Samstag, 30. Januar 2016

"Konsequenzen" von Norma Banzi

Schwierige Entscheidungen

Richy und Tyler pflegen seit ihren gemeinsamen Anfangszeiten als SEALs einen sorgsam gehegten Hass aufeinander. Oder? Sie respektieren sich, haben einander im Einsatz das Leben gerettet und kennen einander in- und auswendig.

Aber ein überzeugter Rassist und ein Farbiger? Das kann doch gar nicht gutgehen …

Ein überraschender Kuss lässt die Gefühle hochkochen. Richy und Tyler stellen fest, dass sie längst keine Feinde mehr sind. Ihre gegenseitige Anziehung kann und wollen sie nicht mehr unterdrücken. Happy End in Sicht???
Nein, hier fängt die eigentliche Geschichte erst an: Tyler hat gute Gründe nach außen den Rassisten zu geben. Richy muss sich entscheiden, ob er es mit seinem Stolz vereinbaren kann, das „dunkle Geheimnis“ seines Liebhabers zu sein. Hat diese Beziehung wirklich eine Zukunft?

Ich habe darauf gehofft, dass Norma Banzi uns mehr von Richy und Tyler erzählt, seit ich sie in „Die Scherben der Kindheit und das brüchige Glück der Gegenwart"“ kennengelernt habe. Schon dort wird klar, dass Tyler zwar nach außen den konservativen Rassisten gibt, aber das nur eine Fassade sein kann. Wie lange kann er diese aufrecht erhalten?

Die Antwort darauf ist ein unheimlich spannender und berührender Roman. Ich liebe diese Geschichte!!! Das ist weder der erste noch der letzte Roman, bei dem sich ein Paar entscheiden muss, ob es sich den äußeren Umständen beugt, die gegen die Beziehung sprechen, oder um einander kämpft. In Geschichten mit einer ähnlichen Thematik hat man oft das Gefühl, dass mit gesundem Menschenverstand und ein paar offenen Worten die Probleme gelöst werden könnten.

Norma Banzi dagegen ist es gelungen in ihrem Buch eine Situation zu schaffen, in der man als Leser uneingeschränkt mit Richy und Tyler hofft, weil zu spüren ist, dass sie sich wirklich lieben, selbst als sie es selbst noch gar nicht aussprechen. Das müssen sie auch nicht. Es gibt ein paar kleine, aber feine Szenen, die das wunderbar deutlich machen, ohne dass die magischen drei Worte fallen. Das ist „Show – don’t tell!“ in Reinkultur!

Auf der anderen Seite kann man aber auch uneingeschränkt verstehen, warum Tyler sich nicht ohne weiteres öffentlich zu Richy bekennt. Sein Verantwortungsbewusstsein lässt nicht zu, dass er persönliche Interessen über das höhere Wohl stellt.

Richy, selber ein SEAL und mit dieser Denkweise vertraut, akzeptiert dies, auch wenn das für ihn bedeutet, im Hintergrund zu bleiben statt an der Seite seines Geliebten zu stehen.

Beide Männer müssen immer wieder schwierige Entscheidungen treffen, die nicht nur ihre persönliche Zukunft beeinflussen sondern die von vielen Menschen, und mit dem Konsequenzen leben. Man spürt deutlich, wie schwer ihnen manche Dinge fallen, man leidet mit und freut sich um so mehr, wenn sie einen weiteren Schritt auf dem Weg in eine gemeinsame Zukunft hinter sich gebracht haben. Die Konflikte und Probleme, denen sie sich stellen müssen, sind absolut lebensecht und man kann sie auch nicht so ohne weiteres mit zwei oder drei klärenden Worten aus der Welt schaffen.

Für mich geht es in der Geschichte auch darum, ob man für eine „größere Sache“ sein persönliches Glück opfern sollte. Tyler wäre nicht der Mann, der er ist, wenn er sich leicht für die eine oder die andere Seite entscheiden könnte.

"
Konsequenzen" ist spannend und unheimlich berührend zu lesen. Das Buch ist stellenweise total romantisch, ohne auch nur im Ansatz kitschig zu sein. Die Männer zeigen ihre Gefühle in kleinen, aber bedeutsamen Gesten, während sie sich nach außen knallhart geben. Heiße – kochend heiße! – Szenen fehlen natürlich auch nicht.

Abgerundet wird das Ganze von lebendigen und glaubwürdigen Nebenfiguren, die nicht nur Stichwortgeber sind, sondern ganz eigene Charaktere. Besonders gefallen hat mir Richys Mutter, die wie eine Löwin kämpfen kann, dafür allerdings im Gegensatz zu ihrem Sohn keine Waffen benötigt, sondern ihren Intellekt und ihre scharfe Zunge benutzt. Ich muss immer noch lachen, wenn ich an ein Gespräch zwischen ihr und Tyler denke. Jeder, der die Story gelesen hat, weiß mit Sicherheit sofort, was ich meine.

Mein Fazit: Natürlich maximale Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung! „
Konsequenzen“ ist aktuell mein Lieblingsbuch aus der Reihe „Tough SEALs in Love“. Da ich das bei der Geschichte um James und Sam auch schon gedacht habe, bedeutet das wohl, dass die Serie immer besser wird. Von Ermüdungserscheinungen keine Spur .

Man kann „Konsequenzen“ durchaus auch lesen, ohne die anderen SEAL-Bücher von Norma Banzi zu kennen. Aber man wird sie kennenlernen wollen.
Also eine kleine Warnung: Der Genuss der Geschichte kann spontane Folgekäufe nach sich ziehen. 
 

Haben wollen?
 Hier kann man die Tough SEALs-Reihe von Norma Banzi kaufen:
Die Scherben der Kindheit und das brüchige Glück der Gegenwart" (Teil 1) 
Sonne, Strand, Cocktails und zwei knallharte SEALs (Mike und Orlando, Teil 2)
Verabredung am Bootshaus" (Chris und Dylan, Teil 3)
Konsequenzen (Teil 4)

Link zur Homepage: Norma Banzi 

Bildquelle: amazon

Freitag, 15. Januar 2016

"Taka der Schleicher" von Wolkenleopard

Niedlich!

Girsh ist der Henker und Gefängniswärter einer Orkhorde und deshalb dazu verdammt, alleine zu leben – sieht man von den armen Kreaturen in den Zellen einmal ab. Dass Taka eines Tages bei ihm landen wird, ist keine Überraschung. In einer Welt, die von körperlicher Stärke beherrscht wird, hat ein kleiner Ork, der seine scharfe Zunge nicht hüten kann und außerdem mit dem derzeitigen Herrscher unzufrieden ist, keine Chance.
Girsh weiß, wen er da vor sich hat und erliegt doch Takas Charme …

„Taka der Schleicher“ von Wolkenleopard ist eine toll geschriebene Kurzgeschichte über schwule Orks, die mit einer soliden Grundidee und vielen kleinen, liebevoll gestalteten Details punktet. Freunde von High Fantasy kommen hier voll auf ihre Kosten.

Sehr überraschend war für mich, dass eine Story mit Orks, die ja meist als hässliche, grunzende Bösewichte in Erscheinung treten, so niedlich sein kann. Ohne die Orks plötzlich hübsch und zivilisiert zu schildern, wirken sie plötzlich … sympathisch. „Nett“ sind die rauen Kerle nicht, aber das liegt wohl auch nicht in ihrer Natur.

Die Geschichte ist, obwohl sehr kurz, rund und in sich abgeschlossen. Sie macht aber neugierig auf mehr. Mehr von Girsh, Taka und ihrer Horde, aber auch mehr von Wolkenleopard als Autor, der es schafft, mit wenigen Worten eine komplexe Gesellschaft glaubhaft darzustellen.

Hat mir richtig gut gefallen. Deshalb fantastische 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

P.S.: Ja, es gibt eine heiße Szene. Aber das wirklich Tolle an der Geschichte sind die lebendigen Charas und die tolle Rahmenhandlung. Der Klappentext ist nicht übertrieben!

Haben wollen?
 Hier kann man die Kurzgeschichte von Wolkenleopard kaufen:
- "Taka der Schleicher"
Bildquelle: amazon

Donnerstag, 14. Januar 2016

Serie Reed Brüder: "Für immer April" von Tammy Falkner

Schade …
... das diese Geschichte so kurz ist! Das hat sie nämlich nicht verdient.

April hat Matt verlassen, einen anderen geheiratet und ein Kind bekommen. Im Nachhinein war das keine gute Entscheidung und auch wenn sie ihr Baby liebt, weiß sie, dass sie einen großen Fehler gemacht hat. Zurück kann sie nicht, aber wie soll es nun weiter gehen?

"Für immer April" ist eine nette Kurzgeschichte, die mit tollen Charakteren punktet, diese aber viel zu schnell abhandelt. Das wird ihnen nicht gerecht und lässt auch den Leser nicht so richtig zufrieden so richtig zufrieden zurück. Deshalb gibt es diesmal nur knappe 3 Punkte. (Die bedeuten hier übrigens nicht unbedingt "Nicht schlecht", sondern stehen dafür, dass eine Geschichte mit viel Potential und einigen richtig tollen, lesenswerten Szenen lieblos und viel zu kurz abgehandelt wird.

Leseempfehlung? Mh. Als Fan der Serie wird man die Geschichte ohnehin lesen, man muss es aber nicht unbedingt, da sie nur sehr lose mit dem übergreifenden Handlungsbogen verknüpft ist.Deshalb könnte sie auch unabhängig zur Serie gelesen werden. Ob sie gute Werbung für die sexy Storys um die Reed-Brüder ist, bezweifle ich allerdings.


Ab hier Spoiler enthalten:
Mit einem hat der Klappentext recht: Niemand der Matts Geschichte gelesen hat, kann April leiden. Eine Frau, die einen Menschen in einer solchen Situation im Stich lässt, ist nicht sympathisch. Dass Kenneth sie betrügt, wundert auch nicht wirklich, da er ein notorischer Fremdgänger ist. Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich ziemlich schockierend, die Auflösung der Szene ist ... banal.
Sie bringt April aber dazu, Kenneth zu verlassen. Am Flughafen lernt sie dann George kennen. Hier wird es ärgerlich. George ist ein toller Mann, der eine schwere Zeit hinter sich hat. Aber Tammy Falkner, die immer ein Händchen für sexy Typen hat, nimmt sich nicht die Zeit, ihren eigenen Charakter schlüssig zu gestalten. Ein Witwer der, wie sich später herausstellt, nicht nur um seine Frau trauert, sondern sich wegen ihres Todes auch lange Zeit Vorwürfe gemacht hat, beendet seine zweijährige Sex-Abstinenz mit einer Unbekannten auf einer Flughafen-Toilette? Also bitte !!!

Auch die Zeitschiene "wackelt". Der Tod seiner Frau, seine Selbstvorwürfe, seine karitative Arbeit, seine Trinkerei ... Wo hatte er dabei noch die Zeit, erfolgreich als Anwalt zu arbeiten? Und wurde er wegen ... einer bestimmten Sache niemals gesetzlich belangt? Gab`s nicht mal eine Untersuchung?
Georges Schicksal ist tragisch und voller dunkler Momente. Er hat sein Glück mit April sicher verdient, aber nicht, dass seine und ihre Geschichte so kurz und lieblos abgehandelt werden.
Seine Großmutter ist übrigens klasse. Auch von ihr hätte man gerne noch mehr gelesen.

Tammy Falkner bringt die Story in einer ungewöhnliche Form: April geht (ausgerechent!) in den Tattoo-Laden der Reeds und möchte sich tätowieren lassen. Sie sucht aber nicht wirklich die Aussprache mit Matt, die der auch nicht zu wollen scheint. Wieso auch? Für ihn ist April Vergangenheit, er ist jetzt glücklich.

Vielleicht soll das Aprils Abschluss mit ihrem alten Leben symbolisieren. Egal. Sie erzählt völlig Fremden vor laufender Kamera (!) intimste Details. (Das diese Aufnahmen dann doch nicht gemacht werden, ist nicht ihr zu verdanken und sie weiß es auch zuerst nicht.)

Das wirkt auf mich völlig an den Haaren herbeigezogen, um die Story einerseits kurz zu halten, andererseits den Bezug zu den Reeds herzustellen.

Bösartig könnte man jetzt sagen: Wer Unbekannte auf dem Flughafen-Klo f***, hat auch keine Probleme mit öffentlichen Seelenstrips.
Nur noch mal zu Verdeutlichung: Ich habe kein Problem mit der Szene an sich. Sie ist sogar gut geschrieben. Aber sie scheint mir nicht im geringsten zu Georges Charakter zu passen.
Bei April verstehe ich es viel besser, da sie gerade einmal wieder verletzt worden ist und vielleicht die Bestätigung braucht.
Trotzdem werde ich ärgerlicher, je mehr ich schreibe. "Für immer April" hätte eine tolle, intensive Geschichte sein können. Tammy Falkner kann das! Aber hier wirkt es, als hätte sie schlicht keinen Bock gehabt. Das ist, angesichts des Potentials der Charaktere, einfach nur schade.

Haben wollen? 
 Hier kann man die Serie von Tammy Falkner kaufen. Ich habe einige der Geschichten direkt verlinkt, es gibt aber noch ein paar mehr.

Für Neuweinsteiger: Die Serie ist wirklich toll, es lohnt sich!!! Der erste Band der Serie ist in unregelmäßigen Abständen kostenlos erhältlich. Für Geduldige oder Leute, die sich nicht ganz sicher sind, ist das optimal. Die Cover ... *grins* muss man ja nicht mehr anschauen, sobald man sich in die Geschichten vertieft hat ...

-  "Groß, Tätowiert und Verführerisch" (Reed-Brüder Band 1: Logan und Emily)
-  "Klug, Sexy und Geheimnisvoll" (Reed-Brüder Band 2: Logan und Emily)
-  "Vorsichtig, verständnisvoll und bedingungslos" (Reed-Brüder Band 3: Pete und Reagan)
-  "Nur Jelly Beans und Eifersucht" (Reed-Brüder Band 4: Kurzgeschichte)
-  "Reagans Rache  und  das Ende von  Emilys Verlobung" (Reed-Brüder Band 5: Kurzge.)
-  "Ein Wunder für Matt" (Reed-Brüder Band 6: Matt und Skylar)
-  "Pauls Versprechen" (Reed-Brüder Band 7: Paul und Friday)
- "Bezaubernde Braut" (Reed-Brüder Band 7,5: Alle zusammen!)
- "Null Komma nichts" (Reed-Brüder: Sam und Peck)
- "Brav war gestern" (Reed-Brüder: Josh und Star)
- "Während wir warteten" (Reed-Brüder: Tag und Fin)


-  "24 Stunden" (Reed-Brüder Side-Story: Daniel und Faith)
 "Für immer April" (Reed-Brüder Side-Story: April und George)

(Den link zu weiteren Rezis von den Reed-Brüdern findet man auf der Seite "Romanzen" oder unter dem Label Tammy Falkner)

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Dienstag, 12. Januar 2016

"Bitte, lüg mich an!" von Coco Zinva

Gnädige Lügen?

Marius hat immer auf der Sonnenseite des Lebens gestanden. Reich, gutaussehend und unabhängig konnte er machen, was er wollte, bis ein schrecklicher Unfall alles zerstört hat. Sein Vermöge hat er zwar noch, aber sein Gesicht ist schrecklich entstellt und sein Körper kämpft immer noch mit den Folgen der Tragödie. Marius verlässt sein Haus nicht mehr und öffnet auch niemandem die Tür.
Als er die Einsamkeit überhaupt nicht aushalten kann, bezahlt er einen Fremden, eine Woche mit ihm zu verbringen. Ehrlich erwartet er nicht, im Gegenteil! Nick soll sich für eine unglaublich hohe Summe verstellen und so tun, als wäre Marius „normal“.

Nick braucht dringend Geld, weil er nicht nur chronisch pleite ist, sondern auch keinen Job halten kann. Eigentlich ist er dem Marius von früher nicht unähnlich: Immer nur auf sein eigenes Vergnügen bedacht. Ob er wirklich der richtige dafür ist, einem Mann mit zutiefst verletzter Seele Gesellschaft zu leisten?

Die beiden Männer machen es sich nicht leicht, auch nachdem sie beschlossen haben, einander eine Chance zu geben …

Bitte, lüg mich an!“ von Coco Zinva ist eine Art Side-Story zu den beiden „Boxhandschuhe und …“ Büchern, kann aber ganz für sich gelesen werden. Marius ist nämlich ein alter Freund der Heydeggers, so dass einige der bekannten Charaktere „Gastauftritte“ in seiner Geschichte haben. Man versteht das Buch aber auch ohne Vorkenntnisse.

Ich muss gestehen, dass ich mich am Anfang ein wenig schwer mit dieser Geschichte getan habe. Marius tut alles dafür, um jeden von sich wegzustoßen. Auch wenn man seine Beweggründe verstehen kann, ist das manchmal nicht leicht zu ertragen. Nicks dagegen ist am Anfang … genauso, wie er im Klappentext beschrieben wird: Selbstverliebt und völlig egozentrisch. Nicht wirklich sympathisch …

Natürlich wäre Coco Zinva nicht sie selbst, wenn das so bleiben würde. Nick, aber auch Marius, gehen einen steinigen Weg, der sie zuerst zu sich selbst und dann vielleicht auch zueinander führt. Als Leser wird unmerklich immer tiefer in diese ungewöhnliche Geschichte hineingezogen, bis man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Sie berührt von Anfang an, geht unter die Haut und macht oft nachdenklich.

Wie würde man selber mit einem schlimmen Schicksalsschlag umgehen? Und wie begegnet man Menschen, die einen hinter sich haben? Sind gnädige Lügen wirklich auf Dauer die richtige Strategie?

Marius und Nick wachsen aneinander und für einander. Das ist für beide kein einfacher Prozess.

Dabei hat ihre Geschichte aber auch Szenen, die wunderschön sind. Manchmal bittersüß, dann wieder einfach nur purer Zucker. Sie bewahren die Story davor, ins Drama abzugleiten.

Fazit: Eine unheimlich intensive Geschichte, die nicht immer einfach zu lesen ist. Von mir erhält sie aber auf jeden Fall 5 Punkte und eine Empfehlung, weil sie von Seite zu Seite besser wird und es schließlich geschafft hat, mich völlig in ihren Bann zu ziehen.
Warnung: Manchmal hammerhart!


Haben wollen?
Hier kann man die Bücher von Coco Zinva kaufen:
- "Bitte, lüg mich an!"

- „Boxhandschuhe und Seidenkrawatte“ (Brian und Tom)
- "Boxhandschuhe und Perlenkette" (Nina und Ben)
Bildquelle: amazon

Freitag, 8. Januar 2016

Null Toleranz und eine Armlänge Abstand …

… oder: Wo leben wir eigentlich?
Kann, darf, muss, will ich als Buchblogger „gesellschaftspolitische Themen“ kommentieren?

Ich muss sicher nicht und normalerweise will ich es auch nicht.

Ich kann es und ich darf es, weil eben nicht nur Bücher lese, sondern auch Zeitungen und Nachrichten im internet, die mich beschäftigen. Ich kann und darf es, weil ich in einem freien Land lebe. Einem Land mit vielen Rechten und einigen Regeln.

Die Vorgänge in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof haben mich persönlich sehr schockiert. Ich liebe Köln und bin gerne dort. Nie hätte ich geglaubt, dass so etwas in gerade dieser Stadt möglich ist, einer Stadt die viel Erfahrung mit feiernden Menschen hat und sie normalerweise auf ihre ganz eigene Art zusammenwachsen lässt. Köln steht für Toleranz. Köln steht auf und sagt: „Asch hu, Zäng ussenander“ und schaltet rechten Dummbürgern einfach das Licht aus. Köln ist freundlich und lässt jeden auf seine eigene Art glücklich werden.

Ich habe keine Ahnung, wie es sich eine Situation in Köln derart zuspitzen konnte und bin ganz sicher nicht in der Position, zu beurteilen ob und wie sie hätte verhindert werden können. Was geschehen ist, muss rasch und lückenlos aufgeklärt werden. Denn es verstößt eindeutig gegen die Regeln, die nicht nur in Köln, sondern im ganzen Land gelten. Darüber braucht man meiner Meinung nach nicht weiter zu diskutieren.

Muss ich wirklich öffentlich sagen, dass ich mit den Opfern fühle und die Täter verurteile? Das ist doch eine Selbstverständlichkeit, oder? Vielleicht sollte ich es trotzdem tun, um meine Solidarität zu bekunden. Punkt. Mehr gibt es dazu nun wirklich nicht zu sagen.

Manche Politiker sehen das natürlich anders. Sie lamentieren laut in jedes Mikro, das ihnen unter die Nase gehalten wird oder posten es eifrig in allen sozialen Netzwerken.

Über zwei Dinge habe ich mich besonders aufgeregt: 

1. „Null Toleranz gegenüber straffälligen Ausländern!“
Hä? Was bitte soll mir dieser Satz denn jetzt sagen? Ich lebe in einem Rechtsstaat und erwarte, dass jeder Straftäter entsprechend den Gesetzen verurteilt wird. Egal welcher Nationalität er angehört. Oder dürfen deutsche Vergewaltiger etwa mit Toleranz rechnen? Weil sie blond sind und schöne blaue Augen haben?

2. „Eine Armlänge Abstand!“
Hallo? In welchem Jahrhundert leben wir noch einmal? Dieser Satz macht mich, egal ob er jetzt gut gemeint war oder nicht, unglaublich wütend. Für mich suggeriert er, dass die Opfer eine Teilschuld tragen, weil sie eben nicht „Abstand“ gehalten haben. Weil sie nicht „aufgepasst“ haben …

Wie sehr das an der Lebenswirklichkeit vorbei geht, fasse ich einfach nicht. Was ist denn der nächste Tipp? Nicht in einen überfüllten Bus steigen? Bloß keine kurzen Röcke tragen? Ganz zuhause bleiben?

Natürlich gibt es Verhaltensregeln, die dazu dienen, sich selbst zu schützen. Aber gerade nach Tagen oder Nächten, wie der in Köln, darf es nur einen einzigen Tipp geben. Der geht an die Täter und lautet „Hände weg!“

Niemand (!!!) hat das Recht eine andere Person ohne deren Einwilligung zu berühren. Das muss ohne Einschränkungen immer wieder deutlich gemacht werden und gilt unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft.

"Die Wahrheit, die ich meine ..." von Lane Hayes

Verborgene Facetten der Wahrheit

Rand will mit seiner Band „Spiral” unbedingt den Durchbruch schaffen. Dafür nimmt er einiges in Kauf, nicht aber Mittelmässigkeit, wenn es um seine Musik geht. Sein neuer Leadgitarrist nervt ihn so sehr, dass er beschließt Gitarrenunterricht zu nehmen, um seine Lieder zur Not selbst spielen zu können. Obwohl Rand sicher nicht leicht zu überraschen ist, hat ihn nichts auf Will vorbereitet. Der stille, zurückhaltende junge Mann ist ein begnadeter Musiker und fasziniert Rand gegen seinen Willen mit jeder Sekunde mehr.

Nur langsam erschließt sich ihm, das hinter Wills glatter Fassade deutlich mehr steckt, als auf den ersten, zweiten und dritten Blick zu sehen ist …



Die Wahrheit, die ich meine …“ von Lane Hayes erzählt die Geschichte zweier Musiker, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Selbstbewusster, unkonventioneller Möchtegern-Rockstar trifft auf ruhigen, schüchternen Nerd. Die Story scheint es in unzähligen Variationen schon zu geben und sie schreit förmlich „Klischee“.

Nicht davon findet man in diesem Buch!!! Rand und Will sind von der ersten Sekunde an so lebendig, wie die Stadt, in der sie leben. Der Funke springt sofort über und lässt es nicht zu, dass man das Buch auch nur eine Sekunde aus der Hand legt. Am einfachsten ist es noch, zu erzählen, wie großartig es Lane Hayes gelingt, Atmosphären einzufangen. Ich habe nicht gelesen, dass Rand und Will durch die Straßen von New York schlendern, ich war mit ihnen dort! Ich habe die eisige Kälte des Winters gespürt, die Geräuschkulisse der Stadt, die niemals schläft, gehört und ihren Duft erschnuppert. Ich habe die atemlose Energie während der Band-Konzerte gespürt und fühlte mich schon fast wie ein Voyeur bei den erotischen Spielen der beiden Männer.

Wie es dem Autor gelingt, dem Leser die beiden Jungs so nahe zu bringen, ist schwieriger zu erklären. Die Geschichte ist aus Rands Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Er weiß ziemlich genau, was er will und wer er ist. Gnadenlos ehrlich, verschweigt er auch seine eher unangenehmen Charaktereigenschaften nicht. Als Leser muss man über seine Ungeduld und seine abgedrehten Aktionen meist grinsen, für seine Freunde sind sie meist eher … anstrengend.

Wenn man allerdings nach dem Lesen des Klappentextes glaubt, Rand wäre die schillernde Persönlichkeit in dem Buch, wird man sehr überrascht sein. Warum er Will an einer Stelle mit Gouda (!) vergleicht, sollte man unbedingt selbst nachlesen. Dabei trifft es den Kern von dessen Charakter nicht wirklich. Mir liegt ein anderes Bild auf der Zunge, aber auch dieses würde in seiner Schlichtheit den Facetten von Wills Persönlichkeit nicht gerecht. Es ist wundervoll und bezaubernd, ihn nach und nach wirklich kennen zu lernen!

Will und Rand sind auf jeden Fall Charaktere, die man so leicht nicht mehr vergessen wird, vor allem weil ihre toll geschriebene Geschichte Lust darauf macht, sie wieder und wieder zu lesen.

Fazit: Leseempfehlung? Echt jetzt???

Mindestens 10 von 5 möglichen Punkten. Meine wahre, echte Begeisterung für dieses Buch merkt man der Rezi ja wohl in jeder Zeile an, oder?

Die Story ist rund und in sich abgeschlossen: Natürlich verrate ich nicht, wie sie endet, aber ich will in Zukunft unbedingt mehr von Lane Hayes lesen. Außerdem möchte ich das neueste Album von „Spiral“ hören.
Oh, Mann! Ich glaube, Rand hat mich mit seiner ungestümen Lebenslust und seiner Ungeduld angesteckt …

Übrigens: Das Buch hat durchaus auch eine zweite Ebene, auf die schon der Titel geschickt anspielt. Der Grat zwischen Wahrheit und Lüge ist manchmal viel schwieriger auszuloten, als man denkt. Ist eine Halbwahrheit schon eine Lüge? Und wie ist es mit einer verschwiegenen Wahrheit oder der Ignoranz von offensichtlichen Wahrheiten?

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- "Die Wahrheit, die ich meine ..."

Bildquelle: amazon

Mittwoch, 6. Januar 2016

"Die stürmische Lady" von Marie Cordonnier

Wie ein Frühlingssturm – mitten im Herbst!
Alyssa passt mit ihrem stürmischen Temperament und ihrer Lebenslust nicht wirklich ins präviktorianische England, in dem Frauen keine Rechte haben und Zeit ihres Lebens dazu verdammt sind, den Weisungen eines Mannes zu folgen.

So führt auch für Alyssa kein Weg daran vorbei: Sie muss Lord Bevil heiraten, den ihr Vater für sie ausgesucht hat. Der kalte, abweisende Mann ist ganz anders, als sie sich ihren Ehemann erträumt hat. Außerdem ranken sich um seine erste Ehe dunkle Gerüchte. Hat er wirklich den Tod seiner ersten Frau verschuldet?

Schweren Herzen versucht Alyssa sich in ihr neues Leben einzufinden. Dass ihre Vorstellungen und die ihres Mannes immer wieder aufeinanderprallen bleibt nicht aus. Bevils düstere Fassade beginnt jedoch zu bröckeln, während er sich mit kleinen Katzen, rotzfrechen Straßenkindern und einer Ehefrau auseinandersetzen muss, die sich als überraschend verführerisch herausstellt. Wie ein frischer Frühlingsturm wirbelt sie seinen Haushalt durcheinander, obwohl es draußen langsam Winter wird …

Die stürmische Lady“ ist der neueste Roman von Marie Cordonnier, die unter verschiedenen Pseudonymen bereits seit über 20 Jahren historische Liebesromane veröffentlicht. Ich gestehe, dass ich ebensolange ein Fan ihrer Bücher bin und mich gefreut habe, dass nicht nur die „alten Schätzchen“ mittlerweile auch als e-book erhältlich sind, sondern es auch neue Geschichten gibt.

Die Romane der Autorin zeichnen sich durch eine gelungene Mischung zwischen gut recherchierten Fakten und einer spannenden Liebesgeschichte aus, die - dem Genre geschuldet - zwar ohne explizite Szenen auskommt, aber durchaus erotische Momente zeigt. Außerdem blitzt immer wieder eine ordentliche Portion Humor zwischen den Zeilen hervor.

Kurz gesagt, die Geschichte von Alyssa und Bevil macht Spaß! Alyssa verwandelt sich glaubhaft von einer etwas naiven jungen Frau in eine wirkliche Lady. Sie ist sich dabei keinesfalls zu schade ist, ihre Umgebung auch schon einmal mit geschickten Worten zu manipulieren, aber sie bleibt ihren Werten und ihrem gutherzigen Wesen treu. Bevil scheint zuerst weltmännisch abgeklärt und überlegen zu sein. Was hinter seinem abweisenden, kalten Wesen steckt, erschließt sich erst nach und nach. Als Leser fiebert man vergnügt mit, ob und wie die beiden Helden sich zusammenraufen werden.

Fazit: Ich habe die Geschichte in einem Rutsch verschlungen, weil immer neue spannende oder witzige Wendungen es unmöglich machten, das Buch aus der Hand zu legen. Deshalb gibt es von mir 5 Sterne und eine Leseempfehlung, die auch für die anderen Historicals der Autorin, besonders aber für die Serien „Die Töchter der Hexe“ und „Das Erbe des Falken“ gilt.


Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Marie Cordonnier kaufen: 
- "Die stürmische Lady"

Die Töchter der Hexe:
- "Alison, geliebte Gauklerin"
- "Marie, Engel der Versuchung"
- "Nadine, unschuldige Verführerin"
- "Viviane, Sklavin der Rache"

Das Erbe des Falken:
- "Die goldene Braut"
- "Die geraubte Rose"


P.S. und ohne Einfluss auf die Wertung: Ich bin ehrlich (!!!) dankbar, dass die Geschichten von Marie Cordonnier wieder erhältlich sind und sogar neue hinzukommen. Die Cover sind allerdings … ähm … 
Formulieren wir es mal so: Da geht noch was. Und die Bücher hätten es wirklich verdient! Ich bin mir echt nicht sicher, ob ich zugegriffen hätte, wenn mir Marie Cordonnier nicht schon als tolle Autorin bekannt gewesen wäre. Dann wäre mir etwas entgangen … 
Deshalb in diesem Fall die Zusatz-Empfehlung: Don’t judge a book by its cover.

 Ok. Wie das Bild hier zeigt, habe ich Bücher anscheinend noch nie nach dem Cover beurteilt, sonst hätte ich "Die Töchter der Hexe" möglicherweise nie kennengelernt. Aber:Hey! Die historischen Romanzen sahen früher ALLE so aus ...)

Bildquelle: amazon und eigen



Montag, 4. Januar 2016

"Distance of Love" von Ruby M. Nicholson

Klassische Bad Boy – Good Girl – Romanze
Scarlett ist in ihrem letzten Highschool- Jahr, aber ihr Leben scheint schon vorgezeichnet zu sein. Seit gut zwei Jahren geht sie mit dem begehrtesten Typen der ganzen Stadt. Ethan, dem die Mädels gleich reihenweise zu Füssen liegen, hat ausgerechnet sie ausgesucht und will, dass sie einmal seine Frau wird.
Scarlett müsste also eigentlich dankbar sein, oder? Warum aber fühlt sie sich, als würde etwas ganz Entscheidendes in ihrem Leben fehlen? Als sie TJ kennenlernt, ist sie nicht darauf gefasst, was er in ihr auslöst. Zuerst wehrt sie sich mit aller Kraft gegen die Versuchung, aber die Schmetterlinge in ihrem Bauch geben einfach keine Ruhe.
Leider ist auch Ethan alles andere als begeistert von dem unerwarteten Konkurrenten …

Mit „Distance of Love“ legt Ruby M. Nicholson eine klassische Bad Boy –Good Girl –Romanze vor, die am ehesten – auch dem Alter der Hauptpersonen geschuldet – für junge Erwachsene geeignet ist. Scarlett, aber auch TJ und ihre Freunde suchen noch nach ihrem Platz im Leben. Sie müssen lernen, was die wichtigen Werte sind, die Dinge auf die es ankommt. Die äußeren Zwänge scheinen sie immer wieder in eine bestimmte Richtung zu drücken und die jungen Leute müssen sich entscheiden, ob sie das zulassen, oder die Verantwortung für ihr Leben gegen alle Widerstände in die eigenen Hände nehmen.

Die Story wird abwechselnd von Scarlett und TJ aus der Ich-Perspektive erzählt, so dass man eine Menge ihrer Gedanken miterleben darf. Entsprechend liegt der Schwerpunkt der Geschichte auf dem Innenleben der Protas, auch wenn die Rahmenhandlung durchaus spannend ist. Ein kleiner Twist am Ende kommt ein wenig überraschend, als auch Scarletts Vater sich plötzlich „zu Wort meldet“, erklärt aber das etwas abrupte Ende.

Die Nebencharaktere bleiben leider ein wenig blass und klischeehaft, dabei hat gerade Scarletts beste Freundin Emma eine Menge Potential und Feuer, das sie sehr sympathisch macht.

Fazit: Knappe Punkte für diese leicht zu lesende Romanze über ein junges Paar, das sich nur durch einen Zufall triff, der aber vielleicht der Wink des Schicksals war …
Die Geschichte ist am ehesten für junge Erwachsene interessant, da sie sich im Kern darum dreht, zu sich selbst zu stehen und zu seinen eigenen Entscheidungen zu stehen.

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Ruby M. Nicholson kaufen: 
- "Distance of Love"

Bildquelle: amazon

Sonntag, 3. Januar 2016

"Micah: Jingle Bells" von Tina Filsak

Wirklich Weihnachten!

Micah hat für seine Gefährten ja eigentlich immer eine Überraschung parat, aber diesmal ist es wirklich eine der angenehmen Art: Er lädt nicht nur sein Rudel, sondern auch die komplette Gilde samt Anhang zu Weihnachten auf die Burg in Schottland ein. So etwas erfordert natürlich ein paar Vorbereitungen, schließlich muss man die an kalifornische Temperaturen gewöhnte Truppe nicht nur passend einkleiden, sondern auch noch Geschenke besorgen und ein … nennen wir es einmal „Rahmenprogramm“ gestalten.
Zum Glück bleibt nicht alles an Micah hängen, aber – wie immer – läuft auch nicht alles nach Plan.

Mit „
Micah: Jingle Bells“ hat Tina Filsak den Fans der Serie ein echtes Weihnachtsgeschenk gemacht, dass aber nicht nur an den Feiertagen Freude bereitet.
Während die anderen Bücher manchmal hammerhart sind, fehlt es zwar hier auch nicht an dramatischen (und einigen erotischen) Momenten, aber der Zucker überwiegt. Und er macht richtig, richtig Spaß!
Es ist einfach klasse, zu lesen, wie das ungewöhnliche Rudel rund um den jungen Dhampir funktioniert, nachdem es einige Zeit hatte, sich zusammenzuraufen. Besonders toll fand ich persönlich die Szenen mit den Dämonen Russel und August, die zu meinen Lieblings-Charakteren in der Serie gehören. Niedlich sind natürlich die Kinder, die allerdings auch für einige Aufregung sorgen, und immer wieder schön ist es, den Umgang des Rudels und der Gefährten miteinander zu verfolgen.
Alles in Allem schildert „
Micah: Jingle Bells“ ein wirkliches Weihnachtsfest, mit allen kleinen und großen Pannen, mit kleineren und größeren Reibereien in der Familie, aber auch mit dem ganzen Zauber und der Freude, die aufkommt, wenn man sich in dieser besonderen Zeit mit Freunden und Familie trifft, gut isst und Geschenke bekommt oder bereitet.

Tina Filsak macht schon im Klappentext darauf aufmerksam, dass die Geschichte ohne die Vorkenntnisse aus den anderen Büchern eigentlich nicht nachzuvollziehen ist. Das stimmt, weil tatsächlich fast alle Charaktere aus den Büchern zumindest einen Kurzauftritt haben. Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass die Story mich persönlich – auch wenn ich sie nicht mit allen Untertönen zu 100% erfasst hätte – höllisch neugierig auf die Serie gemacht hätte, wenn ich als erstes über sie gestolpert wäre.

Von mir gibt es auf jeden Fall wieder einmal 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die natürlich für alle Fans gilt, aber ein klein wenig auch für Leute, die erotische Fantasy-Geschichten mögen und mal „reinschnuppern“ möchten.

Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von Tina Filsak kaufen und in dieser Reihenfolge sollte man sie lesen:

- "Micah: Gefährten Bande" (Band 1)
- "Micah: Schottische Überraschung" (Band 2)
- "Dämonenherz und Katzenjammer" (spielt nach Band 2)
- "Micah: Jingle Bells"

Bildquelle: amazon

Samstag, 2. Januar 2016

"Serie: Outcasts Band 4 - Newtown" von Monica Davis

Tiefe Liebe, schwierige Entscheidungen und blutige Kämpfe ...

Die Rebellen scheinen auf verlorenem Posten zu kämpfen und das Regime, allen voran Finns Vater Senator Callahan, gehen immer massiver gegen sie und die eigene Bevölkerung vor. Mit brutaler Gewalt und drakonischen Strafen kämpft die Elite darum, an der Macht zu bleiben. Und sie scheinen alle Trümpfe in der Hand zu haben: Nicht nur ihre technische Ausstattung ist besser, sie verfügen über mehr Soldaten und haben außerdem die Menschen in der Hand, die unsere Helden über alles lieben.
Können Wolf, Schleicher und die anderen Rebellen unter diesem Druck die richtigen Entscheidungen treffen?

Ich bin immer noch völlig fasziniert von der Entwicklung, die die Serie 'Outcasts' von Monica Davis genommen hat. Was ein wenig wie eine spannende Teenie-Romanze, wenn auch mit sehr ernstem Hintergrund, angefangen hat, ist zu einer mehr als spannenden Saga geworden, die sich mit zentralen Fragen der Gesellschaft befasst: Wie geht man verantwortungsvoll mit Macht und Ressourcen um? Wie lange darf man sich einem Regime beugen und wann muss man beginnen, sich dagegen aufzulehnen? Wie sollte eine Gesellschaft aussehen, die für alle gerecht ist?

Keine Sorge, 'Outcasts' wird nicht zu einer trockenen politischen Abhandlung, man kann die Geschichte auch lesen, wie man einen erstklassigen Action-Film genießt: Ohne sich groß Gedanken zu machen. Monica Davis verpackt ihre Überlegungen nämlich geschickt in dem Gewand einer gut erzählten und höllisch spannenden Geschichte. Als Leser fiebert man mit den mittlerweile liebgewonnen Helden darum, ob es ihnen gelingen wird, ihre Liebsten in Sicherheit zu bringen. Liam / Wolf brennt natürlich darauf nicht nur Kate, sondern auch seinen Vater zu befreien, Duncan / Schleicher muss seine geliebte Prue und den Sohn, der er gerade erst kennengelernt hat, zuerst einmal zurücklassen, wenn er ihren eine sichere Zukunft bieten will und Sarah steht vor der Entscheidung, ob sie auf Finn warten kann oder für ihn und die Rebellen kämpfen soll.
Bei dieser Aufzählung wird natürlich klar, dass Liebe und tiefe Gefühle einer der entscheidenden Kernpunkte der Story sind. Sie sind das Motiv, das die Menschen antreibt und sie dazu bringt, über sich selbst hinaus zu wachsen.

Mir gefällt aber auch besonders, dass es in der Geschichte zwar wirklich finstere Bösewichte gibt, aber die meisten Menschen auf beiden Seiten sehr differenziert geschildert werden. Monica Davis zeigt durchaus, das auch 'Helden' ihre dunklen Stunden haben und sich geben negative Gefühle zur Wehr setzten müssen, damit sie nicht zu dem werden, was sie eigentlich bekämpfen. Doch auch die Soldaten des Senats, die versucht haben, das Beste aus ihrer Situation zu machen und oft, genau wie die Rebellen, persönliche Interessen zurückstellen mussten, um jemanden zu schützen, der ihnen am Herzen lag, gewinnen genug Profil, um ihre Motive nachvollziehen zu können. Es gibt zwar spannende (und blutige!) Kämpfe, ohne die ein Umsturz wahrscheinlich kaum möglich ist, aber Rebellen versuchen zumindest, zuerst zu reden und die Menschen zu überzeugen, bevor sie ihre Waffen erheben. Außerdem setzen sie eine 'Waffe' ein, die durchaus mit Vorsicht zu genießen ist: Geschickt nutzen sie die Macht von Bildern, die sie über das internet verbreiten, dass vorher nur dem Regime gedient hat.

Mit "Newtown" endet zwar die Serie (wie ich heimlich hoffe, nicht für immer ...), aber nicht die Geschichte der Outcasts: In einem furiosen Kampf muss sich zeigen, wer es schafft am Ende die Macht über die verstreuten Inseln zu erlangen und mit "Newtown" ein neues Kapitel in der Geschichte zu beginnen ...
Bevor ich mich jetzt in weiteren Schwärmereien verliere und gar am Ende noch spoilere, gebe ich schnell mindestens 5 Punkte und eine Lesempfehlung, wobei man aber unbedingt mit dem ersten Band der Serie anfangen sollte, da die Reihe aufeinander aufbaut und die spannende Rahmenhandlung übergreifend ist.

P.S.: Ich will UNBEDINGT wissen, was zwischen Clover und Ghost geschehen ist! Aber es gibt auch noch ein paar andere Charaktere, von denen ich mich kaum trennen kann und von denen ich gerne noch viel mehr hören möchte. Was wird aus Ben? Welche Geschichte steckt hinter Scott und seinem Bruder Simon?
In der Serie steckt noch jede Menge Potential für weitere, spannende Geschichten, auch wenn die Rebellen ...
... Nix! Ich wollte doch nicht spoilern, also schnell selber lesen ...

Haben wollen?
 Hier kann man die Bücher von Monica Davis / Inka Loreen Minden kaufen:

- "Outcasts 1: Lost Island"
- "Outcasts 2: Welltown"
- "Outcasts 3: Secret City"
- "Outcasts 4: Newtown

Eine weitere, spannden Dystopie ist "Last Hope 

Auch klasse und mit deutlich expliziteren Szenen als "Outcasts" sind die sexy "Warrior Lover". Sie sind - im Gegensatz zu "Outcasts" nur für erwachsene Leser geeignet:
Teil 1: Jax 
Teil 2: Crome
Teil 3: Ice
Bonusstory: Storm
Teil 4: Nitro 
Bonusstory: Andrew und Emma
Teil 5: Steel


Eine Rezension zur Serie findet man hier: "Warrior-Lover", Serie 

Bildquelle: amazon