Dienstag, 31. Mai 2016

"Liebe gehört zum Handwerk" von der Kuschelgang

Zwölf Geschichten mit Hand und … Herz!

Ich bin froh, dass ich mich nicht entscheiden muss, welches meine Lieblingsgeschichte in diesem Buch ist. Stattdessen werde ich mit Sicherheit vergnügt noch mehr als einmal lesen, was die Herren Handwerker mit ihren mehr oder weniger geschickten Fingern alles so anstellen, sobald sie ihr Werkzeug beiseitelegen und sich ihren privaten Leidenschaften widmen …

Fazit: Mindestens 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Handwerklich gut gelungen und künstlerisch einwandfrei.
Mit "Liebe gehört zum Handwerk" liegt das mittlerweile neunte Buch der Kuschelgang vor. Es ist in sich rund und richtig klasse! Die Anthologien scheinen mit jedem Band besser zu werden! Besonders gut hat mir hier übrigens gefallen, dass die Geschichten nicht nur ein gemeinsames Oberthema hatten, sondern – ob bewusst oder unbewusst – im Buch so angeordnet waren, dass sie auch wie bei einem fein gewürzten Gericht ganz unterschiedliche und doch zueinander passende Aspekte des Themas beleuchten. 

Wer noch genauere Details zu den einzelnen Storys lesen möchte, findet die unten. Es macht aber auch Spaß, sich ganz unbedarft auf die vielen unterschiedlichen Geschichten und Schreibstile einzulassen. Mir haben sich die Handwerker und ihre Liebsten auf jeden Fall ins Herz geschlichen!

1. „Zweite Chance“ von Kataro Nuel
Philip braucht einen Neuanfang und erhält mit viel Glück nicht nur berufliche eine Chance. Die Angst vor dem Ende ist allerdings allgegenwärtig.
Kataro Nuel lässt sich die Zeit, die ihre beiden Helden brauchen, um sich und ihren Platz zu finden. Die Geschichte ist wunderschön erzählt, mit der genau der richtigen Mischung aus bitter und süß. Man bangt mit Philip und freut sich umso mehr, als er sein verdientes HE bekommt. Gefallen haben mir außerdem die liebevoll gezeichneten Nebencharaktere. Die Story macht Lust darauf, ganz viel mehr von Kataro Nuel zu lesen!

2. „Maßnahmen“ von Ashan Delon
Simon ist ganz anders als das tapfere Schneiderlein im Märchen kein Maulheld, sondern eher schüchtern und zurückhaltend. Erst als er den extrovertierten Moritz trifft, der einfach nicht aufhört zu reden, bis er endlich hat, was er will, muss er langsam über sich selbst hinauswachsen.
Es ist einfach verboten niedlich und dabei richtig witzig zu lesen, wie die beiden unterschiedlichen Männer ihre Faszination füreinander entdecken und sich schließlich nicht mehr dagegen wehren können. Oder wollen.
Ich grinse übrigens immer noch ganz verzückt, weil mir die Story so richtig gut gefallen hat.

3. „Unversehrt“ von Jobst Marenhorst
Mit Emilio und Raffaele finden sich zwei einsame Einzelgänger, die so sehr daran gewöhnt sind, alleine zu sein, dass sie fast die Chance verpassen, die das Leben ihnen anbietet.
Jobst Marenhorst beschreibt die Geschichte der beiden Außenseiter mit sehr eigenwilligen und gerade deshalb sehr eindringlichen Bildern. Sie ist leise angelegt und findet ihren lauten Widerhall erst im Herzen des Lesers. Sie berührt und geht unter die Haut. Ich kann und will nicht verraten, wie sie endet, aber ich weiß, dass sie mir lange nicht aus dem Kopf gehen wird.

4. „Der verrückte UhrHutMacher“ von Caitlin Daray
Tja. Also … Irgendwie fehlt es Henrik an Fantasie. Das kann man allerdings so von Derek nicht sagen und plötzlich weiß der arme Henrik kaum noch wo ihm der Kopf steht. Wieso nur scheint der andere Mann mal heiß wie Feuer und mal kalt wie Eis zu sein???
Mit einem Augenzwinkern schickt Caitlin Daray ihren Helden und mit ihm zusammen den Leser auf eine völlig verrückte Odyssee der Gefühle.

5. „Herzenblicke“ von Cat T. Mad

Jacob spürt, dass sein Augenlicht immer schwächer wird. Was heute mit einer Brille leicht zu beheben wäre, ist im Mittelalter ein echtes und existenzbedrohendes Problem, denn irgendwann wird es sich auf seine Arbeit als Schmied auswirken. Als er zur Aushilfe den Wanderschmied Christof einstellt, ahnt er noch nicht, wie sehr das sein gesamtes Leben verändern wird.
Cat T. Mad zaubert hier einer wunderschöne, unheimlich sinnliche Geschichte mit zwei tollen Protagonisten aus dem Hut: Der wortkarge, einsiedlerische Jacob und er stets gutgelaunte und warmherzig-kluge Christof ergänzen sich auf mehr als einer Ebene. Der Funke springt nicht nur bei den beiden über, sondern packt auch den Leser. Klasse!

6. „Come di pietra – Wie aus Stein“ von Moritz Berg
Wie so oft malt Moritz Berg mit seinen Worten intensive, starke Bilder, die den Leser packen und nicht mehr loslassen. Man spürt die Wärme der italienischen Sonne förmlich auf der Haut und merkt erst nach und nach, dass man eine überraschende und wunderschöne kleine Geschichtsstunde besucht hat …

7. „Es gibt doch schwule Frisöre!“ von Ashan Delon
Volkers beste Freundin Emma kann nicht glauben, dass es außer ihm keinen einzigen Schwulen in der Stadt gibt und macht sich gemeinsam mit ihm auf die Suche.
Die Story ist echt witzig, aber es dauert eine ganze Weile bis aus einer Geschichte über „ziemlich beste Freunde“ eine Romanze wird. Damit sie funktioniert, muss man sich allerdings auf die Annahme einlassen, dass ein 25jähriger nicht weiß, wie das internet funktioniert.
(*frech grins* Vielleicht ist es auch einfach nur nicht meine Geschichte, weil ich lange Haare unheimlich mag und mich deshalb von Friseuren naturgemäß möglichst fernhalte. Die Sinnlichkeit eines Haarschnitts erschließt sich mir nur sehr mühsam, allerdings ist es Ashan Delon gelungen, mir zumindest einen winzigen Teil davon nahezubringen.)

8. „Unsicherheiten und Herausforderungen“ von Karolina Peli

Ich will zu dieser Geschichte nicht zu viel verraten, nur so viel, dass es Karolina Peli überraschend gut gelingt, Sympathie für einen Menschen zu wecken, der im ersten Moment eher kompliziert und – außer in seinem Beruf – wenig kompetent wirkt. Passend zu Alban entwickelt sich die Handlung zuerst langsam, aber gerade das macht sie glaubwürdig. Sie gewinnt übrigens merklich an Fahrt und Humor, als Krister auf den Plan tritt, was ausgezeichnet zu dessen Wesen passt.
Klasse geschrieben!

9. „Ohhh Noah!“ von Juli D Finn

Wenn man den ersten Satz liest, glaubt man diese Geschichte hätte einen ähnlichen Inhalt wie die letzte. Weit gefehlt! Noah und Max sind jung, lustig und manchmal … ein wenig wie tollpatschige Welpen. Beim Lesen kann man sich das Grinsen kaum verbeißen. Macht Spaß!!!

10. „Süßigkeitengrinch“ von Sandra Black
Nate hasst alles Süße, aber sein bester Freund bringt ihn mit einem unwiderstehlichen Anreiz dazu, es wenigstens einmal zu probieren. Niemand ahnt, dass sich nicht das Naschwerk, sondern der Konditor Theo als größte Versuchung herausstellen wird.
Hm. Ich konnte mich nicht so recht mit Nate anfreunden, vielleicht weil so oft geschildert wird, was er nicht gut findet, dass ich mich kaum auf die Stellen einlassen konnte, in denen er einmal etwas genießt. Mir fehlte in dieser Geschichte ein wenig die Sinnlichkeit.

11. „Alles Handarbeit“ von Chris P. Rolls

Zu „Alles Handarbeit“ braucht man gar nichts sagen. Chris P. Rolls beherrscht ihr (Schreib-) Handwerk so perfekt, dass man plötzlich sogar Dreck – ok, eigentlich Lehm – mit ganz anderen Augen anschaut. Muss ich jetzt echt noch schildern, dass man die Anziehung und Leidenschaft zwischen Ario und Tibor nicht nur liest, sondern wirklich spürt?
Die Story ist definitiv eines der Highlights in der Sammlung!

12. „Engel in neongrün und rot“ von Ashan Delon

Ich weiß nicht, ob das Beste zum immer Schluss kommt, aber die Geschichte von Johannes und Thomas ist auf jeden Fall einer der Anwärter auf den „ersten Platz“. Als Leser findet man sich sofort mitten im Geschehen und fiebert mit, ob der nette Pannenengel wieder einmal nur für den Moment der Held des Geschehens sein wird, oder endlich seinen ganz persönlichen Himmel findet.
Richtig klasse geschrieben!



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"Farben der Liebe"
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Montag, 30. Mai 2016

Mieses Englisch und schlechtes Deutsch

Mein Englisch ist zugegebenermaßen nicht perfekt. Im Gegenteil. Ich würde es eher als mies bezeichnen. Es reicht gerade so, um hin und wieder ein englisches Buch zu lesen und zu verstehen. Wahrscheinlich deshalb tendiere ich dazu, mich bei der Bewertung englischer Geschichten fast ausschließlich auf den Inhalt zu konzentrieren.

Bei deutschen Büchern ist das nicht ganz so einfach. Zum echten Lesevergnügen gehört für mich hier ganz selbstverständlich auch dazu, dass ich meinen Spaß an der Sprache habe. Ich liebe es, wenn Wörter perfekt treffen, wenn abwechslungsreich und bildreich erzählt wird.

Dabei muss der Stil weder blumig noch ausufernd sein. Er muss einfach passen. Direkte, klare Worte können genauso ihre Schönheit haben, wie verspielt erzählte.

Umso mehr ärgert es mich, wenn ein Roman, der mir im Englischen richtig gut gefallen hat, auf Deutsch plötzlich völlig banal zu sein scheint. Es ist einfach in unserer Sprache kein guter Stil, jeden zweiten Satz mit dem Namen des Protagonisten (wahlweise mit „er“) anfangen zu lassen. Echte Hassgefühle entwickele ich, wenn sich Wortwiederholungen häufen. Dann schreit ständig eine Stimme in meinem Hinterkopf: „Da! Da steht es schon wieder!!!“ und verhindert damit erfolgreich, dass ich mich ganz in der Geschichte verlieren kann.

Bin ich kritischer geworden, oder hat die Qualität der Übersetzungen tatsächlich nachgelassen?

Ehrlich gesagt glaube ich, dass letzteres der Fall ist. Manche der Bücher wirken, als würden sie mit Google Translations übersetzt, bevor jemand noch einmal kurz drüber schaut und die gröbsten Fehler ausbügelt. Einen Lektor scheinen diese Bücher nicht mehr zu sehen, nachdem sie ins Deutsche übertragen worden sind. Sie lesen sich holprig und „unrund“. Kurz gesagt: Sie machen keinen Spaß.

Dabei gibt es sie auch weiterhin: Die wunderschönen Geschichten, die nicht einfach lieblos Wort für Wort in eine andere Sprache übertragen werden, sondern bei denen sich der Übersetzer die Mühe macht, dem Zauber der Geschichte nachzuspüren. Deutsch ist manchmal nüchtern, kompliziert und unbeholfen darin, etwas auszudrücken. Aber es findet sich auch in unserer Sprache ein reicher Schatz an Vokabeln, mit dem man spannende, erotische und berührende Geschichten erzählen kann. Worte, die Bilder malen und das Kopfkino auf Hochtouren bringen. Man muss sich nur richtig benutzen.

Bitte, bitte liebe Autoren und Verlage: Lasst nicht zu, dass eure tollen Werke sich unter Wert verkaufen, nur weil sie schlecht übersetzt werden! Dass ein Buch neben dem Inhalt auch von seiner Sprache lebt, ist doch schon fast zu banal, um es extra noch einmal zu betonen, oder? Eine tolle Geschichte ist allemal die Mühe wert, sie auch in passenden Worten zu erzählen, egal in welcher Sprache.


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P.S. und eigentich ohne Zusammenhang mit dem Inhalt dieses posts: 
Ich bin echt zufällig über das Bild gestolpert. Aber die Welt ist nicht nur klein, sondern winzig. Es gibt Menschen, die können tatsächlich nicht nur mit Worten Bilder malen, sondern auch noch toll fotografieren. Wer dem link folgt, wird wissen, von welcher tollen Autorin ich hier spreche ... 

"Das Herz des Alphas" von Dirk Greyson

Harte Kämpfe

Die Wolfswandler in Nordamerika haben harte Zeiten hinter sich. Erst mit der Rückkehr der wilden Wölfe können sie es wieder wagen, ihre zweite Natur auszuleben. Aber eine neue Bedrohung erhebt sich aus dem inneren: Einer der Alphas will alle Macht an sich reißen und schreckt dafür auch nicht davor zurück, andere Rudel zu übernehmen, indem er den jeweiligen Anführer in einem blutigen Kampf tötet.

Als Mikael erleben muss, wie sein Freund aus Kindertagen stirbt, ahnt er, dass sein Rudel das nächste ist. Aus der Suche nach Unterstützung wendet er sich an Denton und erlebt die größte Überraschung seines Lebens: Der andere Alpha ist der Seelengefährte, der ihm schon in seiner Kindheit vorhergesagt wurde.

Harte Zeiten stehen an, den Mikael muss nicht nur für sein Rudel und dessen Freiheit kämpfen, sondern auch noch erleben, dass eine Beziehung zwischen zwei Alphas nicht einfach ist. Der Kampf um sein persönliches Glück verlangt von ihm ganz andere Fähigkeiten, als der mit dem dunklen Wolf, der seine Heimat vernichten will.

Mit „Das Herz des Alphas“ legt Dirk Greyson den ersten Band einer spannenden Wandler-Geschichte vor. Die Story punktet mit tollen Charakteren, einer starken Geschichte und einem interessanten, glaubwürdigen Hintergrund. Besonders interessant ist hier die Liebe zwischen zwei sehr starken Männern, die beide als Alpha ihrem Rudel vorstehen, Sie schließen sich zwar zuerst eher zusammen, um einer äußeren Bedrohung gemeinsam entgegenzutreten, merken aber sehr schnell, dass sie eine dauerhafte Lösung finden müssen, wenn sie glücklich werden wollen.

Hier zeigt sich (in meinen Augen) leider eine kleine Schwäche der Geschichte. Als würde Dirk Greyson seinen eigenen Helden nicht trauen, nimmt er ihnen eine wichtige Entscheidung mehr oder weniger ab. Der „Böse“ bringt die beiden Alphas in eine Situation, in der sie plötzlich nicht mehr gleich stark zu sein scheinen und das auch selbst so empfinden. Die äußere Handlung geht danach spannend weiter, der innere Konflikt hat aber etwas an Schwung verloren.

Fazit: Ich bin ehrlich. Das hat das Buch bei mir im letzten Drittel von einem begeisterten „gefällt mir sehr“ auf ein „gefällt mir ganz gut“ zurückfallen lassen. Damit bleiben aber immer noch solide Punkte und eine Leseempfehlung.

Die Welt, die Hintergründe und die Nebencharaktere habe genug Potential, um mich neugierig auf weitere Geschichten zu machen. Ich hoffe jetzt, dass der zweite Band der Serie möglichst schnell übersetzt wird.


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Freitag, 27. Mai 2016

"Klares Wasser" von Amy Lane

Zuhause ist da, wo dein Herz ist!

Normalerweise beginne ich eine Rezension immer mit der kurzen Zusammenfassung des Inhalts. Die wäre hier recht kurz: Zwei Außenseiter mit finden in einander die große Liebe, brauchen aber eine Weile sich diese zu gestehen.

Der Kern der Geschichte liegt aber tatsächlich nicht wirklich darin, was erzählt wird, sondern darin, wie es erzählt wird. Amy Lane hat eine einzigartige Weise, Menschen zu beschreiben, die nicht unbedingt als „normal“ gelten. Überraschenderweise gelingt ihr das so gut, dass man sie als Leser genau so kennenlernt, wie sie sind: Einzigartig und besonders. Patrick und Whiskey, aber auch dessen beste Freundin und Kollegin Fly Bait, sind schon sehr speziell. Es macht einfach Spaß, eine Weile an ihrem Leben teilzunehmen und mit ihnen zu gemeinsam den Weg in eine glückliche Zukunft zu suchen. Auch wenn Whiskey und Fly Bait deutlich älter sind als Patrick, so haben doch alle drei eines gemeinsam: Sie stehen an einem Punkt im Leben, an dem sie sich entscheiden müssen, wie es weiter geht. Bisher haben sich alle drei eher treiben lassen. Während Patrick seine wahre Berufung erst noch entdecken muss, haben Whiskey und Fly Bait sich bisher so voller Elan ihrem Job gewidmet, dass sie sich nicht wirklich um ihr Privatleben gekümmert haben. Es wird nun wirklich Zeit, ein Zuhause zu suchen …

„Klares Wasser“ hat neben dem Menschen noch einen weiteren, heimlichen Hauptdarsteller: das Flussdelta und den Sumpf. Man spürt die feuchte Hitze des Tages förmlich auf der Haut und fühlt mit Patrick die wunderbare Freiheit beim abendlichen Schwimmen im kühlen Wasser.

Das Buch selbst lässt sich wirklich nicht einfach in Worte zu fassen. Es steckt voller absurder Situationen, voll schrägem Humor und voller kleiner, ironischer Seitenhiebe. Dabei lacht man als Leser nie ÜBER die Menschen, deren Geschichte man miterleben darf, sondern immer MIT ihnen. Ihr Schicksal berührt. Man hofft, dass sie es meistern werden und freut sich mit ihnen, wenn ein weiterer Schritt gelungen ist.

Es enthält auch einen Nebenplot, der schon fast unter Krimi oder Thriller fällt. Den hätte es eigentlich nicht gebraucht, weil die starken Figuren die Handlung mühelos tragen. Aber vielleicht brauchte Patrick selbst einen „großen Knall“, um zu bemerken, dass …

*grins* Das werde ich natürlich nicht verraten.

Fazit: Ich mag, … nein ich liebe diese Geschichte und lege sie jedem Leser wirklich ans Herz. Sie erhält von mir mindestens 5 Punkte und die Garantie auf vergnügte und spannende Lesestunden.

P.S. 1: Nach all dem Schwärmen über die interessanten Charaktere der Personen in dieser Geschichte, muss noch eines erwähnt werden: Whiskey ist mit und ohne seine löchrigen Klamotten so verboten heiß, dass er alleine die gefühlte Temperatur im Flussdelta noch ein paar Grad nach oben treibt. Ja, ja ich weiß: Intelligenz ist sexy. Aber sein toller Körper, seine Reibeisenstimme, seine geschickten Hände, sowie die absolute Ruhe und Selbstsicherheit, die er ausstrahlt, stören auch nicht wirklich.
*sfz* Ich muss das Buch wahrscheinlich gleich noch einmal lesen …

P.S. 2: Wer „Klares Wasser“ mag, wird sicher auch seinen Spaß an der „Talker“-Reihe von Amy Lane haben.

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Hier geht es zu der Rezi über die "Talker"-Reihe: *klick

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Dienstag, 24. Mai 2016

"unGAYzogene Storys: Gay Romance Snacks" von Inka Loreen Minden

Geht immer wieder …

Mit „unGAYzogene Storys“ legt Inka Loreen Minden eine frisch-freche Sammlung ihrer Frühwerke neu auf, deshalb wird dem ein oder anderen Leser vielleicht eine der Geschichten bekannt vorkommen. Die Snacks machen aber alle Spaß, egal ob man sie zum ersten Mal liest, oder zum zweiten, dritten oder x-ten Mal.

1. Ein schwieriger Fall

Die Detectives Jack und Ryan müssen zusammen in der Schwulenszene von Soho ermitteln. Die überraschenste Erkenntnis hat allerdings nicht wirklich etwas mit ihrem Fall zu tun.

2. Fesselnde Leidenschaft

Dane wird von Piraten gefangengenommen. Kapitän Raven ist ihm nicht unbekannt. Die beiden haben noch eine Rechnung offen.

3. Friends Forever
Steve und Ryan sind beste Freunde, obwohl sie aus völlig verschiedenen Welten stammen. Als herauskommt, das Ryan schwul ist, rettet Steve ihn vor einigen miesen Schlägern. Aber wie wird diese Wahrheit sich auf ihre Freundschaft auswirken?

4. Herr der Hiebe – The Beginning
Raoul hasst Vampire. Als er Nicholas dabei erwischt, in seinem Revier einen Menschen auszusaugen, will er ihn umbringen. Der Vampir reagiert darauf nicht wie erwartet.

5. Herr der Hiebe – Follow Up

Nicholas scheint immer noch Todessehnsucht zu haben. Raoul will sie ihm austreiben und ist dabei nicht zimperlich.

6. Späte Erkenntnis
Die Arbeit auf einer Bohrplattform ist knallhart. Außenseiter haben es da schwer. Kim will deshalb nach seinem Urlaub nicht mehr zurückkommen. Im letzten Moment passiert etwas, das seine Meinung ändern könnte.

7. Der Traum-Mann

Desmond ist als Incubus auf Sex angewiesen. Auf eine ganze Menge Sex. Mehr als ein einzelner Mann verkraften kann. Trotzdem entwickelt er eine Vorliebe für den *räusper* Saft eines besonderen Menschen. Kann das auf Dauer gut gehen?

8. Luke und ich

John will unbedingt eine Sprechrolle im Film habe und versucht deshalb mit allen Mitteln seinen Regiesseur Luke von sich zu überzeugen. Ein überraschendes Geständnis kommt ihm zur Hilfe.

9. Buon Natale
Simon und Marco sind schon lange Kollegen, aber bei einer feuchtfröhlichen Weihnachtsfeier unterhalten sie sich zum ersten Mal auch privat. Danach … wird es noch privater …

10. Nozze
Marco hat einen dummen Fehler gemacht und Simon damit vertrieben. Wird sein Geliebter ihm verzeihen?

Wenn ich mich entscheiden müsste, welches meine Lieblingsgeschichte ist, würde ich wohl „Buon Natale“ und „Nozze“ wählen, weil ich die beiden Jungs von der ersten Zeile an unheimlich sympathisch fand. Über den Dämon Raoul und seine mehr als interessante Beziehung zu dem sexy Vampir Nicholas hätte ich gerne noch viel mehr gelesen. Irgendwie scheinen die beiden in die von magischen Wesen bevölkerte Welt der Wächterschwingen zu passen. Da die Autorin angedeutet hat, dass sie diese Reihe irgendwann fortsetzen will, hoffe ich wirklich, den beiden noch einmal zu begegnen.

Auch die anderen „Snacks“ sind nette kleine Lesehappen für Zwischendurch. Für jede Stimmung ist etwas dabei, wobei Soft-SM in den meisten Storys eine mehr oder weniger starke Rolle spielt.

Fazit: Insgesamt haben mir die Geschichten gut bis sehr gut gefallen und erhalten damit 4,5 aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung. 

Anmerkung: Manchen der Storys merkt man an, dass sie am Anfang von Inka Loreen Mindens Karriere entstanden sind. Ihre aktuellen Geschichten sind flüssiger und runder formuliert. Eines aber wird auch in den „alten“ Sachen mehr als deutlich. Schreiben ist eben nicht nur Handwerk. Die beste Schreibe nutzt nichts, wenn der Autor keine sympathischen Charaktere erfinden, keine spannenden Situationen erschaffen und das Herz des Lesers berühren kann. All das schafft Inka Loreen Minden auch schon in ihren Frühwerken …

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"unGAYzogene Storys

Ganz aktuell von Inka Loreen Minden ist die "Dich nicht zu lieben"-Reihe. Besonders gut haben mir Malte und Fynn gefallen, deren Buch auch am Ende der "unGAYzogene Storys“ vorgestellt wird.

"Amy & Jason"
- "Penny & Logan"
- "Malte & Fynn"

Die Geschichte von Malte und Fynn kann man auch ohne Kenntnis der beiden anderen Bücher gut verstehen.

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Montag, 16. Mai 2016

"Alpha Warrior Lance" von Kiera Douglas

Gelungene Mischung zwischen Romanze und SF-Abenteuer

Nach einem Abschuss auf einem unwirtschaftlichen Planeten wird die Raumpilotin Coleen von einem der geheimnisvollen Alpha Warriors gerettet, die die Erde in ihrem Kampf gegen außerirdische Aggressoren als Söldner unterstützen. Coleen, aber auch Lance spüren sofort eine gegenseitige Anziehung, die sie sich eigentlich angesichts der bedrohlichen Situation nicht leisten können. Aber die unerwünschten Gefühle lassen sich nicht unterdrücken und scheinen sogar tiefer zu gehen, als die beiden es zugeben wollen …

Mit „Alpha Warrior Lance“ startete (noch) eine neue Serie um übermenschlich starke Superhelden vor einer SF-Kulisse. Die Story gehört aber definitiv zu den besseren in dem mittlerweile recht großen Angebot. Sie ist richtig gut geschrieben, spannend und sexy zugleich. Dabei hält sich beides die Waage. Die Rahmenhandlung dient nicht nur dazu, die beiden Hauptpersonen möglichst schnell in die Horizontale zu befördern, sondern erzählt eine schlüssige Geschichte, in der man als Leser zusammen mit Coleen entdecken muss, das das bewohnte Weltall größer, bedrohlicher und fremdartiger ist, als man gedacht hat. Zum Glück gibt es auch ein paar echte Helden, selbst wenn die sich als Söldner verdingen.

Die einzige, kleine Schwäche des Buches ist, dass nicht alle Handlungsfäden aufgelöst werden und die Geschichte ein wenig abrupt endet. Das wäre absolut verzeihlich, wenn nicht der Klappentext darauf beharren würde, dass die Geschichten in sich abgeschlossen sind und für sich gelesen werden können. Damit werden einige Fragen zu Coleens Vergangenheit und Zukunft wohl leider im Dunkeln bleiben.

Als „Autorin“ der Geschichte wird Kiera Douglas angegeben, ein eigentlich witziger Marketing-Gag, da es sich um das fiktive Pseudonym einer Romanfigur handelt, die von Marc Thomas erschaffen wurde und der wahrscheinlich auch der Urheber dieser Geschichte ist. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Er macht nicht nur Lust auf weitere Storys um die Alpha Warrior, sondern auch auf andere Bücher des Autors (von denen ich bisher noch keines kenne).

Fazit: Mir hat der Serieneinstieg richtig gut gefallen und ich freue mich auf die angekündigten Folgebände. Deshalb gibt es von mir solide 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Anmerkung 1: Bei den meisten Storys um coole Alpha-Männer und ihre Frauen liegt der Schwerpunkt eher auf der romantischen Seite der Geschichte, den erotischen Szenen und den Gefühlen. Die kommen auch hier nicht zu kurz, allerdings sind auch die Kampfszenen und Weltraum-Schlachten richtig spannend und ausführlich geschildert. Sie dürfte damit für weibliche und männliche Leser interessant sein. (Ist mir übrigens egal, wenn die letzte Äußerung politisch unkorrekt ist. Es gibt einen meiner Meinung nach einen Unterschied im Leseverhalten und auch Schreibweise und Ausdruck von Männern und Frauen …)

Anmerkung 2: Es gibt tatsächlich ein paar Rechtschreibfehler in der Story. Sie sind aber sehr selten und stören den Lesefluss nicht, weil Ausdruck und Grammatik ansonsten einfach stimmen. So was wie „Augenblock“ statt „Augenblick“ ist eher ein Tippfehler und mindert für mich die Qualität der Geschichte nicht.

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Sonntag, 15. Mai 2016

"Die Frau des Kodiakbären" von Eva Langlais

Knapp daneben ist auch vorbei …

Als immer wieder Trucks inklusive Fahrer und Ladung verschwinden, meldet das Reid natürlich auch seiner Versicherung. Die schickt prompt einen Ermittler nach Kodiak Point, Alaska.
„Der“ Ermittler stellt sich als junge, ziemlich kurvige und ausgesprochen neugierige Frau heraus. Tammy hegt sofort den Verdacht, dass Reid etwas vor ihr verheimlicht. Sie kann ja nicht ahnen, wie Recht sie hat, dass dies aber gar nichts mit den Trucks zusammenhängt. Reid versucht verzweifelt zu verbergen, dass er sich erstens hin und wieder in einen riesigen Kodiak-Bären verwandelt und zweitens neuerdings ständig damit beschäftigt ist, seine Finger von der unerwartet sinnlichen Frau zu lassen, die ihm das Schicksal vor seine empfindliche Bärennase gesetzt hat. Ob das auf Dauer gut geht?

Die Frau des Kodiakbären“ von Eva Langlais gibt sich als locker-leichte Romanze um eine kurvige Lady, die bisher immer Pech mit den Männern hatte, und einen echten „Brumm-Bären“ der ihr nicht widerstehen kann. Toll ist das Buch immer dann, wenn Tammy fast ausflippt und auch mal handgreiflich wird. Die Frau weiß sich zu wehren, egal ob mit ihrer scharfen Zunge oder mit einer gußeisernen Bratpfanne, weil halt gerade keine andere Waffe zur Hand ist. Es macht auch Spaß zu lesen, wie sehr Reid auf ihre Kurven abfährt und sich selber damit überrascht, wie sehr ihm ihr unerschrockener Widerspruchsgeist gefällt.

Die Geschichte hat aber leider auch ein paar Schwächen. Zum einen wird ein bisschen zu oft erwähnt, wie sexy die Frau mit ihren Kurven sogar im stinklangweiligen Fanellschalfanzug ist. Irgendwann nervt das. Genauso gut könnte irgendwo ein riesiges, blinkendes Neonschild hängen: Nicht nur Magermodel haben Sex-Appeal. Ja-haaa, die Botschaft ist angekommen (und sie war eh nicht soooo neu).

Leider beschreiben die expliziten Szenen meist eher die Technik und vernachlässigen dabei ein wenig die Gefühle von Reid und Tammy. Dass nimmt den Situationen einiges von ihrem sinnlichen Potential.

Als Hauptärgernis habe ich allerdings die Sprache empfunden. Die scheint schon im Original eher schlicht zu sein (soweit man das mit den Leseproben beurteilen kann) und gewinnt durch die Übersetzung nicht wirklich. Es kommt immer wieder vor, dass Formulierungen einfach ins Deutsche übertragen worden sind, ohne den Sinn zu hinterfragen. Zum Bespiel bedeutet „einschläfern“ auf Deutsch halt nicht, das man jemanden in einen seligen Schlummer versetzt, sondern birgt ein letales Finale. So etwas irritiert beim Lesen gewaltig. Auch bei der Wortwahl gilt: Knapp daneben ist auch (am Sinn) vorbei …

Fazit:
Man kann „Die Frau des Kodiakbären“ lesen, man muss es aber nicht. Knappe 3 Punkte. Das (momentan) kostenlose Schnupperangebot verleitet natürlich dazu, sich das Buch genauer anzuschauen. Ich habe mich aber immer wieder beim Querlesen erwischt und nicht mal die vorgestellten Bad Boys, die die Helden der nächsten Bücher sein sollen, machen Lust darauf, weitere Geschichten aus „Point Kodiak“ kennenzulernen.

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Sonntag, 8. Mai 2016

"Black Dagger Legacy 1: Kuss der Dämmerung" von J.R. Ward

Die nächste Generation der Black Dagger geht an den Start!

In den beiden letzten Büchern, die sich eigentlich um das Schicksal der Schatten Trez und iAm drehen, wird bereits angedeutete, dass Wrath und seine Black Dagger mit dem Gedanken spielen, eine neue Generation von Soldaten auszubilden. „Black Dagger Legacy“ ist so etwas wie ein SpinOff der Black Dagger - Originalserie und konzentriert sich hauptsächlich auf die Männer und Frauen, die das knallharte Trainingsprogramm durchlaufen.

Der erste Band handelt nun von Paradise und Craeg, zwei der jungen Leute, die sich beworben haben und zuerst einmal schwierige körperliche und mentale Prüfungen bestehen müssen, die zeigen sollen, ob sie überhaupt geeignet sind, den Vampiren als Krieger zu dienen. Unterschiedlicher könnten zwei Menschen nicht sein: Paradise ist die behütete Tochter eines alten Adelsgeschlechts, Craeg ein Bürgerlicher, der sich seit den Überfällen der Lesser allein durchgeschlagen hat. Als Paradise verschweigt, wie ihr familiärer Hintergrund ist und dass ihr Vater dem König als erster Ratgeber dient, will sie eigentlich damit nur verhindern, eine Sonderstellung einzunehmen. Sie kann nicht ahnen, dass Craeg die Glymera fast so sehr hasst, wie die untoten Feinde ihrer Rasse.

Kann die gemeinsame Ausbildung die Standesunterschiede schrumpfen lassen, oder werden sie immer als unüberwindliche Barriere zwischen den beiden stehen?

Zur Freude aller Fans der Serie haben auch altbekannte Charaktere kurze oder längere Gastauftritte: So ist z.B. Butch nun verantwortlich für das Training, ähnlich wie es früher einmal Tohr war. Außerdem muss er den Tod einer jungen Vampirin aufklären und bemerkt plötzlich, dass sich in seine Beziehung zu Melissa trotz ihrer tiefen Liebe Probleme eingeschlichen haben.

Mit „Kuss der Dämmerung“ schlägt J.R. Ward nicht nur ein ganz neues Kapitel in der Geschichte der Black Dagger auf, sie versucht auch merklich sich pro Buch auf einige wenige Handlungsfäden zu konzentrieren und diese abzuschließen. Obwohl das Leben der Brüder natürlich weitergeht, erfährt man neben der Hauptgeschichte um Paradiese und Craeg im Wesentlichen nur das, was zwischen Butsch und Marissa geschieht.

Neueinsteiger, die die pure Anzahl der bereits vorhanden Bücher und der darin vorkommenden Charaktere, bisher immer abgeschreckt hat, können damit die Chance nutzen, die spannende Welt der Black Dagger quasi erst einmal vom Spielfeldrand aus kennenzulernen. Als Fan der Original-Serie finde ich allerdings, Ton dort etwas härter und erotischer ist und auch die Charaktere vielschichtiger angelegt sind. Allerdings werden im vorliegenden Buch natürlich zuerst einmal die Rahmenbedingungen abgesteckt und einige neue Personen vorgestellt, die man in den folgenden Büchern sicher noch näher kennenlernen wird.

Fazit: Um nicht zu spoilern, hier zunächst einmal meine Bewertung. Wer sich für weitere Details interessiert, findet diese im Anschluss.

Insgesamt hat mir „Kuss der Dämmerung“ als Einstieg in den SpinOff „Black Dagger Legacy“ gut gefallen und ich bin sehr gespannt wie es weiter geht. Das Buch hat aber in meinen Augen auch ein paar kleine Schwächen. Deshalb 4 Punkte sowie eine Leseempfehlung für alle Fans der Black Dagger und für solche, die es werden wollen.

Hintergrundwissen aus der Originalserie ist nicht wirklich notwendig, erhöht aber für die „alten“ Fans natürlich den Lesegenuss.

Achtung, ab hier SPOILER enthalten:

Wie oben schon erwähnt, gefällt mir das Buch zwar gut, ich bin aber nicht so restlos begeistert, wie das bei den letzten Büchern aus der Original-Serie der Fall war.

Die Liebesgeschichte zwischen Paradiese und Craeg hat mich nicht so berührt und mitgerissen, wie das bei den Brüdern, bei John, Blay und Qhuinn, bei Rhev oder den Schatten der Fall war.

Zum einen entwickelt sich die Beziehung zwischen den beiden jungen Leuten sehr, sehr schnell und - wenn man ganz ehrlich ist - auch fast völlig unproblematisch. Craegs Hass auf die Glymera ist zwar nachvollziehbar und auch Paradise´ Motive sind verständlich, aber ihre Beziehung wirkt ein wenig teeniehaft: Drama, Drama, Drama - bei dem hin und wieder das Gefühl hochkommt, mit den Augen rollen zu müssen. Tatsächlich klärt sich nach einem Gespräch fast alles auf (Hätten die nicht schon früher mal ein wenig offener sein können?) und schließlich tanzen die beiden auf einem großen Ball (Der scheint einem amerikanischen Teenie-Highschool-Filmen entlehnt zu sein, wo sowas unverzichtbar ist ...) in den gefühlten Sonnenuntergang.

Dabei kann man Paradise und ihre Suche nach dem Kern ihres Ichs noch richtig gut nachvollziehen. Die junge Frau schüttelt die Fesseln ihrer konservativen Erziehung ab und wird im Verlauf der Geschichte erwachsen. Sie findet ihre innere Stärke und lernt zu sich selbst und ihren Entscheidungen zu stehen.

Leider bleibt Craeg, der eigentlich ein unheimlich interessanter Charakter sein könnte, eher blass. Man erfährt nur sehr wenig über seine Kindheit und Jugend, Freunde scheint er im Gegensatz zu Paradise auch keine zu haben. Mich hätte wirklich interessiert, wie er es geschafft hat, ganz auf sich gestellt zu überleben, nachdem seine Familie von den Lessern getötet wurde. Leider spart es sich J.R. Ward auch in diesem Buch wieder, endlich einmal darauf einzugehen, wie das Leben der Vampire jenseits der Glymera aussieht. Craeg ist der erste Hauptcharakter, der nicht aus dem Adel stammt und wäre damit eigentlich der ideale Kandidat gewesen, um hier ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen.

Es gibt allerdings neben Craeg noch ein paar andere Nicht-Adlige, die am Trainingsprogramm teilnehmen. Deshalb habe ich die Hoffnung darauf, dass meine Neugier in dieser Richtung endlich gestillt wird, noch nicht ganz aufgegeben. Die Jungs - und das einzige andere Mädel - werden ein wenig vorgestellt und scheinen alle relativ interessant zu sein. Ich bin schon gespannt auf ihre Geschichten, vor allem auf die von Novo, die mich ein wenig an Xhex erinnert und die ziemlich though ist.

Neben der Beziehung von Paradise und Craig nimmt die von Butch und Melissa in dem Buch viel Raum ein. Obwohl ihre Liebe zueinander ungebrochen ist, haben sich im Alltag Schweigen und Missverständnisse eingeschlichen. Die Situation eskaliert, als in Melissas Zuflucht eine junge Vampirin auftaucht, die brutal misshandelt wurde. Weil gerade alle Ärzte der Bruderschaft im Einsatz sind, bleibt Melissa nichts anders übrig, als sich an ihren Bruder Havers zu wenden. Obwohl sie eigentlich mit ihm und der Glymera gebrochen hatte, wird sie wieder in die Gesellschaft hineingezogen.

Butch wird mit seiner Vergangenheit als Detektive konfrontiert, weil niemand außer ihm in der Lage zu sein scheint, ein Verbrechen systematisch aufzuklären. Von den dunklen Abgründen, die sich dabei auftun, will er seine geliebte Shellan gerne fernhalten.

Doch in einer guten Beziehung braucht man Offenheit und die beidem müssen sich in einem schmerzlichen Prozess als Paar wiederfinden. Das sind die emotionalsten und absolut stärksten Szenen in dem Buch. Gegen Ende gibt es eine mit Butch, Marissa und V zusammen, die zum Sterben schön ist. Alleine dafür lohnt es sich, das Buch mehr als einmal zu lesen.

Übrigens passt die Geschichte vom Paradise und Craig sehr gut zu der von Marissa und Butch, weil die Paare einige Parallelen aufweisen: Eine Adlige und ein Underdog verlieben sich gegen alle Widerstände unsterblich in einander. Mir hat gefallen, den Anfang der jungen Liebe mitzuerleben und gleichzeitig zu verfolgen, dass auch nach einem Happy End eine Beziehung nur dann gut bleibt, wenn die beiden Partner achtsam und aufmerksam miteinander umgehen.

Ich bin jedenfalls jetzt gespannt, wie es mit den jungen Leuten weitergeht, welche Paare sich finden werden und wie die jungen Krieger ihren Platz in der Vampirgesellschaft finden werden, die sich ja in einem grundlegenden Wandel befindet. Dabei bin ich fest davon überzeugt, dass es J.R. Ward es in den folgenden Büchern wieder schafft, die Charaktere so tief und lebendig anzulegen, wie man es von ihr gewohnt ist, und ihre Helden mit spannenden Problemen zu konfrontieren. Damit wäre „Black Dagger Legacy“ nicht nur ein netter SpinOff, sondern eine wirklich großartige Ergänzung zur Original-Serie und eine tolle Erweiterung des großen Black-Dagger-Universums.


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von J.R. Ward kaufen: 

- "Kuss der Dämmerung“ (Black Dagger Legacy, Band 1)

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"Küsse ernten" von Ulla B. Müller

Der Traum vom Leben auf dem Land …

… rückt für Bea in immer weitere Ferne, weil ihr Lebensgefährte Hendrik, der gleichzeitig auch ihr Boss ist, so gar nichts davon hält und stattdessen von Luxusimmobilien in der Kölner City schwärmt. Eine unerwartete Erbschaft stellt ihre Beziehung auf eine harte Probe. Während Bea sich nichts Schöneres vorstellen kann, als das alte Fachwerkhaus wieder in Schuss zu bringen und den zugehörigen Garten zu bewirtschaften, will Hendrik es zu Geld machen, um seine Praxis zu erweitern.
Eine Beziehungskrise bahnt sich an, als der werte Herr Doktor plötzlich einlenkt und Bea für Haus, Garten und das angeschlossene Urban-Gardening-Projekt grünes Licht gibt. Doch ist nun wirklich alles in Ordnung?
Bea erlebt einen Frühling, in dem nicht nur die Natur sich voll entfaltet, sondern auch sie selbst lernt, was ihr im Leben wirklich wichtig ist. Welche Früchte werden die Arbeit und das Herzblut, das sie gerade investiert, tragen?

Küsse ernten“ von Ulla B. Müller ist eine moderne Liebeserklärung an das Leben auf Land. Bea geht zuerst ein wenig blauäugig an die Sache heran, aber sie ist kein junges Mädchen mehr, sondern eine gestandene Frau, die weiß was sie will. Gleich drei Männer machen ihr auf ganz unterschiedliche Art und – wie sich nach und nach herausstellt – mit ganz unterschiedlichen Hintergedanken Avancen. Die Frage, um die sich die Geschichte dreht, ist in meinen Augen die: Hat sie den Mut zuzugreifen, als sie ihr Glück mit Händen greifen kann?

Mich haben die unheimlich liebevollen und detailreichen Bilder begeistert, die die Autorin vor den Augen der Leser entstehen lässt. Egal ob man selber Landei oder überzeugter Stadtbewohner (mit wenigstens einem kleinen grünen Daumen) ist, es macht einfach Spaß, zusammen mit Bea die Natur vor den Toren von Köln erwachen zu „sehen“ und ganz nebenher mit ihr auch noch einen kleinen Kurs über die Grundzüge des Gemüseanbaus zu machen.

Das Landleben wird vielleicht ein wenig romantisiert, aber weder die Probleme der echten Landwirte, noch die Tücken des verlängerten Arbeitsweges für die Pendler und Hobbybauern werden verschwiegen. Natürlich fehlt auch der Hinweis auf die „frische Landluft“ nicht, die von ganz unterschiedlichen Gerüchen durchzogen wird. Gut gelungen ist die Schilderung der originellen Nebencharaktere, seien es die der Teilnehmer an dem Garten-Projekt oder die von Beas Nachbarn im Dorf.

Die Geschichte enthält übrigens einige verboten romantische Momente, trotzdem sehe ich sie nicht in erster Linie als typischen Liebesroman. Mit um die vierzig wird Bea vor Entscheidungen gestellt, die ihr ganzes weiteres Leben beeinflussen werden. Eigentlich hatte sie es sich zu diesem Zeitpunkt sowohl beruflich als auch privat ganz gut eingerichtet und muss sich nun plötzlich fragen, wie viele Kompromisse sie noch einzugehen will. Ihre Story macht Mut, weil sie zeigt, dass auch das Scheitern einer Beziehung nicht nur „das Ende“ ist, sondern gleichzeitig der Beginn von etwas Neuem. Man muss sich nur trauen, einen neuen Weg zu beschreiten.

Bea macht in den wenigen Wochen zwischen dem Ende des Winters und dem Beginn des Sommers, genau wie die Natur um sie herum, eine gewaltige Entwicklung durch. Sie erlebt eine Menge Höhen und Tiefen, bis sie sich schließlich sicher ist, da angekommen zu sein, wo sie wirklich hinwollte.

Ich habe die Geschichte verschlungen und dabei sind mit die Haupt- und Nebencharaktere unheimlich ans Herz gewachsen. Eigentlich bleibt nur ein Kritikpunkt: Ich will nicht, das die Story endet, obwohl der Handlungsbogen rund und in sich abgeschlossen ist, sondern möchte unbedingt wissen, was aus Bea und ihrem Liebsten (^^ Schön selber lesen, für wen sie sich schließlich entscheidet!), aus ihren Nachbarn, den Gärtnern und ihren Gartenparzellen wird. Ob man wirklich im Bergischen Kürbisse ziehen kann, die so groß sind, das ein Kind hineinpasst?

Von mir gibt es 5 grün angehauchte Punkte, eine Leseempfehlung, die besonders für Garten-Fans gilt, und die Hoffnung, dass es zu dem Buch irgendwann eine Fortsetzung geben wird.




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Küsse ernten

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Freitag, 6. Mai 2016

"Tierisch verliebt (Gay Romance)" von Kate Lowell

So hart wie eine Macadamianussschale …
- Kurzrezi -

Man könnte über diese Story fast so lange meckern, wie es dauert, sie zu lesen. Sie ist völlig absurd, die Sprache ist sehr schlicht, hin und wieder findet man Perspektiv- und/oder Zeichensetzungsfehler darin und die erotischen Szenen sind maximal guter Durchschnitt. Ein Literaturpapst würde sie vermutlich nicht einmal mit der Kneifzange anfassen.

*grins* Selber schuld!!! Die Geschichte von Nathan und Vince ist witzig und so weitab vom Mainstream, das man zwischen Lachen und Faszination schwankt, während man verfolgt wie ein *räusper* rundliches Wereichhörnchen (!) versucht, der Liebe seines Lebens näher zu kommen.
Ich lese oft und gerne Storys mit Gestaltwandlern, aber Kates Lowells Ideen sind einfach klasse. Überraschenderweise nimmt man Nathan sowohl seine ... *ähm* ... eichhörnschiche (?), als auch seine menschliche Seite sofort ab. Warum sonst kommt ein Mann auf den Gedanken, er wäre Zitat: "so hart wie eine Macadamianussschale"?

Fazit: Von mir gibt es 5 Punkte und eine Spaßgarantie für "T
Tierisch verliebt". Allzu ernst sollte man diese Short-Story nicht nehmen, sondern sie als netten kleinen Lese-Snack für Zwischendurch betrachten.

Ich freue mich jedenfalls schon auf die Fortsetzung: „
Rise of an Alpha Squirrel (Nutty Romances Book 2)“ und warte gespannt darauf, wann man sie auf Deutsch lesen kann.

Anmerkung: Bei dieser Story habe ich echt wieder einmal eine Weile überlegt, wie ich sie bewerten soll. Sie hat ihre 5 Punkte in meinen Augen trotz der erwähnten, kleinen Schwächen wirklich verdient, weil sie mir für eine humorvolle Kurzgeschichte "sehr gefällt".
Doch im Vergleich dazu kommen einige der wirklich tollen Schmöcker, die ich in diesem Jahr schon gelesen habe, mit 5 Punkten fast zu schlecht weg. 
Das sind Bücher, die man über Stunden nicht aus der Hand legen kann, über die man noch lange nachdenkt und die man immer wieder einmal lesen möchte.

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- "Tierisch verliebt"

Auf Englisch gibt es mittlerweile zwei Bücher über Nathan und Vince:
- "Nuts about you"
- "Rise of an Alpha Squirrel"

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"Der Schatten des Ruhmes" von Tharah Meester

Eine unmögliche Liebe?

Collem verliebt sich auf den ersten Blick einen geheimnisvollem Unbekannten mit einer Maske. Nicht in einem Helden, eher in einen gebrochenen Mann mit gequälter Seele, in der er vielleicht unbewusst instinktiv sein Spiegelbild erkennt.
Umso größer ist der Schock, als er begreift, wen er da anhimmelt: Tausend Gerüchte ranken sich um Harding ven Fennek, den Grafen von Perpet. Einst bester Fechter des Landes, verlor er ein skandalumwittertes Duell und kann nun den einst heißgeliebten Sport nur noch als Zuschauer und Förderer genießen. Immer wieder nimmt er junge Fecht-Talente unter seine Fittiche, aber obwohl er sie heiratet ist allgemein bekannt, dass die Ehen nur auf dem Papier bestehen.
Collems Herz bricht fast. Als Bastard gehört er weder zum Adel, um so einen akzeptablen Partner für den Grafen abzugeben, noch zur Dienerschaft. Eine Zukunft mit Harding ist unmöglich. Doch auch der Graf kann seine Augen und schließlich seine Hände nicht von dem jungen Mann lassen. Ein neuer Skandal ist vorprogrammiert.

Die Geschichten von Tharah Meester, die in der fiktiven, mittelalterlich angehauchten Welt Farefyr spielen, üben einen ganz eigenen Reiz aus. Die Sprache und manchmal auch die Dramen, denen sich die Liebenden stellen müssen, sind auf den ersten Blick sehr altmodisch. Trotzdem kann man sich als Leser dem Zauber der lebendigen Charaktere und ihrer Schicksale nicht entziehen.
In „
Der Schatten des Ruhmes" finden sich zwei geschundene Seelen, die beide schon jede Hoffnung auf Glück aufgegeben haben. Ihre jeweilige Umgebung manipuliert sie so gnadenlos, dass es ihnen beinahe völlig an Selbstwertgefühl fehlt. Solche Geschichten sind oft schwer zu ertragen, aber hier gelingt es der Autorin beim Leser absolutes Verständnis und Mitgefühl für die beiden zu wecken. Man fiebert förmlich, ob sie allen Widrigkeiten zum Trotz zueinander finden.
Abgerundet wird die Geschichte von amüsanten und starken Nebencharakteren, die auf den ersten Blick klischeehaft wirken und plötzlich mit unerwarteten Aktionen ins Geschehen eingreifen. Ich verrate hier bewusst nicht, wer mein Herz erobert hat, um die Überraschung nicht zu verderben!

Mein Fazit: Zufriedene 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Harding und Collem sind ein wundervollen Paar und ihre Geschichte hat bei allem Drama genügend Humor, um einen vergnügten Leseabend zu garantieren. 
Übrigens: Sie endet ... überraschend modern!

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 Hier kann man die Bücher von Tharah Meester kaufen, eine Auswahl meiner Lieblings-Farefyr-Geschichten habe ich direkt verlinkt:

- „Der Schatten des Ruhmes"Die Verführung des Teufels

Donnerstag, 5. Mai 2016

"Gartenglück in der Stadt: So finden und gestalten Sie ihre grüne Oase" von Alex Mitchell

Gärtnern für die Seele

Wer einmal … nein, nicht Blut geleckt, sondern frisch geerntete, sonnenwarme Tomaten, Erdbeeren oder duftende Kräuter genossen hat, will eigentlich nicht mehr davon lassen.

Leider glauben vielen Menschen, dass ihnen der Platz dazu fehlt, ihr eigenes kleines grünes Paradies zu verwirklichen. Denken sie zumindest.

Alex Mitchell zeigt in ihrem Buch "Gartenglück in der Stadt: So finden und gestalten Sie ihre grüne Oase" erstaunliche Alternativen zum traditionellen Garten hinter dem Haus, umgeben von einem festen Zaun. Die liebenswerten Worte und die wunderschönen Bilder regen dazu an, sich in der eigenen Umgebung einmal genauer umzusehen. Muss der struppige Bodendecker dort wirklich stehen, oder könnten da nicht Blumen und Salat wachsen? Ist in der tristen Hofecke nicht vielleicht Platz für einige Pflanzkübel? Wie breit sind eigentlich meine Fensterbänke? Reicht das nicht, um Pflücksalat, Erdbeeren und meine Lieblingskräuter anzubauen?

Wenn man anfängt, so zu denken, ist der Weg zum „Gartenglück in der Stadt“ schon nicht mehr weit.

Das gleichnamige Buch gliedert sich in drei Abschnitte:

1. Pflanzen

2. Finden

3. Halten

Eindeutig den größten Raum nimmt dabei der erste Teil ein, der verschiedene Urban- Gardening Projekte und Ideen von ganz unterschiedlichem Ausmaß vorstellt. Dabei werden Menschen und ihre Gärten rund um den Globus gezeigt. Besonders gefallen hat mir z.B. die Geschichte eines 78jährigen New Yorkers mit chinesischen Wurzeln, dem es im Altersheim zu langweilig geworden ist und der das verwahrloste Gelände an einer nahegelegenen Bushaltestelle nach und nach in einen wunderschönen Garten verwandelt hat. Mitmachen und Naschen erlaubt!

Interessante Fakten belegen, dass Urban Gardening nicht die Idee von „einigen grünen Träumern“ ist, sondern in vielen Teilen der Welt einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur Ernährung der Stadtbevölkerung bietet. Aber auch in gut versorgten Industrie-Regionen macht es Sinn: Pflanzen zu säen und zu pflegen „erdet“ auch den Menschen. Lange Transportwege werden unterbunden, die Klimabilanz ist positiv.

Übrigens auch die Bilanz des sozialen Klimas: Sinngemäß wird erwähnt, dass man sich über eine Rose, so hübsch und wohlriechend sie auch sein mag, mit seinen Nachbarn vielleicht 10 Minuten unterhalten kann. Die gemeinsame Tomatenernte dagegen bietet einen Anknüpfungspunkt für stundenlange Gespräche über verschiedene Sorten, Zubereitungsarten, das jeweilige italienische Lieblingsrestaurant, die Planung für den nächsten Urlaub …

Was hat das noch mit der Tomate zu tun? Nix! Aber die Gärten, selbst die kleinsten, können schnell zu Treffpunkten werden, die aus der Nachbarschaft mehr als einen Haufen von Leuten macht, die zufällig in derselben Straße leben.

Garten und Gärtnern sind also richtig gut für die Seele. Man sollte einfach von Anfang an einen Sitzplatz und (bei größeren Projekten) einen Platz zum gemeinsamen Feiern einplanen.

Abgerundet wird der erste Teil von ein paar praktischen Anleitungen für kleine Projekte. Übrigens findet man auch zu den vorgestellten Gärten immer wieder nützliche Tipps, wie diese im eigenen Umfeld verwirklicht werden können.

Im Teil „Finden“ geht es darum, wie vorhandene Bäume und Pflanzen z.B. in öffentlichen Parks oder auf verlassenen Grundstücken genutzt werden können. Außerdem regt der Teil dazu an, mit offenen Augen nach der Natur in den Städten zu suchen. Nicht nur die „Rurbanites“, die Menschen, die die Vorteile des Stadtlebens nicht aufgeben und trotzdem gärtnern wollen, sondern auch viele Wildtiere und sogar ein paar seltene Pflanzen haben längst erkannt, dass es sich zwischen den Häuserschluchten eigentlich ganz gut leben lässt.

Der letzte Teil „Halten“ zeigt mit ein paar Beispielen auf, wie aus Urbanen Gärtnern sogar Kleinbauern werden können. Das geht natürlich nicht so einfache ohne weitere, tiefergehende Informationen, ist aber interessant zu lesen.

Fazit:Gartenglück in der Stadt“ von Alex Mitchell ist eine gelungen Mischung aus fundierten fachlichen Infos, der Vorstellung von interessanten Gärten und Projekten und vor allem auch von den echten und völlig unterschiedlichen Menschen, die dahinter stehen.

Einen Garten, um die eigene Versorgung zu gewährleisten BRAUCHEN die wenigsten in einem Land wie Deutschland. Nach der Lektüre hat man aber einfach LUST, einfach ein wenig mehr (essbares) Grün zu pflanzen.

Das Buch ist kein trockenes Fachbuch, das Basiswissen zum Gemüseanbau vermittelt. Es birgt eine andere Botschaft: Ein wenig Planen, Dinge einfach einmal ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln, macht einfach Spaß.

Ich fand es toll. Deshalb begeisterte 5 Punkte und eine Schmöckerempfehlung.

Vorsicht! Wird Folgekäufe im nahegelegenen Gartencenter nach sich ziehen! Ich spreche da schon aus Erfahrung. ;)




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- "Gartenglück in der Stadt: So finden und gestalten Sie ihre grüne Oase

Ich habe das Buch übrigens - was ich in den Rezis bei einem großen Online-Händler nicht so sagen darf - zufällig auf dem Grabbel-Tisch eines Discounters entdeckt. Augen offen halten lohnt sich auf jeden Fall, denn für die dort verlangten 3,99 € war das Buch ein echtes Geschenk.

Nachdem ich es gelesen habe, wäre ich allerdings auch bereit den vollen Preis zu zahlen, weil ich jetzt schon weiß, dass es eines der wunderschön bebilderten Gartenbücher ist, die ich immer wieder in die Hand nehmen werde.

Bildquelle: amazon