Donnerstag, 28. April 2016

“Ein bisschen Escort (Nachbar fürs Herz 7)" von Mathilda Grace

Escort gebucht, Herz verloren …

Michael schreibt Thriller. Erfolgreich, wohlgemerkt! Sein neuestes Werk handelt von einem mordenden Escort. Was liegt da näher, als zu Recherchezwecken einmal einen zu buchen?
Lucas Steele ist auf den ersten Blick so gar nicht Michaels Typ, aber er kann prima erzählen, hat ein tolles Lachen und bei dem Date ging es ja eh nicht um Sex. Michael könnte sich also hochzufrieden wieder seinem Buchprojekt widmen, nur geht ihm Lucas nicht aus dem Kopf. Als der sich plötzlich via FB bei ihm meldet, wirbelt er damit Michaels geruhsames Autorendasein gehörig durcheinander …

Die „Nachbarn fürs Herz“ von Mathilda Grace gehen mit „Ein bisschen Escort“ schon in die siebte Runde und haben nichts von ihrem frechen Charme verloren. Die Kurzgeschichten bieten witzige Unterhaltung mit einem guten Schuss Erotik. In der Regel werden die Storys aus der Ich-Perspektive erzählt und es macht auch bei „Ein bisschen Escort“ einfach Spaß, zusammen mit Michael seinen Escort (der übrigens noch einen sehr interessanten Nebenjob hat) anzuschmachten. Ok. Michael schmachtete eher widerwillig, aber als Leser kann man sich das Grinsen kaum verkneifen, während er noch darum kämpft, vor sich selbst zuzugeben, was er für Lucas empfindet.

Mir hat die Story den Nachmittag versüßt, deshalb verdiente 5 Punkte und eine vergnügte Leseempfehlung.

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 Hier kann man die „Nachbar fürs Herz“-Bücher von Mathilda Grace kaufen: 

Stachlige Schönheit
Durchblick gesucht
(h)Eiskalt erwischt
Spiel auf Risiko
- „Zaun an Zaun"
- „Tinkerbell"
- „Ein bisschen Escort"

Bildquelle: mathilda-grace.blogspot.de

Tipp: Mathilda Grace veröffentlicht in ihrem Blog immer wieder interessante Neuigkeiten und tolle Lesehäppchen. Reinschauen lohnt sich also!

Anmerkung: Ich persönlich empfinde die reinste Hassliebe für die Häppchen. Natürlich kann ich in der Regel nicht widerstehen und sterbe dann fast vor Neugier, während ich darauf warte, endlich die gesamte Geschichte lesen zu dürfen. Es soll keiner sagen, ich hätte ihn nicht gewarnt!!!



Dienstag, 26. April 2016

"Tödliches Begehren – Mortal Desire" von Inka Loreen Minden

„Fesselnde“ Beziehung

Ethan ist Reporter und auf der Jagd nach der ganz großen Story. Er möchte endlich genug Geld verdienen, um seiner asthmakranken Schwester ein Leben auf dem Land zu ermöglichen. Deshalb verfolgt er Gabriel Norton, den geheimnisumwitterten Sicherheitschef eines zwielichten Kasinos. Leider wird er dabei erwischt und Gabriel denkt sich eine ganz besondere Strafe aus. Ethan stirbt fast vor Angst und spürt doch … Begehren.
Eine merkwürdige Beziehung beginnt, in der nicht immer klar ist, ob die stärkeren Fesseln aus kaltem Stahl oder glutheißer Anheizung sind.

Mit Gabriel hat Inka Loreen Minden einen dunklen Helden geschaffen, der einfach verboten sexy ist. Wie Ethan kann man sich als Leser Gabriels unheimlich sinnlicher Ausstrahlung nicht entziehen und versteht deshalb gut, warum Ethan sich auf das erotische Spiel um Dominanz und Unterwerfung einlässt. Ethan – und mit ihm der Leser – hat Angst und ist doch völlig fasziniert von Gabriel. 

Der Titel spricht fast unheilvoll von „Tödliches Begehren“. Lange ist nicht wirklich sicher, was in Gabriel vorgeht, auch wenn Teile der Geschichte aus seiner Sicht erzählt werden. Erst nach und nach kristallisiert sich heraus, worum es ihm mit Ethan tatsächlich geht und woher die eigentliche Gefahr droht.

Tödliches Begehren“ ist eine gelungene Mischung aus erotischem Roman und spannendem Thriller, die man voller Spannung nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man einmal damit angefangen hat.

Je weiter die Geschichte fortschreitet, desto klarer wird, was Gabriel antreibt und das die Macht gar nicht so eindeutig bei ihm liegt, wie es am Anfang den Anschein hat. Der S/M-Anteil ist wirklich relativ soft, allerdings bewegt sich das Einverständnis beim Sex am Anfang auf einem sehr schmalen Grat. Wer Probleme damit hat, sollte dieses Buch nicht unbedingt lesen.

Für alle anderen gibt es von mir eine Leseempfehlung. Die begeisterten 5 Punkte bekommt die Story ohnehin.

Ich ärgere mich nur über mich selbst, dass ich meinem „Begehren“ diese Geschichte zu lesen nicht schon längst nachgegeben habe. Zum Glück hat mich das tolle Cover der Neuauflage endlich bewogen, die Story auf meinen Reader zu laden …

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 Hier kann man die Bücher von Inka Loreen Minden kaufen:
"Tödliches Begehren"

Ganz aktuell von Inka Loreen Minden ist die "Dich nicht zu lieben"-Reihe. Besonders gut haben mir Malte und Fynn gefallen:
"Amy & Jason"
- "Penny & Logan"
- "Malte & Fynn"

Bildquelle: amazon


Freitag, 22. April 2016

"Zwei Papas und ein Baby: Unser Leben als (fast) ganz normale Familie" von Tobias Rebisch


Zitat: „Es ist was es ist, sagt die Liebe.“

Besser als mit den eindringlichen Worten von Erich Fried kann man dieses ganz besondere Buch nicht in einem Satz zusammenfassen und passenderweise schließt es damit.

Für mich persönlich enthält "Zwei Papas und ein Baby" sogar drei sehr berührende Geschichten: Tobias Rebisch erzählt sehr offen, wie er nach einer schmerzhaften Trennung feststellt, dass er für seinen Freund Marc mehr empfindet, als er eigentlich dachte. Aufgewachsen auf dem Land und in einer eher traditionellen Familie, hat er einem bestimmten Ideal nachgeeifert und muss zuerst einmal mit sich selbst ins Reine kommen, bevor er sich eingestehen kann, dass er einen Mann liebt. Zu seinem Glück wird dieses Gefühl erwidert. Trotzdem dauert es noch eine ganze Weile bis sich die beiden Männer einander, ihren Freunden und schließlich ihren Familien offenbaren. Nachdem klar ist, dass sie für immer zusammenbleiben wollen, wächst der Wunsch nach einem Kind.

Hier beginnt der zweite Teil des Buches, in dem die Mühlen geschildert werden, durch die jedes adoptionswillige Paar gehen muss. Für Tobias und Marc kommt erschwerend hinzu, dass sie trotz ihrer eingetragenen Lebenspartnerschaft im Adoptionsrecht als Single-Männer gelten. Die Anforderungen, die Hoffnungen und die Verzweiflung, die der Ablauf das Verfahren an Menschen stellt, die sich ein Kind wünschen, aber nicht dazu in der Lage sind, es auf natürlichem Wege zu bekommen werden sehr deutlich. Dabei bleibt Tobias Rebisch immer fair. Er schildert ganz offen, dass einige Menschen dem Wunsch eines schwulen Paares nach einer eigenen Familie nicht verstehen, andere dagegen mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft reagieren.

Eine Adoption kann sehr schnell gehen, oder sich unheimlich in die Länge ziehen. Das nagt natürlich an einer Beziehung. Gerade als Marc und Tobias schon nicht mehr daran glauben, jemals Eltern zu werden, erreicht sie ein Anruf. Schon am nächsten Tag sind sie zu dritt: Plötzlich gibt es den kleinen Luis in ihrem Leben.
Dieser dritte und letzte Teil nimmt im Buch den größten Raum ein und schildert, wie aus zwei Männern und einem Baby eine (fast) normale Familie wird. Als Leser spürt man förmlich das tiefe Glück, das die Elternschaft für Tobias und Marc bedeutet, auch wenn die vielen kleinen und großen Sorgen nicht verschwiegen werden. Mit einem Augenzwinkern wird erzählt, welche absurden Auswüchse die Elternschaft manchmal haben kann, ganz unabhängig davon, ob eine "traditionelle" Familie mit der neuen Situation klar kommen muss, oder eine der unzähligen Variationen von Familie, die heute zum Alltag gehören.

Mich hat dieses Buch auf sehr vielen Ebenen unheimlich berührt. Trotz aller Probleme hatten und haben Tobias, Marc und Luis Glück, was ihnen auch sehr bewusst ist. Man freut sich von ganzem Herzen mit den Dreien, weil ihre Wünsche und Träume allen Widrigkeiten zum Trotz in Erfüllung gegangen sind.
Weil das Buch auf Tatsachen beruht, hat es aber noch eine weitere Komponente. Auch wenn die "Helden" vielleicht ganz anders heißen, erhält man als Leser einen kleinen, sehr privaten Einblick in ein echtes Schicksal mit einem Happy End. Ich finde, das macht Mut. Bei all den schlechten Nachrichten und Dramen, die man tagtäglich zu sehen, zu hören und zu lesen bekommt, ist es einfach schön, daran erinnert zu werden, dass Glück möglich ist, wenn man sich traut, danach zu greifen. Niemand kann hier behaupten, die Geschichte wäre nur ausgedacht, reine Fantasie oder ein nette Idee, aber in der Realität würde das ja ganz anders aussehen ...

Tobias Rebisch teilt seine ganz persönlichen Erfahrungen und mit jeder Seite die man umblättert, wird eines immer klarer: Liebe kennt kein Geschlecht, egal ob es um die Zuneigung zu einem Partner geht oder die innerhalb einer Familie. Die Hoffnungen und Träume, die Ängste und Probleme sind die gleichen. Das Leben, die Praxis überholen ganz unspektakulär die abstrusen Theorien, die Ewiggestrige gebetsmühlenartig wiederholen.
Wer „Zwei Papas und ein Baby“ gelesen hat, wird in Zukunft das "fast normal" im Zusammenhang mit Regenbogenfamilien nicht mehr brauchen. "Normal" reicht völlig aus.
"Es ist was es ist, sagt die Liebe." Welche politischen Konsequenzen das hat, erschließt sich von selbst.

Fazit: 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Ein Buch, das Mut macht und beim Leser ein so gutes Gefühl zurücklässt, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

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- "Zwei Papas und ein Baby: Unser Leben als (fast) ganz normale Familie"

Bildquelle: Heyne 


Sonntag, 17. April 2016

Malte & Fynn: Dich nicht zu lieben 3 von Inka Loreen Minden

Zitat: „Du bist der heißeste, süßeste Kerl, der mir je begegnet ist.“

Malte, der zwar gegenüber seinen Freunden, nicht aber bei seinen Eltern, geoutet ist, lässt sich von den Mädels in eine Strip-Show schleppen. Der A
nblick des heißen "Razor" fährt ihm direkt ... nicht nur ins Herz. Überraschenderweise spricht der Tänzer Malte nach der Show an, stellt sich als Fynn vor und macht ihm ein unglaubliches Angebot. Wenn Malte auf seinen Verstand hören würde, wäre ein "Nein" darauf die einzig mögliche Antwort. Aber natürlich bringt er das nicht über die Lippen und die aufregendste Woche seines Lebens beginnt. So kommt er Fynn immer näher. Aber was will der eigentlich wirklich?

Ich verrate nicht, von wem der beiden jungen Männer das Zitat stammt, das ich als Überschrift gewählt habe. Es trifft sowieso auf jeden der beiden zu und man kann es auch über die Geschichte als solche sagen. In "Malte & Fynn", dem dritten Teil der "Dich nicht zu lieben Reihe" gelingt Inka Loreen Minden das Kunststück, eine Geschichte zu präsentieren, die zugleich zuckersüß und kochend heiß ist.
Der eher ernsthafte und etwas schüchterne Malte findet in dem lebhaften und scheinbar sehr offenen Fynn sein perfektes Gegenstück. Dass sich hinter dessen Fassade auch ein paar Geheimnisse verstecken, merkt man erst nach und nach, während man ihn zusammen mit Malte, aus dessen Sicht die Geschehnisse geschildert werden, besser kennenlernt. Der Story gelingt es überraschend gut ein Gleichgewicht zwischen jugendliche Leichtigkeit, heißen Szenen und echten Gefühlen zu finden.

Das Buch braucht keine künstlichen Dramen. Wie Malte und Finn zueinander finden, trägt die Geschichte problemlos, weil die sympathischen Charaktere direkt unter die Haut gehen. Man fiebert mit Malte, ob Fynn wirklich nur an einer lockeren Beziehung und einer Zusammenarbeit interessiert ist, oder ob da vielleicht doch mehr sein könnte. Das macht die Zärtlichkeiten manchmal ein wenig bittersüß, aber auch umso intensiver. Wie immer spart Inka Loreen Minden nicht mit deutlichen Worten, aber obwohl es eine Menge explizit geschilderte Situationen gibt, hat man nie das Gefühl, sie wären Selbstzweck. Die Jungs finden einander heiß und zeigen sich das auch. Spannend bleibt, ob mehr daraus werden wird ...

Fazit: Mir hat die Geschichte von Malte und Fynn richtig gut gefallen. Sie erhält sowohl auf der "niedlich" als auch auf der "heiß“ Skala die volle Punktzahl und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

An die Autorin: Bitte mehr davon!

P.S.: Ich habe jetzt allerdings ein Problem: Lese ich nun zuerst, wie Logan, Maltes Freund aus der "Dich nicht zu lieben"-Reihe, seine Freundin Penny für sich gewonnen hat? Oder vergnüge ich mich mit Ethan und Gabriel aus „Tödliches Begehren - Mortal Desire: Gay Romance“, die eigentlich schon länger auf meiner Wunschliste stehen und über die Leseprobe am Ende dieses Buches gerade wieder nach vorne gerutscht sind?
Mmh. Schwierige Entscheidung ...


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Links zu der "Dich nicht zu lieben"-Reihe
"Amy & Jason"
- "Penny & Logan"
- "Malte & Fynn"

Außerdem auf meiner Wunschliste: "Tödliches Begehren", die Story um den Reporter Ethan und den unheimlich heißen, aber in dunkle Machenschaften verstrickten Gabriel.

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Freitag, 15. April 2016

"Beauty and the Beast" von Skye Warren (engl.)

Die Schöne und dass Biest
Die Studentin Erin finanziert sich ihr Studium, in dem sie als Putzfrau arbeitet. So lernt sie den Ex-Soldaten Blake Morris kennen. Blake lebt sehr zurückgezogen, weil eine schreckliche Narbe ihn entstellt.
Die eigentliche Geschichte beginnt, als sich die beiden schon recht gut kennen, wenn auch nur auf der beruflichen Ebene. Erin ertappt Blake in einer sehr verfänglichen Situation. Eines führt zum Anderen...
Doch die junge Liebe zieht auch einige Probleme nach sich: Blake erhält ein verlockendes Jobangebot, nachdem er sich endlich wieder ein wenig geöffnet hat. Leider ist dies ausgerechnet eine Dozentenstelle an Erins Uni. Alos beschließen die beiden ihre Beziehung erst einmal geheim zu halten.
Außerdem machen sich Erin Sorgen, ob das soziale Ungleichgewicht zwischen ihnen nicht zu Problemen mit der Familie und den Freunden führen könnte.
Und da sind auch noch die Dämonen, mit denen Blake aufgrund seiner traumatischen Vergangenheit zu kämpfen hat...

Haben Erin und Blake wirklich eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft?

Einer Adaption des altbekannten Themas "Die Schöne und das Biest" kann ich immer nur schwer widerstehen und diese hier ist mitreißend, sinnlich und erotisch. Skye Warren spart nicht mit deutlichen Worten und man spürt die sexuelle Spannung zwischen Erin und Blake sehr deutlich. Dabei kommt aber auch die Romantik nicht zu kurz. Vielleicht ist das der Grund, warum die erotischen Szenen so unter die Haut gehen.

Erin, aber auch Blake, merkt an ihre Liebe zueinander, aber auch ihre Zweifel deutlich an. Als Leser fiebert man wirklich mit.

Es gibt es die vier Teile der "Beauty" Serie zusammengefasst in dem Buch „Beauty and the Beast“, oder jeden teil für sich als Kurzgeschichte. Die sind zwar in abgeschlossen ist, bilden aber natürlich zusammen einen übergreifenden Handlungsbogen. 

1. "Beauty Touched the Beast"
2. "Beneath the Beauty"
3. "Broken Beauty"
4. "Beauty Becomes You"

Ich gebe jedem Band der Serie (und damit auch der Gesamtausgabe) 10 vom 5 Punkten. Unbedingt lesen!

Zum guten Schluss: 
Mein Lieblingszitat: "Love was a shelter from the storm, respite from her fears and relief from the reality of his pain." 
Ja!!! So sollte Liebe sein!

P.S.: Mittlerweile gibt es einen weiteren Band der Serie, der allerdings in der Gesamtausgabe nicht erhalten ist: "Loving the Beast: A Beauty Epilog"
Ich habe das gerade erst entdeckt und die Story ist auf meiner Wunschliste gleich ziemlich weit nah oben gerutscht.

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 Hier kann man die Bücher von Syke Warren kaufen: 
- "Beauty and the Beast: The Beauty Series Boxed Set"

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Mittwoch, 13. April 2016

"Bis die Ewigkeit kommt (Mates Colletion)" von Cardeno C.

Zwei Teile eines Ganzen

Entgegen allem was möglich zu sein scheint, erweisen sich der Wolfwandler Ethan und der Vampir Miguel als wahre Gefährten, sie ohne einander nicht sein können. Sie passen perfekt zueinander und erweisen sich als zwei Teile eines Ganzen. Während die beiden Männer noch versuchen, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen, müssen sie mit den Vorurteilen ihrer Umwelt kämpfen.
Zusätzlich stellt Ethan fest, dass sein Rudel ein riesiges Problem hat, von dem es noch nicht einmal etwas ahnt. Ausgerechnet Miguel könnte helfen, aber die Wandler hassen Vampire. Gibt es eine Lösung?

Mit "Bis die Ewigkeit kommt" liegt das zweite Buch aus der "Mates Colletion" von Cardeno C. auf Deutsch vor. Man kann die Geschichten unabhängig voneinander lesen, da die Charaktere aus der anderen Story hier keine Rolle spielen.

Das Buch ist eigentlich ganz nett zu lesen. Die Helden sind allerdings ziemlich stereotyp angelegt und machen nicht wirklich eine Entwicklung durch. Zwar öffnet sich Ethan und zeigt, dass er ganz schön frech sein kann und Miguel offenbart nach einer Weile durchaus ein paar sanfte Charakterzüge, aber gerade bei einem Mann der vierhundert Jahre alt ist, hätte ich ein wenig mehr Tiefe erwartet. Sein Image als BadBoy, der für die Liebe sein gutes Herz entdeckt, ist ziemlich klischeehaft, die Lösung des Rudelproblems geht entsprechend glatt über die Bühne. (Selbst die auftretenden Schwierigkeiten erscheinen eher künstlich aufgebauscht, als wirklich tiefgreifend.)

Ich habe ehrlich gesagt Schwierigkeiten, dieses Buch gerecht zu bewerten. Es ist die zweite Story, die ich von Cardeno C. gelesen habe und irgendwie hatte ich gewisse Deja-vu-Momente. Zwar sind die Charaktere Ethan und Miguel durchaus eigenständig und auch die Nebencharas haben ein eigenes Profil, aber der Grundtenor erinnert mich sehr stark an die andere Story. Ich war immer wieder versucht, queerzulesen und musste mich dazu zwingen, das zu unterlassen.

Das gilt vor allem für die explizite Szenen, von denen es eine ganze Menge gibt. Leider wirkten sie aber nicht alle wirklich sinnlich, weil die Charaktere mir nicht unter die Haut gegangen sind.

Fazit: Für sich gesehen würde ich sagen: Leichte Unterhaltung für zwischendurch. Das Buch kann man lesen, man muss es aber nicht. Normalerweise runde ich bei 3,5 Punkten auf. Hier kann ich mich aber nicht dazu überwinden.
"Nicht schlecht" trifft es einfach diesmal einfach besser als "Gefällt mir". Also 3 Punkte.


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 Hier kann man die Bücher von Cardeno C. kaufen: 
Mates Colletion:
- "Bis die Ewigkeit kommt"
- "Erwecke mein Innerstes
(Diese Buch reizt mich eigentlich, allerdings haben Ethan und Miguel nicht direkt den "Mehr-haben-Wollen-Reflex ausgelöst. Irgendwann vielleicht einmal ...)

Ganz gut gefallen hat mir diese Buch:
- "Blue Mountain - Das Herz des Wolfes"

Hier geht es zur Rezi: *klick*


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Sonntag, 10. April 2016

"Pearson’s Mill: Jeder verdient eine zweite Chance" von Mary R. Smith

Niedlich und … unfreiwillig komisch

Um es vorweg zu nehmen, ich mag die Geschichte von Julian und Chris und habe sie gerne gelesen. Ob mein herzliches Lachen an bestimmten Stellen allerdings beabsichtigt war, wage ich mal zu bezweifeln.
Sein Job führt Julian, einen an Flugangst leidenden New Yorker Workaholic, nach Pearson’s Mill, einem kleinen Kaff in der tiefsten Provinz. Für seinen Boss, der dort unbedingt ein Bauprojekt realisieren will, soll er dort eine Farm kaufen. Leider sind die Stadtbewohner von seinen feinen Klamotten und seinem Geld wenig beeindruckt. Besonders Chris, der Besitzer der Farm, zeigt keinerlei Neigung, auf Julians Agebot einzugehen. Nicht einmal zu einem Quickie will er sich verführen lassen, obwohl schnell klar ist, dass sie beide auf Männer stehen.
Julian macht gute Miene zum bösen Spiel und lässt sich sogar darauf ein, auf der Farm auszuhelfen. Leider passiert dabei ein kleiner Unfall, der die Situation komplett verändert …

Wie auch schon einer der anderen Rezensenten angedeutet hat, erinnert das Buch von Mary R. Smith an dieser Stelle ein wenig an den alten Film „Ein Goldfisch fällt ins Wasser“. Nun, Julian stolpert in „Pearson’s Mill“ zwar im Kuhstall, aber die Grundsituation ist ähnlich.
Die Geschichte macht von Anfang an Spaß, weil ziemlich schnell klar ist, wer der Gute und wer der eigentlich nicht ganz so Böse ist. Die Charaktere sind nicht besonders tiefgründig angelegt, aber durchaus sympathisch. Auch die Atmosphäre in der Kleinstadt ist gut getroffen. Jeder kennt jeden und die Menschen halten wie Pech und Schwefel zusammen. Homophobie scheint in Person’s Mill übrigens kein Thema zu sein. Etliche Männer in den verschiedensten Berufen leben offen schwul.

Ich mag Geschichten, die auf dem Land spielen, vielleicht weil ich selber dort lebe. „Pearson’s Mill –jeder verdient eine zweite Chance“ hat mir gut gefallen, weil es eine kleine Liebeserklärung an das Landleben ist. Worüber ich allerdings immer wieder herzlich lachen musste, waren die Beschreibung der Farm und der Arbeiten darauf. Vor allen Dingen die Versorgung der vier Milchkühe grenzt für jeden, der sich nur ein wenig damit auskennt, schon fast an einen Running Gag. Ich war bei jedem „Auftritt“ der Vierbeiner gespannt, welcher „fast richtige“ Behandlung ihnen nun wieder zuteil wird. Gut das Kühe bekanntermaßen sehr geduldige Tiere sind …

Fazit: Vom mir erhält das Buch amüsierte vier Punkte und eine Leseempfehlung als leichte Lektüre für zwischendurch.

Die gilt übrigens uneingeschränkt. Stadtbewohner werden, ebenso wie Julian, wahrscheinlich nicht merken, was man ihnen da unterjubelt und erhalten eine niedliche Romanze, Landeier kommen zusätzlich in den Genuss von einigen unfreiwillig komischen Stellen.

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 Hier kann man die Bücher von Mary R. Smith kaufen: 
- "Pearson's Mill: Jeder verdient eine zweite Chance"

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Übrigens: 
1. Der Unterschied zwischen Heu und Stroh scheint für viele Städter schwierig zu sein. Macht nix, normalerweise haben die ja auch weder mit den einen, noch mit dem anderen zu tun. Kühe dagegen kennen ihn. Sie schätzen es, wenn man das Heu vor ihnen verteilt  ...

2. In meinem Sprachgebrauch benutzt man eine "Milchpumpe" um Milch anzupumpen. Wozu auch sonst? Das Ding, mit dem man dies bei Kühen macht, wird aber eigentlich wirklich "Melkmaschine" genannt. Hier die beiden Geräte in direktem Vergleich:



*räusper* Man beachte die unterschiedliche Form der ... ich habe jetzt echt nicht die geringste Ahnung, wie das bei der Milchpumpe politisch korrekt heißt ...
Bei der Melkmaschine spricht man von Zitzenbechern. Vier an der Zahl. Wegen der Form des Euters ...  

Haben wollen? 

 - Milchpumpe (Aktuell ca. 150 €)
 - Melkmaschine (Aktuell ca. 1.900 €)


3. Weil ich eh gerade im Klugscheißer-Modus bin: Die "Erntemaschine" für Christians Weizen nennt man "Mähdrescher".


Haben wollen? 


 - Mähdrescher  (Für große und kleine Kinder, z.B. von Bruder; in allen Preisklassen zu haben)
 - Mähdrescher (Nur für wirkich große Kinder, z.B. von John Deere; aktuell geschätzt ab ca. 150.000 €, für ein passendes Angebot sprechen Sie bitte mit ihrem Landhändler.)




4. Neeee. Schluss jetzt!
Ich weiß, das ich gerade ein wenig fies bin, aber wenn man als Autor dem Hauptprota in einem Buch einen bestimmten Beruf verpasst, sollte man sich meiner Meinung nach auch ein wenig mit diesem Auseinandersetzen. 






Donnerstag, 7. April 2016

"Engelsmacht" von Nalini SIngh

Die sanfte Seite eines wilden Kriegers

Naasir ist einer von Raphales eingeschworenen Männern, aber selbst unter den Sieben ist er einzigartig. Nicht nur Elena ist neugierig, was sich hinter seiner geheimnisvollen Wildheit verbirgt. Ist es wahr, dass er zum Teil ein Tiger ist?
Schon in "Engelslied" deutet sich an, das Naasir eine Partnerin sucht, die wirklich zu ihm passt. Bei Dmitri und Honor, bei Jason und Mahiya, aber besonders bei Janvier und Ash, mit denen Naasir eng zusammenarbeitet, hat er miterlebt, wie wunderschön die Nähe und die verspielte Vertrautheit in einer echten Partnerschaft sind. Er wünscht sich ebenfalls eine Gefährtin, mit der er seine geheimen Wünsche und Gedanken teilen kann. Bisher ging es ihm immer nur darum, sein Bedürfnis nach Sex oder Blut bei den wilden Spielen im Bett zu befriedigen. Nun aber sucht er jemanden, der nicht nur seinen Körper, sondern auch seine Seele berührt und ihn mit all seinen Facetten akzeptiert.
Andromada lebt in der Stadt der Engel. Sie arbeitet dort als Wissenschaftlerin und hat ein Keuschheitsgelübte abgelegt. Über ihren Büchern scheint sie manchmal zu vergessen, dass sie ein Wesen mit Flügeln ist. Nicht einmal vor sich selbst will sie zugeben, auf welcher Ebene Naasir sie fasziniert. Lieber konzentriert sie sich auf ihre Forschungen. Wie soll sie auch ahnen, dass ausgerechnet diese sie in die größten Schwierigkeiten ihres Lebens bringen werden?
Nun gibt es nur noch einen, der sie retten kann: Naasir macht sich auf die Suche nach Andromeda, die für ihn wie die Sünde selbst duftet, auch wenn er sie nicht wirklich versteht. Wie kann eine so wunderschöne Frau nur schwören, auf Sex zu verzichten? Naasir merkt aber schnell, dass in Andromeda viel mehr steckt, als er zunächst vermutet hat. Gemeinsam versuchen die beiden ein uraltes Geheimnis zu entschlüsseln und damit vielleicht den drohenden Krieg zu verhindern. Dabei kommen sie sich viel näher, als Andromeda es geplant hatte.

Mit "Engelsmacht" liegt nun endlich der achte Band Nalini Singhs Serie um Raphael, den charismatischen Erzengel von New York, seine ungestüme Gefährtin Elena und seine getreuen Sieben vor. Die Bücher sollten eigentlich in der richtigen Reihenfolge gelesen werden, da sie aufeinander aufbauen und eine übergreifende Rahmenhandlung konsequent fortführen, "Engelsmacht" ist aber eine echte Versuchung, einen Quereinstieg zu wagen.
Ich habe mich schon sehr lange darauf gefreut, endlich Naasirs Geschichte auf Deutsch zu lesen. Darauf war ich neugierig, seit er zum ersten Mal in der Serie einen unheimlich heißen Kurzauftritt hatte. Schon in diesem kleinen Abschnitt wurde deutlich, dass er etwas ganz Besonderes ist. Alle darauf folgenden Szenen in den anderen Büchern machten klar, wie einzigartig er selbst in einer Welt ist, in der Unsterbliche und ein Hauch von Magie dazugehören.
Naasir hat etwas von einer großen Katze an sich, lange bevor man weiß, was wirklich dahinter steckt. Seine Denkweise unterscheidet sich grundlegend von der seiner Kameraden. Interessanterweise ist das nicht allen bewusst. Ich liebe die Szene in "Engelsseele", die das besonders deutlich macht. Dort merkt Dmitri schmunzelnd an, dass Naasir einige der gefährlichen Männer in Raphaels innerem Zirkel tatsächlich als "Welpen" ansieht und versucht für sie zu sorgen, indem sie äußerst fürsorglich füttert (!).

Naasirs Andersartigkeit wird auch ohne Effekthascherei deutlich. Immer wieder spürt man seine Sinnlichkeit, obwohl oder gerade weil er nicht völlig menschlich ist. Geschickt erzählt Nalini Singh von seinen geschmeidigen Bewegungen, seiner raubtierhaften Konzentration oder seiner völligen Hingabe zu einer Sache. Auch ohne dass es explizit gesagt wird, schiebt sich so immer wieder das Bild einer großen, wunderschönen, aber potentiell tödlichen Raubkatze über das des Mannes. Naasir ist beides und doch keines von beidem allein.
Überraschenderweise passt Andromeda, die erst brav und fast bieder wirkt, ausgezeichnet zu Naasir. Sie wirkt am Anfang ein wenig blass, gewinnt aber mit jeder Seite an Profil und Tiefe. Langsam bemerkt man, dass sie deutlich mehr Geheimnisse hütet, als man zu Beginn erahnen kann. Eines davon könnte ihr Leben zerstören. Zum Glück konnte Andromada nicht ahnen, dass der Mann, in den sie sich wider besseres Wissen verliebt hat, viel von einer Katze hat. Die sind schlaue und vor allem geduldige Jäger. Unerwartete Aktionen aus dem Hinterhalt sind eine ihrer Spezialitäten. Dabei sieht Andromeda Naasir immer als Person an, nie als Kuriosität, wie so viele andere Frauen es getan haben.

Besonders schön zu lesen sind die Szenen, in denen die beiden miteinander scherzen, sich necken und Zärtlichkeiten austauschen, lange bevor sie sich ihre gegenseitige Liebe eingestehen. Nassir hat sich schließlich eine Gefährtin gewünscht, mit der er "geheime Spiele" spielen kann, die ihn versteht und die ihn bedingungslos akzeptiert.
Nalini Singh schafft in ihren Büchern immer eine einzigartige, sehr sinnliche Atmosphäre, die nicht nur von explizit erotischen Momenten lebt, sondern auch von kleinen, aber sehr genau und liebevoll beschriebenen Alltagssituationen. Dabei gibt sie jedem ihrer Helden eine ganz eigene Note. Naasir ist bei aller Wildheit unheimlich sanft und verspielt, wenn er um Andromeda wirbt. Er reagiert also ganz anders als der besitzergreifende Raphael, der dunkel-erotische Dmitri oder der freche Janvier.
Naasir hat sich eine wunderbare Unschuld des Herzen bewahrt, obwohl er mit unzähligen Frauen im Bett war. Genau die macht ihn zu einem geeigneten Partner für seine "Andi", die noch nie von einem Mann intim berührt wurde.

Fazit:
Dieses Buch ist neben "
Engelskrieger", der Geschichte vom Dmitri und Honor (einem meiner absoluten Lieblingsbücher), sofort zu einem meiner Favoriten in der Serie aufgestiegen. Ich habe es auch schon auf Englisch gelesen, aber die wunderbare Übersetzung von Dorothee Danzmann ist mir total unter die Haut gegangen. Naasir und Andi erhalten von mir mindestens 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die nicht nur für Fans der Serie gilt.

Das Buch enthält Szenen, die so wunderschön sind, dass man sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Natürlich verstehen "Neueinsteiger" wahrscheinlich nicht auf Anhieb jeden Zusammenhang in der Rahmenhandlung. Die Anziehung und die langsame Annäherung zwischen Naasir und Andromeda ist aber gut nachzuvollziehen und wahrscheinlich macht das Buch Lust darauf, die gesamte Serie zu lesen.
Für die Fans geht nun das Warten auf eine Fortsetzung wieder los. Ich bin jetzt schon gespannt, ob es im nächsten Buch wieder um den Erzengel und seine geliebte Elena, oder um einen anderen der Sieben gehen wird. Interessante Charaktere sind ja noch genug vorhanden ...


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- "Engelsmacht"

Info zur Reihenfolge der Serie:
1. "
Engelskuss" (Orginal: "Archangels Blood"; Raphael und Elena)
2. "Engelszorn" (
Orginal: "Archangels Kiss"; Raphael und Elena)
3. "Engelsblut
(Orginal: "Archangels Consort"; Raphael und Elena)
4. "
Engelskrieger(Orginal: "Archangels Blade"; Dmitri und Honor)
5. "Engelsdunkel
(Orginal: "Archangels Storm"; Jason und Mahiya)
6. "Engelslied
(Orginal: "Archangels Legion"; Raphael und Elena)
7. "Engelsseele
(Orginal: "Archangels Shadows"; Janvier und Ashwini)
8. "Engelsmacht" (Orginal: "
Archangels Enigma"; Naasir und Anromeda)

Außerdem gibt es zu der Serie, insbesondere zu Janvier und Ash, noch ein paar tolle Side-Storys und Kurzgeschichte, die in verschiedenen Anthologien erschienen sind, die man teilweise aber auch einzeln als e-Book erhält.

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Dienstag, 5. April 2016

"Temptations - Versuchungen" von Inka Loreen Minden

Kleine Versuchungen für zwischendurch …

Vorbemerkung:
„Temptations – Versuchungen“ ist eine Sammlung mit vier kurzen, aber heißen Gay Historicals von Inka Loreen Minden. Die Storys an sich sind schon älter, auch wenn das Erscheinungsdatum des Buches mit Dezember 2015 angegeben ist. Jede Geschichte kann als e-book auch einzeln erworben werden, sie sind aber als Sammelband wesentlich günstiger.

1. Räubers Lust: Der junge Adlige William will unbedingt den berüchtigten Räuber Blade fangen, um die Anerkennung seines Vaters zu gewinnen. Natürlich geht der Plan nicht auf, William fällt in die Hände der Räuberbande und breitet sich auf eine eiskalte Nacht in Fesseln vor. Doch Blade bietet ihm eine überraschend heiße Alternative an …

Die erste Story habe ich mit einem Schmunzeln gelesen: Der finstere, aber gutaussehende Räuber, der unschuldige, junge Adlige, eine eiskalte Nacht. Der geneigte Leser ahnt was kommt …
Trotzdem ist die Geschichte spannend. Außerdem nimmt sie einen unerwarteten Verlauf, bevor die beiden Helden ihr verdientes Glück finden.

2. Verbotenes Verlangen: Alexander Dunfort, der Marquess of Riverdale begehrt seinen Stallburschen Garrett schon lange. Nicht ganz ohne Hintergedanken nimmt er ihn mit, als er sich auf eine Reise nach London begibt. Unterwegs werden die beiden von einem Unwetter überrascht …

Es macht ziemlichen Spaß, zusammen mit dem Lord seinen gutaussehenden Stallburschen anzuschmachten. So richtig Mitleid wegen des Unwetters hat man auch nicht, weil genau das eintritt, was man als Leser erhofft hat: Es gibt nur ein Zimmer in dem einsamen Gasthof und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Alex und Garrett können trotz der Standesunterschiede nicht voneinander lassen und fliegen schließlich sogar beinahe auf. Doch was der größte Skandal aller Zeiten hätte werden können, eröffnet den beiden unerwartete Möglichkeiten. Die Story bietet trotz der Kürze jede Menge Potential, um mit den beiden Helden zu lieben und zu leiden, spart aber auch nicht mit heißen Szenen. Mir hat sie richtig gut gefallen.

3. Feurige Wogen: Ausgerechnet unter das Kommando von Kapitän Christopher Baker verschlägt es Daniel. Er hasst diesen Mann, der dafür gesorgt hat, dass er mit Schimpf und Schande von der Offiziersschule geworfen wurde. Doch Chris überrascht Dan und allmählich kommt heraus, warum er damals wirklich so gehandelt hat …

Meist kann ich mit Geschichten, die auf einem Schiff spielen, nicht besonders viel anfangen. Hier trägt die Enge allerdings zu der angespannten Atmosphäre zwischen den Männern bei, die sich normalerweise aus dem Weg gehen würden. Die räumliche Nähe zwingt sie dazu, sich ihren Problemen zu stellen. Die „Entschuldigung“ von Chris hat es in sich und ein erotisches Spiel um Dominanz und Unterwerfung beginnt, bei dem ich zum ersten Mal die Rezis verstehen konnte, die sich darüber beschweren, dass das Buch zu kurz ist. Zwar ist auch diese Story in sich abgeschlossen, sie macht aber definitiv Lust auf mehr. Auf viel mehr …

4. Verzweifeltes Begehren: Homosexualität zieht im alten England gesellschaftliche Ächtung nach sich, die besonders die Nichtadligen trifft. Während der Kriegsveteran John geneigt ist, seinem Verlangen nach Adam nachzugeben, hat der Angst um seine Existenz. Schließlich verfügt er nicht über Vermögen und ist darauf angewiesen, seinen Beruf als Arzt auszuüben. Doch ausgerechnet sein Job zeigt Alex schließlich einen möglichen Ausweg aus seinem Dilemma …

Bei der letzten Geschichte bin ich ein wenig zwiegespalten. Der Tenor der Story hält, was der Titel verspricht: Die beiden Männer begehren sich verzweifelt. Sogar ihre Leidenschaft hat etwas Rastloses, Trauriges an sich. Die Lösung ihrer Probleme kommt ein wenig überraschend, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass so etwas früher häufiger geschehen ist, um den Anschein zu wahren.
Ich fand es ein wenig schade, dass die beiden tollen Männer sozusagen nur mit Hilfe von außen fähig sind, eine feste Beziehung zu leben. Sonderpunkte erhält die Geschichte aber für Johns treuen und weisen Diener Bhanu.

Fazit: Manchmal sind Oldies halt doch auch Goldies. Insgesamt haben mir die vier Geschichten einen vergnügten Leseabend beschert. Auch in ihren Shortys schafft es Inka Loreen Minden immer wieder den Leser mit interessante Charakteren und spannenden Situationen zu fesseln und in die Storys hineinzuziehen. Ihre Helden sind nie eindimensional und man kann ihre Entscheidungen, ihr Verlangen und ihre Gefühle gut nachvollziehen. Dass es in den Geschichten richtig heiße Szenen gibt, muss man bei der Autorin nicht extra erwähnen. Mir gefällt aber besonders, dass man die Erotik auch schon spürt, bevor es „zur Sache“ geht. Sex fängt nicht nur beim Leser im Kopf an. Es macht einfach Spaß, zusammen mit dem feinen Lord heimlich seinen Stallburschen zu beobachten oder sich vorzustellen, wie sehr John die Massagen genießt, die eigentlich medizinisch begründet sind und - zumindest am Anfang - „verbotene Gefilde“ außen vor lassen.

Insgesamt 4,5 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung für die kleinen Versuchungen für zwischendurch.

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"Temptations - Versuchungen"

Wer sich nur für eine der Storys interessiert, findet sie hier:
1. "Räubers Lust"
2. "Verbotenes Verlangen"
3. "Feurige Wogen" (*rummopper* Das Cover passt nicht!!! Siehe unten ...)
4. "Verzweifeltes Begehren"


P.S.: Wenn man da Buch gelesen hat, weiß man, warum ich bei diesem Bild an Chris aus "Feurige Wogen" denke ...
😀
 


Bildquelle: amazon