kann mann lieben, wenn kein echtes Vertrauen herrscht?
Können sich ein Hase und ein Wolf wirklich ein gemeinsames Leben aufbauen?

"Schwarzes Fell" ist der erste Band der Reihe und manchmal ein winziges bisschen holprig erzählt, aber man spürt schon in dieser Geschichte die Magie. Der Funke springt über und man ist gespannt darauf, zusammen mit Mia die unbekannte Welt der Vargs kennenzulernen. Es macht Spaß, die sexy Herren Vargs anzuschmachten. Sie sind verboten sinnlich und haben ein herrlich dunkles Bad-Boy-Image, das sie auch noch kultivieren, um ihr Geheimnis zu wahren. Auffällig ist, dass sie sich nicht in perfekt aussehende Models verlieben. Mia ist zwar auf ihre eigene Art hübsch, aber sicher keine klassische Schönheit. Es ist klar, dass sich Seth für die Person, nicht nur für ihr Gesicht interessiert. Ein Grundthema der Story – wie auch der folgenden - ist, ob Mia ihre Angst vor dem Unbekannten, Wilden in Seth überwinden kann.

Ich lese gerne Geschichten, die eine zweite Ebene haben. Hier geht es ganz klar um Vertrauen, Akzeptanz und die Fähigkeit, mit dem Partner Kompromisse zu schließen.

Die Story punktete außerdem mit interessanten Nebencharakteren, von denen man gerne mehr erfahren möchte.

Band 2: „Wilder Instinkt“ (Fergus und Rosa)

Was, wenn der Falsche der Richtige ist?

Rosa weiß zwei Dinge: Die Familie ihres besten Freundes Cam hat ein Geheimnis, aber sie sind sicher nicht kriminell, wie alle im Ort behaupten. Außerdem war Cam zwar anfangs ihr fester Freund, aber der Kern ihrer Beziehung hat sich schon lange verändert. So richtig prickelnd findet Rosa dagegen seinen Pflegebruder Fergus. Leider scheint der schweigsame Außenseiter sie nur als kleines Mädchen zu sehen und beachtet sie scheinbar nicht.

Rosa setzt alles auf eine Karte, auch wenn alle behaupten, das Fergus der Falsche für sie ist …

In „Wilder Instinkt“ wird die Geschichte der Woods weitererzählt. Während sich der erste Teil – neben der packenden Love-Story - mit der Vorstellung der Vargs beschäftigte, taucht man hier tiefer in die Welt ihrer Gegner ein. Fergus ist nämlich bei den sogenannten Wilden aufgewachsen, die ihren menschlichen Teil verleugnen oder gar nicht mehr darauf zugreifen können. Seine harte Kindheit erschließt dem Leser erst nach und nach. Leider ist sein altes Rudel aber nicht der einzige Feind, mit dem es die Vargs um Seth Wood aufnehmen müssen.

Auf den ersten Blick scheinen Rosa und Fergus nichts gemeinsam zu haben. Aber man spürt mit jeder Seite, wie gut sie trotzdem zueinander passen und hofft, dass sie trotz aller Widrigkeiten ihren Weg finden werden.

Ob und wie ihnen das gelingt, ist so spannend und lebendig erzählt, dass man die Story keine Sekunde aus der Hand legen möchte, bevor man sie zu Ende gelesen hat. Nicht nur der Handlungsbogen dieser Geschichte ist nachvollziehbar und rund, auch die ganze „Welt“ die Alessandra Storm geschaffen hat ist in sich schlüssig. Die Charaktere gehen einem unter die Haut, man liebt und leidet mit ihnen. Fergus und Rosa wachsen einem zusammen mit der großen Wood-Familie total ans Herz und man kann nicht genug von ihnen und ihren Freunden (und Feinden) bekommen. Natürlich macht es auch diesmal wieder großen Spaß, die sexy Vargs anzuschmachten.

Mein Fazit: Für meinen Lieblingsvarg Fergus und seine Geschichte gibt es 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die für die komplette Serie gilt. Erwähnte ich das mit dem Suchtpotential schon???


Band 3: „Süße Begierde“ (Nick und April)

Die mit dem Wolf spricht …
April glaubt allmählich, in einem Albtraum zu leben: Ihr Verlobter hat sie verlassen, ihr arroganter Nachbar Nick scheint ihr (nackt!) hinterherzusteigen und wahrscheinlich hat sie Halluzinationen. Schließlich sieht eine normale Frau keinen Werwolf in ihrem Hinterhof, oder?
Ein kleiner Urlaub in ihrer Berghütte wäre jetzt genau das richtige. Aber damit fangen Aprils Schwierigkeiten erst so richtig an! Die Sache mit den Werwölfen .... Entschuldigung! … mit den Vargs ist sehr real und ein spezieller Varg erweist sich nicht nur als ausgezeichneter Zuhörer, sondern ist auf dem besten Weg ihr Herz zu erobern. Bloß weigert er sich leider, sich ihr in Menschengestalt zu zeigen …

Süße Begierde“ ist der dritte Band der Serie „Vertraute des Vargs“ von Alessandra Strom. Die Story ist ebenso spannend und mitreißend erzählt, wie ihre beiden Vorgänger, punktet aber zusätzlich mit viel Humor. Der blitzte zwar auch in den anderen Bänden ab und an auf, ist aber hier so deutlich, dass man beim Lesen immer wieder laut auflachen muss. Das Buch macht einfach Spaß! Man kann zusammen mit April vergnügt ihren sexy Nachbarn anhimmeln und seufzend an den geheimnisvollen Varg denken, der ganz sicher der perfekte Mann wäre, wenn … ja wenn er nicht ein Fell und Reißzähne hätte, die im Alltag doch ziemliches Aufsehen erregen würden.

Man merkt, dass die Autorin mit jedem Buch routinierter wird und das absolut im positiven Sinne. Die Story ist rund und in sich geschlossen, alle Charaktere haben genug Ecken und Kanten um lebendig und glaubwürdig zu wirken. Die Mischung aus Humor, Romanze und Spannung stimmt und die Geschichte hat eine überraschende Tiefe: Wie oft bewerten wir einen Menschen nur nach seiner Oberfläche? Das ist übrigens bei Nick besonders schwer und zwar nicht nur, weil er ein Varg ist. Was dahinter steckt, hat nur auf den ersten Blick mit seiner zweigeteilten Natur zu tun. Ich glaube das Problem, mit dem er sich sein Leben lang herumgeschlagen hat, ist in einer milderen Form vielen gar nicht so unbekannt.

Auch dieses Buch hat mich völlig begeistert und ich werde auch hier wieder 5 Punkte und eine Leseempfehlung geben. Ich hoffe nur, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis der nächste Band der Serie erscheint.

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 Hier kann man die Bücher von Alessandra Storm kaufen: 

- Band 1: „Schwarzes Fell“ (Seth und Mia)
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- Band 3: „Süße Begierde“ (Nick und April)

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Montag, 16. Januar 2017

"Illumination" von Rowan Speedwell

Licht am Ende des Tunnels
Nach dem Ende einer Tournee mit seiner Band ist Adam plötzlich alles zuviel. Er will einfach nur weg. Noch in seinem Bühnenoutfit nimmt er sich ein Taxi und lässt sich durch die Nacht fahren, bis plötzlich ein Straßenschild Erinnerungen an einen glücklichen Sommer in seiner Kindheit weckt.
Als Miles eines Morgens einen schlafenden Mann auf seiner Terrasse findet, ist er mehr als irritiert. Das Ferien-Ressort, das ihm und seiner Schwester gehört ist seit langer Zeit geschlossen und niemand besucht ihn, der sich nicht angemeldet hat. Miles lebt nur für seine Kunst, aber der Fremde berührt etwas in ihm und zu seiner eigenen Überraschung lädt er ihn auf einen Kaffee ein.
Das ist der Beginn von etwas, mit dem keiner der beiden Männer gerechnet hat …

Illumination“ von Rowan Speedwall überzeugt durch sympathische Charaktere, intensive und berührende Szenen und die lebendige Beschreibung der Umgebung, in der die Geschichte spielt.
Um eines vorweg zu schicken: Damit die Story funktioniert, muss man sich auf den Gedanken an Liebe auf den ersten Blick einlassen. Auch wenn sich Miles und Adam scheinbar aus ihrer Kindheit kennen und zunächst leugnen, dass etwas anderes als körperliche Anziehung zwischen ihnen ist, so geht es doch in der Story genau darum: Wie schnell kann man sich verlieben und was ist, wenn diese Liebe so gar nicht ins Alltagsleben passt? Einen größeren Gegensatz als den scheuen, zurückgezogenen lebenden Miles und den extrovertierten Adam, der es liebt, auf der Bühne zu stehen, scheint es kaum zu geben.
Allerdings verbindet die Männer auch einiges: Beide sind Künstler mit Herz und Seele und vergessen über ihrer Arbeit nicht nur die Zeit, sondern auch die Menschen um sich herum. Beide leben, auch wenn sie das vehement abstreiten, kein selbstbestimmtes Leben. Miles plagt sich mit seinen Phobien herum, Adam mit den Erwartungen der Fans, seiner Band und seines Managers.
Können sie für einander das Licht am Ende des Tunnels sein?
Spannend macht die Beziehung, dass man als Leser sofort ahnt, wie gut sie einander tun würden, wenn sie aufeinander zu gehen. Aber das ist natürlich nicht so einfach, dafür sind beide zu kompliziert. Ob und wie sie zueinanderfinden, ist sehr berührend und toll geschrieben.
Ob man allerdings wirklich etwas so Drastisches in einer Romanze braucht, wie eine der Szenen gegen Ende? Meiner Meinung nach nicht, das alle Entscheidungen schon gefallen waren. Das ist allerdings einer der wenigen Kritikpunkte an dem Buch.

Insgesamt hat mir die Geschichte richtig Spaß gemacht, vor allem, weil ich den versponnenen Miles so liebenswert fand. Deshalb gibt es von mir 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


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 Hier kann man die Bücher von Rowan Speedwell kaufen: 
- "Illumination - An deiner Seite"

Außerdem schon auf Deutsch erschienen, aber inhaltlich nicht miteinander verbunden:
- "Auf der Suche nach Zach"
"Liebe, die wie Wasser fließt"

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"Auf der Suche nach Zach" von Rowan Speedwell

Drama, Drama

Als Zach nach fünf schrecklichen Jahren als Geisel endlich zurück nach Hause kehrt, ist längst nicht alles gut. Er hat tiefe Narben an Körper und Seele, die Zeit brauchen, um heilen. Aber auch an den Menschen, die auf ihn gewartete haben, ist nicht spurlos vorrübergegangen, dass er fort war. Sie alle tragen Schuldgefühle und Scham mit sich herum, weil sie nicht verhindern konnten, was mit Zach passiert ist.
Wird Zach es schaffen, sich eine Zukunft aufzubauen? Kann er sich selber wiederfinden, nachdem man ihn systematisch zerbrochen hat?

Nachdem ich „
Liebe, die wie Wasser fließt“ von Rowan Speedwall geradezu verschlungen habe, war ich restlos begeistert und wollte unbedingt mehr von der Autorin lesen. Auf den ersten Blick scheint der Kern von „Auf der Suche nach Zach“ ein ähnlicher zu sein: Jemand, der völlig am Ende ist, findet zurück ins Leben.
Das habe ich Josh abgenommen und war begeistert. Mit Eli hatte er genau den Gegenpart, den er brauchte.

Bei Zach und David … ist es erheblich schwieriger. Die Misshandlungen und der Missbrauch, den Zach als halbes Kind erlitten hat, sind unaussprechlich. Dass er nicht immer logisch reagiert, ist da schon fast natürlich. Trotzdem konnte ich manchmal nicht verstehen, warum er in bestimmten Situationen ausrastet und in anderen völlig abgeklärt und vernünftig wirkt. Das wurde dann meist in langatmigen Erklärungen hinterher geschoben. Irritierend fand ich auch, dass einige der Szenen von Zach aus der Ich-Perspektive geschildert wurden, dieses Instrument aber nicht konsequent eingesetzt wurde, damit man sich besser in ihn hineinfühlen konnte. Gegen Ende der Geschichte wurden nur noch seine Albträume so geschildert.

Die Story krankt daran, dass sie nicht einen, sondern gleich zwei Tortured Heros präsentieren will. Angesichts von Zachs sehr grausamen Schicksal kommen einem Davids Schuldgefühle aber ein wenig … naja … dumm vor. „Sieh dir an, was dein Kumpel erleiden musste und komm drüber weg!“ möchte man ihm zurufen. Vor allem gegen Ende kann man das Drama, Drama zwischen den beiden kaum noch ertragen.

Auf mich wirkt dies Beziehung der beiden Männer irgendwie ... nicht gesund. Das liegt für mich weniger an Zachs grausamen Schicksal und seiner Fixierung auf David, als an Davids überbordenden Schuldgefühlen. Ich kann mir einfach nicht wirklich vorstellen, dass die beiden irgendwann mal eine Beziehung auf Augenhöhe führen.

Ich muss gestehen, dass  ich mehr erwartet habe und ein wenig enttäuscht bin. Dabei sind die Ideen hinter der Geschichte (mal abgesehen davon, wie grausam Zachs Schicksal ist) wirklich klasse! Es gibt in dem Buch auch richtig tolle und unheimlich berührende Szenen, sonst würde meine Bewertung noch deutlich schlechter ausfallen. So bleibt es bei 3 Sternen. Diese Story kann man lesen, man muss es aber nicht.

Übrigens: "Illumination", das andere bereits auf Deutsch erschienene Buch der Autorin finde ich zwar nicht ganz so toll, wie "Liebe ...", aber auf jeden Fall immer noch sehr gut und lesenswert. 

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 Hier kann man die Bücher von Rowan Speedwell kaufen: 
- "Auf der Suche nach Zach"

Außerdem schon auf Deutsch erschienen, aber inhaltlich nicht miteinander verbunden:
"Liebe, die wie Wasser fließt"

- "Illumination - An deiner Seite"

Bildquelle: amazon

P.S.: Das folgende hatte keinen Einfluss auf meine Bewertung, aber es trägt auch nicht gerade dazu bei, die Story mehr Punkte zukommen zu lassen.
Ich schätze die Autorin und den Verlag, der das Buch veröffentlicht hat und ich bin alles andere als ein Grammatik-Papst (Sicher haben sich auch in dieser Rezi wieder so einige Fehlerchen eingeschlichen). Geärgert hat mich allerdings, dass ich ein E-Book gekauft habe, bei dem sogar ich die unzähligen Interpunktionsfehler bemerken musste. Besonders die Punkte am Satzende sind häufig falsch gesetzt (mit einem Leerzeichen davor). Die Regeln, nach denen drei Punkte gesetzt werden, werden konsequent (!) falsch angewendet, die Regeln, wie Punkte nach der wörtlichen Rede zu sitzen haben, völlig willkürlich. Außerdem gibt es eine Menge Punkte, die einfach so rumstreunen, als würden sie ihren Platz noch suchen, die aber alle überflüssig sind.
Leute, so was wirkt einfach nicht professionell. Das sollte eigentlich mal überarbeitet werden.

Dienstag, 10. Januar 2017

"Liebe, die wie Wasser fließt" von Rowan Speedwell

Zurück ins Leben …

Als Eli Josh zum ersten Mal sieht, denkt er zuerst an eines der wilden, oft halb zu Tode gequälten Pferde, die er wieder dazu bringt den Menschen zu vertrauen. Auf den zweiten Blick erkennt er, dass sich unter dern Oberfläche des hageren Mannes mit den leeren Augen ein hübscher Kerl verbergen könnte – und verbietet sich sofort jeden Gedanken in diese Richtung.
Josh ist körperlich und seelisch völlig am Ende. Der letzte, kleine Funke Überlebenswillen bringt ihn auf die angelegene Farm seines Onkels. Aber er kann seine Vergangenheit nicht einfach vergessen und glaubt nichts zu haben, auf dem er eine Zukunft aufbauen kann. Eine Zukunft mit einem Mann wie Eli. Falls der ihn überhaupt will …

Warum das Buch von Rowan Speedwell den merkwürdigen Titel „Liebe, die wie Wasser fließt“ hat, erschließt sich erst sehr spät. Sobald man die erste Seite aufgeschlagen hat, ist das aber auch völlig egal. Die Geschichte von Josh und Eli ist etwas ganz besonderes und einfach wunderbar erzählt. Sogar der Sprachrhythmus scheint perfekt zu den jeweiligen Perspektiven zu passen. Die beiden Männer nähern sich einander nur sehr langsam an. Das passt genau zu Josh, der am Anfang einfach zu kaputt ist, um sich schnell auf irgendetwas oder irgendjemanden einzulassen. Es passt aber auch zu Eli, der mit seiner unglaublichen Mischung aus sanfter Geduld und Konsequenz nicht nur die Pferde zähmt, die ihm anvertraut werden, sondern auch Josh dazu bringt, sich dem Leben wieder zu öffnen.

Es ist wunderschön und sehr intim mitzuerleben, wie aus der gebrochenen Hülle ganz allmählich wieder der Mann wird, der Josh einmal war. Man spürt mit jeder Seite wie er langsam wieder Vertrauen aufbaut, Freude zulassen kann und sein sorgsam verschlossenes Inneres öffnet. Es gibt eine Szene in einem Canyon unter einem Wasserfall, die zwar nicht ganz jugendfrei aber sicher auch nicht explizit ist. Trotzdem ist sie wahnsinnig berührend und erotisch, weil sie einen Blick auf den „alten“ Josh erlaubt oder aber auf den Mann, der er vielleicht irgendwann einmal sein wird. Wenn man sich nicht schon wie Eli auf den … zweiten Blick in Josh verliebt hat, passiert das spätestens an dieser Stelle.

Obwohl das Buch eine Romanze ist, geht es auch um etwas anderes: Wie kann man mit einer Vergangenheit leben, die man eigentlich am liebsten vergessen will, weil sie unmenschlich und grausam war? Wie geht man damit um, dass jemand Dinge getan hat, die vielleicht überlebensnotwendig waren, aber die man nicht verzeihen kann? Und was macht man, wenn man selbst dieser jemand ist? Wie findet man zurück ins Leben, wenn man innerlich gestorben ist?

Wie Josh und Eli das schaffen, wie sie zueinander finden, ist unheimlich berührend und oft schmerzhaft zu lesen. Aber man kann die Geschichte keine Sekunde aus der Hand legen. Man liebt und leidet mit den beiden Männern und hofft bis zur allerletzten Seite, dass sie endlich ihr verdientes Glück finden werden.

Liebe, die wie Wasser fließt“ punktet aber nicht nur mit der wundervollen Geschichte von Josh und Eli. Zu etwas Besonderem wird das Buch auch durch die lebendigen und sympathischen Nebencharaktere und die unglaublich dichte Atmosphäre. Man spürt förmlich die trockene Hitze der Wüste, die Weite und die Stille unter dem nächtlichen Sternenhimmel und riecht die Düfte von trockenem Gras, Pferden und Staub. Rowan Speedwell schildert den Alltag auf der Ranch und mit den Tieren so glaubhaft, dass man das Gefühl hat, mit den Cowboys über den Hof zu schlendern oder zusammen mit ihnen die Stuten in dem „geheimen“ Canyon zu besuchen. Dem mit dem schon erwähnten Wasserfall …

Übrigens: Bei aller Dramatik kommt der Humor in der Geschichte nicht zu kurz. Und … der letzte Absatz ist wirklich eine Frechheit! Echt jetzt! Auch wenn die Story rund und in sich abgeschlossen ist, möchte man nun natürlich (!) wissen, wie es mit all den Menschen, die man so ins Herz geschlossen hat, weitergeht.

Fazit: Unbedingt lesen!!! Richtig, richtig klasse geschrieben! Deshalb mehr als 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Ich bin restlos begeistert!


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"Liebe, die wie Wasser fließt"

Außerdem schon auf Deutsch erschienen, aber inhaltlich nicht miteinander verbunden:
- "Auf der Suche nach Zach"
- "Illumination - An deiner Seite"

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