Mittwoch, 30. September 2015

"Love is Love" von France Carol und weiteren Autoren

Love is Love – Romantisch und so bunt wie das Leben selbst …

Mit Anthologien ist das immer so eine Sache: Meistens bekommt man einen bunten Strauß an völlig unterschiedlichen Geschichten, besonders wenn sich so viele Autoren wie hier zusammenfinden. Einige davon kannte ich schon, andere nicht. Aber ich bereue es nicht eine Sekunde, dass Buch gekauft zu haben.

Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Hier ist mit Sicherheit nicht nur für jeden etwas dabei, sondern man findet noch nicht mal was zu meckern, wenn man angestrengt danach sucht.
Damit auch jeder weiß worauf er sich einlässt, folgt nach dem Fazit eine kurze Besprechung jeder einzelnen Geschichte.

„Love is Love“ erhält von mir 77 Punkte (warum, erkläre ich am Schluss) und eine Leseempfehlung.
Wer keine Angst vor ellenlangen Rezis hat, kann jetzt weiterlesen, der Rest sollte sich gleich auf das Buch stürzen!

1. Holger Erdmaier: Schlafloser Morgen
Der Gründer der der Initiative „100% Mensch“ hat ein ungewöhnliches, aber wunderschönes Vorwort verfasst.

2. France Carol: „Liebe oder Alptraum“ Als Marc nach sechs Jahren zufällig Rico wieder trifft, kocht eine ganze Palette von alten Gefühlen in ihm hoch. Nicht alle sind gut. Können die beiden auf ihrer gemeinsamen Vergangenheit etwa eine Zukunft aufbauen? Und wie soll diese aussehen? Rico hat da andere Vorstellungen als Marc …

Die Geschichte ist gut erzählt und interessant durch die Rückblicke der beiden auf ein entscheidendes Ereignis, dass sie aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.
Der Schluss passt gut zum Motto der Anthologie und der Kampange „Enough is Enough“, deshalb kann man über den erhobenen Zeigefinger ausnahmsweise hinwegsehen.

3. Màili Cavanagh: „Liebe in Zeiten der Homophobie oder Matthias und ich“
Diese wunderschöne Geschichte lässt den Leser aus der Ich-Perspektive miterleben, wie sich ein evangelischer Pfarrer unerwartet in einen Mann verliebt. Die ungewöhnliche Annäherung an das Thema Kirche und Homosexualität hat mich sehr berührt. Außerdem ist sie erstklassig geschrieben und toll recherchiert.

Für mich persönlich eines der High-Lights in dem Buch!

4. Madison Clark. „Zehn Jahre danach“
Liam wirft seinen betrügerischen Liebhaber aus der Wohnung, als er ihn in einer eindeutigen Situation erwischt. Kurzentschlossen besucht er danach ein Klassentreffen und trifft dabei seinen alten Schwarm David wieder. Der steht mittlerweile kurz vor der Hochzeit mit Sarah. Aber wem gelten seine wahren Gefühle?

Die Story hat einige richtig gute Szenen. Besonders interessant ist die Begegnung von Liam mit Sarahs Mutter. Beim Lesen muss man unwillkürlich über so viel Dummheit lachen. Das bleibt einem allerdings rasch im Halse stecken, wenn man sich vorstellt im wirklichen Leben in einer solchen Situation zu sein.
Die Auflösung ist übrigens sehr amerikanisch. Da die Story in den USA spielt, ist das aber in Ordnung.
5. Sitala Helki: „Leere Versprechen“
*grins* Da ich kein Geheimnis daraus mache, dass ich ein notorischer Hochzeitshasser bin, hatte Sitala Helki mich schon mit dem ersten Satz.

Was dann folgt, ist so aberwitzig und lustig, dass ich eigentlich aus dem Lachen gar nicht mehr herausgekommen bin. Die Geschichte ist einfach klasse und wer nicht lesen will, was aus Jan-Phillip alias Jean-Pierre Liebtreu (!!!) und Maurice Hartinger wird, ist selber schuld. Der verpasst was!

6. Savannah Lichtenwald: „Liebe und Mut im Angesicht der Macht“
Nicholas hat sich immer vor seinem übermächtigen Vater bestimmen lassen und begehrt auch als Erwachsener nicht auf. Seine Homosexualität hält er geheim. Doch als er Mario begegnet, muss er sich entscheiden, wie sein Leben weiter gehen soll …

Die Geschichte ist sehr melancholisch und setzt sich damit auseinander, wie schwierig es ist, wenn die eigene Familie nicht akzeptieren will, was das Herz eines Menschen begehrt. Erstklassig erzählt, wie immer bei Savannah Lichtenwald.

7. Tanja Meurer: „Herbst“
„Herbst“ ist eine sehr ungewöhnliche Geschichte und keine Romanze im eigentlichen Sinne. Reiner und Andreas sind schon lange ein Paar und stehen beide im Herbst ihres Lebens. Doch Reiners komplizierte Beziehung zu seinem Vater belastet beide. Kurz bevor der alte Mann stirbt, besuchen sie ihn, um Antwort auf ihre Fragen zu erhalten.

Die Stimmung ist sehr düster, nicht zuletzt, weil eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte mit beleuchtet wird, auch wenn sie in der Gegenwart spielt. Das macht auf der einen Seite deutlich, wieviel schon erreicht worden ist, auf der anderen aber auch erschreckend klar, dass Toleranz noch lange nicht in allen Köpfen angekommen ist und das Gift vergangener Tage auch weiterhin seine Wirkung zeigt.

Die Geschichte ist atmosphärisch unheimlich dicht erzählt. Der Hass und die bedrückende Stimmung in dem alten Herrenhaus jagen einem selbst an einem sonnigen Herbstnachmittag eiskalte Schauer über den Rücken.

Tanja Meurer kannte ich bisher nicht, von ihr will ich aber in Zukunft unbedingt mehr lesen!

8. Karolina Peli: „Hochzeitsstühle, ein Tafeltisch und erfüllte Träume“
Laurent und Rafael kennen sich schon lange und sind mittlerweile Nicht nur Lebens- sondern auch Geschäftspartner. Sollen sie wirklich einen weiteren Schritt wagen?

Karolina Peli beschreibt nicht nur eine wunderbare Liebe, sondern auch den Sommer im Süden so farbenfroh und intensiv, dass man nicht nur die lebhaften Bilder vor Augen hat, sondern auch die Düfte der Blumen und Kräuter förmlich riechen kann.
Wunderschön geschrieben! So ein Fest möchte ich gerne auch einmal erleben …

9. Elana Rain: „Innere Stärke“
Johannes und Anton sind beste Freunde, bis Johannes erkennt, dass er schwul ist. Anton kann und will damit nicht umgehen. Er zieht sich nicht nur zurück, sondern wirft mit homophoben Sprüchen nur so um sich. Was steckt wirklich dahinter?

Ok. Die Story kommt ein ganz klein wenig mit dem erhobenen Zeigefinger daher. Allerdings ist wahr, was dort formuliert wird und man kann es sich nicht oft genug in Erinnerung rufen. Alleine deshalb schon finde ich sie gut.

10. Ani Rid: „Umweg zum Glück“
„Umwege zum Glück“ ist die Fortsetzung zu „Turnschuhe und Notenblätter“, einer bereits veröffentlichten Kurzgeschichte von Ani Rid. Man kann sie allerdings auch verstehen, wenn man die erste Story nicht kennt.

Flo und Ben sind endlich ein Paar, als das Schicksal unbarmherzig zuschlägt. Ben aht einen schweren Unfall und muss zuerst einmal damit klar kommen, dass sein Körper ihm vielleicht nie mehr wie gewohnt gehorchen wird. Er kann einfach nicht glauben, dass er auch weiterhin attraktiv für seinen Flo ist …

Für mich dreht sich die Story darum, was Liebe eigentlich ausmacht. So oft beginnen Romanzen damit, dass der eine den andern super-attraktiv findet. Aber reicht das auf Dauer? Und wenn nicht, was ist es dann?
Ani Rid schreibt leichte, gut zu lesende Geschichten für`s Herz, die ein gutes Gefühl hinterlassen.

11. Juliane Seidel: „Amelis Vermächtnis“
Der Tod seiner geliebten Großmutter Ameli wirft Noah völlig aus der Bahn. Schließlich zerstören seine Eskapaden sogar beinahe seine Liebe zu Gabriel. Zum Glück bricht seine Schwester Fanny ein Versprechen, dass sie Ameli gegeben hat. Die alte Dame hatte ihre eigenen Geheimnisse und plötzlich sieht Noah sie, aber auch sich selbst und seine Beziehung zu Gabriel, in einem ganz neuen Licht.

Juliane Seidel hat einen unverwechselbaren Stil. „Amelis Vermächtnis“ ist unheimlich berührend. Sehr traurig und emotional, aber auch unvergleichlich zärtlich und mit einem Hoffungsschimmer. Einfach wunderschön!

12. Angie Snow: „Liebe, ein anderes Wort für Heimat“
Andy und Sam sind schon über ein Jahr verheiratet, als sie Andys altes Heimatdorf in Österreich besuchen. Leider sind die Reaktionen auf ihre Ehe dort nicht besonders positiv.

Mir gefällt die Geschichte eigentlich, allerdings ärgere ich mich als echtes Landei ein wenig darüber, dass das Dorfleben mit Rückständigkeit und Homophobie gleichgesetzt wird. Das ist nicht immer so …
Die Story ist sozusagen eine Fortsetzung zu „Never stay alone: Andy“. Man versteht sie aber auch, ohne das Buch zu kennen. Die Fans der Serie werden aber natürlich besonders viel Spaß daran haben.

13. Karo Stein: „Vom Mondlicht, Rotkäppchen und goldenen Ringen“
Als Märchenfan war ich total gespannt auf diese Geschichte und irgendwie … ist sie auch märchenhaft. Nicht auf die kitschige Art, sondern auf die moderne und vor allem auf die richtig gute Art!

Lennard und Sven sind schon länger ein Paar. Lennard will gerne eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ eingehen, Sven findet das nicht nötig und ärgert sich außerdem, dass er seinen Mann nicht heiraten darf. Wieso Rotkäppchen ihn zum Nachdenken bringt und was genau im Kaffee war …

Das muss jeder selbst nachlesen!
Die Story von Karo Stein ist absolut klasse! Nachdenklich, lustig und genial geschrieben.

14. Daniel Swan: „Schwanentanz“
Julian kommt neu in die Klasse und setzt sich neben Damian. Scheint Schicksal zu sein, denn die beiden Jungs verstehen sich auf Anhieb. Dass aus ihrer Freundschaft bald mehr wird und was sie damit auslösen, ahnen sie zuerst noch nicht.

Die „Schwanentanz“ von Daniel Swan erzählt die Geschichte einer jungen Liebe und das (finde ich zumindest) mit jugendlichem Elan. Es macht Spaß, zu lesen, was die zwei erleben und mit ihnen zu entdecken, was ihren ärgsten Widersacher angetrieben hat.

15. Marc Weiherhof: „Traumhochzeit mit Tücken“
Greg rettet Ray aus einer schier ausweglosen Situation und Ray verliebt sich auf den ersten Blick in dessen blaue Augen. Als sie sich endlich entschließen zu heiraten, geht das nicht ohne Probleme über die Bühne. Die beiden lassen sich natürlich von ihrem Plan nicht abhalten und diesmal kämpft Ray einen besonderen Kampf für seinen geliebten Mann aus.

Marc Weiherhofs Geschichte fängt sehr hart an, hat ihre komischen Seiten und endet …
*grins* Selber lesen! Das wäre ja sonst ein Spoiler!

16. Detail: „Schlechtes zum Guten“
Nico erlebt einen brutalen Überfall und weiß nicht, an wen er sich um Hilfe wenden kann. Spontan ruft er seinen Kumpel Manuel an. Der hilft natürlich und plötzlich merken die beiden, dass sie eigentlich viel mehr als Freunde sein könnten.

Gut geschriebener Shorty!

17. Alex Kenny: „Feuersturm“
Anna und Karo sind auf den ersten Blick so verschieden wie Feuer und Wasser. Dass sie sich im Internat ein Zimmer teilen müssen, macht die Situation für beide nicht einfacher. Obwohl Anna sie konsequent mobbt, deckt Karo deren häufiges Fernbleiben. Erst als beide auch in den Ferien im Internat bleiben müssen, verändert sich ihr Verhältnis langsam. Das kommt bei Annas alten Freunden zuerst gar nicht gut an.

Die Grundidee ist gut und die Story enthält einige richtig tolle Szene.
Wenn ich aber ehrlich bin, ist der Stil aber noch ausbaufähig.

18. Michael Schwarz: „Vatersein, der schönste Wahnsinn der Welt!“
Michael Schwarz erzählt mit sehr persönliche Worten, wie sich sein Leben plötzlich und unerwartet noch einmal geändert hat: Louis macht aus einem schwulen Paar ein bunte Regenbogenfamilie.

Das ist das wahre Leben!
*grins* Der Kleine ist einfach niedlich …

19. Dieter Wischnewski: „Wat is?! Gayropa!“
Ich nehme auch ein Herrengedeck! Das ist das beste Stammtisch-Parolen-Gerede, dass ich in meinem ganzen Leben gehört habe!

Prost!!! Und Jungs: Wenn ihr die Pinguine haben wollt, darf ich dann einen der Transvestiten behalten? :D
(Im Ernst: Das hier ist einfach nur klasse! Danke für diese tolle Story!!!)

20. Jens Rettberg: „Ich sein“
„Ich sein“ ist ein Gedicht. Ehrlich und trauig …

21. Bonus: Der Text zum Song „Seventyseven - Love is Love“ liefert mir mein Stichwort: 77 Punkte kann ich ja leider nur virtuell geben, aber 77mal Danke sagen für diese tolle Antho und das Engagement aller Beteiligten ist auch real möglich. Sie haben es gemacht und sind für die Menschenrechte aufgestanden.

Also 77 von 5 Punkten und eine richtig begeisterte Leseempfehlung. Ich hatte Spaß, war nachdenklich, berührt und habe außerdem einige tolle neue Autoren kennengelernt. Was will ich mehr?

aben wollen?
 Hier der Direktlink zum Buch:
Love ist Love“ 

Außerdem hier noch ein paar weiter links:
1. Link zur Homepage von "Enough ist Enough": "Enough ist Enough! - Open your Mouth!"
2. Link zur Homepage des Projektes 100%Mensch: "100%Mensch"
3. Link zum offzielen Video des Projekts 100% Mensch: "77 Love is Love"


Bildquelle: amazon



Freitag, 25. September 2015

"Neurotisch, männlich, ausrangiert sucht ..." von Kooky Rooster

Ein Mann wie ein Baum!

Michael braucht dringend eine neue Bleibe. Wie es der Zufall will, plant sein Bruder Benny gerade einen längeren Amerika-Aufenthalt und stellt ihm sein Zimmer zur Verfügung. Das wäre optimal, wenn Benny nicht einen Mitbewohner hätte.
„Birke“ sieht aus, als wäre er geradewegs aus Michaels Träumen entstiegen und scheint ein reges Sexualleben, aber einen ausgesprochen schlechten Ruf zu haben. Das wäre Michael ziemlich gleichgültig, wenn …
… wenn der Typ auf Männer, speziell auf ihn selbst stehen würde! So bleibt Michael nichts anderes übrig, als zu lauschen und sich seinen Fantasien hin zugeben. Dann geschieht allerdings etwas völlig Unerwartetes und Michael sitzt tiefer in der Sch***, als er es sich jemals vorstellen konnte!

Die Story ist einfach genial! Sie ist lustig, sexy und hat – wie fast immer bei Kooky Rooster – mit einem ungewöhnlichen Helden. Als Leser sieht man die Welt plötzlich mit Michaels Augen. Dass Michael etwas … sagen wir einmal „neben der Spur“ ist, macht die Sache nur interessanter.

Neurotisch, männlich, ausrangiert sucht“ ist ein richtig tolles Geschenk der Autorin an ihre Fans und die, die es noch werden wollen.

Doch Vorsicht!!! Wie ein guter Appetithappen, macht sie Lust auf mehr von Kooky Rooster! Ich werde jetzt zuerst auf jeden Fall noch einmal „Illtis“ – eines meiner absoluten Lieblingsbücher lesen. Ob ich dann mit „Der Satellit“ oder „Ian Yeary“ weitermache, weiß ich noch nicht. Vermutlich endet es wie immer, und ich lese ALLE Bücher noch einmal. Oder zweimal.

Bevor ich weg bin: Schnell noch 5 Punkte und eine Leseempfehlung!!!

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Kooky Rooster kaufen: 
Neurotisch, männlich, ausrangiert sucht“ 

Autorenseite: Kooky Rooster
Verlag: bookrix

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Donnerstag, 24. September 2015

"Heisse Geschichten" von Lena Ziegler

Au weia!!!

„Heisse Geschichten“ bekommen von mir nur einen Stern, den ich
 aber mit gutem Gewissen gebe: Das Cover ist doch wirklich nett, oder? 
Es ist das Beste am Buch, glaubt es mir!

Es gibt trotzdem auf jeden Fall eine Leseempfehlung!!! 
Dazu gelten allerdings drei Einschränkungen:

1. Man darf auf keinen Fall Geld für das Geschreibsel hinlegen!!! Das Buch muss (!!!) kostenlos sein. Lena Ziegler hat es sich offensichtlich sogar gespart, die Rechtschreibprüfung darüber laufen zu lassen. Es ist in dieser Form keinen einzigen Cent wert.

2. Man darf von Schreib- und Grammatikfehlern, sowie schrägen Formulierungen keinen Augenkrebs bekommen.

3. Man darf nicht erwarten, dass es möglich ist, das Geschreibsel von vorne bis hinten zu lesen …



Sind alle drei Bedingungen erfüllt, findet man die folgenden Perlen der deutschen Sprache. Die Rechtschreibung in den Zitaten ist 1:1 aus dem Buch übernommen.

Zitat: „ … und mich vorsichtig anfing mit einem Plug zu denen! Mir gefiehl dieses für mich neue Gefühl sichtlich sehr! …“

Sehr gut zu nachvollziehen kann man als Leser folgenden Satz:

Zitat: „… die gedanken quälen mich, ich frage mich die ganze Zeit: Was mach ich hier nur? Was steht mir noch bevor? …“


In einer anderen Geschichte habe ich erst gedacht: WOW! Wie innovativ! Hier wird alles kleingeschrieben. Es scheint aber eher ein Anfängerfehler gewesen zu sein. Die Geschichte endet mit folgenden Worten:

Zitat:
„bitte nicht allzu hart sein….
Ist meine erste storry…
Aber sie ist von anfang bis ende wahr.“

Hm. Ob das so stimmt? Entweder kann die Autorin nur bis eins zählen, oder … ach was weiß ich schon, was sie sich denkt … Eine andere Story in dem Buch fängt nämlich so an:

Zitat:
„Bevor ich anfange möchte ich noch kurz erwähnen, dass dies meine erste Geschichte ist und es sich nur um einen „Testlauf“ handelt.“

Vielleicht bin ich aber auch einfach zu blöd und habe in meiner unerträglichen Arroganz nicht begriffen, dass eine „storry“ und eine „Geschichte“ noch lange nicht das Gleiche sind.

Andere Dinge weiß ich dafür jetzt ganz genau:
Zitat: „zu mir ich war zu dieser Zeit 28 Jahre Alt 175cm Groß und nichtunbedinkt Schlank so ca.90kg“

Auch bestimmte *räusper* Maße werden immer wieder erstaunlich präzise geschildert: Ob 27x6 oder 20X4, da bleibt keine Frage offen, oder? Ich muss in Zukunft wirklich nicht nur genauer hinschauen, sondern auch zur Sicherheit messen. Wie kann ich sonst mit traumwandlerischer Sicherheit behaupten: Er war 22x7,5???

7,5!!! Echt jetzt? Ich stelle mir das bildlich vor: Da liegen auf dem Nachttisch eine Tube Gel, Gummis, ein Zollstock und eine Schieblehre …

Ach, Leute! Ich weiß, dass diese Rezi total fies ist. Aber manchmal denke ich mir, wer ein solches Buch auf die unbedarften Leser loslässt, der muss es auch vertragen können, dass jemand es liest und seine ehrliche Meinung dazu sagt. Bei dieser Schreibe hier kann man doch nur verzweifelt aufheulen oder es mit Humor nehmen und laut lachen.


Ich habe die Story in einer 0€ Aktion abgegriffen. Leute, Leute, die soll jetzt echt 4,59€ kosten. Bei allem Verständnis für notleidende Autoren, das kann doch wohl nicht wahr sein, oder? 
Deshalb spare ich mir hier auch die sonst übliche Frage "Haben wollen?".

Wer sich das Drama anschauen möchte, findet die Bücher hier: Lena Ziegler

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"Max und Moritz" von Ani Rid

 Ohne Liebe ist alles nix …

Max ist mit seiner Ausbildung fast fertig, mag seinen Job und ist auch gut darin. Zu seiner Überraschung muss er eines Morgens beim Chef erscheinen und kassiert eine Abmahnung. Ihm sind sofort zwei Dinge klar: Erstens ist diese nicht gerechtfertigt, weil er sie wegen seines Privatlebens erhalten hat und zweitens kann er trotzdem wenig dagegen tun, wenn er wenigstens noch seinen Abschluss machen möchte.
Oder ist Moritz es wert, sein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen?

Max und Moritz“ von Ani Rid ist eine solide erzählte Kurzgeschichte mit sympathischen Helden, die gegen oder vielleicht auch wegen der äußeren Widerstände zu einem Paar zusammenwachsen. Max merkt dabei, dass ein Leben mit dem richtigen Mann an seiner Seite viel erfüllter ist, als die „Freiheit“, die er vorher so genossen hat.

Richtig schade ist, dass die Story sich nicht ein wenig mehr Zeit genommen hat, ein wenig mehr in die Tiefe zu gehen. Sie erzählt eine relativ komplexe Geschichte von zwei jungen Männern, die einander kennenlernen und ihre Liebe zueinander entdecken. Das wird von der Umgebung nicht immer gut aufgenommen, so dass die beiden echte Probleme bekommen. Sie müssen sich mit Mobbing und Gewalt auseinandersetzen, um ein Paar zu werden und zu bleiben. Es gibt in der Story einige richtig tolle Szenen die deutlich mehr Raum verdient hätten. Max, Moritz, aber auch einige der Nebencharaktere sind so klasse, dass ich gerne viel mehr von ihnen gelesen hätte.

Mein Fazit: Hat mir gut gefallen, deshalb solide 4 Punkte und einer Leseempfehlung. Die Story macht neugierig auf weitere Geschichten von Ani Rid. Sie hat außer „
Max und Moritz“ schon die Kurzgeschichte „Turnschuhe und Notenblätter“ sowie weitere Storys in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Ich hoffe, dass ich irgendwann auch mal einen ganzen Roman von ihr darf! Ihre tollen Ideen wären nämlich einen dicken Wälzer wert. J

Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Ani Rid kaufen: 

Max und Moritz"
Turnschuhe und Notenblätter"

Hier der Vollständigkeit halber die Links zu den Anthologien:
- "Love is Love: Romantische Kurzgeschichten gegen Homophobie
(erscheint Ende September 2015)
- "Herbst, Handicap und heiße Herzen"
- "Positiver Sommer, Hitze und Herzglühen"

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Montag, 21. September 2015

"Der Kuss des Zentauren" von Dana Graham

Spannende High Fantasy mit einem satten Schuss Romantik

An der Schwelle eines Krieges trifft die junge Adlige Sirja auf einen der sagenumwobenen Zentauren. Doch niemand will ihr glauben, dass dieser ihr vor seinem Tod eine geheimnisvolle Botschaft übermittelt hat. Zu groß ist der Zorn, weil die als grausam geltenden Pferdemenschen nicht nur Sirjas Bruder ermordet, sondern auch weitere, unprovozierte Angriffe verübt haben.

Als die Menschen Rheos gefangen nehmen, versucht Sirja auf eigene Faust Licht ins Dunkel zu bringen. Unversehens findet sie sich mit dem Zentauren auf einer wilden Flucht wieder, bei dem nicht immer klar bleibt, wer Geisel und wer Geiselnehmer ist. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind längst nicht so eindeutig, wie Sirja und Rheos dachten. Wenn sie nicht schleunigst aufdecken, wo die wahren Hintergründe der Konflikte zwischen ihren Völkern liegen, wird es blutige Verluste auf beiden Seiten geben.


Ich habe „Der Kuss des Zentauren“ von Dana Graham als Romanze mit Fantasy-Anteil gekauft. Nachdem ich mit dem Buch fertig bin, würde ich es allerdings eher als Fantasy-Roman bezeichnen, der auch eine Love-Story enthält. Das ist aber keineswegs enttäuschend! Mir hat die Geschichte unheimlich gut gefallen, die sich eben nicht nur darum dreht, ob und wie die zwei Helden ihr Happy End finden, sondern viel weiter greift.

Sirja und Rheos gehen beide einen langen, schwierigen Weg. Zuerst unfreiwillig und gegen ihren Willen finden sie Dinge heraus, die das Schicksal ihrer beiden Völker für immer verändern werden. Dabei müssen sie am Anfang gegen das an Hass grenzende Misstrauen ankämpfen, dass sie für einander empfinden. Nur langsam erwächst daraus Respekt, Verständnis und später sogar echte Zuneigung. Jeder Schritt der beiden – egal ob aufeinander zu oder voneinander weg – ist sehr glaubhaft geschildert. Als Leser kann man das Buch kaum aus der Hand legen, bevor man weiß ob die beiden eine gemeinsame Zukunft haben und wie diese aussehen wird.

Für mich hat das Buch außerdem eine sehr aktuelle Kernaussage: Ein friedliches Miteinander ist möglich, wenn beide Seiten sich darauf einlassen und mit Offenheit für die Sitten des jeweils anderen aufeinander zugehen. Wer „Kriegstreiber“ und wer „Bösewichte“ ist, erschließt sich manchmal erst nach genauem Hinsehen. Es steht niemandem auf die Stirn geschrieben. Aber für die Taten Einzelner ein ganzes Volk zu verurteilen, ist nicht fair.

Mich hat die von Dana Graham geschaffene Welt unheimlich fasziniert. Gerade die Beschreibungen der Kultur der Zentauren sind so lebhaft und schlüssig, dass man die mächtigen Pferdemenschen sehr förmlich vor dem inneren Auge sieht.

Eben weil die Autorin NICHT der Versuchung erliegt, die Bösewichte zu überzeichnen, würde ich außerdem unheimlich gerne einen Folgeband lesen. Wie geht es weiter mit den Menschen und den Zentauren? Und was wird aus den wilden Steppenzentauren?

Fazit: Leseempfehlung? Echt jetzt??? Natürlich! Oder war das Lob nicht deutlich genug? Außerdem 5 Punkte und eine Warnung: Macht Lust auf mehr!!!


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Der Kuss des Zentauren"

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Freitag, 18. September 2015

"Wie werde ich in 10 Tagen schwul?" von Marlene Lauterbach

Brotlose Kunst, Sex und Liebe. Oder?

Michele ist völlig pleite. Von seinen Bildern zu leben, scheint nicht möglich zu sein und sein bester Freund hat ihm den Geldhahn zugedreht. Es gibt nur einen Ausweg: Wenn Michele den Galeristen Pierre davon überzeugen kann, seine Werke auszustellen, wird sich der Erfolg wie von alleine einstellen und aus seiner brotlosen Kunst wird ein lukratives Geschäft.

Leider besagt die Gerüchteküche, dass Pierre nur Schwule fördert, die er vorher auf Herz und Nieren prüft. Also –um ehrlich zu sein - prüft er eher, ob sie bereit sind sein Bett zu teilen.

Michele ist überzeugter Hetero. Aber für seine Kunst ist er bereit, so einiges in Kauf zu nehmen. Kann er wirklich in 10 Tagen lernen, glaubhaft einen Schwulen zu spielen? Oder ist es am Ende gar kein Spiel? Als er Frederik kennenlernt, wird mehr als eine von Micheles Überzeugungen auf den Kopf gestellt.

„Eine Gay-Romanze mit Witz und viel Gefühl, in der nichts so ist, wie es anfangs scheint!“ behauptet Marlene Lauterbach im Klappentext von „Wie werde ich in 10 Tagen schwul?“. Dem ist eigentlich nicht viel hinzu zu fügen. Micheles Abenteuer werden mit einem Schmunzeln und einem Augenzwinkern erzählt. Geschickt spielt die Autorin dabei mit gängigen Klischees. Dabei sind die Figuren (und die Geschichte) nicht eindimensional! Im Gegenteil, sie überraschen immer wieder mit unerwarteten aber nicht unglaubwürdigen Wendungen.

Wie auch in „
Darf ich deine Hand halten?“ lernen sich nicht zwei Menschen kennen, sind verrückt vor Liebe, die nur von irgendwelchen äußeren Einflüssen gestört wird, und fallen übereinander her. Michele und Frederik scheinen gar nicht so recht an die Liebe zu glauben. Wenn man sie als Leser schon längst schütteln will, weil sie doch sooo gut zueinander passen, erklären sie noch durchaus plausibel ihre Bedenken und Zweifel. Gerade das macht sie so glaubwürdig und lebensecht!

Völlig fasziniert folgt man Micheles Weg vom brotlosen Künstler ohne wirkliches Ziel zum … was eigentlich? Auch wenn Michele kein Teenie mehr ist, im Laufe der Geschichte wird er erwachsen und findet nicht nur endlich seinen Stil, sondern endlich auch zu sich selbst. Ob er tatsächlich mit der Liebe seines Lebens bis in alle Ewigkeit glücklich werden wird? Das werde ich natürlich hier nicht verraten.

Man muss die Story schon lesen, um mit Michele zu entdecken, dass die Liebe vielleicht ganz anders aussieht, als er es sich vorgestellt hat und dass heißer Sex keine Garantie für Gefühle ist.

Die Geschichte macht richtig Spaß. Sie ist eine gelungene Mischung zwischen erotischem Roman und Romanze, sie bringt den Leser immer wieder zum Lachen, ohne in lächerliche abzurutschen. Am Ende sitzt man da, hat ein Schmunzeln im Gesicht und ist doch auch ein wenig nachdenklich.

Mir hat das Buch jedenfalls gut gefallen. Deshalb 5 Punkte, eine Leseempfehlung und eine Spaßgarantie.


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Darf ich deine Hand halten?“
- Wie werde ich in 10 Tagen schwul?“ 

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Grüner Tipp: Frühling in Tüten! - Jetzt Blumenzwiebeln pflanzen ...

Schon im letzten Jahr habe ich davon Gebrauch gemacht, dass es ALl DIe schönen Frühblüher, die NORMAlerweise richtig teuer sind, im Herbst bei verschiedenen Discountern richtig günstig angeboten wurden. Das Ergebnis war in diesem Frühjahr ein wahrer Farbenrausch, der im Februar angefangen und sich bis in den Frühsommer hineingezogen hat.

Deshalb konnte ich auch jetzt – nicht zuletzt aufgrund der guten Erfahrungen im Vorjahr – nicht widerstehen: Für knapp 15 € sind ganze 250 Blumenzwiebeln in meinem Einkaufswagen gelandet. Ich greife dabei sehr bewusst zu robusten Arten, die sich zur Verwilderung eignen, und verteile sie nicht nur in diversen Töpfen, die ich immer wieder anders arrangieren und strategisch günstig platzieren kann, sondern auch unter Gehölzen, wo sich munter verbreiten. 



Als besonders ausdauernd haben sich bei mir Narzissen in allen Variationen erwiesen. Sie brauchen überhaupt keine Pflege und vermehren sich zuverlässig. Die ältesten „Wildlinge“ sind mittlerweile gute 10 Jahre alt. Aus einigen wenigen Knollen haben sich dichte Horste entwickelt, die im Frühjahr mit ihrem fröhlichen Gelb weithin zu sehen sind.

Ein wenig kniffliger ist es mit Krokussen. Die erweisen sich nur in Töpfen als Dauergäste. Ich habe meine Lieblingsfeinde im Tierreich, die gefräßigen Wühlmäuse, im Verdacht, daran nicht unschuldig zu sein. 
Sie machen sich auch gnadenlos über jede Tulpenzwiebel her, die sie finden können. Deshalb sind Tulpen nicht zum Verwildern geeignet. Auch in Töpfen erweisen sich die meisten Arten als relativ kapriziös. Damit sie über Jahre blühen verlangen sie Pflege und Aufmerksamkeit. Das ist mir ehrlich gesagt zu lästig. Hin und wieder pflanze ich ein paar nach, erwarte aber schon gar nicht mehr, länger als ein Jahr etwas davon zu haben. Ähnlich verhält es sich mit den echten Hyazinthen. Mit Glück kommen sie einige Jahre wieder, eine Garantie gibt es nicht.

Wechselnden Erfolg habe ich mit den kleinen, blauen Traubenhyazinthen. 

Sie wachsen zwar willig an und verwildern auch, aber sobald die Rehe sie entdecken … ist es um sie geschehen. Während sie Narzissen und Schneeglöckchen verschmähen, verknuspern sie genüsslich die Blätter der kleinen blauen Blümchen. Diese erschöpfen sich merklich bei den wiederholten Versuchen diese nachzubilden.



Eigenwillig und ein wenig kapriziös sind Schneeglöckchen. Wenn sie sich irgendwo wohlfühlen, bilden sie im Laufe der Jahre einen dichten Teppich und erfreuen manchmal schon ab Dezember mit ersten Blüten und ihrem feinen Duft. Aber wo genau sie das machen, entscheiden sich selber! Da lassen sie sich nicht reinreden …

Am besten geeignet sind feuchte, aber nicht nasse, Stellen am Rand von Gehölzen. Was sie nicht mögen, ist mitten in einer Wiese zu stehen. Da werden sie nach und nach von den Gräsern unterdrückt. 



Fazit: September ist Pflanzzeit für Blumenzwiebeln!!! Ich „verstecke“ morgen wieder eine Menge der Knollen in der Erde, unter Bäume, in Balkonkästen und Terrassenkübeln. Und freue mich jetzt schon darauf, wenn sie im Frühjahr ihre grünen Spitzen aus der Erde schieben, Schnee und Frost trotzen und mich mit ihren fröhlichen bunten Blüten für die langen, grauen Wintertage entschädigen.
Klasse finden diese Maßnahme übrigens auch die Hummeln, die schon ab März die Krokusse besuchen und dann mit den Narzissen weiter machen …


Übrigens: Seit ich das Buch „
Liebe, Lachs und Anderwann“ von Patricia Koelle gelesen habe, denke ich bei meinen Pflanzaktionen auch immer an die Menschen, die ich geliebt und verloren habe. Ich stelle mir vor, wie wir uns gemeinsam lächelnd an den Blumen erfreuen. Der Gedanke gefällt mir unheimlich gut …

Bildquelle: pixabay. com - Ich bin als Fotograf einfach nicht so begabt ...

Donnerstag, 17. September 2015

"Darf ich deine Hand halten?" von Marlene Lauterbach

Geschichte mit Herz und Hirn

Jason ist neu an der Schule und scheint ein typischer Bad Boy zu sein. Bestimmt werden die Mädchen alle auf ihn fliegen! Daniel beobachtete das mit Misstrauen, bisher werfen sie sich ihm nämlich an den Hals. Also behält er Jason im Auge und stellt überrascht fest, dass er den Blick eigentlich gar nicht mehr abwenden will.
Was fasziniert ihn bloß so an dem Neuen? Und was empfindet Jason eigentlich?

Marlene Lauterbach hat mit „Darf ich deine Hand halten?“ eine unheimlich zärtliche Geschichte von zwei Jungen geschaffen, die sich zum ersten Mal wirklich verlieben.

Das Jason ein Handicap hat, ist dabei in meinen Augen nicht unbedingt der Kern der Geschichte. Sowohl er als auch Daniel müssen sich damit auseinandersetzen, wie sie mit den Erwartungen ihrer Familien und Freunde umgehen. Aber auch ihre Vorstellungen von sich selbst stehen plötzlich auf dem Prüfstand. Was macht einen Menschen eigentlich wirklich aus?

Es ist wunderschön zu lesen, wie sich Daniel und Jason ganz langsam aufeinander zu bewegen und dabei nicht nur die Schwächen und Stärken des jeweils anderen kennenlernen, sondern auch die eigenen.

Oft langweilen mich persönlich Geschichten, in denen es - gefühlt zum eintausendsten Mal – um die erste große Liebe geht. Das habe ich einfach schon zu oft gelesen …

Hier dagegen war ich endlich einmal wieder hin und weg. Die Story berührt nicht nur das Herz, weil sie im einem kleinen Lächeln all die Wunder und all die Dramen in Erinnerung ruft, die halt mit der ersten, richtigen Liebe verbunden sind, sondern sie ist auch klug erzählt. Man spürt richtig, wie die beiden Jungs sich langsam über ihre Gefühle klar werden und wie sie darum ringen, die richtigen Entscheidungen zu fällen.


Nicht falsch verstehen! Die Story ist kein Drama. Sie steckt voller interessanter Charaktere, liebevoll erzählter Details und am liebsten möchte man das Buch gar nicht aus der Hand legen, sondern gleich wieder von vorne beginnen, wenn man damit fertig ist.

Das ist eine der Geschichten, die – trotz in sich geschlossenem Handlungsbogens – einfach zu kurz sind. Aber das würde ich bei dieser Story vermutlich auch sagen, wenn sie dreimal so lang wäre …

Fazit: Da ich meine Begeisterung ohnehin nicht verbergen kann, gebe ich schnell eine Leseempfehlung, 10 von 5 möglichen Punkten und stürze mich noch mal auf das Buch.

Wenn ich dann immer noch nicht genug von Marlene Lauterbach habe, lese ich halt „Wie werde ich in 10 Tagen schwul?“ auch noch einmal. Die Story ist nämlich genauso zärtlich und voller Humor erzählt!

P.S.: Manchen wird der ungewöhnliche Titel bekannt vorkommen. Tatsächlich hat Marlene Lauterbach schon einmal eine Kurzgeschichte um die beiden Jungs veröffentlicht. Leider (!!!) ist das Buch "Homo I erotische Kurzgeschichten", in dem sie enthalten war, nicht mehr erhältlich. 
Die aktuell vorliegende Story beruht zwar auf der alten, ist aber deutlich ausgebaut worden. Es lohnt sich also!

Haben wollen? 
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-  Darf ich deine Hand halten?“
-  Wie werde ich in 10 Tagen schwul?“ 

Bildquelle: amazon


Dienstag, 15. September 2015

Taken by the two ... " bei Roxie Noir




War ich gut?

Das ist ja hinterher immer eine beliebte Frage …
Wenn diese beiden kleine Kurzgeschichte mich mit erwartungsfrohen Augen anschauen würde, hätte ich ein Problem. Wie sagt man das jetzt, ohne unhöflich zu sein?
Probieren wir es mal so: Ihr beide wart ein netter, erotischer Quickie. Unter Freunden sozusagen, weil ich euch für umme bekommen habe. 

Übrigens: Wenn ihr versuchst, weiter in diesem Gewerbe tätig zu sein, solltet ihr für euer Geld schon ein paar Seiten mehr bieten. Soooo toll waren die beschriebenen Menage-Szenen dann wieder doch nicht, dass ich nach gefühlten 5 Minuten für den Preis von knapp drei Euronen jetzt zufrieden wäre. Für lau war es aber ok.
Übrigens (zum 2.ten): Ich habe mir sozusagen Zwillinge auf meinen kindle geladen. Wenn man "Taken by Two Vikings" kennt, hat man "Taken by the two Cowboys" im Grunde auch schon gelesen. 
Für Neugierige: Eine Menage habe ich mit den beiden nicht direkt gehabt, ich hab sie nacheinander gehabt ...
Um ganz ehrlich zu sein: Man kann sie lesen, man muss es aber nicht tun!!!

Maximal „nicht schlecht“, also drei Punkte pro Buch.
Für den gepfefferten Preis  (3 € für jeweils ca. 25 Seiten) würde ich am liebsten einen wieder abziehen. Das ist allerdings in dem Genre nicht unüblich. Jeder muss halt selbst entscheiden, was er für eine Kurzgeschichte ausgibt.

Kleine Ergänzung: Wer drauf steht, kann dafür im Moment andere Storys von Roxy Noir gratis herunterladen. Die Handlung spielt sowieso eher eine Nebenrolle ...

Deshalb hier doch noch den link zur Autorenseite bei amazon: Roxie Noir


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Sonntag, 13. September 2015

"Diabolische Lust" von Ronald James

Gute Ideen, aber …

Der laut Klappentext sechzehnjährige Daniel ist knapp siebzehn, als er von zuhause wegläuft. Edward bietet ihm – scheinbar ohne Hintergedanken – ein Bett für die Nacht an. Was er aber wirklich im Sinn hat, erschließt sich Daniel erst nach und nach.
Zuerst scheint Edwards „Masche“ der einfachste Weg zu sein, schnelles Geld zu verdienen. Doch Daniel merkt irgendwann, dass sein Freund nicht nur seinen Körper verkauft, sondern einen viel brisanteren Plan hat und damit eine Kette von unheilvollen Ereignissen in Gang setzt.

Warum ich das mit dem sechzehnjährigen / knapp siebzehnjährigen Daniel überhaupt erwähne?
Weil es symptomatisch für die Geschichte „Diabolische Lust“ von Ronald James ist: Die Ideen sind richtig gut, der Schreibstil flüssig und leicht zu lesen, aber hin und wieder wird „geschludert“. Das fängt bei solch kleinen Unstimmigkeiten an und setzt sich in Rechtschreibfehlern fort.
Die Story an sich ist klasse, aber relativ distanziert erzählt. Ich gebe zu, dass das Geschmacksache ist, in meinen Augen wird hier jedoch Potential verschenkt.
Laut Autorenseite ist dies nicht das Erstlingswerk des Autors. Es wirkt aber so, als wäre es voller Erwartung ein wenig zu hastig veröffentlicht worden, als hätte niemand die Geschichte mit offenen Augen gegengelesen. Das hätte ihr wahrscheinlich richtig gut getan!

Nach dem ganzen „Gemeckere“ sollte aber auf jeden Fall erwähnt werden, das die Story lesenswert ist! Die expliziten Szenen – an denen nicht gespart wird – passen zu dem Gewerbe, in denen die Jungs unterwegs sind. Romantischer Kuschelsex ist hier natürlich nicht gefragt. Ich bin jetzt schon auf die nächsten Werke von Ronald James gespannt, die auf Deutsch erscheinen. Potential hat der Autor nämlich!


Fazit: Für die Idee gibt’s 5 Punkte, für die Umsetzung maximal 3. Bleiben im Durchschnitt 4 Punkte und eine Leseempfehlung.

Haben wollen? 
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"Diabolische Lust"

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"Hinter Masken" von Eliza Dawson

Überlistet …

Adrian und Julian teilen eine Wohnung, aber nicht das Bett. Sein eigenes Bett teilt Adrian sowie mit Niemanden. Stattdessen zieht er Nacht für Nacht los, sucht sich einen One-Night-Stand und verschwindet noch vor dem Morgengrauen.
Julians Idee von einem ganz besonderen Maskenball kommt Adrian zunächst absurd vor. Er wird dort blind sein, keine Kontrolle haben, nicht wissen, mit wem er sich einlässt …
Er lässt sich völlig fallen, bis ihm ein besonderer Duft in die Nase weht, den er nun niemals wieder vergessen wird. Kann eine einzige Nacht alles ändern?

Zwar ahnt man als Leser ziemlich schnell, was das Geheimnis in „Hinter Masken“ von EIiza Dawson ist, das mindert aber nicht den Spaß diese Geschichte zu lesen. Es geht zwar ziemlich schnell zur Sache, aber keine Sorge – auch die Leser, die es gerne ein wenig gefühlvoller haben, kommen im Lauf der Geschichte auf ihre Kosten.

Natürlich wird hier in erster Linie eine erotische Geschichte erzählt. Doch sie ist nicht ohne Tiefgang! Wer sich hier wirklich hinter einer Maske versteckt und wie wichtig (oder unwichtig) das im Leben ist, muss am Ende jeder für sich selbst beantworten.

Fazit: Gefällt mir! Verdiente 4,5 aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.


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"Hinter Masken"

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Samstag, 12. September 2015

"Aktion Herzgeschichten" von Marah Woolf, Miranda J. Fox, Poppy J. Anderson, Emily Bold und Don Both

Fünf tolle Autorinnen haben sich eine großartige Aktion einfallen lassen:
Don Both, Marah Woolf, Miranda J. Fox, Poppy J. Anderson und Emily Bold haben sich zusammengetan und sammeln Spenden, um Flüchtlingskindern ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten.

Für jede Spende ab 10 € erhält man außerdem ein exklusives E-Book-Bundle mit 5 bisher unveröffentlichten Kurzgeschichten der Autorinnen.

Für weiter Infos einfach dem link folgen: "Aktion Herzgeschichten"



Und das hier ist draus geworden:
emilybold.de/emilys-blog/aktion-herzgeschichten-wir-haben-unser-spendenziel-erreicht/


Mittwoch, 9. September 2015

New Spezies 14 u. 15: "Numbers" von Laurann Dohner (engl.)



Trauer und Zorn

„Numbers“ spielt darauf an, dass die New Species vor ihrer Befreiung noch nicht einmal Namen hatten. Das Buch enthält zwei Kurzromane, die das Schicksal von bekannten Nebencharakteren thematisieren.

1. „140“ hat für sich den Namen „Mourn“ gewählt, weil seine Gefährtin zwar mit ihm befreit werden konnte, aber ihr Körper von den grausamen Experimenten schon so zerstört war, dass sie nicht überlebt hat. Trauer und Schuldgefühle bringen Mourn dazu, immer wieder seine Kameraden anzugreifen, stets in der Hoffnung, dass einer der Kämpfe ihn töten wird. Niemals hat er erwartet, ausgerechnet bei einer menschlichen Frau auf Verständnis zu stoßen.

Die Geschichte von Mourn und Dana ist unheimlich berührend. Man versteht ihre Trauer und ihre Einsamkeit, aber auch ihren Zorn und ihre Schuldgefühle. Die vorsichtige Annäherung der beiden ist rührend geschildert. Zwar schlägt das dann bei Mourn – typisch für die Serie – sehr schnell in die Überzeugung um, endlich eine neue Gefährtin gefunden zu haben, aber auch dieser Teil der Geschichte bleibt glaubhaft. Für unerwarteten Humor sorgen die Auftritte von Danas egozentrischer Mutter und Mourn Umgang damit.

 Danach kann man das Cover nicht mehr anschauen, ohne zu grinsen.

2. „927“, der sich nun selbst „Hero“ nennt, ist der Mann, zu dem Valinats Gefährtin Tammy bei ihrer Entführung in die Zelle gesteckt wurde. Er hat mehrere menschliche Frauen getötet und galt als extrem gefährlich.
In Freiheit und nicht zuletzt durch seine Freundschaft mir Tammy und Valiant hat er sich ein neues Leben aufgebaut. Niemand ahnt auch nur, dass er ein Geheimnis hütet, bis eine abgerissen wirkende, menschliche Frau vor den Toren von Homeland erscheint, die darauf besteht, zur NSO zu gehören und tatsächlich mit New Species sehr vertraut ist.
Candi und Hero haben eine gemeinsame Vergangenheit, die in einer blutigen Nacht endete und beide in dem Glauben zurückließ, der jeweils andere wäre tot.
Kann Hero vergessen, was damals geschehen ist? Haben die beiden eine Chance, auf dem Trümmerfeld von Zorn, alten Verletzungen, Schuldgefühlen und Misstrauen eine neue, glückliche Zukunft aufzubauen?

Die Story hat einen vielversprechenden Ansatz und sowohl Candi als auch Hero machen eine glaubhafte Entwicklung durch. Ich muss allerdings gestehen, dass ich mir hier mal wieder weniger Bettgymnastik und mehr Geschichte gewünscht habe, weil die spannenden Rahmenhandlung einfach ein wenig mehr Raum verdient hätte. Candi und Hero sind beide so interessante Charaktere, dass man auch nach der Story das Gefühl hat, sie nur an der Oberfläche kennengelernt zu haben.

Fazit: Eine unheimlich berührende und eine spannende, aber ein wenig zu oberflächliche, Geschichte ergeben zusammen 4,5 aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung für die Fans der New Species. Das Buch ist auch für Neueinsteiger nicht uninteressant, weil man einen guten Eindruck vom Tenor der Serie erhält. Das hier ist nicht unbedingt große Literatur, aber hinter dem Ganzen steckt immer wieder durchaus eine tiefere Ebene. Der Fokus von Laurann Dohner liegt allerdings klar darauf, spannende erotische Geschichten zu erzählen.


Haben wollen? 
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1. "Fury" (Rezi)
2. "Slade" (Rezi)
3. "Valinat" (Rezi)
4. "Justice" (Rezi)
5. "Brawn" (Rezi)
6. "Wrath" (Rezi)
7. "Tiger" (Rezi)
8. "Obsidian" (Rezi)
9. "Shadow" (Rezi)
10. "Moon" (Rezi)
11. "True" (Rezi)
13. "Smiley" (Rezi)
14. "Numbers" (Mourn und Hero) (Rezi)

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New Spezies 13: "Smiley" von Laurann Dohner (engl.)



Überraschend sanft

Smiley und Vanni lernen sich unter den denkbar schlechtesten Umständen kennen. Sie werden in einer Bar beide unter Drogen gesetzt. Schnell ist klar, dass dies ein mieses Komplott war, aber wer steckt wirklich dahinter?
Vanni findet es heraus und gerät in tödliche Gefahr. Ihre einzige Rettung scheint die NSO zu sein, die sie allerdings verdächtig, mitschuldig zu sein. Nur Smiley glaubt an ihre Unschuld.
Die beiden können die Finger nicht voneinander lassen. Beeinflusst das etwa seine Entscheidungen? Und will Smiley nur Sex von Vanni, oder ist das noch mehr?

Mir hat „Smiley“, der mittlerweile 13. Band der Serie um die „New Spezies“ richtig gut gefallen. Er thematisiert (^^ neben den heißen Szenen zwischen Smiley und seiner Vanni) die Probleme, die die NSO hat, weil Hassgruppen immer wieder versuchen, ihr das Recht auf Leben abzusprechen und dabei auch vor kriminellen Mitteln nicht zurückschrecken.

Die New Spezies müssen für sich und ihre Familien eine sichere Zukunft aufbauen, was nicht einfach ist.

Interessant war es hier, dass einmal einer der „Primaten“ im Vordergrund stand. Smiley ist anscheinend sanfter, als viele seiner Kollegen. Das steht ihm gut! Das extreme Macho-Gehabe der anderen Jungs ist manchmal schon ein wenig anstrengend …

Ich gebe Smiley gerne 5 Punkte, spreche eine Leseempfehlung aus und freu mich jetzt schon auf die nächste Geschichte.


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1. "Fury" (Rezi)
2. "Slade" (Rezi)
3. "Valinat" (Rezi)
4. "Justice" (Rezi)
5. "Brawn" (Rezi)
6. "Wrath" (Rezi)
7. "Tiger" (Rezi)
8. "Obsidian" (Rezi)
9. "Shadow" (Rezi)
10. "Moon" (Rezi)
11. "True" (Rezi)
13. "Smiley" (Rezi)
14. "Numbers" (Mourn und Hero) (Rezi)

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New Spezies 12: "Darkness" von Laurann Dohner (engl.)


Falling for Darkness

Darkness traut Niemandem und am wenigsten sich selbst. Er hat furchtbare Erfahrungen gemacht, die er nicht einmal mit Fury, der sozusagen sein Bruder ist, teilen möchte. Aber er ist ein guter Kämpfer und ein Verhörspezialist.

Deshalb ahnt er sofort, das Kat nicht diejenige sein kann, die sie vorgibt zu sein. Ein Spiel um Dominanz und Unterwerfung beginnt, dass beide an ihre Grenzen bringt. Darkness tut Alles, um die Kontrolle zu behalten und verliert dabei fast, was ihm nach und nach Wichtiger als alles andere geworden ist. Ein Leben mit Kat …

Das Buch ist einfach toll! Darkness ist ein interessanter Charakter und in der Geschichte deckt sich Schicht für Schicht auf, warum er so geworden ist. Die unerschrockene Kat bildet den idealen Gegenpart für ihn. Auch wenn sie am Anfang manchmal Angst vor ihm hat, so lässt sie sich doch nicht einschüchtern und gewinnt so nach und nach seinen Respekt und sein Vertrauen. Aber sie verfällt den dem Mann, der sich selber „Dunkelheit“ nennt und wünscht sich zum ersten Mal im Leben eine dauerhafte Beziehung.

Für mich in diese Story wieder einmal eines der Highlights der Serie von Larann Dohner um die „New Spezies“. Sie verdient auf jeden Fall 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Interessanterweise empfiehlt die Autorin hier zum ersten Mal die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Natürlich machen sie dann am meisten Spaß. Aber gerade dieses Buch erfordert in meinen Augen nicht so viel Hintergrundwissen wie die anderen Bände, das es sich sehr auf Darkness und Kat konzentriert. Fury und Ellie, sowie einige der anderen bekannten Charaktere, haben zwar auch ihre Auftritte, aber die erklären sich weitestgehend von selbst.

Zur Erinnerung: "
Fury" ist der Held aus dem erste Band der Serie und hat eines der *räusper* schönsten Cover ... ^^


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1. "Fury" (Rezi)
2. "Slade" (Rezi)
3. "Valinat" (Rezi)
4. "Justice" (Rezi)
5. "Brawn" (Rezi)
6. "Wrath" (Rezi)
7. "Tiger" (Rezi)
8. "Obsidian" (Rezi)
9. "Shadow" (Rezi)
10. "Moon" (Rezi)
11. "True" (Rezi)
13. "Smiley" (Rezi)
14. "Numbers" (Mourn und Hero) (Rezi)

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