Dienstag, 29. Juli 2014

"Positive Storys" von den Homo Schmuddel Nudeln

Positive Storys: Gesammelte Werke
So bunt wie das Leben selbst ... 
HIV und AIDS sind ein Thema, dass in der Gesellschaft heute kaum noch wahrgenommen und trotzdem immer noch tabuisiert wird. Überraschend oft hört man (wieder?) die Meinung, es betreffe nur Randgruppen. Für die Betroffenen (und die Menschen die sie lieben) verändert es aber ihre ganze Welt.
HIV und AIDS kann aber jeden treffen und in der Geschichtensammlung "Positive Storys" werden weder die unterschiedlichen Infektionsrisiken, noch die möglichen Folgen verschwiegen. Leben mit HIV ist heute möglich, aber es hat seinen Preis und es gibt keine Garantie dafür.

Die 24 Geschichten in dem Buch sind so bunt wie das Leben selbst. Sie erzählen anschaulich und berührend von Leid und Liebe, von Glück und Hoffnung, aber auch von Tod und Trauer. Nur eines enthalten sie nicht: Einen erhobenen Zeigefinger. Trotzdem klären sie mit leichter Hand über ein schwieriges Thema auf und legen eines ganz besonders nahe: Toleranz statt Ignoranz. Es kann wirklich jeden treffen!

Fazit: Auf jeden Fall 5 Punkte und eine Kauf- und Leseempfehlung! Nicht nur für dies wunderbaren, berührenden Geschichten, sondern auch für das uneigennützige soziale Engagement der Autoren, die sich wieder einmal für einen guten Zweck unter dem schon bekannten Label „Homo Schmuddel Nudeln" zusammengetan haben.
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Übrigens ist das Buch ganz nebenher auch eine ausgezeichnete Möglichkeit eine Vielzahl von unterschiedlichen AutorInnen des Genres und ihren individuellen Stil einmal kennenzulernen.
 
Die Storys stammen aus einem Wettbewerb des fiktiven "Strenger-Verlages" auf Bookrix.
Alle anderen Beteiligten stiften gemeinsam als "Homo Schmuddel Nudeln" den gesamten Erlös an einen gemeinnützigen Verein, diesmal an den Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz e.V. Berlin.

Hier die Übersicht über die Autoren und ihre Geschichten:
1. Savannah Lichtenwald - Weiß ist keine Farbe
2. Mia Grieg - Ewig ist mehr als für immer
3. Karo Stein - (Un)Glück
4. Sissi Kaipurgay - Positive Einstellung?
5. Kathi Seefeld - Jeder verdient eine Zukunft!
6. Man Ri - Das Schicksal ist ein Arschloch
7. Angie Snow - Und dann war es Liebe
8. Karo Stein - Ein besonderer Pflegefall
9. Bernd Schroeder - Johannes
10. Neschka Angel - Mein Leben war ein Wunschkonzert
11. Sissi Kaipurgay – Reformkost heilt Herzen
12. Neela Faye – Engel unverhofft
13. Roderick Sweens total verrückte Woche
14. Sascha Scheiblette - Mein bester Freund hat AIDS
15. Caro Sodar - Das Paradies
16. Jane V. Shaw - Am Ende doch noch Liebe
17. Neschka Angel - Das Leben ist kein Wunschkonzert
18. Sascha Scheiblette - Verliebt trotz AIDS
19. Blake Heartland - Ich hab’s verbockt
20. Neela Faye - Hoffnungsschimmer
21. Ragna Ida Ziegel - Es war nur ein Anruf, der alles veränderte
22. Sascha Scheiblette - Rothilde von Blauhelm – Rosa Elefanten
23. J. Walther - Der dünne Boden, auf dem wir stehen
24. T.S. Nightsoul - Hab Ich Vergessen

"Spielzeit: Eine neue Chance" von Dani Merati

Man sieht sich immer zweimal im Leben ...
Spielzeit: Eine neue Chance

Jo und Oliver sind ein Paar und wollen gemeinsam in Köln eine Bar eröffnen. Aber dann entscheidet sich Oliver anders.
Natürlich geht das Leben mit allen Höhen und Tiefen weiter, aber zehn Jahre später muss sich Jo erneut fragen, wie seine Zukunft nun aussehen soll. Er nimmt eine Einladung von Oliver nach Berlin an, um endgültig mit seiner Vergangenheit abzuschließen und so endlich offen für einen Neuanfang zu sein.
Jo ahnt nicht einmal, welche Verwicklungen sich dort ergeben ...

Dani Merati überzeugt in "Spielzeit" wie schon in "Love@work - Der Assistent" mit sympathischen Helden, die durchaus ihre Ecken und Kanten haben, und einem lockeren Erzählstil. Obwohl die Rahmenhandlung hier ein wenig konstruiert wirkt, bleibt sie doch so interessant, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte, bevor man weiß ob und natürlich vor allem mit wem Jo endlich sein verdientes Glück findet.

Die Story spart nicht mit heißen Szenen, wobei man aber nie den Eindruck hat, sie wären Selbstzweck. Sie gehören zur Geschichte und sagen mindestens genausoviel über die Beziehung der Männer zueinander aus, wie die Worte, die sie wechseln.

Das ist mal wieder eines der Bücher, das ich schließe und bei dem ich am liebsten weiterlesen würde. Nicht, weil der Handlungsbogen nicht geschlossen und die Story nicht rund ist, sondern weil ich einfach mehr von Jo und ... (^^ Von wegen! Selber lesen!!!), von ihren Freunden und davon, wie die "neue" Bar sich entwickelt, erfahren möchte. Ich habe ja die leise Hoffnung, dass es eine Fortsetzung geben wird ...
Fazit: Solide 4,5 (aufgerundet 5) Punkte, eine Leseempfehlung und einfach Lust darauf, mehr von und aus der "Spielzeit" zu erfahren.
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Kleiner Hinweis an Dani Merati, falls er / sie das hier jemals lesen sollte: Ich finde das Buch gut und habe wegen "Love@work - Der Assistent" gezielt danach gesucht. Aber der Titel auf dem Cover ist nahezu unleserlich. Der sollte beim nächsten Buch (auf das ich mich jetzt schon freue!) meiner Meinung nach ein wenig mehr Raum auf dem Cover einnehmen.

"Love@work - Der Assistent" von Dani Merati

Love@work - Der Assistent
Eine echte (Hass-)Liebe
Marcel liebt seinen Job, auch wenn sein Boss ein arroganter Ar*** ist. Den hasst er. Der hat einfach keinen Respekt vor seinen Angestellten. Marcel würde ja auch sofort kündigen, wenn der Job nicht so erstklassig bezahlt werden würde. Ach ja, und dann ist da noch die nicht unwesentlich Tatsache, dass er seinem Boss hoffnungslos völlig verfallen ist.
Aber zuviel ist zuviel und als Christopher wieder einmal vergisst, dass Marcel auch ein Privatleben hat, platzt dem der Kragen. Sein Boss reagiert aber völlig anders als erwartet und Marcel findet sich in einer Situation wieder, die er sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen konnte. Es gibt kein Entkommen. Will er das denn überhaupt?

"Love@work - Der Assistent" ist temporeich erzählt, witzig zu lesen und macht einfach Spaß. Es ist schon allein göttlich beschrieben, wie Marcel am Anfang in Gedanken voller Wut über seinen Chef herzieht und sich dann doch irgendwie dauernd an die guten Seiten erinnert. Aber mit Auftritt Christopher kann man nur noch mit atemlosen Staunen und völlig amüsiert den Fortgang der Story verfolgen.

Das ist mein erstes Buch Dani Merati und ich konnte es kostenlos herunterladen. Aber ich hätte es auf keinen Fall bedauert, für diese Geschichte Geld bezahlt zu haben. Sie ist einfach klasse und macht Lust auf mehr. Zum Beispiel darauf, "Spielzeit: Eine neue Chance" zu lesen, das einzige andere bisher veröffentlichte Buch des Autors / der Autorin.

Fazit zu "Love@work"? Auf jeden Fall mindestens 5 Punkte, eine Spaßgarantie und eine hundertprozentige Leseempfehlung!

P.S.: Es gibt mitterlweile einen zweiten Teil! Der macht fast genauso viel Spaß!

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"Verbotene Kunst" von Kim Zeissner

Verbotene KunstHäh???

Was war das denn? Ein Künstler bestellt ein Aktmodell, malt es (ihn) und wird dann hart ... rangenommen. Ende.

Nichts daran ist Kunst oder gar verboten. Das ist die mega-kurze Story übrigens auch nicht. Weder Kunst noch verboten (Mit der Erotik hapert es auch ein wenig, aber das ist ja bekanntlich Geschmacksache). Deshalb gibt es von mir nur 2 Punkte und KEINE Leseempfehlung!

Für eine Gratis-Geschichte war die Story ja noch ok. Dafür kann ich auch dann über einige Rechtschreibfehler und etwas merkwürdige Formulierungen hinwegsehen. Ob man 99 Cent für knappe 10 Seiten ausgeben möchte, muss jeder sich selber überlegen.
Für das gleiche Geld kann man eine Tafel Schokolade erwerben. Da dauert das Auspacken und Verzehren länger, als dass Lesen dieser Geschichte ...
 
... Es ist übrigens auch sinnlicher, die Schokolade zugenießen, dass ist aber nun eine sehr persönliche Anmerkung. ^^
 
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Sonntag, 6. Juli 2014

"Zwei Herzen sind ein Universum" von Savannah Lichtenwald

Allerfeinstes Lesefutter!

Zwei Herzen sind ein UniversumSavannah Lichtenwald präsentiert mit "Zwei Herzen sind ein Universum" eine grandiose Kurzgeschichtensammlung, in der sich rund um die Welt und zu jeder Jahreszeit jeweils zwei Männer finden, die einfach zueinander gehören. Natürlich geht das nicht immer ohne Verwicklungen ab. Aber am Ende siegt immer die Liebe!

Es sind übrigens (wie in einer anderen Rezension angemerkt) tatsächlich 11 Storys, nicht nur 10, von denen manche auf einander aufbauen, während andere für sich alleine stehen.


1. Fuck - No Parking
2. Amor y passion - Schlummerndes Feuer
3. Katerliebe
4. Himmel und Hölle
5. Twinks in love oder Wie man einen Brummbären fängt
6. Einsam
7. Zweisam
8. Flipping back - Sturm über Alabama
9. ... dann bist du fällig!
10. Jetzt bist du fällig!
11. Von Schotten und Schafen

Jede einzelne der Geschichten ist lesens- und liebenswert, aber drei haben mir besonders gut gefallen:

In "Amor y pasión" gibt der Spanier Eloy vor, kein Deutsch zu können. Leider, denn er stellt schnell fest, dass er sich eigentlich ganz gerne mit Dennis unterhalten würde. Überraschenderweise erfährt er aber eine ganze Menge über diesen, weil Dennis die Chance nutzt und sich so einiges von der Seele redet. Nach einer Flasche Rotwein und Eloys glutvollen, wenn auch für ihn unverständlichen Liebesbezeugungen auf Spanisch kommen die beiden sich näher. Am nächsten Morgen erfolgt ein böses Erwachen. Aber ist das wirklich das Ende ihrer Geschichte?

"Katerliebe" ist eine wunderschöne Geschichte um einen leicht verschrobenen Katzenfan, der für seine Sweetie" alles tun würde. Zum Glück hat Patrik, der in der Katzenpension arbeitet, ein riesengroßes Herz.

Gabriel erbt eine Ranch. Er möchte sie verkaufen und stattdessen in Deutschland Pferde züchten. Der "Sturm über Alabama" hat allerdings nicht nur mit dem Wetter zu tun. Der junge Indianer Jack fegt wie ein Sturmwind in Gabriels Herz. Aber haben die beiden Männer eine Zukunft? Was das mit einem Stein und einer Bohne zu tun hat, muss man einfach gelesen haben.

Meine absolute Lieblingsgeschichte in dem Buch kommt ganz zum Schluss: "Von Schotten und Schafen". Ich weiß immer noch nicht, ob ich vor lauter Faszination oder vor Lachen beinahe erstickt bin, als ich gelesen habe wie und warum ein Kilt, ein (unechtes) Schaf mit Puschelohren (!!!) und eine Menge Whisky eine richtig tolle Love-Story ergeben. Man muss kein Schottland-Fan sein, um diese Geschichte wirklich zu lieben.

So! Jetzt habe ich vier Storys besprochen, statt nur drei, aber wenn Frau Lichtenwald sich in der Inhaltsangabe verzählt, darf ich das in der Rezension auch. ;D

Fazit: Auf jeden Fall mindestens 5 Sterne, eine Leseempfehlung und der Hinweis, dass man auf die wunderschönen Zitate achten sollte, die bei Savannah Lichtenwald zu jeder Geschichte dazu zu gehören scheinen und die man jeweils am Ende findet.

P.S.: Lust auf mehr?
Hier der link zu einer weiteren Kurzgeschichtensammlung (Weihnachten für Fans und Spinner) und der zu Band 1 der "At home" -Serie der Autorin (At home: Für 128 Jahre).


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