Sonntag, 28. Dezember 2014

"Mächtiges Blut: Nachtahn #1" von Sandra Florean

 Spannende Vampir-Liebesgeschichte


Dorian ist einer der ältesten und mächtigsten Vampire der Welt. In seinem 600jährigen Leben hat er schon fast alles ausprobiert. Und doch stellt er überrascht fest, dass die junge Sterbliche Louisa ein völlig unbekanntes Gefühl in ihm hervorruft: Zum allerersten Mal ist der Vampir verliebt!
Louisa kann mit dem langhaarigen Schnösel, der sie auch noch mit ziemlich dummen Sprüchen anmacht, zunächst nichts anfangen. Aber sie und Dorian scheinen einander immer wieder über den Weg zu laufen. Ist das wirklich Zufall? Der Mann wird ihr allmählich immer sympathischer, nur er scheint mehr als ein Geheimnis zu haben und außerdem … er ist erschreckend reich. Was will er bloß mit einer einfachen, kleinen Sekretärin, die bisher nie Glück mit Männern hatte?

Mit „Mächtiges Blut – Nachtahn 1“ hat Sandra Florean den ersten Band einer Serie vorgelegt und macht die Leser mit einer interessanten Welt bekannt: Vampire existieren, verbergen aber ihre Existenz. Das ist zwar nicht etwas wirklich Neues, was mir aber sehr gut gefallen hat ist, dass die Untoten keine glitzernden Superhelden mit edlem Charakter sind, sondern im Grunde Menschen mit allen ihren Stärken und Schwächen. Die Möglichkeit, schier unbegrenzt zu leben bringt allerdings sowohl die guten als auch die schlechten Eigenschaften extremer an die Oberfläche. Bemerkenswert finde ich, dass auch die Schattenseiten einer solchen Existenz geschildert werden (für Insider: „der Russe“).

Hin und wieder blitzt ein augenzwinkernder, leicht schwarz angehauchter Humor auf. Ich grinse immer noch, wenn ich an Dorians selbstironische Vergleicher seiner Selbst mit bekannten Comic-Helden denke. Auch seine nicht gerade kleine Arroganz verleitet hin und wieder zum Schmunzeln. Dabei ist sie auf der anderen Seite eine der Eigenschaften, die absolut glaubwürdig bei einer so alten und mächtigen Kreatur sind.

Natürlich dürfen in einer Vampir-Serie böse Feinde nicht fehlen. Die kommen hier sozusagen aus den eigenen Reihen. Junge Vampire neiden Dorian seine Macht und seinen Reichtum. Sie kommen einen am Anfang wie unreife (und drogensüchtige …) Teenager vor. Aber auch hier ist das nicht so simpel, wie es auf den ersten Blick aussieht: Mit dem Glauben an die eigene Unsterblichkeit und dem Bewusstsein, das sie niemand für ihre Taten zur Rechenschaft ziehen wird, verlieren einige der jungen Vampire jeden Skrupel. Ein menschliches Leben hat für sie keinerlei Wert mehr.

Das ganze Buch wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: Dorian und Louisa berichten jeweils als Ich-Erzähler, was bei den Jung-Vampiren geschieht „berichtet“ ein Erzähler. Grundsätzlich finde ich diesen Wechsel der Perspektiven interessant. Gerade bei dieser Geschichte ermöglicht es das Geschehen aus verschiedenen Sichtweisen zu betrachten (alter Vampir / junge Frau) und ermöglicht es dem Leser zu erfahren, was an anderen Orten geschieht, aber für die Handlung wichtig ist.
Ich habe allerdings hier mehr als einmal über die doch relativ häufigen und abrupten Wechsel geärgert. Immer wenn ich mich gerade so schön in einer besonders romantischen oder anrührenden Situation verloren hatte und darin schwelgen wollte, kam ein Wechsel und plötzlich war ich „in“ einer anderen Person, oft um alles noch einmal aus der anderen Sicht zu erleben. Das ist allerdings mein einziger Kritikpunkt an dem ansonsten gut und flüssig zu lesenden Buch.

Fazit: Insgesamt ist die Story eine spannende und interessante Vampir-Liebegeschichte, die man als leichte Lektüre genießen kann, der es aber auch nicht an Tiefgang fehlt. Hat mir gut gefallen, das sind 4,5 aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Übrigens: Da die Liebe zwischen Dorian und Louisa zwar deutlich, aber ohne explizite Szenen geschildert wird, ist „Mächtiges Blut“ auch durchaus für ältere Teenager geeignet. Dazu passt auch, dass Louisa zwar schon deutlich über 20 ist, aber ihren Platz in der Welt zu Beginn noch nicht zu 100% gefunden hat.

Der zweite Band der Serie ist schon erschienen: In "Bluterben: Nachtahn 2erfährt man, wie es mit Dorian und Louisa weiter geht.



Bildquelle: www.bookshouse.de


Sonntag, 21. Dezember 2014

"Der Phoenix Code 1 & 2: Flucht und Neuanfang" von Lara Adrian und Tina Folsom


Flucht und Neuanfang: Phoenix Code 1 & 2 (Phoenix Code Serie)
Temporeich, spannend und sexy!

Mit dem streng geheimen Phoenix – Programm sollen die Kräfte von übersinnlich begabten Agenten genutzt werden, um Katastrophen zu verhindern, noch bevor sie geschehen. Aber Wissen ist Macht und das scheint irgendjemanden so zu beunruhigen, dass plötzlich der Code „Phoenix aus“ die Männer erreicht. Sie sind enttarnt und müssen um ihr Leben fürchten …

Teil 1: „Flucht“ von Lara Adrian
Als Ethan Jones seine Geliebte Tori Hals über Kopf verlassen musste, weil das Phoenix-Programm, für das er gearbeitet hat, aufgeflogen ist, war ihm noch nicht klar, dass er die Liebe seinen Lebens zurücklässt. Aber als er sie fast drei Jahre zufällig wiedertrifft und sie mit ihm zusammen in das Fadenkreuz eines Killers gerät, ist er nicht mehr bereit sie gehen zu lassen. Zu lange war er abgrundtief alleine!
Ethan und Tori fassen den Entschluss, nicht weiter zu fliehen, sondern sich gemeinsam ihren Feinden zu stellen …

Teil 2: „Neuanfang“ von Tina Folsom
Eigentlich hat Scott schon sein Leben lang Motorräder repariert, also ist dies eine perfekte Tarnung für ihn. Aber als eine Vorahnung ihm verrät, dass ein Bus voller Kinder in Gefahr ist, zögert er nicht. Den Reportern kann er entgehen, den Handy-Kameras der Kids nicht. Und Phoebe ist auch keine Lehrerin, wie er geglaubt hat, sondern eine taffe Journalistin, die ihre eigenen Tricks hat. Sie spürt Scott nicht nur einmal, sondern gleich zweimal auf. Leider haben sich seine Feinde an ihre Fersen geheftet und die Ereignisse überschlagen sich …

Für mich haben beide Geschichten mit ihrer Mischung aus spannendem, temporeichen Thriller und einer Lovestory mit sexy Helden (und Heldinnen!) gut funktioniert. Sie werden übrigens gegen Ende zusammengeführt und bilden damit die Grundlage für den übergreifenden Handlungsrahmen der Serie.
Natürlich sind die beiden Storys kürzer, als die Romane, die man sonst von den Autorinnen gewohnt ist. Aber man erhält alle wichtigen Infos, die Charaktere haben genug Ecken und Kanten, um sympathisch zu sein und es bleibt auch noch Platz für ein paar wirklich heiße Szenen. Damit meine ich noch nicht einmal bzw. nicht nur die erotischen Spiele im Bett (oder der Badewanne …). Mein erfreutes Grinsen, dass die Herren öfter mal kein Oberteil tragen und so den Damen (und mir als Leserin) ihren gut austrainierten Oberkörper präsentieren, klebt mir immer noch im Gesicht. Mein Kopfkino ist auf jeden Fall angesprungen, vor allem, weil keine der Situationen für mich unglaubwürdig wirkte.
Bei meiner Schwäche für „Tortured Heros“ hat natürlich vor allem Ethan mein Herz erobert, aber auch Scott ist nicht ohne. Mir gefällt es außerdem, dass auch die Mädels wissen was sie wollen und weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen sind.

Fazit: Vom mir gibt es für den "Phoenix - Code 1 & 2" auf jeden Fall 5 Punkte und eine Leseempfehlung, auch wenn ich damit für dieses Buch im Moment ganz und gar nicht im Trend der anderen Rezensionen bei einem großen Versandhändler liege.
Geschmäcker sind halt verschieden. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Teil der Serie und werde auf jeden Fall dabei bleiben.


EDIT: Mittlerweile ist der zweite Band der Serie erschienen.

Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Lara Adrian, hier die von Tina Folsom kaufen: 
Links zu den Büchern der "Phoenix Code Serie":
Band 1: "Flucht und Neuanfang: Phoenix Code 1 & 2"
Band 2: "Tarnung und Entlarvung: Phoenix Code 3 & 4"

Bildquelle: amazon

Freitag, 19. Dezember 2014

"Sha" von Tina Filsak


Sha
Echte Liebe gegen jede Chance?


In „Sha“ erzählt Tina Filsak zwei spannende Episoden, aus einem mit magischen Wesen bevölkerten High-Fantasy-Universum:

Zuerst rettet der Wandler Jag bei einem Kampf dem Halbelf Sha das Leben. Das könnte der Beginn von etwas sein, was weit über Freundschaft hinausgeht. Aber sowohl Jag, als auch Sha tragen Geheimnisse mit sich herum, die sie so schnell niemandem anvertrauen. Sha will sich auf keinen Fall binden und trifft eine verhängnisvolle Entscheidung …

Aber dann macht auch Jag einen entscheidenden Fehler, als er Sha nicht anvertraut, das er einen mächtigen Feind hat. Muss er das wirklich mit dem Leben bezahlen? Sha ist völlig verzweifelt und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, den er eigentlich nicht gewinnen kann …

Die tiefe Liebe,die Jag und Sha füreinander empfinden, scheint keine Chance zu haben

Mich hat die Welt, die Tina Filsak in ihrem Debütroman geschaffen hat, fasziniert. Auch wenn der Erzählstil noch hin und wieder ein wenig holpert, so konnte ich die Geschichte doch nicht aus der Hand legen. Sha, Jag, aber auch die Nebendarsteller, wie der Barbar Sigris und die Hexe Samira sind so lebendig beschrieben, dass man sie förmlich vor Augen sieht, egal ob sie sich mit Banditen eine Schlacht auf einer schlammigen Bergstraße liefern oder in einer mittelalterlich anmutenden Gaststube zechen.
Die Geschichte enthält viele bekannte Fantasy – Elemente, die aber spannend neu erzählt und kombiniert werden: Eine Söldnertruppe, magische Wesen und böse, schier übermächtigen Feinde, die keine Skrupel haben. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Der Sex wird mit deutlichen Worten, aber nie geschmacklos geschildert. Manche Szenen sind sehr romantisch und gefühlvoll, allerdings werden auch Situationen angedeutet, die erzwungenen Sex beinhalten.

Besonders gut gefallen haben mir die Stellen, an denen Jag in seiner Katzengestalt auftritt. Hier merkt man, dass die Autorin nicht nur ein Faible für diese Samtpfoten hat, sondern es auch schafft, ihre Beobachtungen der Tiere geschickt in die Geschichte einzubinden. Es ist wunderbar gelungen, den Wandler in seiner Tiergestalt glaubhaft schildern. Das Bild einer großen, geschmeidigen Raubkatze ist so greifbar, dass man ihr Fell fast unter den Fingerspitzen fühlt.

Von der Geschichte und den Charakteren bin ich wirklich begeistert, ich glaube das merkt man meiner Rezi an. Der Schreibstil ist für einen Debütroman ok, ich bin aber ehrlich gespannt, wie sich die Autorin noch entwickeln wird. Am Ende von „Sha“ findet man eine kurze Leseprobe zu ihrem nächsten Roman: „Micah“. darauf freue ich mich jetzt schon.
Insgesamt gibt es von mir solide 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


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Donnerstag, 18. Dezember 2014

"Andersrum durch die USA" von Michael J. Unge

Produkt-Information
Witziger Reisebericht!
Den ersten Band gibt es immer noch gratis. Der zweite, der weiter unter besprochen wird, ist gerade erschienen. Er ist sein Geld aber wirklich wert!!!


Im ersten Teil von "Andersrum durch die USA" beschreibt Michael J. Unge (s)einen Trip mit seinem besten Freund Andre durch die Vereinigten Staaten. Die beiden sind zum Zeitpunkt der Reise 21 bzw. 20 Jahre alt. Genauso wird die Geschichte auch erzählt! Mit jedem Wort spürt man den Übermut und den Spaß, den die beiden jungen Männer haben, egal ob sie Disney World besuchen oder versuchen, sich ins nächtliche Vergnügen zu stürzen. Versuchen? Naja, ziemlich rasch müssen die Beiden feststellen, dass es auch im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" einige Regeln zu befolgen gibt. Hart trifft es vor allem den armen Andre! Leider ist er offiziell zu jung, um Alkohol zu trinken.

Das "Roadmovie", und ich wähle den Begriff sehr bewusst, macht auch dem Leser einfach nur Spaß. Die lebhafte Erzählung lässt die Reise so plastisch vor dem inneren Auge entstehen, dass ich Florida mit seinen Attraktionen förmlich vor mir sehen konnte. Obwohl hier bei uns gerade Winter herrscht, bin ich aus dem Buch aufgetaucht und hatte das Gefühl, auch einen Nachmittag in der Sonne verbracht zu haben. Mir ist schon jetzt klar, dass ich unbedingt auch den zweiten Teil der Reise "miterleben" will, in der die Jungs die Westküste unsicher machen.

Von mir gibt es auf jeden Fall 5 Punkte und eine Leseempfehlung für den ersten Teil!

P.S.: Die Story spielt 1997. Das heißt in anderen Worten: im "Vor-Navi-Zeitalter". Fahren nach Karte also. Das kann heute anscheinend kein Mensch mehr. Andre konnte es noch nie. Dafür hat er aber rein instinktiv immer wieder etwas gefunden, was ihn anscheinend brennend interessiert hat. Ich hab mich schlapp gelacht. Solche "Abenteuer" sind zwar im ersten Moment ziemlich nervig, aber man vergisst sie nie im Leben und amüsiert sich wahrscheinlich auch noch in 30 Jahren darüber! Klasse!




Andersrum durch die USA (Teil 2)

California here we come!


Endlich geht das “schwule Roadmovie” nicht nur für Michael und Andre, sondern auch für uns Leser weiter!!!
Nachdem sie Florida in Richtung Westen verlassen haben, erkunden die Jungs voller Übermut und Frechheit unter anderem die Glitzerstadt Las Vegas,San Francisco und den Yosemite-Nationalpark. Natürlich geht es dabei wieder nicht bierernst zu, sondern der Spaß steht an allererster Stelle. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen immer auch die knackigen männlichen Bewohner der Städte, die ihrerseits die beiden jungen Deutschen mit Interesse abchecken.
Michael und Andre bleiben aber diesmal richtig brav und nutzen die Sympathien höchstens aus, um den fiesen amerikanischen Gesetzten für unter 21jährige ein Schnippchen zu schlagen.

Besonders amüsiert hat mich persönlich der Trip durch die Wüste nach Vegas. Ich grinse immer noch bei dem Gedanken an das „Horror-Dorf“ mit den gruseligen zwei- und vierbeinigen Bewohnern.
Zum Glück hat sich Andres Fähigkeit Karten zu lesen, leicht verbessert. Dumm nur, dass die Karten diesmal ihren eigenen, undurchschaubaren Regeln folgen und munter Straßen zeigen, wo nur Wildnis ist, oder schnurgerade Highways, die sich in Wirklichkeit als kurvenreiche Landstraßen entpuppen und so immer wieder den kompletten Zeitplan durcheinander bringen.

„Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen!“
Ich gebe offen zu, dass mich die Schilderungen von Urlaubserlebnissen meist eher langweilen. Michael J. Unge schafft es aber, so lebendig und humorvoll zu erzählen, dass ich vor meinem inneren Auge die überfüllten Städte genauso sehe, wie die Naturwunder, die er schildert. Ich habe das Gefühl, durch Las Vegas gewandert zu sein, ich spüre die Hitze des Death Valley fast aus dem Buch heraus strahlen und fühle den kühlen, feuchten Nebel von San Francisco beinahe auf der Haut. Das Buch macht richtig Lust, die Orte einmal selber zu besuchen und vermittelt gleichzeitig den Eindruck, schon einmal dort gewesen zu sein.
Muss ich noch weiter schwärmen???

Ich gebe jetzt erst mal völlig begeisterte 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


Danach freue ich mich darüber, dass es mindestens noch einen dritten Teil geben wird. Den werde ich auf jeden Fall auch lesen. Außerdem wünsche ich mir noch einen Sonderband mit zumindest ein paar der Bilder, die Michael und Andre auf ihrer Fahrt so überreichlich knipsen!!!




Dienstag, 16. Dezember 2014

"Zimmer 25: Eine Götterjäger-Kurzgeschichte" von Jeanne Winter



Zimmer 25: Eine Götterjäger-Kurzgeschichte
In der Nacht erwachen (nicht nur) die Monster!


Mira-Jane ist Krankenschwester und beginnt gerade ihre erste Nachtschicht. Natürlich ist sie ein wenig aufgeregt, aber das merkwürdig ungute Gefühl, dass der Patient in Zimmer 25 in ihr auslöst, kann sie sich trotzdem nicht erklären. Cole Cash (Nathans Bruder aus „Götterjäger“), der zufällig auch auf der Station behandelt wird, bietet ihr seine Hilfe an. Doch Mira-Jane will eigentlich nicht an das glauben, was der Instinkt ihr ins Ohr flüstert. Dann überschlagen sich die Ereignisse und MJ wird die Welt nie mehr mit den gleichen Augen betrachten, wie zuvor …

Diese Sidestory zu der Serie „Die Götterjäger - Aus dem Exil (Band 1)“ von Jeanne Winter geht schon fast ins Genre Horror, so gruselig ist beschrieben, was Mira-Jane bei ihrer Nachtschicht erlebt. Es ist geradezu nervenzerfetzend zu lesen, wie sie zwischen dunklen Ahnungen und den Zweifeln an ihrem eigenen Verstand hin und her schwankt. Da ist das reale Grauen, dass sie erlebt schon fast ...
... "besser" ist wohl nicht ganz das richtige Wort.

Mir hat "Zimmer 25" wirklich gut gefallen. Deshalb erhält sie von mir 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Fans der „Götterjäger“ werden sie sowieso lesen, aber auch Neueinsteiger haben hier die Chance, einen ersten Blick in eine spannende Serie zu werfen. Die kleine Leseprobe am Ende zeigt dann aber auch gleich, dass man in der Serie die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht immer so eindeutig ziehen kann.

Ich warte jetzt auf den nächsten Band der "Götterjäger" und bin gespannt, ob ich Mira-Jane noch einmal wiedertreffe. Bei Cole Cash gehe ich fest davon aus.

Wer Lust auf die Serie bekommen hat: Mehr Infos zu Band 1 gibt es hier: "Klick"

Bildquelle: amazon

"Die Götterjäger - Aus dem Exil" von Jeanne WinterZimmer 25

Die Götterjäger - Aus dem Exil (Band 1)
Wer sind die wahren Monster?

Amy findet sich mitten in einem Albtraum wieder: Der verhängnisvolle Auftrag, den sie für die U.S. Air Force erledigen sollte und der sie fast das Leben gekostet hat, ist nur der Anfang. Ihre Vergangenheit, die sie eigentlich überwunden glaubte, meldet sich mit aller Macht zurück und ihre Instinkte als Götterjägerin sind wieder gefordert. Aber Amy hat sie sich aus gutem Grund abtrainiert.

Sie ist nicht die Einzige mit dunklen Geheimnissen: Ihre Zufallsbekanntschaft Nathan ist ihr sympathisch, verbirgt aber etwas. Und ihre angeblichen „Retter“ sind ebenfalls mehr als undurchsichtig. Obwohl sie Götterjäger sind, scheinen sie mit den Monstern zu kooperieren. Aber wer sind eigentlich die wahren Monster?

Jeanne Winter schafft in ihrer Serie um die „Götterjäger“ ein interessantes Urban Fantasy Universum. Relativ unbemerkt von der normalen Bevölkerung spielt sich ein gnadenloser Krieg zwischen den übernatürlichen Wesen, die die Erde bevölkern, und den sogenannten „Götterjägern“ ab. Diese beanspruchen für sich Menschen zu sein, sind aber im Gegensatz zu Otto-Normal-Mensch in der Lage die „Monster“ zu erkennen und haben durchaus ihre eigenen, übernatürlichen Fähigkeiten. Ihre größte Stärke, aber zugleich auch eine Schwäche, ist ihr angeborener Instinkt, die „Monster“ töten zu wollen.

Dem Leser wird schnell klar, dass die Situation gar nicht so eindeutig ist, wie die Götterjäger es gerne hätten: Sind wirklich alle Monster böse? Oder kann man mit ihnen sogar zusammenarbeiten? Und mehr noch: Ist es gar möglich, sich in sie verlieben?

Im ersten Band der Serie „Die Götterjäger – Aus dem Exil“ entdeckt der Leser nach und nach die Geheimnisse, die Amy und ihre Mitstreiter eigentlich verbergen wollen, während sie sich eher unwillig zu einer Truppe von Jägern zusammenraufen, die einzigartig ist. Sie wollen nur noch jagen, was anderen Lebewesen schadet …

Mir gefällt es sehr, dass hier keine Schwarz-Weiß-Malerei betrieben wird. Grundsätzlich muss jeder für seine Taten einstehen und mit den Folgen leben. Die Einsicht, dass man unter Umständen Unrecht getan hat, und die Frage, wie man damit nun umgehen soll, sorgen dafür, dass die Helden eine Menge interessanter Ecken und Kanten haben.

Die Geschichte ist super spannend geschrieben. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und bin jetzt schon so süchtig nach mehr, dass ich der Autorin sogar etwas verzeihe, was ich eigentlich in Büchern hasse: Das Ende ist ein extrem böser Cliffhanger. Wer das nicht mag, sollte noch mit dem Lesen warten, sich aber auf gar keinen Fall dauerhaft davon abhalten lassen! Bei dieser Geschichte freut man sich als Leser definitiv, dass es noch weiter geht.

Von mir gibt es hier solide 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Ich bin wirklich gespannt auf den nächsten Teil: „Die Götterjäger –Totengott“!

Kurze Anmerkung:
Manchmal merkt man dem Buch an, dass es von einer Indie-Autorin stammt. Hin und wieder liegt sie mit einem Adjektiv haarscharf daneben, was ein Verlag mit einem professionellen Lektorat mit Sicherheit ausgebügelt hätte. Manchmal findet sich auch ein kleiner Fehler.

Ich bin aber trotzdem wirklich begeistert von der Geschichte und finde sie ist ein tolles Beispiel dafür, dass der Indie-Markt echte Perlen für mich als Leser bereit hält. Die paar Tippfehler und Adjektive werden mit Sicherheit irgendwann einmal verbessert.

Die Fähigkeit, eine spannende und in sich schlüssige Geschichte zu entwickeln, sie mit interessanten Charakteren zu beleben und flüssig zu erzählen dagegen, ist etwas, was man kaum lernen kann. Ich weiß nicht, ob ich Jeanne Winter und ihre „Götterjäger“ ohne das Selfpublishing kennengelernt hätte. Mich erinnert ihre fantasievoll bevölkerte Welt an die Universen, die mir Patricia Briggs oder Laurell K. Hamilton geschenkt haben. Dieses Buch ist für mich ein tolles und überzeugendes Beispiel, gerade auch Indie-Autoren immer wieder eine Chance zu geben. Man weiß nie, ob nicht die nächste Kostbarkeit auf einen wartet …

Ich warte auf jeden Fall voller Vorfreude auf mehr von Jeanne Winter!
Zimmer 25: Eine Götterjäger-Kurzgeschichte

Zuerst werde ich jetzt mal lesen: "Zimmer 25: Eine Götterjäger- Kurzgeschichte" , das gibt es zur Zeit kostenlos. ;D

Nachtrag: Die Story ist super! Mehr Infos hier: "Klick"

Bildquelle: beide amazon

Donnerstag, 11. Dezember 2014

"Rotes Verlangen" von Charlotte Grimm


Spannend und voller Erotik ...

Ihre Mutter schickt Beth zum Haus der Großmutter, die angeblich krank darniederliegt. Unterwegs trifft sie immer wieder auf den mysteriösen Logan Woolf, der sie über alle Maßen fasziniert und erotische Fantasien in ihr weckt, die sie keine Sekunde mehr verlassen. Aber den Mann umgibt auch eine wilde Aura von Gefahr. Beth findet sich gefangen zwischen Angst und Sehnsucht wieder.
Wieso kann sie sich nicht einfach in den netten, zuverlässigen Ben Hunt verlieben, der im Haus ihrer Großmutter arbeitet? Und warum scheint niemand auch nur eine einzige ihrer Fragen direkt und ehrlich zu beantworten?
Während Beth versucht, die Geheimnisse der Menschen zu ergründen, die in Darkwood Castle leben, dem Haus, das sie seit ihrer Kindheit liebt, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu.

Rotes Verlangen“ von Charlotte Grimm spielt genüsslich mit den Motiven aus Rotkäppchen. Die Geschichte eignet sich allerdings definitiv nicht für Kinder. Selbst ein simpler Spaziergang ist so sinnlich beschrieben, dass man die kühle Luft förmlich auf der Haut spürt und die Düfte des Waldes fast riechen kann. Wie heiß es wird, wenn sich ein großer, breitschultriger Schatten zwischen den dunklen Schatten der Bäume zeigt, entzieht sich jeder Vorstellung. Dass muss man einfach selber lesen.
Erotik beginnt im Kopf und die Autorin schafft es geradezu meisterhaft, dass Kino hinter der Stirn in Gang zu setzen. Ich konnte und wollte die Geschichte keine Sekunde aus der Hand legen, bevor ich erfahren habe, für wen Rotkäppchen in Zukunft ihr Cape verführerisch von den Schultern gleiten lässt.

Von mir gibt für diese spannend-erotische Geschichte deutlich mehr als 5 Punkte und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
Ich freue mich jetzt schon auf „Weiße Sehnsucht“. Das Buch soll im Januar 2015 auf den Markt kommen. Schneewittchen ist anscheinend auch erwachsen geworden …

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"Ein neuer Zirkel" von Michael J. Unge


Ein uraltes Geheimnis ...

Der Winter will einfach nicht weichen. Im Gegenteil, er wird immer schlimmer und die Menschen können nicht mehr lange überleben. Ret Niw hat sich nie für jemand Besonderes gehalten, aber ein verwirrender Traum lässt ihn einfach nicht mehr los. Statt ihm zu helfen, schickt der Weise ihn hinaus in die klirrende Kälte und weit über die Grenzen hinaus, die die Menschen aus seinem Dorf kennen.
Die Vision führt ihn in eine geheimnisvolle Höhle mit drei Gefangenen und einer alten Hexe. Was geht hier wirklich vor?

"Ein neuer Zirkel" ist wunderschön geschrieben, steckt voller geheimer und mystischer Zeichen und Andeutungen und endet ein wenig überraschend. Ich kann und will nicht mehr zum Inhalt sagen, weil jedes weitere Wort den Leser um das Vergnügen bringen würde, die Spuren, die Michael J. Unge in „Ein neuer Zirkel“ legt, selbst zu entdecken, über ihre Bedeutung zu grübeln und Ret bei der Entschlüsselung eines uralten und doch immer neuen Geheimnisses zu begleiten.
Ich finde diese High-Fantasy Geschichte ist so interessant erzählt, dass sie jeder selbst lesen sollte. Deshalb eine klare Empfehlung und 5 Punkte.

Übrigens: Ich lasse mich selten von Covern dazu verleiten, eine Geschichte zu lesen. Dieses finde ich aber so wunderschön, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Ich bin alles andere als enttäuscht …




Nur zur Info: Diese Geschichte wurde für eine Anthologie - Geschichtssammlung - zum Thema 'Jahreszeiten' geschrieben. Weitere fünf Autoren haben das Komplettwerk mit ihren Geschichten, welche allesamt im Fantasybereich angesiedelt sind, gewürzt. Die Anthologie mit dem Titel 'Fantastic Seasons' ist beim 'Fantastic Shades Verlag' erschienen und seit dem 01. Mai 2014 als eBook und Printausgabe im Handel erhältlich.


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"Backmuffel" von Rufus Bärenfänger


Frech und direkt!

David ist jung, steht aber auf ältere … Bären. Seine Neigungen bindet er allerdings nicht jedem auf die Nase, schließlich ist er auch Mensch und nicht nur Mann. Die gesetzten Herren, mit denen er in seiner Freizeit Bogenschießen übt, fischen sowieso nicht an seinem Ufer und müssen nicht wissen, was er in seiner Fantasie so mit ihnen treibt.
Von genau solchen Gedanken abgelenkt, lässt sich David von Gero überreden, an der Weihnachtsfeier teilzunehmen. Danach will er endlich noch einmal durch die einschlägigen Clubs ziehen. Zu seiner großen Überraschung zeigen ihm dann allerdings Gero und zwei engagierte Bäcker in einer privaten Nachfeier, wie sündig man Backzutaten verwenden kann und dass brennende Hitze nicht unbedingt immer in einem Ofen erzeugt wird.

Rufus Bärenfänger lässt seinen „Backmuffel“ David eine wirklich heftig-süße Nacht erleben. Das hier ist keine Romanze, sondern erzählt sehr frech und direkt, wie sich ein „Jungbär“ und drei gestanden Männer miteinander vergnügen.

Ich habe diese Kurzgeschichte leicht fassungslos, aber voller Faszination gelesen. Weil ich immer noch zwischen Lachen und Kopfschütteln genauso schwanke, wie zwischen 4 und 5 Punkten, gebe ich jetzt einen winzigen Weihnachtsbonus und eine Leseempfehlung, die allerdings nicht für zartbesaitete Gemüter gilt. „Süß“ heißt hier definitiv nicht „niedlich“! Die Story ist eher deftig und spart nicht mit expliziten Szenen.
Ich zumindest sehe Liebesperlen plötzlich mit ganz anderen Augen …


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Freitag, 5. Dezember 2014

"Drachenzauber" von Patricia Briggs


„Hurog bedeutet Drachen“

„Drachenzauber“ von Patricia Brigg besteht eigentlich aus zwei Geschichten, die zwar aufeinander aufbauen, aber jeweils eine in sich abgeschlossene Episode erzählen. Die englischen Titel „Dragon Bones“ und „Dragon Blood“ treffen den Kern des Geschehens sehr gut.
Für mich passt allerdings auch der deutsche Titel "Drachenzauber" ganz ausgezeichnet. Das gesamte Buch hat mich völlig verzaubert, seit ich es zu allerersten Mal gelesen habe. Seine Magie hat mich in ihren Bann geschlagen und sie wirkt immer noch. Egal, wie oft ich auch die erste Seite aufschlage, ich kann nicht widerstehen und tauche erneut in die Welt der fünf Königreiche ein …

Erstes Buch:
Hurog ist eine uralte Burg hoch oben im wilden Norden des Landes. Als der Burgherr, der Hurogmeten, unerwartet stirbt, ist sein Sohn und Erbe Wardwick erst 19.
Doch das ist nicht das eigentliche Problem: Ward wurde schon als Kind von seinem Vater brutal misshandelt und irgendwann scheint ihm dieser in einer seiner Prügelattacken den Verstand aus dem Schädel geschlagen zu haben. Ward wirkt dümmlich, schwer von Begriff und stottert. Seine angeborene Magiebegabung ist ebenfalls verloren.
Aber kaum etwas ist so, wie es auf den ersten Blick aussieht. Ward hat bisher alles getan, um vor der Welt und vor allem vor seinem Vater zu verbergen, dass er sich längst von den Schlägen erholt hat. Er weiß nur nicht, wem er vertrauen kann.
Der überraschendste Teil von Wards Erbe ist ein zerschlagender Platinring. Er wird von Hurogmeten zu Hurogmeten weitergegeben und birgt eine geheimnisvolle Macht in sich: Der Ring stellt die Verbindung zu dem jungen Oreg dar, der von sich behauptet, die Verkörperung der Burg zu sein und schon seit Jahrhunderten zu leben.
Leider überschlagen sich die Ereignisse, bevor Ward die Zeit hat, seine Umgebung daran zu gewöhnen, dass er nicht so dumm ist, wie alle glauben. Ein Dekret des Hochkönigs Jakoven könnte ihn in große Schwierigkeiten bringen. Also flieht Ward mit einer bunten Truppen aus seiner geliebten Burg und macht sich auf, um Ruhm auf dem Schlachtfeld zu erlangen und dort zu beweisen, dass er ein Held sein kann.
Dummerweise versinkt er dabei mit seiner Truppe fast im Schlamm und der Krieg, den alle erwarten, beschränkt sich auf ein paar blutige, aber im Grunde belanglose Scharmützel. Was der Feind wirklich will, ist eine echte Überraschung für Ward und seine Freunde. Gibt es wirklich nur einen einzigen Weg, die finsteren Absichten zu unterbinden?

Zweites Buch:
Einige Jahre nach den dramatischen Ereignissen, die mit dem Tod des alten Hurogmeten ihren Anfang nahmen, droht der Burg und ihren Bewohnern erneut Gefahr. Der Hochkönig scheint entschlossen zu sein, sein unheilvolles Dekret nun umzusetzen. Offiziell will er prüfen, ob Ward überhaupt geeignet ist, über Hurog zu herrschen. Allerdings hat Jakoven eigentlich etwas ganz anderes im Sinn und seine Absichten sind erheblich finsterer, als es sich Ward und seine Freunde vorstellen können.
Nur mit Hilfe alter Magie können sie verhindern, dass dem König durch eine infame politische Intrige das ganze nördliche Königreich in die Finger fällt.
Ward muss nun tun, was er niemals wollte: Er schließt sich der Rebellion an. Allerdings haben er und seine Mitstreiter unterschätzt, dass auch der König ein Magier ist und damit über Strategien verfügt, gegen die weder Mauern noch Armeen helfen können. Als Ward und seinen Freunden klar wird, was auf dem Spiel steht, ist es fast zu spät …

Der „Zauber“ in diesem Buch geht für mich von den ungewöhnlichen, liebevoll gezeichneten Charakteren aus. Ward ist ein toller Held, mit dem man sich gut identifizieren kann: Groß, gutaussehend, verantwortungsbewusst, klug und herzensgut. Dabei hat er aber auch genug Ecken und Kanten, um nicht unsympathisch zu werden: Abgesehen davon, dass Ward stottert und lange seine gesamte Umgebung zum Narren gehalten hat, plagt er sich mit tiefen Selbstzweifeln und dem ungeliebten Erbe seines Vaters, dass sich in Wutanfällen und Kampfeslust äußerst. Ward hasst es, wenn er merkt, dass er seinem Erzeuger ähnlich ist und sucht verzweifelt nach einem eigenen Weg, für seine Burg und seine Leute ein guter Herrscher zu sein.
„Hurog bedeutet Drache“. In diesem Satz steckt erheblich mehr Wahrheit, als es lange den Anschein hat. „Hurogmeten“ heißt Drachenhüter. Ward gibt wirklich alles, um die zu beschützen, die er liebt.

Die sicher interessanteste Gestalt in der Geschichte ist Oreg, über den man aber leider nicht allzuviel erzählen kann, ohne zu spoilern. Mir gefällt, dass er neben seinen vielen positiven Eigenschafften mit Genuss eine Nervensäge sein kann und hin und wieder seine Umgebung mit Absicht und Genuss zur Weißglut bringt.

Ob Garranon nun zu den Guten oder den Bösen zählt, ob Axiel wirklich der Sohn des Zwergenkönigs ist und warum Ward ausgerechnet von Tissala völlig fasziniert ist, dass sollte jeder unbedingt für sich selber herausfinden.
Fazit: „Drachenzauber“ ist und bleibt eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Wie oft ich es mittlerweile gelesen habe, weiß ich schon nicht mehr. Es entführt den Leser in eine phantastische Welt voller Schurken und Helden, voller böser Feinde und echter Freunde. Übrigens: Drachen, die kommen auch vor, allerdings ein wenig anders, als man es vielleicht am Anfang erwartet.

Keine der Figuren in „Drachenzauber“ ist eindimensional. Alle haben ihre Stärken und Schwächen. Von den Beziehungen und Freundschaften lebt die Geschichte weit über den Inhalt der eigentlichen Handlung hinaus. Dabei kommt neben der Spannung und den phantastischen Abenteuern der Humor nie zu kurz.

Leseempfehlung? Ja! Klar! Immer und immer wieder!!! Mit einer Skala bewerten kann ich dieses Buch nicht. Es wird und würde bei mir jederzeit die höchst mögliche Punktzahl erhalten.


Bildquelle: amazon

Dienstag, 2. Dezember 2014

"At home - Teil 1-3" von Savannah Lichtenwald


At home: Die Clique im “Charleston”

Endlich gibt es die gesamte “At home“-Serie von Savannah Lichtenwald in einem Band. Jetzt kann man in einem Rutsch verfolgen, wie sich drei ungewöhnliche Paare finden. Jede der Geschichten ist wunderbar erzählt, verbindet eine Prise Drama mit einer guten Portion Romantik und ist mit geschmackvoller Erotik gewürzt. Keiner der Charaktere wirkt konstruiert. Sie alle sind so echt und lebendig beschrieben, dass man am liebsten in die Bar von Helge gehen möchte, um sich zu ihnen an die Theke zu stellen, sie kennenzulernen und einen der berühmten Cocktails zu schlürfen, die dort gereicht werden.

Hier noch ein paar Details zu den einzelnen Teilen:

1. At home – Für 128 Jahre
Steven ist ein knallharter Ex-Soldat, der sich nun mit verschiedenen Jobs über Wasser hält. Voller Unrast zieht er durch die Welt, weil er ein Zuhause niemals kennengelernt hat. Er will auch keines ...
Marvin wünscht sich ein Zuhause, hat aber ein riesiges Problem: sein durchgeknallter Ex-Freund stalkt ihn und macht ihm richtig Angst.
Als der Steven kennenlernt, bietet der ihm überraschend Schutz an, ohne zu ahnen, was sich für daraus entwickelt wird. Steven hat kein Problem mit Homosexualität, aber er selber steht definitiv auf sexy weibliche Kurven. Ganz sicher! Nur warum findet er plötzlich Marvin so anziehend?
Das muss Freundschaft sein. Oder Freundschaft mir gewissen Extras. Oder ist es doch noch viel mehr?
Die langsame Annäherung der beiden Männer ist wunderschön beschrieben, manchmal lustig und stellenweise verboten romantisch. Die Beziehung der Beiden ist so zärtlich und erotisch beschrieben, dass es schon lange kribbelt, bevor ES wirklich passiert.
Aber gibt es für die zwei wirklich eine gemeinsame Zukunft?

2. Not – At home
Helge, der Besitzer des „Charleston“, in dem sich die Clique immer trifft, ist eine zutiefst romantische Seele. Auf den buchstäblich allerersten Blick in die Augen des schüchternen Jannik verliebt er sich in den Mann. Leider versteckt der sich aber immer hinter einer hässlichen, riesigen, verspiegelten Brille und bringt kaum einmal ein Wort heraus. Außerdem klebt er förmlich an seinen Zwillingsbruder Leon. Der bestimmt über jeden Schritt. Ist Jannik ihm etwa hörig?
Erst als etwas Schreckliches geschieht, bemerkt Helge, dass nichts so ist, wie es aussieht. Aber kann und soll er seine Chance nutzen, an Jannik heran zu kommen?
Die Geschichte von Helge und Jannik ist sehr berührend. Sie geht zu Herzen, ist mit der richtigen Prise Humor gewürzt und bleibt im Gedächtnis haften, weil sie nebenher noch eine Menge Tiefgang hat. Sie zeigt mehr als deutlich, was passieren kann, wenn ein Mensch nur wieder nur auf sein Äußeres reduziert wird.

3. At home – With you
Leon musste als Kind hilflos mit ansehen, was sein Vater seinem geliebten Bruder Jannik angetan hat. Wut und das verhasste Gefühl der Hilflosigkeit brodeln bis heute in ihm und die Liebe hält er für eine kitschige Erfindung, die nur dazu da ist, den jeweils anderen zu erpressen, zu manipulieren oder ihm ein schlechtes Gewissen einzureden. Dass mittlerweile die halbe Clique im „Charleston“ turtelt und Zärtlichkeiten austauscht, kommentiert er mit ätzendem Spott.
Sein eigenes Leben ist gerade an einem Tiefpunkt: Nach einem homophoben Überfall hat er ein steifes, vernarbtes Bein zurückbehalten und beruflich läuft es aktuell auch nicht so rund: Andauernd muss er sich darüber ärgern, dass seine Ideen für eine Werbekampange von dem zuständigen PR-Berater einfach nicht abgesegnet werden.
Seine Laune ist also tief im Keller, als er Kay, einen alten Freund von Marvin kennen lernt. Der hübsche, blonde, junge Mann berührt etwas in ihm, das er sich nicht erklären kann.
Was an Kay ganz Besonderes ist, wieso Leon seine Überzeugungen überdenken muss und warum die sich die beiden plötzlich näher sind, als ihnen eigentlich lieb ist, ergibt eine anrührende Geschichte. Hier finden sich zwei Männer, die es nie leicht hatten im Leben und ihre Wunden auf der Haut und im Herzen davongetragen haben. Können sie vielleicht zusammen heilen?

4. Bonus: Nobody  -  At home
Werden Frederike, genannt "Freddy" und der schüchterne Tobias es endlich schaffen, sich ihre Gefühle zu gestehen? Oder muss da jemand nachhelfen, der eigentlich von der Liebe gar nicht hält? (Die Story ist einfach süß!)

Fazit: Savannah Lichtenwald hat einen ganz besonderen Erzählstil. Ihre Geschichten und ihre Helden gehen zu Herzen und bleiben im Gedächtnis haften. Die Storys stecken voller liebenswürdiger Details, die sich zu einem wundervoll stimmigen Gesamtbild zusammenfügen. Dazu tragen auch die tollen Kapitelüberschriften und die immer genau zur Geschichte passenden Zitate bei.
Ich habe die Storys bereits verschlungen, als die Einzelbände auf den Markt gekommen sind und sie dann voller Genuss noch das ein oder andere Mal langsam in aller Ruhe gelesen. Das Erscheinen des Sammelbandes hat mich dazu verführt, mir die Geschichten erneut zu Gemüte zu führen. Sie fallen alle drei auf jeden Fall in die Kategorie: Ruhig mehrmals lesen!!!
Da ich jeder der Geschichten für sich schon 5 Punkte gegeben habe, komme ich auf insgesamt 15 von 5 Punkten. Dazu stehe ich! Leseempfehlung? Klar! Am besten mehrmals!!!

Übrigens: Mein heimlicher Held ist und bleibt Leon. Raue Schale, zuckersüßer Kern ...
Aber: Psssssssssst! Das hört er nicht gerne.

Achtung: Das Buch gibt es auch als Print! Leider wird dies bei einem bekannten Online-Buchhändler nicht auf einer Seite mit dem e-Book angezeigt.

Bildquelle: amazon

Montag, 1. Dezember 2014

"Von Nikoläusen und Niko-Mäusen" von den Homo Schmuddel Nudeln


Von Männern und Mäusen …

Alle Jahre wieder kommt … die Niko-Maus??? Das wusste ich nicht! Gut, dass mich der aktuelle Band der HomoSchmuddelNudeln „Von Nikoläusen und Niko-Mäusen“ aufgeklärt hat. Darin finden sich sieben Geschichten, die meistens genauso niedlich sind, wie es das Cover verspricht.

1. „Niko-Maus entführt!“ von Sissi Kaipurgay: Als Mario eine weinende Maus mit einer winzigen roten Mütze in seinem Wohnzimmer entdeckt, zweifelt er zunächst an seinem Verstand. Aber Niko-Laus kann auch sprechen und überredet ihn, bei der Rettung von Niko-Bert mitzuwirken. Als überwindet Mario seine Schüchternheit und klingelt zum ersten Mal bei seinem Nachbarn Z. Wagner. „Z“ entpuppt sich als „Zander“, ist richtig nett und entdeckt rasch sein Herz für Mäuse und für … Mario. Das Schicksal nimmt seinen Lauf …

2. „Rettung am seidenen Faden“ von Man Ri: Spider-Man war gestern. Heute sorgt Spidermaus für die Gerechtigkeit in der (Mäuse-) Stadt. Finstere Gestalten sind unterwegs und verfolgen dunkle Pläne. Kann Spidermaus die wirklich verhindern?

3. „Von Mäusen und Prinzen“ von Karo Stein: Sandy hasst es, wenn man ihn „Cindy“ nennt, auch wenn seine Freunde damit nicht auf eine rosa gekleidete Komödiantin anspielen, sondern auf Cinderella. Mal ehrlich, welcher Mann glaubt schon, dass da draußen irgendwo ein Prinz auf ihn wartet? Aber eine „Weihnachts-Maus in Abordnung“ nimmt sich gegen seinen Willen seiner an und dann … wird alles ein wenig märchenhaft. Sandy zweifelt an seinem Verstand, als ein leibhaftiger Prinz auftaucht. Das gibt es doch nicht! Oder?

4. „Hausmeisterfreuden“ von Kathi Seefeld: Frank will unbedingt seinen Job behalten, weil dazu eine Unterkunft gehört. Also macht er sich auch trotz eisiger Kälte und einer dicken Erkältung auf, um wie verlangt den Schnee wegzuräumen. Martin ist besorgt, als er feststellt, dass Frank nicht so schnell wie gewohnt mit der Arbeit fertig ist. Also schaut er nach und findet ihn, glühend vor Fieber, in einer Schneewehe. Natürlich schafft er ihn erst einmal zurück ins Haus und versucht dann, ihn aufzuwärmen. Der Junge weckt Gefühle in ihm, die er sich strikt untersagt …

Ich gestehe, dass dies meine Lieblingsgeschichte in dem Buch ist. Sie ist sehr ruhig und unspektakulär erzählt, aber Franks Hoffnungslosigkeit und Martins Einsamkeit haben mich tief berührt. Ob und wie die beiden Außenseiter doch noch zueinander finden, sollte man auf jeden Fall lesen!

5 „Es gibt ihn doch, den Nikolaus!“ von Ragna Ida Ziegel: Ein ungewöhnlicher Weihnachtswunsch trifft am Nordpol ein. Natürlich kann man Wünsche nicht einfach so erfüllen und so macht sich jemand auf, um zuerst einmal die Situation zu erkunden. Leider fällt er auch in seiner Tarnung rasch auf. Oder sollte man sagen: Zum Glück?

6. „Rat-Man, Niko-Lino und das Weihnachtsherz“ von Juan Santiago: Spidermaus hatten wir ja schon, jetzt kommt auch noch Rat-Man ins Spiel! Diese vergnügliche Parodie auf eine bekannte Comic-Serie macht richtig Spaß!

7. „Alle Jahre wieder“ von Man Ri: Sascha und Ricky sind seit vier Monaten ein Paar. Jetzt steht ihr erstes gemeinsames Weihnachtsfest vor der Tür und Ricky legt sich mächtig ins Zeug, um Sascha davon zu überzeugen, wie schön das sein kann …



Ich bin echt hin und weg von dieser kleinen Süßigkeit zum ersten Advent! Mir haben alle Geschichten richtig gut gefallen und die niedlichen Nager mit den roten Mützen sind mir direkt ins Herz gekrabbelt. Natürlich habe ich auch die heißen kleinen Zwischenspiele der frechen Mäuse genossen, aber es ist fast schade, dass die Niko-Laus, Niko-Bert und Konsorten nicht jugendfrei sind. An ihren Abenteuern hätten bestimmt auch Kinder Spaß. Ich bin jedenfalls schwer versucht, in diesem Jahr Cheddar neben die Stiefel zu legen, wenn ich sie am 6. Dezember vor die Türe stelle. Den Gedanke an die Niko-Mäuse werde ich so schnell nicht mehr los …

Fazit: Auf jeden Fall 5 Punkte (und da ist noch nicht mal der Weihnachtsbonus dabei!) und eine Leseempfehlung.



Weitere Niko-Mäuse findet man übrigens hier: „Niko-Mäuse gibt es nicht!“ Damit werde ich dann weiter machen …