Samstag, 28. Februar 2015

"Totenstille und andere Kurzgeschichten" von Mira Bluhm

Ganz schön böse!!!

Die Anthologie „Totenstille“ enthält vier sehr unterschiedliche Kurzgeschichten der jungen Autorin Mira Bluhm, die allerdings trotzdem etwas gemeinsam haben: Sie sind richtig gut geschrieben!

1. Ficus Benjamini Vita
„Benjamin“ ist eine Lebendpflanze, die sich Thomas und Ruth voller Begeisterung angeschafft haben. Aber die Haltung stellt sie vor echte Probleme und schließlich bleibt ihnen keine andere Wahl: Benjamin muss zurück in die Gärtnerei! Leider sind Lebendpflanzen aber auch im Tontopf mobil und das Bäumchen ist so hartnäckig wie anhänglich. Ob die selbsternannten Experten wirklich Rat wissen?
Natürlich gibt es keine Lebendpflanzen! Wäre ja auch unvernünftig, sich ein Wesen in die Wohnung zu holen, dessen Ansprüche man nicht kennt und die man dementsprechend nicht erfüllen kann. Falsche Fütterung … ich meinte „Düngung“ und Zeitmangel sind da fast noch die geringsten Probleme. 

Völlig unrealistisch? Von wegen! Die Geschichte hat es in sich und hält ziemlich klug einer Gesellschaft den Spiegel vor, die sich längst nicht mehr mit Hund und Katze als Haustier zufrieden gibt. Was die Exoten davon halten, bliebt im Ungewissen. Sie können sich noch weniger artikulieren als Benjamin …

2. Totenstille
Alexa ist verzweifelt! Alle Kinder auf ihrem Raumschiff sind einer heimtückischen Infektion zum Opfer gefallen. Aber was es damit wirklich auf sich hat und wie das einzige Heilmittel aussieht, das der Besatzung einfällt, ist wirklich … gruselig!
Diese Kurzgeschichte fängt relativ harmlos an. Aber man ahnt schnell, dass sie eigentlich kein gutes Ende nehmen kann. Nix für schwache Nerven!!!

3. Der Hochzeitstag
Georg liebt Katharina, obwohl sie ein komplizierter Mensch zu sein scheint. Wie tief dieses Gefühl wirklich ist, erschließt sich erst am überraschenden Schluss der Geschichte. Ein wenig traurig und bittersüß, aber absolut lesenswert!

4. Schwebezustand
„Schwebezustand“ scheint eine einfache Teenie-First-Love-Story zu sein. Man findet alle typische Elemente darin: Eine Schülerin, die anders ist und deshalb gemobbt wird. Ein guter Freund, der eigentlich mehr sein will. Eine vorsichtige Annäherung …
Eigentlich sind Teenies nicht „meine Baustelle“. Das lese ich nicht unbedingt gerne. Umso überraschter stelle ich fest, dass mich gerade diese Story immer noch beschäftigt. Der letzte Satz hat es nämlich in sich und lässt einen alles noch einmal in einem ganz anderen Licht betrachten.
Mira Bluhm erliegt nicht der Versuchung, dem Leser die Weisheit, die in der Geschichte steckt vorzubeten. Man muss schon selber darauf kommen.

Mein Fazit: Mir haben die vier kleinen, teils bitterbösen, teils klugen Geschichte in "Totenstille" jede für sich richtig gut gefallen. Die Zusammenstellung ist vielleicht ein wenig willkürlich, aber das tut ihrer Qualität keinen Abbruch. Ich gebe der Sammlung gerne 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

P.S.: Mir hat (obwohl auch das ein wenig eine Teenie-Geschichte ist) „Untote knutschen nicht“, das aktuelle Buch von Mira Bluhm ebenfalls richtig gut gefallen. Wer sich von „Totenstille“ gut unterhalten fühlt, sollte sich dieses Buch auch unbedingt zu Gemüte führen. Dort hat der schwarze Humor der Autorin ausreichend Platz sich so richtig zu entfalten …

Hier geht es zu meiner Rezi: "Untote knutschen nicht"

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Freitag, 27. Februar 2015

"Schuldfrage" von S.B. Sasori

Scharfe Scherben und der Geschmack von Erinnerungen
Cedric ist das, was „normale“ Menschen auch schon einmal einen „Psycho“ nennen. Er ertrinkt in Ängsten und Zwangshandlungen. Besonders schlimm ist es in der Dunkelheit. Licht hilft ihm nicht. Nur Sex, am besten hart und gefühllos …

Mika ist das, was „normale“ Menschen auch schon einmal einen „Penner“ nennen. Er lebt auf der Straße und findet, dass er nichts Besseres verdient hat. Sein einziger Halt ist Greta, in deren Haus er sich manchmal aufwärmen und erholen darf. Greta ahnt allerdings nicht, dass er auch noch aus einem anderen Grund kommt.

Als Cedric und Mika in Gretas Haus aufeinander treffen, sind beide gezwungen sich ihrer Vergangenheit endlich zu stellen. Beide glauben von sich, eine schwere Schuld zu tragen ...


Ich muss gestehen, dass mich diese Geschichte und die Art und Weise, wie sie erzählt wird völlig fasziniert haben. Ich will nicht spoilern, aber zuerst war ich mehr als skeptisch, ob aus der Ausgangsituation glaubhaft Liebe und Verzeihung erwachsen können. (Meist funktioniert das für mich nicht.) "Schuldfrage" ist zu Recht unter „Dramatik“ eingeordnet, es bleibt nämlich bis zum Schluss spannend.

S.B. Sasori hat mit Cedric und Mika zwei sehr ungewöhnlich Charaktere geschaffen, die bei aller Andersartigkeit niemals unglaubwürdig oder unrealistisch wirken. Als Leser spürt man die abgrundtiefe Verzweiflung, die das Leben beider Männer beherrscht und sie an den Rand der Gesellschaft drängt. Cedric und Mika kennen die Dunkelheit. Der eine fürchtet sie, der andere mag sie, weil er glaubt, nicht mehr im Licht stehen zu dürfen.

Als Leser kommt man Cedric und Mika sehr, sehr nahe. Sie halten nichts zurück, sie zeigen in dem Buch ihre auch schlimmsten Seiten. Aber S.B. Sasori schafft es, dass man sich nicht abwendet, sondern neugierig wird. Genauer hinschaut. Sich auf die beiden, die wirklich anders sind einlässt und allmählich verstehen kann, warum sie so und nicht anders handeln.

Besonders Mika, der einen ungewöhnlichen „Tick“ hat, wird man so schnell nicht wieder vergessen. Alleine dafür, diesen im positiven Sinne merk-würdigen(!) Menschen kennenzulernen, hat es sich gelohnt die Geschichte zu lesen.

Bei aller Traurigkeit und Angst, die zwischen den Zeilen immer wieder hervorbrechen, gibt es übrigens auch intensive Glücksmomente, die so wunderschön beschreiben sind, dass sie lange im Gedächtnis haften bleiben.

Für mich es übrigens wieder einmal eine der Geschichten, die ich in meine persönliche Favoritenliste schiebe, damit ich sie auf dem reader möglichst rasch wiederfinde, weil ich sie mehr als einmal lesen will. Wenn man jeden Tag ein Buch verschlingt und dann trotzdem noch eines findet, bei dem man denkt: „WOW! Das hast du so noch nie gelesen!“, ist das schon ein besonderer Moment.

Klar, dass „Schuldfrage“ von S.B. Satori  von mir mindestens 5 Punkte und eine wirklich begeisterte Leseempfehlung erhält.


(Hinweis: Die Rezi ist bei mir unter dem "Klarnamen" der Autorin gelistet: Swantje Berndt)

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Donnerstag, 26. Februar 2015

"Cum Book" von Gerry Stratmann

Ich hätte es besser wissen müssen…

Ehrlich gesagt, hat mich ein Buch mit dem Titel „Cum Book“ zuerst nicht wirklich gereizt. Das hört sich für mich mehr nach lieblosem Porno als nach sinnlicher Erotik an.

Mir gefällt aber der Schreibstil von Gerry Stratmann (Kat Marcuse kannte ich vorher nicht) und reinschauen kann man ja mal…

Gefunden habe ich dann fünf Geschichten voller Gefühl, Verlangen, Lust und Liebe. Wer technischen Rein-Raus-Sex sucht, ist hier falsch. Ohne dass mit deutlichen Worten gespart wird, liegt die Sinnlichkeit hier in der Beschreibung von Berührungen und Empfindungen.

Wer sich noch nie mit dem Thema SM / BDSM beschäftigt hat, sollte unbedingt mit der Story „Leid und Liebe“ von Kat Marcuse beginnen. Die Perspektive der Beobachterin erlaubt es, sich erst einmal „aus der Distanz“ zu nähern. Die wunderbar gewählten Worte nehmen einen aber dann unmerklich gefangen und bringen das Geschehen sehr nahe. In der Story „Session“ wird danach die gleiche Situation auf der Ich-Perspektive geschildert, was zumindest für mich, deutlich schwerer zu ertragen ist.

Aber auch die anderen drei Geschichten sind richtig klasse.

In „Harter Tag“ bewahrheitet sich der alte Spruch: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Im Zeitalter von internet und e-book schaut man nach „Wie man sich täuschen kann“ auf und verspürt spontan Lust noch einmal eine gute alte Bibliothek zu besuchen…

Und zu „It´s Showtime“ kann man nur sagen: Gewisse Termine sollte man einhalten, sonst ist man selber schuld. (Girns)

Von mir gibt es für "Cum Book" 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.


Und eine Warnung: Nein, nicht vor den expliziten Szenen! Ich befürchte der Schreibstil der beiden Autoren macht leider süchtig. 

Ich hätte das schon nach den ersten Büchern von Gerry Stratmann wissen müssen.

Zur Rezi von "Sommerträume" mit weiteren Geschichten von Kat Marcuse geht es übrigens hier: "klick".

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"Sommerträume" von Kat Marcuse

Sinnliche Erinnerungen

Man könnte einfach zu sagen, die Geschichten in dem Buch wären heiß. 

Das wäre in etwa so, als würde man behaupten, die Bilder in der Sixtinischen Kapelle wären "hübsch". 
Beides ist wahr, trifft aber nicht wirklich den Kern der Sache. 

Diese Storys stimulieren nicht nur das Lustzentrum, sondern alle Sinne. Man fühlt sich wunderbar trunken, schon beim Lesen.

(Ich gebe zu die Formulierungen in den letzten beiden Sätzen sind geklaut. Kat Marcuse spielt so virtuos mit Worten, dass ich mich nur davor verneigen kann!)

Der „Sommerabendtraum“ nimmt einen schon im ersten Satz gefangen. Diese erotische Geschichte ist so sinnlich erzählt, dass man die Kühle des Wassers auf der Haut ebenso spürt, wie die steigende Erregung bei dem erotischen Spiel, dass auf das Bad im Waldsee folgt.

„Liebe und Leid“ kenne ich schon aus Gerry Stratmanns "Cum Book", durch das ich auf die Autorin aufmerksam geworden bin. Wem diese Geschichte genauso gut wie mir gefällt, der kann sie dort noch einmal aus einer anderen Perspektive lesen. (Wen das gesamte Buch interessiert: Meine Rezi steht hier: "Klick")

Beide Geschichten verknüpfen BDSM und Voyeurismus. Aber nichts daran ist brutal oder billig. Mit wunderbaren Worten wird deutlich, wie Schmerz und Zärtlichkeit sich vermischen und die Lust immer höher steigen lassen. Nicht nur die „Akteure“ vergessen Zeit und Raum, auch der Leser wird unmerklich mitgerissen und kann erst wieder Luft holen, wenn die Session zu Ende ist.


Zum Abschluss findet man eine Leseprobe aus dem Roman „Ein Hauch von Kirschblüten“. Ich weiß jetzt zwei Dinge: Jan empfindet Toms Duft und Geschmack als eine Mischung aus herb und süß. Und ich will unbedingt wissen, wie diese Geschichte weitergeht.

Ich bin jedenfalls begeistert. Ich hatte ja schon befürchtet, dass die Bücher der Autorin mich süchtig machen. Aber ich glaube, diese Sucht werde ich gerne ausleben.

Von mir gibt es für jede der Kurzgeschichten in "Sommerträume" und auch für die Leseprobe mindestens 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung. Hier hat man eine wunderbare Gelegenheit den außergewöhnlichen Stil von Kat Marcuse kennenzulernen


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Mittwoch, 25. Februar 2015

"Bear Attraction" von Jennifer Ashley (engl.)

Zwei starke Charaktere finden sich!
Zwischen Walker und Rebecca funkte es, seit sie sich das erste Mal gesehen haben. Dabei finden sich die beiden nicht nur körperlich attraktiv, sondern bewundern auch die Stärke und Finesse des jeweils anderen. Aber Rebecca kann sich nicht vorstellen, dass ein menschlicher Mann damit klar kommt, wenn seine Gefährtin sich in einen riesigen Bären verwandeln kann. Eigentlich will sie sich von ihm fernhalten, aber sein Job beim Shifter Bureau macht das nicht einfach.

Schließlich ist er der einzige, der ihr noch helfen kann. Bedingung: Sie unterstützt ihn bei der Suche nach einer vermissten jungen Frau.

Leider entdecken die beiden sehr viel mehr, als sie gesucht haben …

Bear Attraction“ enthält wieder einmal alles, was die Serie „Shifters unbound“ von Jennifer Ashley so faszinierend macht: Starke, interessante Charaktere mit Ecken und Kanten, eine spannende Rahmenhandlung und die wundervollen Beschreibungen des Lebens in Shiftertown und der Beziehungen, vor allem der Liebe in den Familien. Natürlich dürfen auch einige Szenen nicht fehlen, die richtig heiß und sexy sind.

Dem ruhigen, selbstsicheren Ex-Soldat Walker glaubt man sofort, dass er es mit den Shiftern aufnehmen kann und damit der starke Partner ist, den Rebecca sich wünscht. Sie könnte einen schwachen Mann niemals respektieren.

Es ist Jennifer Ashley auch wunderbar gelungen, Rebecca zu charakterisieren: Von den Umständen gezwungen lebt sie mit Ronan, seiner Gefährtin und den Kindern unter einem Dach, obwohl sie eigentlich eher ein Einzelgänger ist. Aber zwanzig Jahre sind auch für einen Shifter eine lange Zeit. „Becks“ hat sich an ihre Wahlfamilie gewöhnt und weiß genau, dass sie nicht mehr ohne sie sein möchte. Ein potentieller Gefährte muss also nicht nur einen, sondern gleich ein halbes Dutzend Bären willkommen heißen. Ihre Ängste und Zweifel sind also gut nachvollziehbar, obwohl sie nicht schwach ist. Rebecca braucht keinen Mann der sie beschützt, aber sie wünscht sich einen Partner, der ihr auf Augenhöhe begegnet.

Normalerweise sind die kürzeren Novellen in sich abgeschlossen und können gut für sich gelesen werden. Das funktioniert auch hier, weil sie sich sehr auf Walker, Rebecca und die anderen Bären konzentriert. Besonderen Spaß macht das hier natürlich, weil „Bodyguard“ gerade auf Deutsch erschienen ist. Dort wird erzählt, wie Ronan und Elizabeth sich finden.

Eine wichtige Rolle spielt allerdings auch der Wolf Broderick, der unfreiwillig zum Helfer der beiden wird. Broderick fühlt sich nämlich für Joanne, die Schwester der vermissten Frau verantwortlich. (Die Beziehung der beiden riecht geradezu nach einer weiteren Kurzgeschichte …)
Allerdings taucht in „Bear Attraction“ eine ganz neuer und außerordentlich interessanter Charakter auf, der für den Kampf der Shifter um ihre Freiheit eine entscheidende Rolle spielen könnte. Schon alleine aus diesem Grund sollten Fans der Serie die Novelle unbedingt lesen.

Mein Fazit: Solide, spannend, sexy. Die Story passt genau in den Tenor der Serie und ist mal wieder richtig klasse. Sie erhält von mir 5 Punkte und eine Leseempfehlung.



Die gilt übrigens diesmal auch für die Leute, die sich bisher an die englischen Bücher nicht herangetraut haben. Es macht einfach Spaß zu lesen, wie es zwischen Rebecca und Walker knistert und vor allem die Shifter wiederzutreffen, die man gerade erst in „Bodyguard“ kennengelernt hat. Selbst wenn man nicht jedes Wort und nicht jede Anspielung auf Anhieb versteht, so ist die Story doch ein guter Einstieg, auch die restlichen Geschichten auf Englisch zu lesen. Dort geht es übrigens schon im April „Mate Bond“ weiter.


















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Dienstag, 24. Februar 2015

"Talker - Die Serie" von Amy Lane

Die "Talker - Serie" von Amy Lane besteht bis jetzt aus drei Teilen, die aufeinander aufbauen und in der richtigen Reihenfolge gelesen werden sollten. Die Rezis zu allen drei Büchern finden sich hier zusammengefasst.


Buch 1: "Talker"
Zitat: „Ich würde alles für dich tun!

Brian ist ein stiller, unauffälliger Junge. In unserer lauten Welt redet er nur, wenn er glaubt, dass das wirklich notwendig ist.
Tate scheint sein Gegenteil zu sein. Mit auffälligen Tattoos, Piercings, einem Irokensen und einem Mundwerk, dass niemals still steht. Alles an ihm ist laut und schrill. Geschickt versteckt er mit seinem auffälligen Aussehen und unter ständigem Gerede sein verletzliches Inneres.
Die Geschichte, wie Brian und Tate erst Freunde und dann nach und nach viel mehr werden, hat Amy Lane wunderbar und einfühlsam erzählt. Weit weg von allen Klischees wird nicht verschwiegen, wie hart und ungerecht das Leben sein kann. Und doch steckt das Buch voller Hoffnung: Brian und Tate haben nicht nur einander, sondern auch wirklich gute Freunde, auf die sie zählen können. Es ist sehr berührend, zu lesen, wie der ruhige Brian schließlich mit deren Hilfe über sich selbst hinaus wächst, um Tate von sich und einer gemeinsamen Zukunft zu überzeugen.

"Talker" ist geht unter die Haut und zu Herzen. Von mir gibt es 5 Sterne und ein Leseempfehlung.

P.S.: Als ich das Buch gelesen habe, fehlten so viele Kommas, dass es sogar mir aufgefallen ist. Ich weiß nicht, ob hier inzwischen nachgebessert wurde. Das Buch ist aber auf jeden Fall lesenswert! Wenn man einmal angefangen hat, will man unbedingt wissen, wie es mit den beiden Jungs weiter geht. Da sie keine meist pleite sind, weil ihr ganzes Geld für die Ausbildung drauf geht, müssen sie sich an einer Stelle zwischen Heizung und Licht entscheiden. Beides wäre schön gewesen. Man kann nicht immer alles haben ...
Bei dieser tollen Geschichte fallen die Kommas eindeutig in die Kategorie: Wäre schön gewesen. Deshalb will ich aber so wenig auf die Story verzichten, wie die beiden Jungs auf elektrisches Licht!



Buch 2: "Talker - Am Ende einer langen Nacht"
Sensibel geschriebene Fortsetzung

Tate möchte lieber „Talker“ genannt werden und er will auf keinen Fall an die schrecklichen Dinge in seiner Vergangenheit zurück denken. Besonders „Das. Mieseste. Date. Aller. Zeiten.“ ist ein Tabuthema. Nicht einmal vor seinem Therapeuten kann er aussprechen, was damals wirklich geschehen ist. Wieso nur verlangt sein geliebter Brian das von ihm?
Aber die Vergangenheit lässt sich nicht totschweigen und wie ein Geist taucht der Schrecken dieses Tages wieder in Talkers Leben auf und greift das an, was ihm mehr als alles Andere bedeutet: Brian. Nun muss Tate über sich selbst hinauswachsen …

Wie schon im ersten Band der Serie "Talker" erzählt Amy Lane die Geschichte von Talker und Brian wunderbar sensibel. Der größte Teil dieser Fortsetzung spielt sich in einer einzigen, furchtbaren Nacht ab. Allerdings erfährt man in Rückblenden, wie schwer es Talker immer noch fällt, wirklich mit einem Menschen zu reden, statt laut und schrill, aber inhaltslos vor sich hin zu plappern.
Auch hier gelingt es der Autorin wieder, den beiden Helden starke und authentische Nebencharaktere an die Seite zu stellen, die aufgrund kleiner Macken sehr lebendig und liebenswürdig wirken.

Obwohl die Story eigentlich ein echtes Drama ist, spürt man auch die zärtliche Liebe zwischen den Jungen und die Freundschaft und den Respekt, der sie mit den Menschen ihrer Umgebung verbindet. Genau dieser kleine, warme Funke der Hoffnung macht die Geschichte in meinen Augen zu etwas Besonderem.

Mir hat auch der zweite Teil der Serie „Talker - Am Ende einer langen Nacht “ so gut gefallen, dass ich gerne 5 Punkte und eine Leseempfehlung vergebe. 
Man sollte die Bücher übrigens in der richtigen Reihenfolge lesen, da sie aufeinander aufbauen, auch wenn jedes in sich abgeschlossen ist und einen anderen Schwerpunkt hat.



Buch 3: "Talkers Reifeprüfung"
Reine Poesie und purer Zucker!


Um es vorweg zu schicken: Ich weiß nicht, ob dieses Buch und diese Rezi Sinn machen, wenn man die beiden ersten Bände der Reihe nicht kennt. Ich finde sie beide grandios und man sollte sie unbedingt lesen, bevor man sich „Talkers Reifeprüfung“ zu Gemüte führt.

Damit habe ich es eigentlich schon vorweg genommen: Die Geschichte erhält (genau wie die beiden Vorgängerbände) von mir 5 Punkte und eine begeisterte Leseempfehlung.

Also: Zuerst „Talker“, dann „Talker – Am Ende einer langen Nacht“ und schließlich „Talkers Reifeprüfung“ lesen! Die komplette Geschichte ist einfach klasse!

Brian und Talker haben eine ganze Menge durchgemacht. Einiges davon ist passiert, bevor sie sich kennengelernt haben, anderes in ihrer gemeinsamen Zeit. Das schlimmste Erlebnis für Talker war es, hilflos an Brians Seite um dessen Überleben zu bangen, nachdem sein Freund und Geliebter zusammengeschlagen wurde. Brian hat überlebt. Aber der Preis ist hoch: Er wird seine Schulter nie mehr richtig gebrauchen können und die beiden haben einfach nicht genug Geld für eine vernünftige Physiotherapie. Talker lässt sich etwas einfallen, um Brian zu helfen und ahnt nicht, dass er damit ihrem gemeinsamen Leben eine völlig neue Richtung geben wird.

Diese Geschichte wird komplett aus der Sicht von Talker erzählt. Es passt wunderbar zu seinem sprunghaften Charakter, dass die Ereignisse nicht linear dargestellt werden, sondern wie die träumerischen Gedanken an einem sonnigen Morgen wirken (Wer das Buch liest, weiß genau an welchem Ort und in welchem Raum ich mir Talker gerade vorstelle …). Talker vertieft sich in eine Erinnerung nach der anderen und zusammen ergeben sie ein poetisches Bild einer großen Liebe. Die beiden Jungs werden in diesem Buch erwachsen und trotz ihrer Probleme und Schwierigkeiten ist die Geschichte der pure Zucker. Mir gefällt besonders, dass man spürt, wie die beiden sich weiterentwickeln. Dabei sind ihre Entscheidungen und Reaktionen immer nachvollziehbar und passen zu ihren Persönlichkeiten.

Das Ende ist ein wenig offen gehalten. Ich würde sehr gerne noch mehr über Brian und Talker lesen. Wenn ich aber ehrlich bin, ist hier ein guter Punkt erreicht. Die jungen Männer sind angekommen. Bei sich selbst und bei einander. Das ist einfach wunderschön.

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Montag, 23. Februar 2015

"Des Dämons Rache" von Simone de Merit

Geschichte: Top! Schreibe: … ???

Kailan glaubt,seine letzte Stunde habe geschlagen, als er in die Hände des grausamen Damon von Trest, genannt „Dämon“, fällt. Der Feldherr ist bekannt für seinen Hass auf den Klerus von Teryaram und hat das ganze Land mit Krieg und Schlachten überzogen.
Zu Kailans Überraschung wird er nicht getötet, sondern in die Burg des Feindes geschickt. Dort soll er nach einer mehrwöchigen Kerkerhaft als Sklave dienen. Das Damon eigentlich einen ganz anderen, viel perfideren Plan hat, kann Kailan nicht ahnen. Aber das Schicksal geht seine eigenen Wege und Damon und Kailan müssen sich damit auseinandersetzen, dass Hass nicht das einzige Gefühl ist, dass sie für ihren jeweiligen Feind empfinden.

Des Dämons Rache“ von Simone de Merit spielt in einer mittelalterlich angehauchten Fantasy-Welt. Die Kernproblematik der Geschichte muss man als Leser nicht selbst entdecken: Schon im Klappentext wird verraten, dass sich ein toleranter und ein (aus meiner Sicht) völlig altmodischer und verklemmter Staat gegenüberstehen. Wer „die Guten“ in diesem Setting sind, kann man sich natürlich denken. Trotzdem hat mich das Buch interessiert. Ich bin allerdings etwas enttäuscht. Irgendwie fehlt der Geschichte die Tiefe und den handelnden Charakteren die Substanz. Ich kann und will hier nicht spoilern, aber die Zufälle, die Kailan und Damon ursprünglich zusammengeführt haben, sind mir einfach ein wenig viel des Guten.

So sehr mir die Idee hinter dem Roman gefällt, so wenig bin ich mit der Umsetzung zufrieden. Die Geschichte hätte in meinen Augen deutlich mehr Raum gebraucht. Dazu kommt außerdem, dass mich die Sprache teilweise irritiert hat. Man kann doch einen „Wurmsatz“ nicht auflösen, indem man einfach einen Punkt statt einem Komma setzt, aber ansonsten nichts an der Abfolge der Worte ändert! So erhält man nur rudimentäre Satzbruchstücke, die irgendwie unfertig wirken.

Fazit: Richtig tolle, spannende und mitreißende Grundidee, die aber leider in der Umsetzung erheblich zu wünschen lässt.
In dieser Form erhält das Buch von mir 3 Punkte und nicht wirklich eine Leseempfehlung.
Übrigens: Der Epilog lässt auf eine Fortsetzung schließen. Damons Freund Milos muss eine junge Dame zu ihrem Verlobten begleiten. Diese Story interessiert mich durchaus und ich bin ehrlich gespannt, ob im zweiten Buch von Simone de Merit die Kritikpunkte, die ich bei „Des Dämons Rache“ hatte, auch noch auftauchen, oder diesmal die Erzähltechnik so gut ist, wie die Geschichte es verdient.

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Sonntag, 22. Februar 2015

"Kussbilanz 2" von Kooky Rooster

Ein Kuss ist kein Kuss …

… scheint sich auch Kooky Rooster gedacht zu haben und erfreut hier die Leser nach „Kussblianz: Kurzgeschichten Band 1“ mit einem zweiten Sammelband voller Storys, die sich (nicht nur) um die Liebe drehen. In fünf wunderbaren Geschichten suchen und finden sich zwei Lippen, Körper und Herzen. Aber wie immer kommentiert Kooky Rooster das Geschehen aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel und öffnet mal mit witzigen, mal mit scharfsinnigen Worten sowohl das Auge der Protas, als auch das Auge des Lesers für Details, die sich vor der eigenen Nase abspielen und doch scheinbar stets unsichtbar waren. Natürlich kann man nicht mehr wegschauen, wenn man erst einmal weiß, dass sie da sind …

1. Kameragesicht:
Lukas verflucht sich selbst, weil sein „Apell-Ohr“ ihn dazu gebracht hat, für ein Schulprojekt Sven vor laufender Kamera zu küssen. Sonst ist er völlig selbstsicher, aber die Kamera scheint ihn irgendwie zu verändern. Oder ist das etwa Svens samtige Haut? Oder die Berührung seiner Lippen? Lukas weiß plötzlich nicht mehr, was er denken soll.

Diese Geschichte einer überraschenden Erkenntnis ist wunderschön geschrieben, sehr zärtlich und voller selbstironischem Humor. Für mich ist sie ein wunderbares Beispiel dafür, dass Erotik im Kopf beginnt und durch subtile Gesten und Blicke ausgetauscht wird. Bloße Haut braucht man dafür nicht unbedingt. Aber ein Blick auf einen nackten, flachen Bauch, der sich keuchend hebt und senkt, lässt das Kopfkino natürlich auch nicht kalt!
Alleine wegen dieser Geschichte lohnt es sich schon, das Buch zu lesen!

2. Ein Mangel an Fiona
Theo ist schwul und findet das gut. Ok, es ist vielleicht schwierig für einen homosexuellen Mann am Arbeitsplatz seine große Liebe zu finden, aber da kann man halt nix machen. Blöd auch, dass der freie Schreibtisch neben ihm prompt mit einer Frau besetzt wird. Theo will Fiona nicht mögen, aber Fiona ist kompetent, nett, sie sieht toll aus, ist hinreißend, bezaubernd ...

Moment mal? Hat sich Theo etwa in eine Frau verliebt?

Nicht nur Theo, auch der Leser ist zuerst ziemlich überrascht. Hat Kooky Rooster hier eine Heten-Geschichte eingeschmuggelt??? Das Rätsel muss man als Leser schon selber lösen, ich verrate hier nur soviel: „Aus Mangel an Fiona“ ist richtig witzig und macht Spaß, egal wie oft man die Geschichte liest. Alleine der „Post-it-Dialog“ ist es schon wert, die Story wieder und wieder zu genießen. Es besteht deutlich mehr als eine „Null-Prozent-Chance“ sie toll zu finden.

3. Weltfremd

42 ist die Antwort auf alle Fragen. Das weiß jeder, der „Per Anhalter durch die Galaxis“ kennt. Was das mit Ralf, Mario und peinlichen Experimenten zu tun hat … das kann ich jetzt hier auch nicht erklären. Kooky Rooster schon! Sie erzählt diese aberwitzige Geschichte so plausibel, dass man am Ende eine weitere Antwort auf alle Fragen kennt. Bloß verraten kann man sie nicht. Man muss nämlich erst mal Luft holen, das vergisst man vor lauter Lachen während des Lesens die ganze Zeit.

4. Mechanische Abläufe
Also eigentlich fängt alles ganz harmlos an. Aber Paul hat das Kleingedruckte nicht gelesen. Jetzt ist er völlig verzweifelt. Er soll einen Schwulen spielen! Dabei ist er doch gar nicht schwul und auch kein Schauspieler und sogar gespielter Sex erfordert Nähe und überhaupt …

Aber Übung macht den Meister und so beginnt er eine Affäre mit … Ok. Es steht ja im Klappentext: Auch Türrahmen können verflixt sexy sein! Wer das nicht glauben will, der sei gewarnt! Nach dieser Story wird man nie wieder einen Raum betreten ohne in Versuchung zu geraten …
Ne. Das kann und will ich nicht erzählen. Das kann nur Kooky Rooster mit ihrer unvergleichlichen Art.

5. World without Straights
Hier ist der Titel schon Programm. Diese Story ist bei aller Komik die ernsteste in dem Buch. Es wird erschreckend klar, wie oft auch in unserer ach so aufgeklärten Welt Minderheiten im kleinen und großen Diskriminierungen zu kämpfen haben.

Fazit: Ich bin richtig glücklich mit „Kussbilanz: Kurzgeschichten Band 2“. Die Storys sind bei aller Tiefe so lustig, dass ich beim Lesen laut und herzhaft gelacht habe und meine gute Laune in den Alltag retten konnte. (Kann auch daran liegen, dass ich jetzt jeden Türrahmen anlächele, wenn ich einen Raum betrete, die Menschen darin das auf sich beziehen und fröhlich zurücklächeln. Insgesamt verbessert diese Geschichtensammlung das soziale Klima also nachhaltig. ;D)

Bewertung? Echt jetzt? Natürlich die maximal mögliche Punktzahl.
Und eine Lesesempfehlung? Ja! Klar!!! Die Anschaffung lohnt sich alleine schon deshalb, weil jede der Storys nicht nur beim ersten, sondern auch noch beim zehnten Lesen richtig Spaß macht.


Autorenseite: Kooky Rooster
Verlag: bookrix

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Samstag, 21. Februar 2015

"Queery Tales: Auf magischer Reise" von Seth Ratio

Wer ist das wahre Monster?

Avel von Cleen zieht als freier Ritter durch die Lande und bietet seine Dienste im Kampf gegen Schurken und Monster an. Als man aus dem Königreich Rìoghachd nach ihm verlangt, ist er zuerst überrascht. Dort herrschten lange Zeit Frieden und Wohlstand. Aber nun bedroht ein gefährlicher Drache die Dörfer und Avel verspricht König Riog, den Kopf des Ungeheuers zu holen.

Ganz so einfach ist das allerdings nicht. Der Drache hat einen Verbündeten und Jagus wartete mit einer unglaublichen Geschichte auf …

Queery Tales: Auf magischer Reise“ ist ein wunderschön erzähltes Märchen voller finsterer Schurken, bösartiger Monster und tapferer Helden. Avel, Jagus und der Drache Caraid treten eine Reise an, die die beiden Männer von Grund auf verändert und deren Gelingen das Schicksal eines Reiches abhängt. Bei aller Spannung und Action punktet das Buch doch vor allem in den ruhigen Momenten. Ganz ohne explizite Szenen spürt man, wie zwischen Avel und Jagus aus beiderseitigem Interesse ganz langsam mehr wird. Die Sinnlichkeit der Geschichte steckt in den Blicken und kleinen, aber bedeutungsvollen Gesten. Manche der Bilder sind so wunderschön, dass man schlucken muss. Ich kann und will hier nicht spoilern, aber als ich erfahren habe, was es mit den Lichtpunkten auf sich hat, die auf dem Titelbild zu sehen sind, standen mir die Tränen in den Augen.

Märchen haben eigentlich immer eine klare Moral: Verlaß‘ den Weg nicht, hüte dich vor Fremden, gehorche deinen Eltern …

Die Moral dieser Geschichte ist nicht ganz so einfach zu entschlüsseln. Möglicherweise ist es diese: Verlass dich nicht auf den ersten Eindruck, sondern versuche das Herz der Menschen zu ergründen. Manchmal ist es überraschend, wer sich als echter Freund und wer als wahres Monster erweist.

Avel lässt sich auf dieses Abenteuer ein und am Ende der Reise hat sich für ihn und für ein ganzes Königreich viel verändert. Vielleicht ist es Magie. Vielleicht ist es Glück.

Ich finde, es lohnt sich für jeden, das für sich selbst herauszufinden. Deshalb erhält der erste Band der „Queery Tales“ von mir 5 magisch leuchtende Lichtpunkte und eine von Herzen kommende Leseempfehlung.

P.S.: Das wunderschöne Cover stammt übrigens von Kooky Rooster.


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- "Heimatliebe"
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"Peace of mind" von Seth Ratio

Zärtlicher One-Shot

- Kurz-Rezi -

Aiden kann nicht schlafen. Im nächtlichen Garten hängt er seinen Gedanken nach, verspürt vielleicht vages Heimweh nach der grünen Insel, auf der er seine Jugend verbracht hat. Plötzlich ist er nicht mehr alleine...

Natürlich ist diese Geschichte SEHR kurz. Aber die Aussage ist glasklar, atmosphärisch dicht erzählt von Seth Ratio. Man riecht förmlich das nasse Gras und spürt den Wind auf der Haut. Mich hat die Geschichte berührt. Eine so zärtliche Beziehung zaubert ein Lächeln in mein Gesicht. Einfach wunderschön.

Die Geschichte gibt es bei amazon immer noch kostenlos. Hier der Direktlink: "Peace of mind"

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"Littel Things" von Seth Ratio


Kleine Dinge machen eine große Liebe aus

Sullivan „Sully“ und Taylor gehen gemeinsam in eine Klasse und werden Freunde, als sie mit 10 Jahren feststellen, dass sie die gleichen Comics mögen. Von da an sind die Beiden echte Kumpel, die wie Pech und Schwefel zusammenhalten, obwohl sie eigentlich unterschiedlicher nicht sein könnten. Sully ist ein totaler Draufgänger und Chaot, während Taylor eher der ernsthafte, pflichtbewusste Typ ist.
Auch als Sully eines Tages merkt, dass Taylor mehr für ihn ist, als nur ein Freund, zerbricht das ihre enge Beziehung nicht. Allerdings verschweigt Sully lange, was er empfindet.
Wie der junge Punk Dino in die Story passt und welche Rolle er im Leben der Beiden schließlich spielt, sollte jeder selber heraus finden…

Little Things“ wird erzählt, indem einzelne, manchmal scheinbar belanglose Episoden, sich mit der Schilderung von Schlüsselereignissen aus dem Leben der Jungen / der Männer abwechseln. Dabei wird das Geschehen einmal aus Sullys Sicht dargestellt, dann wieder aus Taylors.

Das Buch ist weit weg vom Main-Stream und erzählt unspektakulär, aber sehr bewegend, wie aus einer Sandkastenfreundschaft eine Liebe wächst, die das Wichtigste im Leben der beiden Männer ist. Manche der Szenen sind so eindringlich und zärtlich, dass sie einem schlicht den Atem rauben.

Seth Ratio schafft es mit leichter Hand und absoluter Treffsicherheit Emotionen zu schildern und sie beim Leser auch zu wecken.


Man muss diese Geschichte nicht lesen. Man sollte es aber, weil man etwas verpasst hat, wenn man sich die Chance entgehen lässt, Sully und Taylor kennenzulernen. Ihre Liebe hat mich von der ersten Seite an sehr berührt, damit ist für mich klar, dass es 5 Punkte und eine Leseempfehlung für diese kleine Kostbarkeit gibt.


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"Bodyguard - Spezialauftrag: Liebe" von Corinna Bach


Mischung aus Romance und Thriller
Niklas ist ein hitzköpfiger, reicher Playboy, der sich herzlich wenig Gedanken um die Gefühle seiner Mitmenschen macht. Nachdem er zufällig einen Mord beobachtet hat, wird er bedroht und sein Vater sieht sich genötigt, einen Bodyguard einzustellen.
Ruben ist zuerst nicht begeistert, als er erkennt, wen er da beschützen soll: Er kennt nämlich Niklas, bzw. dessen Fäuste bereits persönlich. Trotzdem nimmt der den Auftrag an und erkennt allmählich, dass Niklas auch andere Seiten hat. Die größte Überraschung wartet aber noch auf die beiden: Stimmt es wirklich, dass Niklas sich von Männern angezogen fühlt?
Beinahe vergessen die beiden über dieses private Drama die Gefahr, in der Niklas immer noch schwebt und so kommt es zu einer Katastrophe.


Bodyguard – Spezialauftrag: Liebe“ von Corinna Bach punktet mit interessanten Charakteren und tollen Situationsbeschreibungen. Obwohl der Anfang der Geschichte sich aus dem „Thriller“ ergibt, überwiegt hier mit dem gegenseitigen Kennenlernen und der vorsichtigen Annäherung der Männer der „Romnace“ Teil. Hier habe ich mich richtig gut unterhalten gefühlt und konnte auch über einige Kleinigkeiten hinwegsehen, die mich irritiert haben. Die eigentlich richtig toll angelegten und interessanten Charaktere reagieren nämlich hin und wieder … sagen wir mal ein wenig launisch.

Gut gefallen hat mir im ersten Teil auch, dass immer wieder kleine „Schnipsel“ eingestreut sind, die andeuten, was gerade bei den „Bösen“ vor sich geht und so die Spannung immer höher treiben.

Leider funktioniert das Buch ab der Stelle, ab der die beiden Handlungsstränge wirklich zusammengeführt werden, für mich nicht mehr zu 100%. Das mag daran liegen, dass ich kein Thriller-Fan bin. Aber hier war das von Anfang an Bestandteil der Geschichte und eigentlich hätte ich das Abenteuer zusammen mit Ruben und Niklas ganz gerne erlebt. Nur irgendwie kamen mir manche „Erklärungen“ unglaubwürdig und einige der Zufälle sehr konstruiert vor.

Vielleicht laufen einfach zuviele Handlungsstränge zusammen: Die Love-Story incl. innerem und äußerem Outing, ein Vater-Sohn-Konflikt, der Thriller, verschiedene Freundschaften, die Wandlung eines Homophoben zum guten Freund der beiden Hauptcharaktere …

Eigentlich schade. Den nicht nur Niklas und Ruben sind interessant, auch Matthes und Sarah, Niklas Vater und Rubens Oma hätte ich gerne näher kennengelernt. Die Beziehungen der Personen untereinander hätte alleine schon ein ganzes Buch gefüllt und teilweise deutlich mehr Raum vertragen können.

Fazit: Nach einem richtig tollen Start zieht sich der Mittelteil für mich dahin, weil die Geschichte für mich einfach nicht mehr so richtig glaubwürdig und in sich logisch war. Der Schluss ist dann allerdings wieder zuckersüß.
Insgesamt finde ich „Bodyguard – Spezialauftrag: Liebe“ „nicht schlecht“, das sind solide 3 Punkte. 

Weil mir Teile der Geschichte richtig gut gefallen haben, werde ich es trotzdem auf jeden Fall noch einmal mit Corinna Bach versuchen. Ab Mai 2015 gibt es „Vancouver Dreams“ im Handel. Die Inhaltsangabe ist vielversprechend!







Bildquelle: Sieben Verlag
Link zu homepage des Verlages: Sieben Verlag








Mittwoch, 18. Februar 2015

"Winternacht" von Mathilda Grace

Dunkle Sehnsüchte

Nathan Becks ist der Jüngste seiner Generation in der großen Wahlfamilie rund um den neugierigen Superanwalt Adrian Quinlan und wird deshalb von allen Verwandten mit Argusaugen bewacht. Das treibt ihn in die Rebellion und bewahrt ihn keineswegs vor schlechten Erfahrungen.
Was Nathan allerdings am meisten zu schaffen macht, ist der unwillkommene Gedanke, dass er alleine die Schuld an Allem trägt und – noch schlimmer – seine Hilflosigkeit tatsächlich einen Moment lang genossen hat. Nathan ist völlig irritiert: Gefällt es ihm wirklich unterworfen, gefesselt und gequält zu werden? Ist so etwas überhaupt normal? Selbst seine tolerante Familie scheint hier eine Grenze zu ziehen. Zum Glück findet Nathan Freunde, die Verständnis für ihn haben und einen Mann, der seine große Liebe sein könnte …

Winternacht“ ist eine überraschend unaufgeregte Geschichte über einen jungen Erwachsenen, der bemerkt, dass seine Vorstellung von einem erfüllten Liebeleben anders ist, als die der meisten Menschen. Nathan hat keine Probleme mit seiner Homosexualität, sondern damit, für sich herauszufinden, dass er devot veranlagt ist.

Die verschiedensten Spielarten von Lust werden heute munter in den Medien diskutiert und es gibt haufenweise Bücher, in denen Männer wie Frauen in Fesseln höchstes Vergnügen empfinden. Aber woher nimmt man das Vertrauen, sich jemandem völlig in die Hand zu geben? Wie kann man sicher herausfinden, wo die eigene Lust endet und die Angst beginnt? Und können sich Partner in einer solchen Beziehung überhaupt auf Augenhöhe begegnen?

Passt die Liebe hinein, wenn sich Schmerz und Lust mischen?

Nathan muss sich mit all diesen Fragen auseinandersetzen. Es ist spannend und sehr berührend zu lesen, wie er seinen ganz eigenen Weg sucht und schließlich einsehen muss, dass er sich seinen dunklen Sehnsüchten genau wie seinen Ängsten stellen muss, wenn er seine Chance auf Glück nicht verspielen will.

Wie immer in der „Ostküstenreihe“ von Mathilda Grace, so sind auch in „Winternacht“ die Charaktere sehr liebevoll und lebendig angelegt. Sie haben alle ihre Stärken, aber auch ihre großen und kleinen Fehler. So ist z.B. Nathan trotz seiner Neigung ein richtiger Hitzkopf, der zu Wutausbrüchen neigt. Klasse ist es natürlich, wenn Figuren wie Adrian, aber auch Nathans Väter Sam und Devin konsequent ihren Charakter behalten. Manche Dinge sind für Fans der Serie schon eine Art Running Gag, über die man sich immer richtig freut.

Fazit: Ach Leute! Auch wie immer!!! Mehr als 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die alle Bände der Serie und sämtliche Side-Storys, Outtakes und alles was es sonst da noch so gibt uneingeschränkt mit einschließt. Dass ich, wie sicherlich viele Fans, nach über 20 Büchern noch nicht genug habe, spricht für sich. Ich wünsche mir jetzt schon wieder „mehr“ …

Leider hat Mathilda Grace schon länger angekündigt, dass sie sich neuen Projekten zuwenden will und mit der Ostküsten-Reihe (Ich hoffe immer noch nur vorläufig!!!) Schluss ist. Schade.

Zum Glück gibt es ja ein paar nette „Nachbarn fürs Herz“ die mich trösten werden … ;D

Link zur Homepage der Autorin: Mathilda Grace

Bildquelle: amazon

"Auf der Suche nach Mr. Grey: "Autsch" ist ein schlechtes Safewort!" von Emily Bold


- Kurzrezi – 

Brüllend komisch!
Egal, ob man SoG-Fan ist oder das Buch für den letzten Sch*** hält, diesen witzigen Kurzroman von Emily Bold sollte man sich nicht entgehen lassen!

Die Suche von Anna nach ihrem persönlichen Mr. Grey ist einfach brüllend komisch, dabei richtig gut erzählt und voller kluger Beobachtungen, die humorvoll zum Besten gegeben werden. Ich habe mir die Lachtränen aus den Augen gewischt, während ich mit fassungslosem Stauen verfolgen musste, wie schwierig es sein kann „Mr. Right“ zu finden. Da ist auch das internet nicht wirklich eine Hilfe, scheinbar wird nirgendwo mehr gelogen als auf Online-Dating-Portalen.

Ob und wie Anna es schafft "Auf der Suche nach Mr. Grey" glücklich zu werden, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!

Fazit: Deutlich mehr als 5 Punkte! Auf jeden Fall lesen! Lachtränen garantiert!!!


Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Emily Bold kaufen: 
- "Auf der Suche nach Mr. Grey: "Autsch" ist ein schlechtes Safeword!"

Mittlerweile gibt es die Fortsetzung von Annas Geschichte:
"Ein Tanz mit Mr. Grey: Wer hat eigentlich die Wassermelone getragen?"

Bildquelle: amazon

"Das Faustus-Institut" von Tim Spohn

Berlin bei Nacht

Noah lebt zurückgezogen im Großstadtdschungel der Hauptstadt. Er meidet soziale Kontakte, weil bittere Erfahrungen ihn gelehrt haben, dass er für die Menschen, die er liebt, gefährlich werden kann.
Seine Einsamkeit teilt nur seine innere Stimme, die er als seinen „Fluch“ bezeichnet. Trotzdem ist Noah nicht unzufrieden, bis ihm Lis und Lucas über den Weg laufen. Immer wieder. Kann das wirklich ein Zufall sein?
Erst als sich merkwürdige Ereignisse überschlagen und gefährliche Dämonen ungeniert in der Realität randalieren, versteht Noah allmählich, dass er nicht alleine über Fähigkeiten verfügt, die nicht ganz menschlich sind. Seine neuen Bekannten bringen ihn zum Faustus-Institut, der Behörde, die für alle übernatürlichen Wesen zuständig ist. Aber wird man ihm dort glauben, dass er keine bösen Absichten hat? Und noch wichtiger, erlaubt sein Fluch, dass er sich näher mit Menschen einlässt, ohne sie zu töten?

Tom Spohn hat mit „Das Faustus-Institut (Der Fluch des Noah Lindt 1)“ etwas geschaffen, dass unheimlich spannend ist: Die Geschichte ist so realistisch angelegt, dass man geneigt ist, sie trotz der Götter, Dämonen und Fabelwesen, die sich darin tummeln, nicht im Gerne Fantasy anzusiedeln, sondern eher unter Thriller laufen zu lassen. Die Schilderungen des nächtlichen Berlins sind so plastisch, dass es keinen Moment irritiert, wenn sich aus dem Schatten des Hinterhofs plötzlich ein Ziegendämon schält oder eine fast vergessene Göttin einen heidnischen Tempel mitten in einer alten Fabrikhalle betreibt. Man ist – genau wie Noah – recht schnell davon überzeugt, dass die übernatürlichen Wesen eine gute Erklärung für viele Phänomene in der modernen, oft kaum verständlichen Welt sind.

(Kleine Frage für Insider: Noahs Erklärung, warum Lis wiederholt einen guten Parkplatz findet, ist doch plausibel, oder?)

Einmal denkt Noah: „ … die ganze Situation ähnelt(e) immer mehr einem Computerspiel …“. Recht hat er! Sagen und Realität vermischen sich in dem Buch zu einem stimmigen Gesamtbild.

Die Geschichte wird übrigens konsequent aus der Sicht von Noah erzählt. So kann der Leser zusammen mit ihm nach und nach entdecken, dass die Welt mehr Facetten hat, als allgemein bekannt sind. Mir gefällt, dass die Sprache zu einem jungen Mann passt. Meist nüchtern, manchmal humorvoll, aber immer mit klaren Worten kommentiert Noah das Geschehen. Dabei lässt die Geschichte nicht kalt! Man spürt Noahs Einsamkeit und Verzweiflung, seine vorsichtige Sehnsucht, aber auch seine Müdigkeit und seine Schmerzen.

Ich konnte „Das Faustus – Instititut“ nicht aus der Hand legen, bevor ich wusste, wie die Geschichte von Noah, Lucas und ihren Freunden vorläufig endet. Ich weiß auch jetzt schon, dass ich unbedingt lesen möchte, wie es mit ihnen weiter geht. Das ist übrigens umso erstaunlicher, weil das Buch eigentlich nicht in mein Beuteschema passt. Während mich in der Regel Geschichten interessieren, deren Focus auf den Beziehungen der Menschen darin liegt, geht es hier in erster Linie um die Entwicklung von Noah. Zu Beginn ist er ein einsamer Einzelgänger, fast unsichtbar in der Anonymität von Berlin. Das ändert sich im Laufe der Geschichte grundlegend. Zwar kann er das Rätsel um seinen Fluch noch nicht lösen, aber er ist auf dem besten Weg Freunde zu finden und in Lucas vielleicht sogar einen Menschen, der mehr als nur das ist.

Fazit: Ungewöhnlich, spannend, richtig klasse geschrieben. Davon will ich mehr lesen! Von mir bekommt „Das Faustus – Institut“ 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Kleine Warnung: Purer Romantiker, die eine reine Love-Story suchen, werden mit der Geschichte nicht unbedingt glücklich werden. Dazu ist sie teilweise zu hart. Aber Leute, die (auch) Spaß an spannend geschriebenen SF-Romanen haben, sind hier gut bedient, obwohl das Buch im „jetzt“ spielt.

Bildquelle: amazon

Dienstag, 17. Februar 2015

Jetzt ist es da!!!! "Queery Tales 1 - Auf magischer Reise"

Bei amazon ist es schon zu finden, dann wird es in den anderen Shops auch bald auftauchen.
 :)

Direktlink: "Querry Tales 1: Auf magischer Reise"

Es war einmal …

Märchen gab es zu allen Zeiten und in allen Kulturen.
Märchen berühren, faszinieren, laden zum Träumen ein. 

Märchen kennt jeder.

Aber nun wird ein neues Kapitel im Märchenbuch aufgeschlagen: Die Queery Tales erzählen von Prinzen, die einen Prinzen suchen, von Müllersöhnen, die eine Prinzessin und das halbe Königreich ausschlagen, um einem dunklen Fremden zu folgen, und von bösen Wölfen, die einen Mann nur sprichwörtlich zum Fressen gern haben.
Kurz gesagt, die Queery Tales erzählen mal klassisch, mal modern wie märchenhaft die Liebe unter Männern sein kann.
In der Serie werden in loser Folge Geschichten verschiedener Autoren veröffentlicht, die jeweils in sich abgeschlossen sind.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute …


Folge 1: "Auf magischer Reise" von Seth Ratio

Der Kampf gegen Monster gehört für den Ritter Avel nicht nur zum Alltag. Für ihn ist es eine Berufung, der er mit Leidenschaft nachgeht. So steht es für ihn auch außer Frage, dass er den Auftrag annimmt, einen Drachen zu erschlagen, der Tod und Leid über das Königreich Rìoghachd bringt. Die Begegnung mit dem Magier Jagus lässt Avel jedoch nicht nur seine Mission in Frage stellen, sondern stellt sein ganzes Leben auf den Kopf. Zusammen begeben sie sich auf die Reise, um den Kampf mit dem Monster aufzunehmen. Dabei steht nicht nur der Frieden von Rìoghachd auf dem Spiel, sondern auch Avels Leben – und sein Herz.

Ich durfte schon mal reinlesen und bin begeistert!
Wer auch schon mal einen Blick in die Leseprobe werfen will, findet ihn auf BX: "Queery Tales"
Das wunderschöne Cover ist übrigens von Kooky Rooster.

Bildquelle: bookrix







Montag, 16. Februar 2015

Serie "Life Tree Master Trooper" von Alexa Kim

Triebgesteuerte Supersoldaten?

Die Serie von Alexa Kim umfasst folgende Teile, von denen die ersten schon erschienen sind, die restlichen noch in Planung:


1. Torn (breits erschienen, Rezi siehe unten)
2. Crow 
(breits erschienen, Rezi siehe unten)
3. Ace 
(breits erschienen)
3.1 Faun 
(breits erschienen, Rezi siehe unten)
4. Kryo (erscheint Juni/Juli 2015)
5. Thunder
6. Beast
7. Doom


Aus dem Klappentext:
Die „Master Trooper-Reihe“ richtet sich an alle, die Liebesgeschichten ein wenig archaischer, härter und dominanter mögen. Obwohl es sich um eine Romance-Serie handelt, enthält sie Ideen von Dominanz und Unterwerfung.
Wer dies nicht mag, sollte lieber zu einer anderen Serie greifen.
Alle diejenigen, die gerne in eine Welt mit starken Alpha-Männern und einer archaischen Endzeithandlung eintauchen, fühlen sich in meiner neuen Serie bestimmt gut aufgehoben …

Obwohl jeder Teil der Master Trooper Reihe eine in sich abgeschlosene Geschichte ist, basiert die Handlung doch stark auf der fortlaufenden Hintergrundhandlung, sodass es empfehlenswert ist, die Teile der Reihenfolge nach zu lesen.

Zusammenfassend sei gesagt: Es geht um dominante Alpha-Männer in einem SF-Szenario. Wer in dem Genre gerne liest, ist hier gut bedient. Die Storys sind eine leichte,sexy Lektüre für zwischendurch. Viel Tiefe darf man aber nicht erwarten.

Im Anschluss findet man die Rezi zu Torn, Crow und Faun.
...
Der Post wird evtl. erweitert, wenn weitere Bände erschienen sind.
Ich kann die Finger eh´ nicht von den Büchern lassen, egal ob ich sie empfehle oder nicht.

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Band 1: Torn
Die Organisation Life Tree hat in einer dystopischen Zukunft genetisch manipulierte Supersoldaten gezüchtet, die sich nun auf "natürlichem" Wege vermehren sollen, um eine breitere Genbasis zu schaffen. Die menschlichen Frauen nehmen an dem Projekt nicht freiwillig teil. Deshalb ist Larona auch zunächst außer sich vor Angst, als man sie zu Torn bringt.
Unerwartet versucht der Riese auf seine Weise sanft zu sein und seine übermächtigen Triebe so gut es geht zu beherrschen. Nach und nach stellt Larona fest, dass die Monster an ganz anderer Stelle sitzen und Torn merkt, dass man ihn sein Leben lang belogen hat. Aber Beziehungen sind den Männern verboten. Kann es trotzdem eine Zukunft für die beiden geben?

Fairerweise sagt Alexa Kim schon im Klappentext genau, worauf man sich einlässt: Die Story dreht sich weitestgehend um "das Eine", hat aber wenigstens einen ordentlichen Handlungsrahmen. Tiefsinn fehlt allerdings weitestgehend. Die "Master Tropper" sind kleine, sexy Happen für zwischendurch, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Mit der Bewertung tue ich mich ein wenig schwer. "Torn" muss man mit Sicherheit nicht lesen. Ich persönlich mag aber diese Art von Geschichten hin und wieder ganz gerne und weiß jetzt schon, dass ich auf jeden Fall noch mindestens einen Folgeband haben möchte. Ich bin echt gespannt, wie die Serie sich entwickelt. Deshalb gibt es von mir knappe 4 Punkte, aber eine Leseempfehlung nur für Genre-Fans.

Zum Schluss zwei kleine Anmerkungen:
1. Hin und wieder hapert es ein wenig mit der Logik. Aber ok. Die Story ist eine Romanze und keine naturwissenschaftliche oder gesellschaftspolitische Abhandlung. Also: Geschenkt!
2. Im Print würde man bei der vorliegenden Formatierung von "Großdruck" reden. Ich gebe aber ehrlich zu, dass ich noch nicht herausgefunden habe, ob und wie sich dies beim kindle auf die Anzahl der Seiten auswirkt. "Gefühlt" war ich sehr (!!!) schnell durch.



Band 2: Crow folgt seinem Herzen

Crow ist einer der jüngeren Master Trooper, aber seine Anlagen als Alpha zeigen sich jetzt schon deutlich. Folgerichtig fordert er bei der Revolution die Leitung von Sektion A für sich. Seine Kameraden sind fast alle bereit, seinen Anspruch anzuerkennen, nur Strike lehnt sich voller Wut dagegen auf. 

Wer wird diesen tödlichen Konflikt gewinnen? Es geht nämlich nicht nur um die Position des Anführers. Crow kämpft um etwas, was ihm wichtiger ist als alles andere: Er will unbedingt die Ärztin Dr. Leslie Barner als Partnerin an seiner Seite. Aber kann die stolze, unabhängige Leslie sich einem Mann unterwerfen? Außerdem hat sie ein Geheimnis …

Auch "Crow", der zweite Band der „Master Trooper“, ist ein kleiner, sexy Happen für Zwischendurch. Mir hat es Spaß gemacht, nicht nur die Geschichte von Crow und Leslie zu lesen, sondern auch zu verfolgen, was aus Torn und Larona wird. Die Charaktere gewinnen ein klein wenig an Tiefe, was ihnen gut tut.

Fazit: Wieder verdiente 4 Punkte und eine Leseempfehlung für Genrefans.

Anmerkung: Schon beim letzten Mal habe ich mich ein wenig an einigen Logik-Fehlern gestört. Wenn man einen SF-Roman schreibt, heißt das für mich nicht, dass plötzlich alle Naturgesetzte außer Kraft gesetzt werden können. Das Tempo, in dem Leslie und ihre (ungelernte!) Aushilfe vorlegen, um erfolgreiche Kreuzungen auf Genbasis zu etablieren und dann auf natürlichem Wege erfolgreich anzubauen, ist schon mehr als erstaunlich. Wie man eine Mutation genetisch (bei einem Erwachsenen) umkehren kann, entzieht sich auch meiner Vorstellungskraft. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Die einfache Erklärung: „Man ist halt viel weiter“ reicht mir irgendwie nicht aus.




Band 3.1: Faun, der unwillige Kämpfer 

Faun ist ein schweigsamer Einzelgänger, der sich den strengen Regeln von Life Tree und den archaischen Regeln der Tropper immer so gut es ging entzogen hat, indem er die Einsamkeit in den Wäldern suchte.
Natürlich ist er froh, nur „frei“ zu sein, bemerkt aber schnell, dass sich seine Situation unter Beast, dem neue Leader der Sektion, nicht wirklich verbessert hat. Faun versucht sich anzupassen. Er hält sich selbst nicht für einen Kämpfer oder gar einen Anführer.
Das sieht Cat, eine der Frauen, die den Troppern in Sektion B zu Willen sein mussten, ganz anders. Für sie ist Faun nicht nur ihre heimliche Liebe, sondern auch der Mann, der sie unter Einsatz seines Lebens versteckt, nachdem sie sich durch einen Zufall vor Beast und seiner Truppe verbergen konnte.
Leider ahnt Beast etwas und Faun muss sich endlich entscheiden: Kampf oder Flucht?

Die „Master Trooper“ von Alexa Kim gehen mit „Faun“ in die vierte Runde. Warum ausgerechnet dieses Buch mit 3.1 nummeriert ist, kapiere ich nicht so ganz, muss ich vielleicht aber auch nicht. Die Serie ist nicht schlecht und man kann sie gut lesen, schließlich erwische ich mich auch immer wieder dabei.
Erwische? Ja. Genau. Ich muss gestehen, dass mir die Ideen, die Geschichten und die Charaktere eigentlich richtig gut gefallen. Ich habe aber auch in jedem Buch den gleichen Gedanken: Zu wenig Tiefe, zu hastig erzählt, nicht immer in sich logisch.
Hier zum Beispiel hätte ich sehr gerne viel mehr über Faun erfahren, der mit seinem Bogen schon etwas Besonderes ist. Warum genau hat er sich all die Zeit von Frauen ferngehalten? Wieso hat er scheinbar gar keine Freunde in der Truppe, nur Bekannte? War in seiner Vergangenheit irgendetwas Besonderes, das ihn geprägt hat? Während die anderen Tropper sich ja eigentlich immer mit Begeisterung in jeden Kampf stürzen, muss er förmlich dazu überredet werden.
Auch Cat wird trotz ihrer vielbeschworenen Kurven nicht wirklich plastisch. Sie steckt die Zeit, in der sie gezwungen war, die Berührungen der Männer gegen ihren Willen zu ertragen erstaunlich leicht weg. So leicht, dass sie fast gar nicht mehr daran denkt. Dabei ist sie wochenlang fast alleine und hat eigentlich genug Zeit zum Überlegen.
Die interessanteste Figur in der Story ist Beast. Der grausame Anführer ist in seinen Handlungen am logischsten und macht außerdem eine nachvollziehbare Entwicklung durch.

Damit hat Alexa Kim mich dann auch wieder: Ich will wissen, was aus Beast wird und auch wie es mit Doom weitergeht, interessiert mich.
Wie die ganze Serie liegt „Faun“ für mich irgendwo zwischen „nicht schlecht“ und „gefällt mir“, also 3,5 aufgerundet 4 Punkte.
Leseempfehlung? Mh. Für Genrefans auf jeden Fall.
Für die anderen gilt meiner Meinung nach: Man muss „Faun“ nicht unbedingt gelesen haben. Aber für Zwischendurch ist die Geschichte von dem sexy Superkrieger ganz nett. Natürlich macht das Buch mehr Sinn, wenn man es im Kontext der Serie liest, man versteht die Handlung aber durchaus auch, wenn man nicht alle Vorgänger kennt.


Bildquelle: amazon