Mittwoch, 23. Dezember 2015

"Autoren und Leser feiern Weihnachten. ...aber wie?" von bella

Bella, die gute Seele, hat ganz neugierig ... nein, nicht die Türen am Adventskalender schon vorher geöffnet!
*kopfschüttel*

Sie hat ganz brav bei bekannten und beliebten Bookrix-Autoren und ihren Lesern gefragt, wie sie dieses Jahr ihr Weihnachtsfest verbringen.

Dabei herausgekommen ist eine interessante Sammlung mit Antworten, die uns verrät, wie in der Community Weihnachten gefeiert wird.

Ich hatte meinen Spaß beim Lesen und wünsche euch allen das Gleiche!

Deshalb hier der Diektlink zum Buch, dass man auf BX kostenlos lesen kann, auch wenn man dort nicht angemeldet ist:



Das Weihnachten für die meisten von uns nicht "weiß" sein wird, sollte uns nicht davon abhalten, hin und wieder einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen. Manchmal warten echte Überraschungen, wie blühende Zierkirschen im Rheintal. Dieser geschmückte Weidezaunpfahl ist schon eher der Jahreszeit angemessen.
 Da lässt sich jemand die Weihnachtslaune nicht verderben ...

In diesem Sinne wünsche auch ich allen Freunden und Bekannten von hier aus: 
Friedliche und entspannte Feiertage!













"Boston HeartBeat" von M.C. Steinweg

Aschenputtel hat eine ganz schön freche Klappe!

Shay ist mit ihrem Leben eigentlich ganz zufrieden. Ok, ihr Freund könnte etwas aufmerksamer sein, ihr Boss behandelt sie wie eine dumme Tipse und die altmodische Kleidung, die sie im Büro tragen muss, schweigt man sich besser aus …
Dass Shay eine Luxusimmobilie vorstellen soll und dabei dem charismatischen Vincent begegnet, war nie geplant. Aber passiert ist passiert. Der Herr Millionär sieht ja schon lecker aus, bloß sein Selbstbewusstsein übersteigt jedes erträgliche Maß. Als Shay der Geduldsfaden reißt, kann sie nicht ahnen, dass daran auch ihr ganzes Leben hängt.
Vince ist es gewohnt, dass ihm schöne Frauen reihenweise zu Füßen liegen. Die kratzbürstige Shaylene mit ihren altbackenen Klamotten, ihrer überraschenden Kompetenz und dem frechen Mundwerk, kann er zuerst nicht einordnen. Dann kann er sie nicht mehr vergessen.
Aber wie überzeugt man eine Frau, die sich vehement weigert, auf berufliche und / oder private Angebote einzugehen? Vince muss ganz neue Wege gehen …

Mit „Boston HeartBeat“ hat M.C. Steinweg dem alten Aschenputtel-Motiv neues Leben eingehaucht. Die Story ist erfrischend, unkonventionell, stellenweise lustig und richtig sexy. Es macht Spaß, Shay und Vince bei ihrem Tanz umeinander zu beobachten, man fiebert mit ihnen, ob sie es schaffen, die Widerstände, die sich ihnen in den Weg stellen, zu überwinden. Schön daran ist natürlich vor allem auch der Gedanke, dass Shay endlich den Mann ihrer Träume findet, als sie es wagt zu sich selbst zu stehen, statt ihr Licht unter den Scheffel zu stellen. Es ist schon witzig zu lesen, wenn ihr mal wieder der Kragen platzt und sie Vince unverblümt Dinge an den Kopf wirft, die der aufgrund seiner Position sonst wohl kaum jemals zu hören bekommt. Das ausgerechnet Shays freche Klappe ihn völlig fasziniert, ist wohl nicht nur für ihn eine Überraschung.

Wirklich grinsen musste ich darüber, was die Autorin aus der „bösen Stiefmutter“ gemacht hat. Shays Mama ist nämlich eine ganz Liebe!

Gefallen haben mir neben den beiden verliebten Helden auch die lebendigen Nebenfiguren, die je nach ihrem Anteil an der Geschichte ein echtes Profil erhalten haben. Ich hoffe ehrlich, dass es irgendwann auch die Geschichte von Vince Zwillingsbruder Dominic zu lesen gibt. So einige kleine Fragen bleiben nämlich am Schluss noch offen und könnten in seiner Geschichte prima zum Abschluss gebracht werden.

Insgesamt ist „Boston HeartBeat“ eine angenehm zu lesende, erotische Geschichte. Genau richtig, um ein klein wenig Urlaub vom Alltag zu machen …

Hat mir richtig gut gefallen, daher 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


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- "Boston HeartBeat"

Bildquelle: amazon

Sonntag, 20. Dezember 2015

"Bester Newcomer 2015" - Interview mit Màili Cavanagh


Erstmals in 2015 wurde im Aufrag der "Keep Calm And Read Gay Romance Buchgruppe" bei Facebook der Gay Couple AWARD vergeben. In gleich sechs verschiedenen Kategorien wurde das romantischste Liebespaar der vergangenen 12 Monat gesucht. Die Leser durften Vorschläge einreichen und natürlich wählen! 

Hier darf ich einen der Gewinner vorstellen!

Hallo Màili!

ulla: Du hast mit “This pain is in his heart“ den „Gay Couple Romance Award 2015“ in der Kategorie “Bester Newcomer” (Pseudonymdebüte aus 2015) gewonnen.
Dazu erst einmal herzlichen Glückwunsch!

Màili: Danke! 

ulla: Bei einem „Newcomer“ liegt es natürlich nahe, dich zu bitten, erst einmal ein wenig von dir zu erzählen. Wer ist Màili Cavanagh?

Màili: Màili Cavanagh ist eines meiner Pseudonyme. Das, unter dem ich seit 2015 Gay Romance Romane schreibe. Ich bin verheiratet und lebe mit meinem Mann und meiner Katze Leika in einem kleinen Häuschen am Stadtrand von Lüneburg. Im März 2016 erwarten wir unser Kind.

ulla: Das ist ja klasse! Ganz herzlichen Glückwunsch an euch beide!

Deine beiden Gay-Romane spielen ja nicht in der Gegenwart, sondern im letzten Jahrhundert, einmal zur Zeit des Vietnamkrieges und einmal auf dem Höhepunkt der AIDS-Hysterie in den Achtzigern. Ist das Zufall oder reizt dich der zeitgeschichtliche Hintergrund beim Schreiben?

Màili: Es ist kein Zufall. Wie du schon vermutest reizt mich beim Schreiben der zeitgeschichtliche Hintergrund. Während beider Handlungszeiten war Homosexualität in der Öffentlichkeit ein Problem. 

ulla: Es ist ja gar nicht so einfach, über etwas zu schreiben, das man nicht selber erlebt hat. Wie recherchierst du? 

Màili: Vielseitig. Zum einen mit Hilfe von Fachliteratur. Dann informiere ich mich viel durch die neuen Medien, das Internet, hier insbesondere über Online-Zeitungsarchive und Foren. Aber auch Videos bzw. Dokus sind sehr hilfreich. Und natürlich führe ich Gespräche mit betroffenen Personen oder beauftrage spezielle Recherchedienste. 

ulla: Wie bist du überhaupt zum Schreiben gekommen und natürlich speziell dazu, Gay-Romanzen zu verfassen?

Màili: Ich schreibe bereits seit meinem zehnten Lebensjahr. Angefangen hat es mit Fan Fiction. Dann nahm das Ganze irgendwie einen relativ typischen Verlauf: Mitarbeit in der Schülerzeitung, einige Beiträge für die örtliche Zeitung, jahrlanges Engagement bei einer Star Trek Clubzeitung und nach einem gewonnenen Artikelwettbewerb Redaktionsmitglied bzw. später Chefredakteurin eines Newsletters. 2003 wurde meine erste Kurzgeschichte veröffentlicht, 2009 mein erster Roman.

Um ehrlich zu sein habe ich lange Zeit einen Bogen um Gay Romance gemacht, bis eine Freundin mich auf einige wirklich gut geschriebene Geschichten gestoßen hat. Es hat mich gereizt mal in einem anderen Genre etwas auszuprobieren und so entstand und erschien 2015 „Rough Ride – Rauer Ritt ins Glück“ – mein erster Gay Romance Roman.


ulla: Daraus ergeben sich für mich gleich zwei neue Fragen:
Erstens: Welches Buch / welche Bücher hat / haben dich in dem Genre denn so fasziniert? Da ich immer auf der Suche nach gutem Lesestoff bin, interessiert mich das brennend …

Màili: Das waren ein paar sehr gut geschriebene Supernatural Fan Fictions auf fanfiktion.de. Dort findet man teilweise wahre Schätze.

ulla: Und zweitens: Du hast ja weiter oben schon einmal verraten, dass du auch noch unter anderen Pseudonymen schreibst. Würdest du dazu etwas erzählen? 

Màili: Ich habe für die verschiedenen Genres in denen in schreibe unterschiedliche Pseudonyme.

John Fate und Shane McCoy zum Beispiel für meine Western. Das hat einfach marketingtechnische Gründe. Mit einem männlichen/amerikanischen Namen verkaufen die sich auf dem deutschen Markt einfach besser. Viele Leser hegen ja leider immer noch das Vorurteil, dass Frauen keine Western schreiben können.

Unter Melanie Brosowski, meinem Mädchennamen, veröffentliche ich Science-Fiction Romane und Màili Cavanagh benutze ich, wenn ich Gay Romance schreibe. Hier kommen zwei Gründe zum Tragen: Zum einen die Lesbarkeit bzw. der Wiedererkennungseffekt und zum anderen der Schutz der Autorenmarke. Manche Leser stecken Autoren gerne in Schubladen; einmal „Thriller-Autor“ immer „Thriller-Autor“. Fast zwangsläufig werden sie enttäuscht sein, wenn sie dann von ihrem Lieblingsschriftsteller etwas aus einem anderen Bereich lesen.

Zumindest bei mir ändert sich auch von Pseudonym zu Pseudonym der Schreibstil. Das ist teilweise gewollt, teilweise aber auch einfach vom Genre abhängig. 



(Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, auch einmal in eines der Bücher hineinzuschauen, die Màili Cavanagh unter einem anderem Pseudonym geschrieben hat. 
^^ Da ich gerne Western lese, hatte ich meinen Spaß mit "Gunfighter". Hier geht es zur Rezi *klick*)

ulla: Können wir in nächster Zeit mit einem neuen Roman von dir rechnen? Wenn ja, wäre es toll ein wenig darüber zu erfahren …

Màili: Sagen wir, die Idee ist da. Derzeit recherchiere ich noch. Soviel sei aber schon mal verraten: Es wird wieder ein Gay Romance Roman. Die Hauptcharaktere werden ein Rodeoreiter und ein Rodeoclown sein. 

ulla: Wie arbeitest du an deinen Romanen? Eher systematisch (Gerade hat die Selfpublisher-Bibel mal wieder eine Liste veröffentlicht, die angeblich oder tatsächlich zum schnelleren Abschluss von „Buchprojekten“ führen soll) oder eher intuitiv?

Màili: Ich würde es als total chaotisch bezeichnen.

An erster Stelle steht die Idee. Dann folgt eine Kurzrecherche, ob das, was ich mir vorstelle, so überhaupt möglich ist. Anschließend tippe ich drauf los. Dabei kann es sein, dass ich mit dem Schluss anfange oder irgendwo im Mittelteil einsetze … Ich arbeite ohne Karten oder Ähnliches und schreibe einfach das runter, was die Muse mir zuflüstert. Zwischendurch recherchiere ich dann wieder, wenn Fragen oder Probleme auftauchen. 


ulla: Wo und wie schreibst du? Computer im Büro oder eher Laptop im Cafe?

Màili: Zu Hause in meinem Arbeitszimmer am PC oder auf dem Sofa am Laptop. 

ulla: Ich würde auch noch gerne etwas über die „private“ Màili: erfahren?
Was liest du gerne in deiner Freizeit?




Màili: Das ist sehr unterschiedlich.

Gay Romance natürlich.
Ich bin ein großer Fan der „Chronik der Unsterblichen“-Reihe von Wolfgang Hohlbein und der „Highland“-Saga von Diana Gabaldon. „Aufgewachsen“ bin ich allerdings mit den Classic Star Trek Romanen und Western.
Aber zwischendurch lese ich – vor allem durch Bookcrossing bedingt – auch vieles Querbeet. Wobei ich sagen muss, dass ich mit Krimis, Thrillern und Chick Lit so gar nichts anfangen kann.


ulla: Verrätst du uns, was du sonst noch gerne in deiner Freizeit machst?

Màili: Tanzen. Ins Kino gehen. Fotografieren. Gartenarbeit. ulla: Zum Schluss noch eine Frage, die ich mir nicht verkneifen kann: Hast du geheime Suchtmittel? Dinge, mit denen du deine Muse fütterst, damit sie dir geneigt bleibt und dir weiterhin so wunderbare Geschichten ins Ohr flüstert?

Màili: *Lach!* Ja, habe ich tatsächlich. Das sind die Fan Fictions, die ich zusammen mit anderen schreibe. Dazu entsprechende Musik – und schon sind wieder drei neue Romanideen auf dem Whiteboard.

ulla: Danke für deine Antworten!

Màili: Ich habe zu danken!


Link zu den Autoren-Seiten:
http://mailicavanagh.com/
http://www.melanie-brosowski.de/



(Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, auch einmal in eines der Bücher hineinzuschauen, die Màili Cavanagh unter einem anderem Pseudonym geschrieben hat.
^^ Da ich gerne Western lese, hatte ich meinen Spaß mit "Gunfighter". Hier geht es zur Rezi *klick*)

Link zum Gay Couple AWARD 2015:
http://gay-couple-romance-award.jimdo.com/startseite/awardvergabe/



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This Pain is his Heart
- "Rough Ride"

Außerdem findet man Kurzgeschichten der Autorin in verschiedenen Benfiz - Anthologien, deren Erlös zu 100% gespendet wird.
- "Positiver Sommer - Hitze und Herzglühen
- "Herbst, Handicap und heiße Herzen"
- "Love ist Love"




Bildquelle: Màili Cavanagh und amazon







       

Sonntag, 13. Dezember 2015

"Boxhandschuhe und Perlenkette" von Coco Zinva

Ausgerechnet Brutus?

… möchte man fragen, wenn man „Boxhandschuhe und Seidenkrawatte“ von Coco Zinva kennt. Man kann die Bücher allerdings wirklich unabhängig voneinander lesen. Tatsächlich kannte ich „Brutus“ schon, bevor ich Tom und Brians Geschichte gelesen habe, da ich „sein“ Buch als Testleser vorab genießen durfte.

Tom und Brutus haben eine gemeinsame Vergangenheit. In ihrer Zeit hinter Gittern hatten sie so etwas wie eine Affäre, die sie allerdings völlig verschieden gesehen haben. Während Tom sich vor Brutus gefürchtet hat, waren für den echte Gefühle im Spiel. Dass Tom sich nach seiner Entlassung nie wieder gemeldet hat, war ein harter Schlag für Brutus, der ihn noch weiter in die Isolation getrieben hat. Voller Wut droht er Tom mit Rache …
Damit ruft er allerdings Nina, die Schwester von Toms neuem Liebhaber Brian auf den Plan. Auf den ersten Blick scheinen der ungehobelte, ruppige Brutus und die zierliche, kultivierte Nina nichts gemeinsam zu haben. Vielleicht gerade deshalb sind sie fasziniert voneinander. Brutus, der eigentlich Ben heißt, glaubt nicht einmal im Traum an eine gemeinsame Zukunft. Er ist fest davon überzeugt, dass Nina ihn fallen lassen wird, wenn sie ihre Neugier auf einen „Bad Boy“ ausgelebt hat. Warum sollte es mit Nina anders sein? Bisher hat sich doch noch nie jemand wirklich für ihn und seine Gefühle interessiert …

Auf den ersten Blick scheint Coco Zinva mit „Boxhandschuhe und Perlenkette“ eine klassische „Die Schöne und das Biest“-Romanze geschaffen zu haben. Allerdings sind die Rollen auf den zweiten Blick nicht ganz so klar verteilt. Die hübsche, zarte Nina kann – wenn sie will – ein richtiges Biest sein und es ist sehr schnell klar, dass sie sich nicht Ben trifft, weil der sie erpresst. Sie scheint immer am längeren Hebel zu sitzen.

Für mich sind Charaktere, die wie Ben und Nina, eine echte Entwicklung durchmachen und sehr komplex und facettenreich angelegt sind, mittlerweile ein Markenzeichen von Coco Zinva. Natürlich ist dies hier eine klassische Romanze, so dass man ahnt, was am Ende passieren wird. Doch die Geschichte steckt voller überraschender, aber niemals unglaubwürdiger Wendungen. Ben und Nina gehen einen weiten Weg miteinander und aufeinander zu. Dabei bleiben sie sich allerdings selbst treu. Die Autorin unterliegt weder der Versuchung, aus Nina ein kleines, verhuschtes Mäuschen zu machen, noch der, aus dem eher groben Ben den perfekten Gentleman. Die beiden sind zwei starke Charaktere, die ihre Ecken und Kanten auch behalten, wenn sie sich eng zusammenschmiegen.

Ich muss gestehen, dass ich mich in die Geschichte verliebt habe, als ich sie zum allerersten Mal gelesen habe. Sie hat mich die Nacht gekostet, was mir nicht eine Sekunde lang leid getan hat. „Brutus“ ist kein einfacher Held, aber einer der sich mit seiner knurrigen Art unbemerkt ins Herz schleicht und dort haften bleibt. Genauso mühelos schafft das die smarte und wortgewandte Nina.
Soll ich noch weiter schwärmen?
Och nö. Selber lesen! Von mir gibt es auf jeden Fall 5 Punkte und eine Suchtwarnung, egal in welcher Reihenfolge man die Bücher über die Heydeggers liest.


Da ich Coco Zinva nicht nur auf amazon "folge", sondern auch auf Bookrix, weiß ich, dass es möglicherweise noch ein Wiedersehen mit den Heydeggers geben wird. Einer ihrer Freunde hatte einen schweren Unfall und hat sich von der Welt komplett zurückgezogen, bis er jemanden in sein Haus lässt, der sein Leben komplett durcheinander wirbelt ...

Die Geschichte scheint zurzeit in der Überarbeitung zu sein. Ich hoffe, sie bald wieder lesen zu dürfen.

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Bildquelle: amazon

"Next Generation - Awaken" von Sandra Busch

Düster, grausam und doch voller Hoffnung

Obwohl der hübsche Cian „das beste Pferd im Stall“ des Zuhälters Curtis ist, darf auch er nicht eine einzige Nacht krank sein. Schwäche hat keinen Platz in der harten Welt, in der nach einem schrecklichen Seuchenzug nur noch das Recht des Stärkeren gilt und jeder zuerst an sich selbst denken muss. Besonders Erkältungen sind verpönt, weil die Symptome an die schreckliche Endzeit-Grippe erinnern, die die Menschheit regelrecht dezimiert hat.
Keegan hofft gegen jede Vernunft, dass Cian nur einen leichten Husten hat. Der Junge scheint für ihn das einzig Gute in seinem trostlosen Leben zu sein. Als er nicht mehr arbeiten kann und Curtis ihn deshalb „entsorgen“ will, kann Kee nicht einfach zusehen. Er setzt damit unwillentlich eine Kette von Ereignissen in Gang, die nicht nur sein und Cians Leben auf den Kopf stellt, sondern das der ganzen Gruppe von Dieben und Strichern, über die Curtis mit grausam harter Hand herrscht.

Next Generation – Awaken“ von Sandra Busch ist eine erschreckend realistische Dystopie, in der die Menschen nach dem Zusammenbruch aller Strukturen verzweifelt ums Überleben kämpfen. Dabei sind die ersten, chaotischen Jahre schon vorbei. Keegan und Cian sind Kinder einer Generation, die die Annehmlichkeiten der Zivilisation, wie wir sie genießen, schon nicht mehr kennengelernt haben. Sie wissen, dass sie als Waisen ganz auf sich selbst gestellt sind. Sogar unter der Knute des brutalen Curtis leben sie besser, als sich alleine auf der Straße durchzuschlagen. Der Mann sorgt wenigstens für einen gewissen Schutz, ein – wenn auch eher zugiges – Dach über dem Kopf und zwei karge Mahlzeiten am Tag.

Sandra Busch schildert die Hoffungslosigkeit und die Verzweiflung der Kinder und der jungen Männer auf eine Art und Weise, die tief unter die Haut geht. Für schwache Nerven ist das hier kein Lesestoff!

Es gibt aber auch Momente die dafür entschädigen, weil sie unheimlich berührend sind. Keegan und Cian haben ihren Körper unzählige Male verkauft. Dass Sex und Liebe nichts miteinander zu tun haben, wissen sie beide. Aber was ist Liebe überhaupt? Gibt es dieses Gefühl wirklich und wie drückt es sich aus? Am Anfang versteht man als Leser viel besser als die beiden jungen Männer, was sie antreibt. Sie haben in ihrem harten Leben niemals Zuneigung und Geborgenheit erfahren dürfen.

Die Geschichte ist außerdem wahnsinnig spannend. Einmal angefangen, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Immer wenn man denkt, es könnte nicht schlimmer kommen …
Manchmal scheint es keine Hoffnung mehr zu geben. Natürlich verrate ich nicht, wie das Buch endet, aber eines muss ich einfach sagen: Auf keinen Fall aufgeben! Der Schluss ist ein wirklicher Höhepunkt!

Fazit: Toll geschriebene Dsytopie. Dem Beruf der Jungs geschuldet, aber auch wegen ihrer Beziehung zueinander gibt es einige explizite Szenen, die aber nie Selbstzweck sind. Man spürt auch als Leser ganz deutlich, wann die Jungs ihrem Job nachgehen und wann sie ihrem Herzen folgen.
Ich bin ehrlich begeistert und gebe mindestens 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Allerdings muss man starke Nerven haben, weil es einige sehr grausame Szenen in dem Buch gibt.


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- "Next Generation - Awaken"

Einer meiner All-Time-Favoriten stammt übrigens auch von Sandra Buch und ist in Zusamenarbeit mit Sandra Gernt entstanden:
- „Das Tier

Bildquelle: amazon

Übrigens: Ich achte eher selten auf die Cover der Bücher die ich kaufe, gut gefallen hat mir hier die Farbgebung und der rechte Bildteil, weil sie ausgezeichnet zu der Stimmung im Buch passen, Das Gesicht dagegen mag ich gar nicht. So stelle ich mir weder Keegan noch Cian vor. Das ist allerdings ein sehr persönlicher Eindruck ...

Samstag, 12. Dezember 2015

"Der Nachtfalke" von Kat Marcuse

Der weite Weg ans Licht

Falk Biedermann ist anders und das lassen ihn die Menschen immer wieder spüren. Das Gefühl angestarrt und ausgestoßen zu sein, begleitet ihn schon seit seiner Kindheit. Zum Glück ermöglichen ihm seine Psycho-Thriller, die immer wieder ganz oben auf den Bestsellerlisten landen, ein Leben in relativem Wohlstand. Das heißt für Falk vor allem, sich möglichst wenig mit Menschen abzugeben.
Als er eine neue Wohnung kauft und beschließt die Dachterrasse zu begrünen, passiert etwas, mit dem Falk nie gerechnet hat: Er trifft einen Mann, der ihn nicht hämisch, sondern mit offenem Interesse, ja sogar mit Begehren mustert. Leon muss verrückt sein …

Ich bin lange um „
Der Nachtfalke“ vom Kat Marcuse herumgeschlichen, weil die Leseprobe starker Tobak ist. Sie beginnt mit einer Szene aus Falks Büchern und lässt ahnen, dass er auch im wahren Leben Furchtbares erlebt hat. Aber seine Einsamkeit und sein hilfloser Zorn haben etwas in mir berührt, das mich nicht mehr losgelassen hat …

Ich kenne von der Autorin bisher eigentlich nur ihre erotischen Romane und Kurzgeschichte, die unheimlich sinnlich sind. Man kann auch „Der Nachtfalke“ als erotische Romanze sehen, in der zwei unterschiedliche Männer darum ringen, eine Beziehung aufzubauen. Die eigentliche Geschichte ist aber in meinen Augen eine andere. Falk lernt durch und mit Leon sich selbst zu akzeptieren. Das ist ein langer und schmerzhafter Prozess, der beiden Männern alles abverlangt und der nicht ohne Rückschläge von statten geht. Falk muss einen weiten Weg gehen, bevor er die Dunkelheit in seinem Innerem in den Griff bekommt, statt sich von ihr beherrschen zu lassen.

Wie in ihren erotischen Romanen versteht es Kat Marcuse auch hier, dem Leser tief unter die Haut zu gehen und ihn mitten ins Herz zu treffen. Man bekommt nicht erzählt, dass Falk einsam ist, man spürt es mit jeder Faser. Die Autorin beherrscht die goldene Regel "Show, don't tell" geradezu meisterhaft. Wenn man liest, dass Falk nur deshalb zwei Barhocker in der Küchen hat, weil es die nicht einzeln zu kaufen gibt und einen (!) weiteren bestellen will, weil Leon einen Freund mitgebracht hat und nun zu wenig Sitzgelegenheiten da sind, schnürt einem die Kehle zusammen. Falk rechnet nicht mal im Traum damit, dass vielleicht eines Tages mehr als zwei weitere Menschen in seiner Wohnung sein werden …

Eigentlich will er es zunächst auch gar nicht. Aber Leon hat einen Riss in der Mauer verursacht, die Falk um sich herum auftürmt. Zögernd öffnet er sich und erlebt zu seiner Überraschung nicht Ablehnung, sondern auch viel Positives. So furchtbar und herzzerreißend seine der Situationen und vor allem Falks Erinnerungen auch sind, so wunderschön, berührend und manchmal schlicht witzig sind andere. Als Leser macht man eine emotionale Gratwanderung durch, die verhindert, dass man das Buch auch nur eine Sekunde aus der Hand legen kann, wenn man einmal angefangen hat.

Ich würde hier am liebsten noch gefühlt einhundert andere Szenen aufführen, die ich bestimmt nie mehr vergessen werde und durch die „Der Nachtfalke“ sich zu einem meiner Lieblingsbücher aufgeschwungen hat. Ich mache es mir aber einfacher: Selber lesen!!! Unbedingt!!! Sofort!!!

Wertung? Sprengt die Skala, mehr als 5 Sterne kann ich also nur verbal vergeben. Das tut mir bei dieser wunderbaren, herzzerreißenden, zärtlichen, berührenden, Hoffnung machenden Geschichte wirklich unendlich leid …

Aber eines geht muss ich noch erzählen: Ich lächele immer noch bei dem Gedanken, dass Falk nun selbstbewusst bei Tag durch die wunderschönen Straßen von Leipzig spaziert, statt nur bei Nacht hindurch zu hasten.

Und noch eines: Das Buch passt wunderbar zu Weihnachten, weil zwei Schlüsselszenen in diese Jahreszeit fallen, auch wenn der Hauptteil im Sommer spielt.

Und …
 Neeeee. Jetzt ist echt Schluss! Ich sage doch: Unbedingt selber lesen!!!

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Bildquelle: amazon

Freitag, 11. Dezember 2015

"Survive" von El Sada

Was wäre wenn …

Zwischen Liam und Tamy stimmt einfach alles! Die beiden lieben sich und wollen bald heiraten. Sie verstehen sich nicht nur im Bett, sondern auch in allen anderen Dingen.
Deshalb unterstützt Tamy Liam sofort, als Noah mit nach Hause bringt, der nicht weiß, wo er sonst unterkommen soll. Das Noah schwul ist, stört weder Liam noch Tamy. Doch er bringt – ohne es zu wollen – das Gleichgewicht in ihrer Beziehung durcheinander.
Liam ist stockhetero, da ist er sich sicher. Was aber wäre wenn … Nein! Das kann nicht sein! Er würde sich doch niemals von Noah angezogen fühlen, oder?

Nach „Cudipo darts: Sein perfekter Mann“ wollte ich unbedingt mehr von El Sada lesen, weil mich die Geschichte ehrlich begeistert hat. „Survive“ punktet, wie schon „Sein perfekter Mann“ mit Szenen, die kochend heiß sind und wirklich toll zu lesen sind. Liam ist eine sexy Sahneschnitte, den Frauen wie Männer gerne anschmachten und mir hat es Spaß gemacht, seine Bettgymnastik (die auch gerne mal außerhalb davon stattfindet …) zu verfolgen.

Leider fehlt dem Buch in weiten Teilen das, was mich an „Sein perfekter Mann“ so begeistert hat: der wunderbare Humor von El Sada. Vielleicht passt es nicht ganz zum Thema, das die Story stellenweise sehr ernst ist. Noah hat eine schreckliche Zeit hinter sich, die er erst einmal verarbeiten muss. Liam zweifelt plötzlich an sich selbst und auch Tamy muss sich fragen, ob sie nicht eine Lüge gelebt hat.

Obwohl die Geschichte spannend ist und ich sie in einem Zug durchgelesen habe, muss ich gestehen, dass ich Liam und Noah nicht immer verstanden habe. Ich konnte ihre Gedanken, einige ihrer Handlungen und ihre Gefühlsschwankungen nicht immer nachvollziehen. Am besten gefallen hat mir Tamy, der ich die toughe Managerin abnehme, weil sie auch in ihrem Privatleben konsequent ist, ohne herzlos zu sein.

Das Buch wird am Anfang konsequent aus Liams Sicht erzählt, was eigentlich logisch ist, da er die größte Entwicklung durchmacht. Zu meiner Verblüffung wechselte allerdings im letzten Drittel des Buches die Perspektive und auch Noah und Tamy kamen als Ich-Erzähler zu Wort. Das stört mich nicht grundsätzlich, weil es allerdings erst so spät auftaucht, wirkt es wie ein leichter Bruch in der Geschichte, auch wenn man plötzlich besser versteht, was in Noah und Tamy vorgeht.

Insgesamt ist die Story, obwohl sie ziemlich dramatisch beginnt relativ locker zu lesen und garantiert einige Stunden angenehme Ablenkung vom Alltag. Deshalb 4 Punkte und eine Leseempfehlung. Diese gilt allerdings hauptsächlich für Leser, die sowohl hetero – als auch homoerotische Szenen mögen.


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- "Survive"
- "Cudipo darts: Sein perfekter Mann"

Bildquelle: cupido-books.com

Ein Blick auf die Homepage oder den blog des Verlages unter cupidobooks.blogspot.de lohnt sich!

Mittwoch, 9. Dezember 2015

"Serie Riding Hart 1: Adam" von Jennifer Ashley

Moderne Cowboy-Romanze

Nachdem Adam einen Stuntunfall fast nicht überlebt hat, kehrt er auf die Ranch seiner Familie in Texas zurück, um dort seine Verletzungen auszukurieren. Sofort fühlt er sich wieder zu Bailey hingezogen, mit der er eine kurze, aber heftige Affäre hatte, bevor er nach L.A. ging.
Vor seinen Brüdern will Adam es nicht zugeben, aber schlimmer noch als die Brüche und Verbrennungen sind die Narben auf seiner Seele. Wird er je wieder Reiten, geschweige denn Stunts ausführen können? Bailey hat ihm schon einmal aus der Klemme geholfen und sie ist noch schöner als früher …

In der Serie „Riding Hard“ von Jennifer Ashley geht es um die Campell-Brüder, ihren Adoptivbruder Carter und einige weiter Männer einer fiktiven texanischen Kleinstadt. Alle sind mehr oder weniger moderne Cowboys, Machos wie sie im Buche stehen, mit einer rauen Oberfläche, unter der sich ein goldenes Herz verbirgt. Ok. Bei einigen der Jungs muss man schon genau hinschauen, bevor man es entdeckt …

In „Adam“ wird nicht nur der Titelheld und damit der älteste der Campell-Brüder vorgestellt, auch die Nebenfiguren, die im Englischen teilweise ihre Storys bereits haben, werden angerissen. Alle bekommen aber genügend Tiefe, damit die Geschichte Spaß macht und niemand zum Stichwortgeber verkommt. Besonders amüsiert hat es mich, dass sogar die Stuntpferde so geschickt und individuell beschrieben werden, dass sie als „Persönlichkeiten“ im Gedächtnis haften bleiben. Ich hoffe jedenfalls, dass ich Buster und Dodie auch in den folgenden Büchern wiedertreffe.

Jennifer Ashley hat ein Händchen dafür, eine Romanze in einer so lebendigen Umgebung stattfinden zu lassen, dass ihre Serien Suchtpotential haben.

Adam und Bailey sind ein tolles Paar, bei dem man eine tiefe Verbindung spürt, aber auch verstehen kann, warum sie sich getrennt haben und weshalb sie an sich und an ihrer Beziehung zweifeln. Dabei ist Bailey die gefestigtere, weil sie ihre Lebenskrise bereits hinter sich hat. Adem musste sich seinen Erfolg zwar hart erarbeiten und hatte es keineswegs immer leicht im Leben, aber einen wirklichen Rückschlag erlebt er mit dem schweren Unfall und dem Tod seines besten Freundes zu ersten Mal. Er steht an einem Scheideweg und muss sich entscheiden, wie es weitergehen soll.

Natürlich kommt es bei einem Paar, zwischen dem es so gewaltig knistert, auch zu einigen heißen Zwischenspielen. Der Sex in der Geschichte ist aber eher zurückhaltend geschildert, sie bezieht ihre Erotik aus Blicken, Gesten und nicht zuletzt aus der Tatsache, dass Adam und Bailey alt genug sind um zu wissen, dass sie eine ernsthafte Verbindung möchten und diese weit über das körperliche hinausgeht.

Mir hat der Serieneinstieg richtig gut gefallen und ich bin ehrlich gespannt darauf, wie es mit den Campells und ihren Freunden und Nachbarn weitergehen wird. Wer romantische, zeitgenössische Western mit einer guten Prise Erotik mag, wird hier bestens bedient.
Deshalb gibt es von mir 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


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- "Riding Hard 1: Adam"

Ich liebe außerdem die Shifter-Serie der Autorin über alles. Wer Lust hat, dort einmal hineinzuschnuppern, findet hier die Direktlinks zu den schon auf Deutsch vorliegenden Titeln:
- "Liams Zähmung" (Band 1: Liam und Lim)
- "Bodyguard: Unter dem Schutz des Bären" (Band 2,5: Ronan und Lizzy)
- "Die Gefährtin des Jaguars" (Band 3,5: Spike und Myka)

Bildquelle: amazon

Montag, 7. Dezember 2015

"Blood Kiss: Black Dagger Legacy" von J.R. Ward (eng.)

Black Dagger goes … Teenie?

In “The Shadows”, eigentlich aber auch schon in einer der vor längeren veröffentlichten Kurzgeschichten, spielt J.R. Ward darauf an bzw. berichtet davon, dass die Black Dagger ihr Trainings-Programm wieder aufleben lassen. In dem SpinOff „Black Dagger Legacy“ soll es nun schwerpunktmäßig um die Jungs und Mädels gehen, die sich von den Brüdern für den Krieg mit den Lessern ausbilden lassen.

Paradise und Craeg sind zwei der jungen Leute, die es durch die harten Prüfungen in das Trainingsprogamm schaffen und sich – nicht ganz so programmgemäß – ineinander verlieben. Als Paradise verschweigt, dass sie die Tochter eines hohen Adligen ist, macht sie das eigentlich, um keine Sonderstellung einzunehmen. Sie ahnt zuerst nicht, dass Craeg die Glymera aus gutem Grund hasst und ihre Abstammung als Problem sehen könnte.

Butch übernimmt einen großen Teil der Verantwortung für die Trainees. Dabei hätte er eigentlich genug damit zu tun, seine Beziehung zu Marissa zu klären und aufzudecken, was hinter dem Tod einer jungen Vampirin steckt.

Das Buch deckt eine spannende, neue Seite in der Welt der Black Dagger auf. J.R. Ward bemüht sich hier sichtlich, sich auf zwei Handlungsstränge zu konzentrieren und die jeweiligen Handlungsbögen zum Abschluss zu bringen.
Das ist zugleich die Stärke und die Schwäche der Geschichte. Besonders Butch und Marissa haben viel Raum in der Story, die anderen Brüder und ihre Shellans treten eher als Randfiguren auf. Damit wäre die Story evtl. auch für Neueinsteiger geeignet, der „Ton“ der Original-Serie ist allerdings ein wenig härter und erotischer, die Charaktere tiefer angelegt.
Dafür sind die dortigen Bücher nicht wirklich in sich abgeschlossen, da sich die Handlungsbögen über mehrere Bänden aufbauen, bevor sie ihren Höhepunkt finden.

Mehr kann ich nicht erzählen, ohne zu spoilern. Deshalb zuerst einmal die Bewertung, bevor ich noch weiter ins Detail gehe. Insgesamt hat mir „Blood Kiss“ gefallen, also 4 Punkte sowie eine Leseempfehlung für Fans und solche, die es werden wollen.

Ab hier SPOILER enthalten:

Wie man dem Text oben schon entnehmen kann, bin ich zum ersten Mal seit langem bei „Blood Kiss: Black Dagger Legacy“ zwiegespalten.

Ich muss gestehen, dass mir die Kerngeschichte, die sich ja um Paradiese und Craeg dreht, nicht so gut gefallen hat, wie die anderen Liebesgeschichten in J.R. Wards Universum. Das hat zwei Gründe: Zum einen entwickelt sich die Beziehung sehr, sehr schnell und – wenn man ehrlich ist – auch fast völlig unproblematisch. Man kann Craegs Hass auf die Glymera zwar verstehen und auch nachvollziehen, was Paradise antreibt, aber beides kommt mir ein wenig wie eine High-School-Romanze vor: Viel Drama, das sich nach einem klärenden Gespräch und bei einem Fest, dass mich unheimlich stark an die Bälle erinnert, die in amerikanischen Teenie Romanzen eine so große Rolle spielen, in Wohlgefallen auflösen. Ok, die Black Dagger sind trotz allem erotische Romanzen, also wäre das in Ordnung, wenn die beiden mehr Profil hätten. Paradise und ihre Suche nach dem Kern ihres Ichs kann man noch gut nachvollziehen, aber Craeg bleibt leider eigentümlich blass. Man erfährt eigentlich nur sehr wenig über seine Vergangenheit und die Beziehung zu seiner Familie, die während der Überfälle von den Lessern getötet wurde. Auch wie er es geschafft hat, danach alleine zu überleben, bliebt weitestgehend im Dunkeln. Schade finde ich das nicht nur für Craeg selber, sondern auch deshalb, weil ich schon wieder nicht erfahren habe, wie die einfachen Vampire jenseits der Bruderschaft und des Adels eigentlich leben. Es wird – wieder einmal – zwar gesagt, dass sie es unheimlich schwer haben, aber was genau so schwierig an ihrer Situation ist, bliebt vage. Dabei bietet das eine Menge Potential: Wie schafft man es ohne großes Geld eine Familie zu ernähren, wenn man nur nachts arbeiten kann? Wie verbirgt man die Tatsache, dass man kein Sonnenlicht verträgt vor den Nachbarn? Wie, dass die Kinder nicht zu Schule gehen und dass die Jungs nach der Transition mit 18 oder 20 plötzlich völlig anders aussehen?

Neben Craeg gibt es noch weitere Nicht-Adlige in der Gruppe der Trainees, die allerdings alle nur relativ kurz vorgestellt werden. Novo ist neben Paradise die einzige Frau. Sie erinnert ein wenig an Xhex und scheint ziemlich though zu sein. Die Jungs scheinen auch ganz interessant zu sein, bleiben aber eher (noch) blass. 

Was ich an dem Buch total klasse fand, war die Geschichte um Marissa und Butch. In ihre Beziehung haben sich unmerklich ein paar Probleme eingeschlichen, die eskalieren, als Marissa eine junge Vampirin findet, die jemand so brutal verprügelt hat, dass sie schließlich an ihren Verletzungen stirbt. Marissa braucht zuerst die Hilfe ihres Bruders, weil kein anderer Arzt zu Verfügung steht, und wird so wieder in die Welt der Glymera hereingezogen. Dann braucht sie Butch, um das Verbrechen aufzuklären. Dabei brechen bei den beiden eine Menge alte Wunden auf und in einem schmerzhaften Prozess müssen sie sich selbst wiederfinden und ihre Beziehung neu definieren. Das ist richtig toll beschrieben. Gegen Ende gibt es eine Szene zwischen Butch, Marissa und V, die zum Sterben schön ist. Alleine dafür hat es sich gelohnt, das Buch zu lesen.

Ein wenig erinnert die Geschichte von Paradise und Craeg an die Anfänge von Marissa und Butch (mit einem winzigen Schuss John Matthew). Deshalb verflechten sich die beiden Handlungsstränge sehr gut miteinander. Einmal verfolgt man eine Liebe, die gerade erst beginnt und sich zwischen zwei sehr jungen Leuten entwickelt. Daneben steht die Beziehung von zweien, die sich eigentlich schon lange kennen und lieben, aber nun bemerken, dass ihre Liebe nicht selbstverständlich dafür sorgt, dass es keine Probleme zwischen ihnen gibt.

Ich bin ehrlich gespannt, wie es mit den anderen Rekruten weitergeht und wer ihre „Love-Interests“ sein werden. Wenn J.R. Ward es in den nächsten Bänden wieder schafft, die Charaktere so tief und lebendig anzulegen, wie man es von ihr gewohnt ist, wird dieser SpinOff nicht nur eine nette, sondern eine großartige Ergänzung zur eigentlichen Serie sein!


Haben wollen? 
 Hier kann man das Buch von J.R. Ward kaufen: 
- "Blood Kiss: Black Dagger Legacy“ (Band 1 des SpinOff)

Hier geht es zu der Übersicht über die einzelnen Bände der Reihe:
"Black Dagger - Die komplette Serie"
(link folgt)

Bildquelle: amazon

Freitag, 4. Dezember 2015

"Gunfighter" von John Fate

Klassischer Western im John-Wayne-Stil
Als Jim Bodie aus dem Knast entlassen wird, steht er vor dem Nichts. Er braucht dringend Geld für einen Neuanfang. Zu seiner eigenen Überraschung gibt ihm der Rancher Heath Arlington eine Chance, sich als Cowboy zu bewähren. Es dauert eine Weile, bis Bodie begreift, warum das so ist und noch länger, bis die beiden ungleichen Männer sich zusammengerauft haben. Als sich Heath in die hübsche Andrea verliebt, muss sich ihre Freundschaft bewähren.

„Gunfighter“ von John Fate ist ein klassischer Western in bester John-Wayne-Manier. Harte Männer, finster Schurken, die endlose Weite der Prärie und eine wunderschöne Frau bilden einen Mix, aus dem der Autor eine spannende Story macht. Der Kern der Geschichte ist die Männerfreundschaft zwischen Bodie und Heath, die mehrmals auf eine harte Probe gestellt wird, aber immer stärker wird und schließlich dazu führt, dass sich beide Männer nicht nur ihrer Vergangenheit stellen, sondern auch endlich den Blick in die Zukunft wenden können.

Der Kurzroman hat mir richtig gut gefallen und macht Lust auf mehr!
Deshalb 5 Punkte und eine Leseempfehlung für Genre-Fans


Tja .....
So steht die Rezi bei einem großen online-Händler und so passt sie zu dem Buch.

Hier aber noch mal ganz exklusiv, was sich beim Lesen in meinem Kopfkino abgespielt hat.
(Und fragt jetzt bitte nicht warum, ich lese öfter Western, aber dem hier hat es ab der Leseprobe verrückt gespielt ...):

Jim Bodie und Heath Arlington sind einfach klasse zusammen und wären als Paar so hieß, dass ich die eigentlich nette Andrea zum Teufel gewünscht habe. Oder nach Mexiko, wo sie ja eigentlich hin wollte. Oder ... Egal, weg jedenfalls.

Natürlich "braucht" die Geschichte sie, weil sie so einige Dinge ins Rollen bringt. Aber Bodie und Heath auf Verbrecherjagd. Nachts. Am Lagerfeuer. *sfz* Muss ich deutlicher werden?

Die Beziehung der beiden Männer wächst zu einer Freundschaft, in der beide bereit sind, für einander das Leben zu geben und die sie dazu bringt, zu ihrer Vergangenheit zu stehen, aber auch damit abzuschließen. 
Das sie miteinander auch ohne Andrea ein so richtig tolles Paar geworden wären, bezweifle ich nicht eine Sekunde. 
Natürlich fehlen in der Story, die ein typischer Heftchenroman ist, explizite Szenen. Das hat mich aber nicht ein bisschen gestört, weil ich bei den Bettspielchen eh nicht die gleichen Personen vor Augen hatte, wie der Autor. 
Da soll noch mal einer sagen, Erotik würde nicht im Kopf anfangen ...

Haben wollen? 
 Hier kann man den klassischen (Hetero-)Western kaufen: 
- "Gunfighter"
Die heiße homoerotische Variante muss man sich leider selbst dazu denken, sorry.  

Bildquelle: amazon



Donnerstag, 3. Dezember 2015

"Micah: Schottische Überraschung" von Tina Filsak

Super – Micah

Auch beim zweiten Band der Serie um den jungen Dhampir Micah verrät der Klappentext noch nicht einmal im Ansatz, was Micah und seine Gefährten in Schottland so alles erleben. Dass es kein gemütlicher Erholungsurlaub werden wird, ahnt man allerdings schon, als sie bei der Ankunft auf eine verschreckt wirkenden Wandler treffen, der ein kaum verborgenes Sklavenhalsband trägt. Was mag hinter den Gemäuern der alten, schottischen Burg bloß vorgehen?

Neugierig macht sich Micah daran, die Geheimnisse zu entschlüsseln. Nicht einmal er ahnt, dass dies in einem gefährlichen Kampf auf Leben und Tod enden wird, der ihn mehr kostet, als er eigentlich geben wollte, der ihm aber auch etwas einbringt, mit dem weder er noch der Rest seiner Freunde rechnen konnten …

Mein Fazit: Ich kann diese komplexe Geschichte – wie schon den ersten Band - nicht wirklich besprechen, ohne evtl. zu spoilern. Deshalb meine Bewertung und ein paar allgemeine Sätze vorweg.

Micah – Schottische Überraschung“ schließt die Lücke zwischen dem ersten Band der Serie „Micah – Gefährten Bande“ und dem bereits erschienen Spin-Off „Dämonenherz und Katzenjammer“. Wer diese Geschichte aufmerksam gelesen hat, weiß im Grunde, worauf die vorliegende ab einem bestimmten Punkt hinausläuft. Wer die beiden genannten Bücher mochte, dem wird auch dieses Buch gefallen. Man sollte es aber unbedingt nach dem ersten Band lesen, da es auf diesen aufbaut und einiges an Grundwissen voraussetzt.

Ich habe die Story in einer Nacht verschlungen. Wer braucht schon Schlaf? Das beweist mir, wie packend und mitreißend sie geschrieben ist. Sie enthält sehr grausame, aber teilweise auch unheimlich berührende Szenen, wobei für mich im Gegensatz zum ersten Teil diesmal der Schwerpunkt auf dem Fantasie-Anteil und weniger auf der Erotik liegt. Warum ich mich diesmal ein wenig schwer tue und irgendwo zwischen 4 und 5 Punkten hängen bleibe, kann ich ohne Spoiler nicht verraten.

Deshalb also:
4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung für Fans der Serie. Sollte unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden!



Ab hier SPOILER möglich:

Die Ereignisse in Los Angeles um Micahs Bindung seine Wandlung zum Dhampir / Vampir haben alle viel Kraft gekostet. Schwierig war es vor allem, weil er nicht bereit ist, sich Darius unterzuordnen und ihn als den einzigen Mann an seiner Seite zu akzeptieren. Er bindet sich auch an den ruhigen Dio und nicht zuletzt seinen Sklaven Rodney, was Darius fast ausrasten lässt. Eigentlich soll die Zeit in Schottland alle zur Ruhe bringen und sie als Gruppe zusammenschweißen. Aber Micah legt gleich wieder los, als er spürt, dass dort so einiges im Argen liegt.

Ich muss gestehen, dass ich mich mit dem ersten, eigentlich unheimlich spannenden Teil der Geschichte etwas schwer getan habe. Ich mag Micah sehr und nehme ihm ab, dass er wegen seiner schweren Jugend reif weit über sein Alter hinaus ist. Aber …

Da taucht ein junger … Rotzlöffel – gemessen am Alter der Vampire und ihrer Gefährten – in Schottland auf und beschließt sofort, mal mit dem Gastgeber Tacheles zu reden, weil ja hier so einiges nicht in Ordnung zu sein scheint. Recht hat er ja, besonders höflich ist das auf den ersten Blick nicht. Aber dass ausgerechnet er dann auch in Rekordzeit alle Geheimnisse aufdecken kann und in einem dramatischen Kampf die eigentlich unbesiegbaren Schurken erledigt, kommt mir eher … merkwürdig vor. Sind die anderen alle blind und taub? Oder tatsächlich so arrogant, dass sie nicht merken, was vor ihren Augen passiert? Die Erklärungen dazu sind mir ein wenig dünn.

Das gilt auch ein paar anderen Stellen, an denen uralte und mächtige magische Geschöpfe Micah auf einmal ihre Geheimnisse anvertrauen, weil sie ein „gutes Gefühl“ bei ihm haben, obwohl man sich nur per Chat und / oder über gemeinsame Freunde kennt. Das frage ich mich doch, wie die Supras ihre Geheimnisse bis jetzt bewahren konnten …

Ganz deutlich besser hat mir der zweite Teil des Buches gefallen, in dem es darum geht, wie Micah zu seinem ungewöhnlichen Rudel kommt, das man ja aus „Dämonenherz und Katzenjammer“ schon kennt. Hier läuft das Buch zu der Stärke auf, die mich schon im ersten Band der Serie so fasziniert hat. Beziehungen, die weder gewöhnlich noch alltäglich sind, werden offen geschildert und kommen einen plötzlich wirklich plausibel vor. Micah trifft hier Entscheidungen, die nicht einfach sind, die man ihm aber abnimmt, und kämpft mit Zweifeln, die zu jemandem passen, der neu in der Welt der Supras ist und seinen ganz eigenen Weg finden muss, da er ohnehin zu keiner Gruppierung so richtig dazu gehört und außerdem – zu Recht – immer wieder die völlig verkrusteten Traditionen und Regeln hinterfragt.

Micahs Rudel ist eine Mischung aus allen möglichen Wesen, die ganz unterschiedliche Bindungen zu ihm und zueinander haben. Die Dynamik ist einfach klasse und ich bin jetzt schon gespannt, welche Abenteuer die Truppe noch erleben wird. Schließlich sind noch lange nicht alle Bösewichte erledigt und Micahs Vater wirkt auch nicht so, als würde er sich auf Dauer damit abfinden, dass sein Sohn jeden Kontakt ablehnt. Schwierig wird es werden, wie es zwischen Micah und Darius weitergeht. Ich kann mir nicht vorstellen, … Nein! Das wäre dann doch zuviel verraten …

Mein ganz persönliches Fazit: Nach einem Einstieg, der mir nicht so gut gefallen hat, weil Micah fast schon wie ein allmächtiger, allwissender Superheld aufgetreten ist, versöhnt mich die zweite Hälfte des Buches wieder mit der Geschichte. Obwohl Micah erst dort wirklich zu einer Art Super-Micah wird, will ich unbedingt wissen, wie es mit ihm und seiner ungewöhnlichen Wahlfamilie weitergeht.

Was er aus seinen neuen und sogar in der Welt der Supras mehr als ungewöhnlichen Kräften macht, möchte ich natürlich auch erfahren! Für mich steht jetzt schon fest, dass ich Micah und sein Rudel auf ihrem weiteren Weg gerne begleiten möchte. Besonders freue ich mich schon darauf, wenn der mürrische Russel aus „Dämonenherz und Katzenjammer“ zu dem Rudel stößt und sicherlich dort so einiges aufmischen wird, wenn er sich erst einmal aklimatisiert hat.


Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Tina Filsak kaufen: 
- "Micah: Gefährten Bande" (Band 1)
- "Micah: Schottische Überraschung" (Band 2)

SpinOff zu Micah: "Dämonenherz und Katzenjammer" (Spielt nach Band 2)

"Sha" und  "Lorvaa" (Fantasy-Serie)

Bildquelle: amazon