Samstag, 31. Oktober 2015

"In Love: Karim" von Mieko aud der Heide

Überraschend breit angelegt

Karim sehnt so sehr nach einem Partner, dass er bereit ist, fast alles dafür zu tun. Er versteht allerdings nicht, dass er die Sache möglicherweise falsch angeht und ist deshalb immer wieder enttäuscht, wenn die Männer, die er in allen möglichen Clubs aufreißt, nur das eine von ihm wollen: Sex!
Als sein alter Schulfreund Sven sich bei ihm meldet, stimmt er gerne zu, ihn im Krankenhaus zu besuchen und sich ein wenig um ihn zu kümmern. Sven hat einen Unterschenkel verloren und hadert damit, weder seinen Job noch seinen geliebten Sport weiter betreiben zu können. Er glaubt, sein Leben wäre mehr oder weniger vorbei und verweigert die Mitarbeit bei seinen Therapien.
Alte Gefühle, neue Erwartungen, Ängste und Hoffnungen prallen aufeinander. Haben Karim und Sven wirklich eine Chance?

In love: Karim“ ist das erste 
richtige" Buch von Mieko aus der Heide, dass ich gelesen habe, nachdem mir die Kurzgeschichte „Bei Sonnenlicht und Mondenschein“ solchen Spaß gemacht hat. Hier ist der Tenor natürlich ein ganz anderer und sehr viel ernster. Karim ist einer der Nebencharaktere aus der Serie um Mike und Gabe in „Die ungewöhnliche Geschichte zweier Brüder, die keine waren“, kann aber für sich gelesen werden. Gabe wird mehrmals erwähnt, ansonsten spielt die Handlung nach (oder evtl. auch parallel) zu der Reihe.

Das Buch hat mich kalt erwischt. Nach dem Lesen des Klappentextes war ich darauf eingeschworen, einen „Tortured Hero“ (Sven) kennen zu lernen, der durch einen sanften Gegenpart (Karim) seine Lebensfreude zurückerhält.

So einfach ist die Geschichte aber bei weitem nicht. Karim schleppt seine eigenen Problem und Verletzungen mit sich herum. Er verbirgt sie nur ganz erheblich besser als Sven, dessen ruppige Art ihn am Anfang nicht eben sympathisch erscheinen lässt. Karims Familie stammt aus dem Iran und ist mehr als konservativ. Sie darf niemals erfahren, dass ihr jüngster Sohn sich zu Männern hingezogen fühlt. Eigentlich liebt Karim seine Eltern und seinen Bruder, was es für ihn unheimlich schwer macht, seine Neigungen zu verbergen. Er weiß aber, dass er alles verlieren wird, wenn er sich outet.

Mich hat die Auseinandersetzung mit dem Thema fasziniert. Karim Situation ist mit Sicherheit extrem, aber das Gefühl, dass Liebe an Bedingungen geknüpft sind und die Hilflosigkeit, die sich daraus ergibt, sind sehr berührend. Schließlich endet die eigene „Liebe“ zu den Eltern / der Familie nicht einfach, auch wenn das manchmal erheblich einfacher wäre.
Fazit: Wer am Ende für wen da ist und wer seine eigenen Bedürfnisse hinten anstellt, ist eine echte Überraschung. Die Geschichte war für mich nicht immer einfach zu lesen, trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Deshalb gibt es von mir solide 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die ausdrücklich auch für Leute gilt, die die Serie vom Mieko aus der Heide noch nicht kennen.

P.S.: Der Autor arbeitet mit sehr vielen Wortwiederholungen. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das wirklich Absicht war. Darauf reagiere ich normalerweise allergisch.
Mich haben die Story und die alles andere als eindimensionalen Charaktere aber so fasziniert, dass ich trotzdem sehr bewusst eine Leseempfehlung ausspreche.
Mir hat außerdem gut gefallen, dass ich das Gefühl hatte, der Roman ist sehr gut recherchiert.


Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Mieko aus der Heide kaufen:
Bildquelle: Main-Verlag

Freitag, 30. Oktober 2015

"Cupido Darts: Sein perfekter Mann" von El Sada

Sind perfekte Männer fehlerlos?

Dylan ist fertig mit der Welt: Sein Geliebter hat ihn betrogen! Nicht zum ersten Mal, aber nun nicht nur mit einem anderen Mann, sondern zusätzlich auch noch mit einer Frau. Gleichzeitig!
Jetzt reicht es! Dylan wirft Marvin hochkant aus der Wohnung und beschließt, sich auf die Suche nach einem perfekten Mann zu machen. Nach SEINEM perfekten Mann!
Zu seiner Überraschung lernt er gleich am ersten Abend Matt kennen, der alle Punkte auf seiner eigens erstellten Liste zu erfüllen scheint. Das kann doch gar nicht sein, oder?
Dylan bleibt misstrauisch und tatsächlich scheint Matt ein Geheimnis zu haben. Außerdem ist da noch Marvin, der Dylan unbedingt zurück haben will …

Cupido Darts – Sein perfekter Mann“ ist für mich eine Premiere in zweierlei Hinsicht: Erstens ist es mein erstes Buch von El Sada und zweitens die erste Geschichte aus der Reihe „Cupido Darts“. Nun stehe ich da und will eigentlich von beiden mehr lesen, weil mir das Buch richtig gut gefallen hat …

Zuerst aber geht es hier aber natürlich um Dylan und den Mann, der für ihn persönlich perfekt sein könnte: Die Geschichte ist klasse! Sie ist stellenweise ziemlich witzig, obwohl sie leicht ins Drama abrutschen könnte. Dylan hatte es nie leicht im Leben und Marvins Betrug nimmt ihn ziemlich mit. El Sadas lakonischer Humor sorgt allerdings dafür, dass man immer wieder grinsen muss, wenn man nicht gerade die Luft anhält, weil es zwischen Dylan und Matt mal wieder kochend heiß wird. Die expliziten Szenen sind toll geschrieben und nie Selbstzweck, sondern gehören einfach dazu. Vor allem da Dylan zuerst an sein Glück nicht glauben mag und seine Beziehung zu Matt am liebsten auf’s Bett reduzieren möchte.

Natürlich ist Matt nicht perfekt. Welcher Mensch ist das schon? Die Geschichte lebt nicht zuletzt davon, mit dieser Überlegung zu spielen und natürlich damit, wie man reagieren soll(te), wenn offensichtlich ist, dass der andere einen Fehler gemacht hat.

Zum Glück für Dylan gibt es jemanden, der ihm einen wirklich guten Rat erteilt …

Fazit: Ich mag diese Geschichte so sehr, dass ich gerne verzeihe, dass die Auflösung am Ende ein wenig zu „zufällig“ ist. Dylan findet am Anfang, dass Matt seine Liste zu 98% erfüllt. So geht es mir mit der Story auch. Das sind auf jeden Fall satte 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Die Story ist humorvoll und sexy. Perfekt für einen schönen Leseabend.

Ich muss mir dann jetzt überlegen, ob ich zuerst weitere „Cupido Darts“ lese, oder lieber zuerst mehr von El Sada. Beides scheint perfektes Lesefutter zu sein …

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von El Sada kaufen: 
- "Cudipo darts: Sein perfekter Mann"

Bildquelle: cupido-books.com
Ein Blick auf die Homepage oder den blog des Verlages unter cupidobooks.blogspot.de lohnt sich!

Serie "Reed Brüder: Holding Her Hand" von Tammy Falkner (engl.)

Wir sind alle verschieden

Ryan arbeitet seit neuestem im Tattoo-Shop der Reeds. Er ist ein Bekannter von Logan und von Geburt an taub. Mit hörenden Mädels hat er nichts am Hut. Er sieht seine Taubheit nicht als Behinderung, sondern als eine andere Kultur. Doch dann trifft er auf Lark und bevor er weiß, was passiert, hat er sich rettungslos verliebt. Während sein Verstand noch darauf beharrt, dass eine Hörende nichts für ihn ist, schlägt sein Herz längst nur noch für sie.

Lark will eigentlich nur ein Tattoo, das ihre Narben kaschiert, die sie normalerweise niemandem zeigt. Vor Ryan muss sie sie enthüllen und zu ihrer Überraschung sieht er durch sie hindurch mitten in ihr Herz hinein und zaubert Bilder auf ihre Haut, die sie zu Tränen rühren.

Wie soll sie jemals wieder einen Mann finden, der sie so gut kennt? Wenn Ryan doch nur nicht sofort erklärt hätte, er würde niemals ein hörendes Mädchen daten …

Holding Her Hand“ von Tammy Falkner ist eines der absoluten Highlights der Serie! Das Buch ist einfach wundervoll: Zärtlich, sexy, witzig und unheimlich berührend. Die Autorin braucht keine ausgefeilte Sprache, um sich ins Herz zu schreiben: Sie malt mit einfachen Worten so farbenprächtige Bilder, dass man sich ihnen nicht entziehen kann.

Da Ryan taub ist, reden er und Lark fast ausschließlich in Zeichensprache miteinander. Wirklich witzig sind aber die Texte, die sie sich per SMS senden und die manchmal sogar ein ganzes Kapitel füllen. Normalerweise mag ich Romane, die hauptsächlich aus Dialogen bestehen, nicht besonders. Hier aber funktioniert es einfach! Ich musste dauernd grinsen und hin und wieder laut lachen.

Dabei fehlen auch sehr ernste Szenen nicht. Lark hat kein einfaches Schicksal hinter sich und auch Ryans Leben war nicht immer einfach. Es ist wunderschön zu lesen, wie sich die beiden finden, zuerst noch unsicher sind und doch schließlich einsehen müssen, dass sie einander alles bedeuten.

Das bei Tammy Falkner sehr zärtliche und hin und wieder auch richtig heiße Szenen in jede Geschichte gehören, ist für Fans der Serie um die Reed-Brüder mittlerweile selbstverständlich.

Ich rätsele ja für mich ganz persönlich immer noch daran herum, was den einzigartigen Zauber ausmacht, den die Bücher auf Tammy Falkner auf mich ausüben. Jedenfalls kann ich keinem widerstehen und freue mich, kaum dass ich mit dem letzten fertig bin, schon wieder auf das nächste.

Vielleicht beantwortet ein Satz von Josh meine Frage: „Wir sind alle verschieden …“ sagt er an einer Stelle zu Ryan. Das gilt nicht nur für die Reeds und ihre riesige (Wahl-)Familie. Das besondere an den Büchern ist die selbstverständliche Akzeptanz der Unterschiede. Wichtig sind die Gemeinsamkeiten!

Fazit: Echt jetzt? Soll ich wirklich noch weiter schwärmen??? Natürlich 10 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung!

Übrigens: Das sich das Buch sehr auf Ryan und Lark konzentriert, ist es auch für Neueinsteiger geeignet. Es repräsentiert den Stil der Serie ausgezeichnet. Vorsicht! Die Jungs machen süchtig! Eine Sucht übrigens, der man gerne nachgibt …


Ausnahmsweise gibt es hier einen Screenshot aus dem Buch, weil ich das Bild absolut toll finde. es zeigt eines der Tattoos, die Ryan für Lark anfertigt und ich wollte es unbedingt zeigen. Die Rechte an dem Bild liegen natürlich bei Tammy Falkner. Was es genau bedeutet, kann (und sollte!!!) man in der Geschichte nachlesen. 



Haben wollen? 

 Hier kann man die Serie von Tammy Falkner kaufen:

-  "Groß, Tätowiert und Verführerisch" (Reed-Brüder Band 1: Logan und Emily)
-  "Klug, Sexy und Geheimnisvoll" (Reed-Brüder Band 2: Logan und Emily)
-  "Vorsichtig, verständnisvoll und bedingungslos" (Reed-Brüder Band 3: Pete und Reagan)
-  "Nur Jelly Beans und Eifersucht" (Reed-Brüder Band 4: Kurzgeschichte)
-  "Reagans Rache  und  das Ende von  Emilys Verlobung" (Reed-Brüder Band 5: Kurzge.)
-  "Ein Wunder für Matt" (Reed-Brüder Band 6: Matt und Skylar)
-  "Pauls Versprechen" (Reed-Brüder Band 7: Paul und Friday)
- "Bezaubernde Braut" (Reed-Brüder Band 7,5: Alle zusammen!)
- "Null Komma nichts" (Reed-Brüder: Sam und Peck)
- "Brav war gestern" (Reed-Brüder: Josh und Star)
- "Während wir warteten" (Reed-Brüder: Tag und Fin)

-  "24 Stunden" (Reed-Brüder Side-Story: Daniel und Faith)


-  "Ihre letzte Chance" (Reed-Brüder Side-Story: Nick und Carrie)
Ja, du“ (Reed-Brüder Vorgeschichte: Bob und Madison =Reagans Eltern)

Bisher nur auf Englisch: 
- "Holding her Hand" (Ryan und Lark)

(Den link zu weiteren Rezis von den Reed-Brüdern findet man auf der Seite "Romanzen" oder unter dem Label Tammy Falkner)

Bildquelle: amazon

Mittwoch, 28. Oktober 2015

"Die Kunst der Unterwerfung" von J.P. Barnaby

Ein wenig unausgegoren …

Josh sucht endlich den Mann seiner Träume: Dominant, streng und mit strahlend grünen Augen. Avery, sein erster Master, schickt ihm das Profil von Wade, zu dem er angeblich gut passen würde. Hoffnungsvoll lässt Josh alles hinter sich, um auf einer Ranch in Montana ein neues Leben zu beginnen …

Die Geschichte „Die Kunst der Unterwerfung“ von J.P. Barnaby beginnt sehr sinnlich mit einer Traumsequenz. Leider kann aber auch der tolle Stil des Autors nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Story ein wenig unausgegoren ist. Josh gibt sein ganzes Leben (und seine Wohnung!) in Chicago auf, obwohl er Wade nur aus ein paar mails kennt und sie anscheinend noch nicht einmal die Eckpunkte ihrer zukünftigen Beziehung geklärt haben. Das führt zu einigen Unsicherheiten, die man der Geschichte vielleicht verziehen hätte, wenn sie nicht so kurz wäre. Als es endlich heiß wird, ist die Story auch schon zu Ende. Dabei wäre es mit Sicherheit interessant gewesen, wie Josh und Wade weiter mit einander auskommen und welche dunklen Spiele sie miteinander spielen.

Ehrlich gesagt habe ich mich im Nachhinein mehr als ein wenig über den Titel „Die Kunst der Unterwerfung“ geärgert. Um die Erwartungshaltung zu erfüllen, die diese Worte wecken, reicht es einfach nicht. Hier liegt eine ganz normale Kurzgeschichte um den Beginn einer Master/Sub-Beziehung vor. Wo die „Kunst“ für Josh liegt, den Befehlen von Wade zu gehorchen, erschließt sich nicht. Schließlich macht es ihn total an …
Der englische Titel „Mastering the Ride“ trifft es da ein wenig besser …

Fazit: Wenn man die Enttäuschung bei Seite lässt, dass der Titel nicht hält, was er verspricht, bleibt eine gut geschriebene und stellenweise sehr sinnliche Geschichte übrig. Sie hat das Zeug, richtig gut zu werden, allerdings scheint dies hier nur der Anfang zu sein. Deshalb 4 von 5 Sternen und die Hoffnung, irgendwann mehr von Wade, Josh und ihren Freunden zu lesen.


Haben wollen?
 Hier kann man die deutschen Bücher von J.P.Barnaby kaufen, hier geht es zu englischen Autorenseite von J.P. Barnaby.

Bildquelle: amazon

Dienstag, 27. Oktober 2015

"Bei Sonnenlicht und Mondenschein" von Mieko aus der Heide


Das ist ja niedlich!

„Hunde sind die besseren Menschen“ wird ja so gerne behauptet. Wie menschlich sein treuer Schäferhund ist und warum plötzlich ein nackter – und total heißer! – Mann in seinem Bett sitzt, ist aber dann doch eine ziemlich Überraschung für Volker.

Die Story ist wirklich niedlich zu lesen. Man kann sich Volkers Überraschung und sein moralisches Dilemma bestens vorstellen: Darf ich mich von meinen Hund angezogen fühlen???

Das Andor sich als „Wer-Mensch“ outet, macht die Sache einfacher. Das er sexy wie die Hölle ist, lässt Volkers Widerstand schließlich Schmelzen, wie Schnee in der Sonne …

Mir hat diese kleine, kluge, witzige und dabei auch noch ziemlich heiße Kurzgeschichte von Mieko aus der Heide richtig Spaß gemacht.

Der Autor fragt am Ende, ob man mehr davon lesen möchte. Die Antwort ist klar: Ja, bitte!!!
Vorerst gibt es erst einmal 5 Punkte und eine Leseempfehlung.



Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Mieko aus der Heide kaufen:
Bildquelle: amazon

Montag, 26. Oktober 2015

"Kandahar, oder Hölle genannt" von Sydney Stafford

Unheimlich intensiv
Alex ist Soldat. Der Einsatz in Afghanistan fordert sowohl körperlich als auch mental alles von ihm. Damit ist er nicht alleine. Seine Kameraden sind in der gleichen Situation. Die Männer müssen mit den Entscheidungen leben, die sie gefällt haben. Oder aber sie sterben daran …

Kandahar, oder Hölle genannt“ von Sydney Stafford ist eine Art Vorgeschichte zu der Serie „Die Spezialeinheit“, kann aber auch als Stand Alone gelesen werden. Für mich war es die ideale Gelegenheit den Stil des Autors einmal kennenzulernen, da mich die Thematik der Serie bisher nicht wirklich gereizt hat.

Die kurze Geschichte ist unheimlich intensiv geschrieben. Sie berührt und macht sehr, sehr nachdenklich. Der permanente Stress, die wahnsinnige Anspannung und letztendlich die totale Einsamkeit der Soldaten sind nichts für schwache Nerven. Zwar wird eine homoerotische Beziehung angedeutet, das ist aber in meinen Augen nicht der Kern der Geschichte. Alex folgt Befehlen oder trifft selber Entscheidungen, die schwerwiegende, nicht mehr zu korrigierende Konsequenzen haben. In der Hölle des Krieges hat ein Menschleben keinen Wert und keine Bedeutung, außer für die direkt Betroffenen, die alleine damit klar kommen müssen, was sie getan haben und das sie überlebt haben. Auf das „Warum?“ gibt es keine Antworten.

Fazit: Zu sagen, die Story hätte mir „gefallen“, hört sich falsch an. Sie hat mich gepackt und nicht mehr losgelassen. Obwohl sie so kurz ist, denke ich immer wieder daran. Das ist mir auf jeden Fall 5 Punkte und eine Leseempfehlung wert.

Haben wollen?
 Hier kann man die Geschichte von Sydney Stafford kaufen:
Bildquelle: amazon

Sonntag, 25. Oktober 2015

"Aus der Stille" von Susan Laine

Ein Blick sagt mehr als tausend Worte

Jordan ist Polizist. Als er nach einem Schusswechsel in eine neue Stadt versetzt wird, weiß er noch nicht, wie sehr dies sein Leben verändern wird, denn dort lernt er Sebastian kennen, der ihn sofort völlig fasziniert.
Sebastian kann nicht hören, aber ausgezeichnet von den Lippen ablesen und ist ein Meister darin, jede noch so kleine Gefühlsregung und Geste seines Gegenübers zu interpretieren. Sein Handicap ist gleichzeitig seine Stärke, als er einen sinnlichen Tanz mit Jordan beginnt. 


Zu überlegen, was man genau sagt, um jemanden aus der Reserve zu locken, ist für den schlagfertigen Bullen kein Problem. Aber selbst die kleinste Regung kontrollieren? Das ist fast unmöglich.

Diese Konstellation macht das Buch sehr ungewöhnlich: Die beiden Männer reden zwar auch mit Worten, aber Gesten und Blicke habe ebenso viel Gewicht. Es hat mich fasziniert zu lesen, wie Sebastian nicht nur auf verbale, sondern auch auf nonverbale Signale reagiert, die dazu natürlich genau geschildert werden müssen.

Auch der Sex wird ausführlich beschrieben. Trotzdem fehlt es nicht an sehr zärtlichen Momenten. Dass beide mit Dämonen aus ihrer Vergangenheit ringen, sorgt für Spannung.

Besonders gefallen hat mir außerdem, dass Jordan und Sebastian nicht nur für ihre Liebe als Paar kämpfen. Sie suchen mehr als eine einfache Beziehung. Beide sehnen sich nach einer Familie, einer Gruppe von Menschen, die einfach füreinander da ist. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht?

Fazit: Von mir hat es schon beim ersten Lesen 5 Punkte und eine Leseempfehlung für diesen ungewöhnlichen Roman „Aus der Stille“ von Susan Laine gegeben. Auch beim Re-Read hat mich das Buch wieder begeistert.


Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Susan Laine kaufen:
- "Aus der Stille"

Mittlerweile gibt es auch eine Fortsetzung zu dem Buch: 
- "Mit deinen Händen"

Bildquelle: amazon

Freitag, 23. Oktober 2015

"Second Club - Verkauft" von T.C. Jayden

Lust und Schmerz

Oliver lässt sich im Club für einen guten Zweck an einen unbekannten Dom versteigern. Angst befeuert seine Erregung, denn Sebastian ist härter, als alle Partner, mit denen er es bisher zu tun hatte. Der kaum zu ertragende Schmerz lässt seine Lust in ungeahnte Höhen schießen. Oliver wird schnell klar, dass eine Nacht mit Sebastian nicht genug sein wird. Aber was denkt der darüber?

Second Club – Verkauft“ von T.C. Jayden unheimlich sinnlich. Als Leser spürt man die Faszination, die Sebastian dabei empfindet, Schmerzen zuzufügen und die Lust, mit der Oliver sie empfängt. Für mich macht dies den Reiz einer guten erotischen Geschichte aus: Zu vergessen, dass man ein Buch in Händen hält und mit zu fühlen, mit zu fiebern, mit zu empfinden, was in deutlichen Worten geschildert wird. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren …

Fazit: Mindestens 5 Stern und eine Leseempfehlung. Für die Suchtwarnung ist es ab hier sowieso zu spät …


Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von T.C. Jayden kaufen:
Bildquelle: amazon

Donnerstag, 22. Oktober 2015

"First Club - Kenneth Hunt" von T.C. Jayden

Kochend heiß!

Mike ist ein Sub, aber keiner von der schlanken, zierlichen Sorte. Eigentlich mag er seine Muskeln, aber seinen Ex-Freund haben sie so verunsichert, dass es die Trennung zur Folge hatte.
Ausgerechnet dem Besitzer des Szene-Clubs, in dem Mike arbeitet, fällt sofort auf, dass Mike kein Halsband mehr trägt. Kenneth stellt ihn vor die Wahl: Mike muss entscheiden, ob er in Zukunft mit Mr. Hunt oder Master Ken zu tun haben will …

Die Story ist relativ kurz, steckt aber so voller dunkler, rauer Sinnlichkeit, dass der Funke mühelos überspringt. Die beiden Männer sind – jeder für sich und natürlich auch gemeinsam – unheimlich heiß. Die erotische Anziehung springt sofort über und schafft es mühelos, auch vom Leser Besitz zu ergreifen.

Fazit:First Club – Kenneth Hunt“ von T.C. Jayden ist super geschrieben und macht Lust darauf, mehr von der Autorin zu lesen.
Also: Auf jeden Fall 5 kochend heiße Punkte, eine Leseempfehlung und eine Suchtwarnung.

Ich werde jetzt umgehend nachschauen, ob „Second Club – Verkauft“ mich genauso fasziniert. Wenn ja …
Dann ist klar, was ich in den nächsten Tagen lesen werde: mehr von T.C. Jayden!


Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von T.C. Jayden kaufen:
Bildquelle: amazon

Mittwoch, 21. Oktober 2015

"Er ist wieder da" - Der Film

"Arsch huh, Zäng ussenander!"

Für diejenigen, die Kölsch zwar trinken, aber der Sprache nicht mächtig sind, das beduetet "Arsch hoch, Zähne auseinander!" und hat auf den allerersten Blick nichts mit Er ist wieder da – Der Roman“ von Timor Vermes zu tun, dem Buch, das monatelang die Bestsellerlisten angeführt hat und wird immer noch heiß diskutiert.

Ich habe den Roman nicht gelesen, zumindest nicht ganz, sondern nur ein paar Auszüge, die ich ganz witzig fand, die aber auch irgendwie ein unangenehmes Gefühl hinterlassen haben. Darf man über Hitler-Parodien lachen? Keine Ahnung, mir gelingt das meistens nicht …

Nun also läuft der Film in den Kinos, ein Film der sich am Buch orientiert, aber ihm nicht in allen Teilen folgt, das haben mir die Leute versichert, die beides kennen. Die Kernaussage von Film und Buch ist aber eine ähnliche und wohl genauso bedrückend.

„Er ist wieder da“ wird als „Komödie“ beworben und ist vordergründig erst einmal ganz lustig. Da wacht ein Typ nach fast 70 Jahren in einer modernen Metropole auf und wird statt von fallenden Bomben mit Handys attackiert, weil jeder Tourist ( und anscheinend auch jeder Depp …) ein Selfie mit dem vermeintlichen „Führer-Double“ machen möchte. Die Menschen lachen über Hilter, sehen ihn als komische Figur und … stimmen dem zu was er sagt. Als Hitler kapiert, wie man mit dem Computer und dem „Inter-Netz“ umgeht, ist sein Aufstieg zum Medienstar nicht mehr aufzuhalten. Das Fernsehen, die Presse und selbst hippe Blogger unterstützen ihn dabei, ohne ein einziges Mal zu hinterfragen, was der Typ da von sich gibt.

Das wirklich Beklemmende am dem Film sind aber die dokumentarischen Szenen, in denen „Hitler“ mit echten Menschen über moderne Politik diskutiert. Ich konnte es einfach nicht glauben, dass jemand solche Dinge von sich gibt, wenn eine Kamera läuft und auch noch eine Einverständniserklärung unterschreibt, dass es gesendet werden darf.

Haben aber alle gemacht, wie die Filmemacher versichern …

Natürlich ist die Auswahl so, dass ein bestimmtes Bild entsteht, und wenn ich nicht gelesen hätte, dass es sogar mehrere Beschwerden und Anzeigen gegen die Auftritte gegeben hätte, würde ich wirklich an Deutschland verzweifeln.

Vielleicht ist das mein Fazit aus dem Film: Schweigen ist einfach und doch unheimlich gefährlich. Es reicht nicht, im stillen Kämmerlein „Gegen Rechts“ zu sein, man muss es auch immer wieder laut, deutlich und öffentlich formulieren, um so ein eindeutiges Zeichen setzen.

Damit bin ich da angekommen, wo ich hinwollte: "Arsch huh, Zäng ussenander!" ist ein Motto, dass mir immer schon gefallen hat und das ich in der nächsten Zeit wieder ein wenig ernster nehmen werde. Wenn rechts immer noch und immer wieder aktuell ist, braucht man auch immer noch und immer wieder jede einzelne Stimme, die sich für ein vernünftiges und friedliches Miteinander einsetzt. Gelegenheiten dazu gibt es in den aktuellen Diskussionen genug.

Sollte man sich den Film "Er ist wieder da!" eigentlich ansehen? 
Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich war nicht alleine im Kino und wir haben mittlerweile eine Menge über die verschiedenen Szenen diskutiert. Mir ist das Lachen mehr als einmal im Halse stecken geblieben. Aber vielleicht ist das auch Absicht und der Film rüttelt auf.
Ob das bei allen funktioniert, weiß ich nicht. In der Reihe vor mir saß eine Gruppe Jugendlicher, die sich einen Spaß daraus machten, mit Hilfe einer Handy-App Selfies in Hitler-Porträts zu verwandeln. Auf mich wirkt das wie eine Verniedlichung, die über das Grauen und die menschenverachtende Denkweise hinwegtäuscht.

Link zu Homepage von "Arschhuh": www.arschhuh.de/

Bildquelle: amazon

Donnerstag, 15. Oktober 2015

"Zaun an Zaun" von Mathilda Grace

Trick or Treat?

Rechtzeitig vor Halloween versorgt Mathilda Grace den geneigten Leser mit einer neuen Kurzgeschichte aus der „Nachbar fürs Herz“-Reihe. Mittlerweile schon zum fünften Mal darf man vergnügt verfolgen, wie der „liebe“ Nachbar einem Mann Himmel und Hölle in einem bereitet …

Dabei fängt die Geschichte ziemlich gruselig an: Ben hat den üblen Verdacht, dass sein — zugegeben unheimlich attraktiver — Nachbar regelmäßig Leichenteile im Garten vergräbt. Die zahlreichen Horrorfilme, die er mit Vorliebe anschaut, untermauern diese Theorie. Wenn „Freddy Krüger“, dessen Name eigentlich Spencer ist, doch nur nicht so heiß wäre!
Hin und hergerissen zwischen Fluchtreflex und Anziehung beschließt Ben der Sache auf den Grund zu gehen und macht eine unglaubliche Entdeckung …

Mathilda Grace schafft es mal wieder, dass Kopfkino des Lesers so zu beschäftigen, dass man die Story nicht eine Sekunde aus der Hand legen will, bevor man weiß, was es nun mit dem unglaublich gut aussehenden Freddy-Krüger-Verschnitt auf sich hat. Da die Story aus der Ich-Perspektive erzählt wird, hat man als Leser uneingeschränkten Zugang zu Bens Fantasie. Die ist nicht nur „rege“, wie im Klappentext angekündigt, sondern … selbst „überschäumend“ trifft es noch nicht ganz.
Jedenfalls sorgt sie dafür, dass man mit Ben so einige wirklich heiße Szenen erlebt, aber auch ein paar leicht gruselige.
Was es wirklich mit den onimösen Tüten auf sich hat, wer hier wen austrickst und wer am Ende einen wahren und total süßen „Treat“ ergattert, werde ich natürlich nicht verraten.

Von mir gibt es gut gelaunte 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Die vergnügliche Lektüre lässt einen das trübe Herbstwetter für eine Weile vergessen.

Haben wollen? 
 Hier kann man die „Nachbar fürs Herz“-Bücher von Mathilda Grace kaufen: 
Stachlige Schönheit
Durchblick gesucht
(h)Eiskalt erwischt
Spiel auf Risiko
- „Zaun an Zaun"

Bildquelle: amazon

"Eisprinz und Herzbube" von Elena Losian

Verliebte Jungs …

Emilio ist 15 und findet sein Leben mehr als kompliziert. Immer wieder wird er wegen seiner beiden schwulen Väter gemoppt und muss sich gegen den Vorwurf schwul zu sein, verteidigen. Nur sein bester Freund Etienne hält felsenfest zu ihm. Als ausgerechnet der coole Schulsprecher Nicholas ihn bezichtigt, homophob zu sein, eskaliert die Situation. Emilio weiß bald nicht mehr wo ihm der Kopf steht. Noch viel weniger weiß er wohin mit seinen Gefühlen für seine Freundin, seinen besten Freund und … Nick???

Eisprinz und Herzbube“ hat mich so richtig verführt! Zuerst hat mich der Titel neugierig gemacht, dann fand ich das Cover total schön und schließlich … naja, in die Leseprobe könnte man ja kurz mal reinschnuppern, auch wenn Teenies und erste Liebe nicht so ganz in mein Beuteschema passen …

Kaum hatte ich die ersten Seiten gelesen, war ich allerdings völlig fasziniert und wollte die Story nicht mehr für eine Sekunde aus der Hand legen. Eine durchlesene Nacht später kann ich also Folgendes berichten:

Ja, in dem Buch sucht und findet Emilio, von seinen Freunden „Milo“ genannt, seine erste Liebe. Das ist richtig toll geschildert und als auch „erwachsener“ Leser spürt man den ganzen, wunderbaren Zauber aber noch einmal so, als würde man ihn selbst wieder erleben. Natürlich ist nicht alles rosarot und der Himmel hängt auch nicht immer voller Geigen. Milo macht Erfahrungen, die schmerzhaft sind und muss sich mit Zweifeln, Vorurteilen, Homophobie und seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Dafür, dass die Geschichte nicht ins Drama abrutscht, sorgen Szenen, die allesamt super geschrieben sind und den Leser hin und wieder einfach mit einem fetten Grinsen im Gesicht zurücklassen. Teenies halt …

Etienne, Milo und Nick werden im Laufe der Geschichte erwachsen. Sie lernen für sich und ihre Gefühle und Überzeugungen einzustehen. Dazu gehört auch die Entdeckung, dass ihre Eltern eigene Geheimnisse und Schwächen haben. Man spürt förmlich, wie sich der Blick der Jugendlichen auf sie verändert.

Eisprinz und Herzbube“ ist in meinen Augen viel mehr als eine einfache Love-Story. Die wundervoll ineinander gewobenen Handlungsfäden erzählen ganz nebenher die Geschichte von drei Familien. Keine scheint auf den ersten Blick „der Norm“ zu entsprechen und gerade das ist für mich auch eine der Kernaussagen: Familie ist das, was man daraus macht!

Auch die drei Jungs scheinen unbewusst immer das klassische „Vater-Mutter-Kind-Heile-Welt“-Bild vor Augen zu haben. Nach und nach wird ihnen aber klar, dass dies in der Regel mit der Realität wenig zu tun hat und die meisten Familien unter der Oberfläche mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben. Erst wenn man sich offen eingesteht, was eigentlich schief läuft, ist der Weg zu einer Lösung offen.

Fazit: Mir hat „
Eisprinz und Herzbube“ richtig gut gefallen!
Nein falsch: Ich bin total begeistert! Die Story sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Ich habe das Buch verschlungen und werde es mit Sicherheit noch mehr als einmal lesen. Dafür gebe ich gerne Fall 5 Punkte. Die Leseempfehlung habe ich ja oben bereits ausgesprochen und kann sie jedem nur ans Herz legen. Sie richtet sich übrigens sowohl an junge, wie auch an ältere Leser.

Der Schwerpunkt der Geschichte liegt zwar eindeutig auf den Gefühlen, aber es gibt in diesem Buch auch einige freizügige Szenen. Sie sind jedoch niemals Selbstzweck, sondern passen immer genau in die Situation.
Und: Hey! Es geht Teenies!!! Die müssen schließlich herausfinden, wie das alles so funktioniert mit der Liebe …


Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Elena Losian kaufen:
Bildquelle: Main-Verlag

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Serie: Reed-Brüder: "Ja, du" von Tammy Falkner

Zärtlich und sexy …
Robert „Bob“ studiert Jura, gerade weil er weiß, wie einfach es ist mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Er selbst hat seine Zeit im Knast abgesessen. Als ausgerechnet die Tochter des Richters, der ihn verurteilt hat, ihn anspricht, kann er es zunächst gar nicht glauben.
Was will Madison bloß von ihm?

Wie alle Geschichten von Tammy Falkner ist auch „Ja, du“ unheimlich zärtlich und super sexy. Irgendwie schafft sie es in jedem Buch der Story „Bad Boy“ und „Good Girl“ genug neue Aspekte abzugewinnen, damit man sie wieder gerne liest und auch die nächste kaum erwarten kann.

Die Reed Brüder kommen übrigens in diesem Band gar nicht vor. Er gehört aber trotzdem eindeutig zur Serie, weil er beschreibt, wie sich Reagan Eltern kennengelernt haben.

In der Geschichte um Reagan und Pete wird angedeutet, dass ihr Vater ebenfalls eine schwierige Kindheit hatte, die ihm jede Menge Tattoos und den Willen Kindern, die es nicht einfach haben, zu helfen.

Fazit: Vom mir erhalten Bob und Madison auf jeden Fall 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die nicht nur für Fans der Serie gilt.

Die Kurzgeschichte eignet sich gut zum reinschnuppern, weil sie in sich abgeschlossen ist und kein Vorwissen erfordert. Wer sie mag, wird auch die ganze Serie lieben.

Weil ich es mir nicht verkneifen kann, hier ein Zitat aus dem Buch. Eigentlich glaubt Bob ja am Anfang, dass er nicht der Richtige für die bildhübsche Tochter eines angesehenen Richters ist, aber …
„ … Mein Innerstes schließt Madison nicht aus. Es lässt sie herein. Es lädt sie ein und bietet ihr Kaffee und Apfelkuchen an. … “

Haben wollen? 

 Hier kann man die Serie von Tammy Falkner kaufen:
-  "Groß, Tätowiert und Verführerisch" (Reed-Brüder Band 1: Logan und Emily)
-  "Klug, Sexy und Geheimnisvoll" (Reed-Brüder Band 2: Logan und Emily)
-  "Vorsichtig, verständnisvoll und bedingungslos" (Reed-Brüder Band 3: Pete und Reagan)
-  "Nur Jelly Beans und Eifersucht" (Reed-Brüder Band 4: Kurzgeschichte)
-  "Reagans Rache  und  das Ende von  Emilys Verlobung" (Reed-Brüder Band 5: Kurzge.)
-  "Ein Wunder für Matt" (Reed-Brüder Band 6: Matt und Skylar)
-  "Pauls Versprechen" (Reed-Brüder Band 7: Paul und Friday)
- "Null Komma nichts" (Reed-Brüder: Sam und Peck)
- "Brav war gestern" (Reed-Brüder: Josh und Star)
- "Während wir warteten" (Reed-Brüder: Tag und Fin)

-  "24 Stunden" (Reed-Brüder Side-Story: Daniel und Faith)
-  "Ihre letzte Chance" (Reed-Brüder Side-Story: Nick und Carrie)
Ja, du“ (Reed-Brüder Vorgeschichte: Bob und Madison (=Reagans Eltern))

(Den link zu meinen anderen Rezis von den Reed-Brüdern findet man auf der Seite "Romanzen" oder unter dem Label Tammy Falkner)

Bildquelle: amazon

Augen auf beim Bücherkauf!


Bildquelle: Screenshot, eigen, vom 15.10.2015 

Wenn der Titel nicht hält, was er verspricht ...


… ärgert sich der Leser!
Zumindest dieser Leser hier. Die anderen Rezensenten beim großen A scheinen das ja ganz anders als ich gesehen zu haben und bewerten das Buch entsprechend erheblich besser. Meinungsfreiheit nennt man das und das ist ein hohes Gut! 


Eigentlich bin ich gegenüber diesen merkwürdigen Titeln in Großbuchstaben und mit allerlei einschlägigen Begriffen in Klammern mittlerweile ja misstrauisch. Aber hin und wieder lässt man sich halt hinreißen. Ok, ehrlich gesagt, es war mal wieder eine Gratisaktion "schuld".

In der Geschichte „Feuriges Verlangen“ von Sophia Wolf jedenfalls bekommt man meiner Meinung nach eine ziemlich langweilige und an den Haaren herbeigezogene Einführung, auf die eine Mini-Szene zwischen zwei Männern und einer Frau folgt. Die ist sogar ganz nett und besser geschrieben, als der „Vorspann“ der nur so vor Grammatikfehlern (*1) strotzt, es vermuten lässt.

Dann allerdings kommt NICHT (Man beachte: Hier wird das Stilmittel aus dem Titel verwendet!) die angekündigte DREIERBEZIEHUNG sondern eine „FREE BONUS STORY“, die ein Drittel des Inhalts ausmacht. Keine Ahnung worum es darin geht, denn als die end- und belanglosen Dialoge wieder anfingen, habe ich keine Lust mehr gehabt und abgebrochen.

Och nö. Das gefällt mir so nicht mal im Ansatz und eine Leseempfehlung gibt es auch nicht. Erotik ist viel mehr als die Beschreibung von Aussehen und Technik. Für einen saftigen P*** wird in der Story zu viel gelabert und zu wenig Bettgymnastik betrieben.

(*1) Anmerkung: Auch wenn man Plusquamperfekt nicht mag, kommt man in der deutschen Sprache nicht immer drum herum …

Worüber ich aber nur den Kopf schütteln kann, ist folgendes: Der Roman ist vielleicht und sehr viel gutem Willen eine Liebesgeschichte. Die Beziehung / Ehe zwischen Alecia und David scheint allerdings eher eine Freundschaft mit gewissen Extras zu sein. Der Sex ist ganz gut, aber die große Leidenschaft kommt nicht beim Leser an.
Aber Leute!!! Nur weil zwei Männer im Bett sind, gehört dieses Buch noch lange nicht in die Kategorie "Romantische Literatur für Homosexuelle". Die Jungs besorgen es der Frau und nicht einander!
Was die Story (mit nur einer Frau!) in "Lesbenromantik zu suchen hat, erschließt sich mir erst recht nicht. 

Ehrlicherweise: Vielleicht kommt ja zu beidem noch was in der "FREE BONUS STORY", die ich mir gespart habe.

Fazit: Das e-book war zwar für mich kostenlos, aber meine Lese- und Lebenszeit habe ich eindeutig mit der Story verschwendet. Von Sophia Wolf landet nix mehr auf meinem Reader, egal für welchen Preis.

"Die wahre Geschichte von Robinson Crusoe" von J. Walther

Es wird heute Nacht Regen geben ...

Jeder kennt die Geschichte von Robinson Crusoe, oder? Aber was ist wirklich auf der Insel passiert?

J. Walther schafft es in der Kurzgeschichte „Die wahre Geschichte des Robinson Crusoe“ dem scheinbar alten und altbekannten Roman ganz neue Aspekte abzugewinnen. Wenn man sie gelesen hat, kann man sich kaum vorstellen, dass es anders gewesen sein sollte …

Robinson ist trotz seine Überlebensfähigkeiten … nun ja … nicht so klug und weltgewandt, wie man ihn aus anderen Varianten der Geschichte kennt. Auch seine sozialen Fähigkeiten sind ziemlich rudimentär, was einerseits daran liegt, dass er so lange alleine war, andererseits der Zeit geschuldet ist, in der er lebt.

Der „Wilde“ erweist sich nicht nur als überraschend klug. Er hat Kenntnisse und Fähigkeiten, die für die beiden Männer das Leben auf der Insel deutlich angenehmer machen. Das ist, wenn man darüber ein klein wenig nachdenkt, wenig überraschend, schließlich ist er in der Gegend aufgewachsen und hat gelernt dort zu überleben.

Wirklich witzig finde ich, wie er Robinson geschickt verführt. Siriaku weiß was er will und zögert nicht, zur Not auch Tricks anzuwenden, um es zu bekommen.

Die Geschichte ist aber nicht lustig im eigentlichen Sinne und auch keine klassische „schwule Romanze“ mit ausgeprägten expliziten Szenen. J. Walther spielt sehr geschickt damit, dass jeder die Grundmotive des Romans von Daniel Defoe kennt. Die scheinbar altertümliche Sprache der vorliegenden Geschichte steht dabei in scharfen Gegensatz zu der zeitgemäßen Betrachtung des Geschehens. Robinson, der als Ich-Erzähler auftritt, braucht eine ganze Weile, um herauszufinden, was richtig und was falsch, was wichtig und was nebensächlich ist.

Als Leser kann man sich über ihn amüsieren und mit ihm darüber freuen, dass er schließlich doch die richtigen Entscheidungen trifft

Außerdem könnte man – nur so als Idee und aus aktuellem Anlass – noch einmal darüber nachdenken, ob man selbst einer fremden Kultur wirklich ohne Vorurteile gegenübersteht, wie verletzend gedankenlos daher Gesagtes sein kann, und wie bereichernd offenes Miteinander ist.

Ich gebe zu, dass ich eine kleine Schnulze erwartet und eine überraschend kluge, nachdenkliche und außerdem wunderbar geschriebene Geschichte gefunden habe, die deutliche aktueller ist, als gedacht.

Punkte? Mehr als 5. Leseempfehlung? Zu 100%!

Und eine Warnung: Egal ob Buch oder Film, das nächste Mal wird man Robinson Crusoe mit ganz anderen Augen sehen. Seine „wahre Geschichte“ setzt sich nämlich im Gedächtnis fest.


Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von J. Walther kaufen: 
- "Die wahre Geschichte von Robinson Crusoe"

Weiter Geschichte und Bücher:
"Der dünne Boden, auf dem wir stehen" 
"Im Zimmer wird es still"
"Phillips Bilder"

 Zum Reinschnuppern: 
Eine (kostenlose) Leseproben-Sammlung

Tolle Hintergrundinfos zu der Geschichte findet man übrigens auf dem blog von J.Walther:
"MonteChiaro"



Bildquelle: amazon