Dienstag, 17. Oktober 2017

"Cowboys im zahmen Osten" von Andrew Grey

Unsere kleine Farm …
Als Brighton von seinem Großvater dessen Farm erbt, ist er zunächst völlig überfordert. Nicht nur, dass er keine Ahnung von den notwendigen Arbeiten hat, wegen eines Unfalls ist er außerdem immer noch gehandicapt. Außerdem sind die lieben Verwandten alles andere als begeistert: Sie hatten das Erbe nämlich in Gedanken längst versilbert und aufgeteilt.

Brighton braucht Hilfe, wenigstens, bis er für sich entscheiden kann, wie es weitergehen soll. Tanner kommt ihm wie gerufen. Der stille Mann, weiß genau was auf einer Farm zu tun ist und scheut auch vor harter Arbeit nicht zurück. Außerdem sieht er einfach göttlich aus …

Wie es scheint, muss Brighton nicht sich nicht nur Gedanken über seine finanzielle Zukunft machen, sondern auch über seine private …

Cowboys im zahmen Osten“ von Andrew Grey hat seinen ganz eigenen Charme. Die Story um die kleine Farm ist – vor allem, wenn man das Landleben ein wenig kennt – fast schon niedlich, die Probleme und Lösungen sehr vereinfacht, selbst für den „zahmen Osten“.

Auf der anderen Seite wird niemand das Buch aufschlagen, um einen Tatsachenbericht über die knallharten Probleme in der modernen Landwirtschaft zu lesen. Man sucht – und findet! – eine zärtliche Romanze mit zwei sympathischen Hauptcharakteren, die gerade genug Ecken und Kanten haben, um beim Leser im Gedächtnis und im Herzen zu bleiben.

Die Geschichte hat einen hohen Wohlfühl-Faktor. Man kann vergnügt mit den beiden Jungs fiebern, ob ihre Pläne aufgehen und wie sie sich gegen die böswilligen Verwandten zur Wehr setzen. Besonders gut gefallen hat mir dabei Tanner mit seiner stillen, zupackenden Art. Tanner redet wenig und schafft dafür umso mehr. Das passt genau zu Brighton, der sich nach seinem Unfall erst einmal wieder finden muss. Worte überzeugen ihn dabei weniger als Taten …

Fazit:Cowboys im zahmen Osten“ ist eine angenehm leichte Lektüre für einen gemütlichen Nachmittag oder Abend. Sie ist spannend genug, um mitzufiebern und hinterlässt ein gutes Gefühl.
Von mir gibt es dafür 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Obwohl ich nicht nach Covern kaufe, gefällt mir dieses sehr gut. Außerdem passt es ausgezeichnet zu der Story.

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 Hier kann man die Bücher von Andrew Grey kaufen:
- "Cowboys im zahmen Osten"

Einen anderen sexy Cowboy von Andrew Grey findet man hier:
- "Glück oder Plicht“ (Beloved 4)
Diese Geschichte ist zwar etwas ernster, aber auch sehr, sehr gut.

Bildquelle: Dreamspinner

Sonntag, 15. Oktober 2017

"Gitarrengeist - Ein Dschinn für Andrew" von Vidora Black

Klug erzähltes, modernes Märchen!

Andrew schein das Pech gepachtet zu haben: Sein Ex stalkt ihn nun, statt ihn mit seiner Kontrollsucht zu nerven, die zum Ende der Beziehung geführt hat. Es fällt ihm schwer, einen Job zu finden und vor allem zu behalten, und mit seiner geliebten Musik verdient er einfach nicht genug zum Überleben. Ein merkwürdiges kleines Geschenk als riesengroße Überraschung: Plötzlich gibt es einen leibhaftigen Dschinn in Andrews Leben.
Werden nun all seine Wünsche in Erfüllung gehen?

Gitarrengeist – Ein Dschinn für Andrew“ von Vidora Black ist eine überraschend kluge Geschichte, die schnell ihre ganz eigene Magie entwickelt. Obwohl sehr leicht und stellenweise sogar richtig lustig erzählt wird, wie sich Andrew als unwilliger „Meister“ und Kai als jung aussehender, aber uralter Dschinn zusammenraufen, hat die Story genug Tiefgang, um zum Nachdenken anzuregen und im Gedächtnis haften zu bleiben.
Zwar kann Kai Andrew fast jeden Wunsch erfüllen, aber auch seiner Magie sind Grenzen gesetzt. Kai kann nichts neu erschaffen, also „verschwindet“ das, was sich Andrew wünscht irgendwo anders. Magischer Diebstahl also … oder ist es gar nicht verwerflich, zu klauen, wenn die einem die Tat unmöglich nachgewiesen werden kann? Auch Gefühle kann Kai nicht einfach ändern.
Andrew muss sich also auch weiterhin genau überlegen, was er wirklich will und wie er das erreicht. Überrascht stellt er dabei fest, dass Kai nicht nur auf gesprochene Wünsche reagiert und sich auch ohne Magie bemüht, seinem „Meister“ alles recht zu machen.
Die Beziehung der beiden ist mehr als interessant. Andrew findet Kai ziemlich sexy und der ist nicht abgeneigt. Oder kann er etwa gar nicht nein sagen? Außerdem lässt Kai hin und wieder Bemerkungen fallen, die Andrew nachdenklich machen: Sein Dschinn ist uralt, ein Menschenleben scheint für ihn nur einen kurzen Augenblick zu dauern. Was bedeutet Andrew überhaupt für Kai?
Es macht richtig Spaß die Geschichte mit all ihren Facetten zu lesen und voller Spannung zu verfolgen, ob und wie sich Andrew und Kai schließlich zusammenraufen.

Fazit: Dafür gibt es von mir 4,5 aufgerundet 5 Punkte und auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Warum nicht volle 5 Punkte? Manchmal werden Dinge nur angerissen, hin und wieder könnte die Story ein wenig tiefer gehen. Der Funke springt trotzdem über und man merkt, dass hinter dem Buch jemand steckt, der wirklich großartige Geschichten im Kopf hat und sie auch dem Leser nahebringen kann. An der Erzähltechnik … könnte noch ein wenig gefeilt werden. Ein ganz, ganz kleines bisschen. Dann gibt es nämlich von mir mit Sicherheit und voller Begeisterung deutlich mehr als 5 Punkte. Vidora Black deutet an, dass dies ihre erste Veröffentlichung ist. Ich freue mich jetzt schon unglaublich darauf, mehr von ihr zu lesen.


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 Hier kann man das Buch von Vidora Black kaufen: 
- "Gitarrengeist - Ein Dschinn für Andrew"

Bildquelle: amazon

Samstag, 14. Oktober 2017

"Herbstwünsche (Back home - Reihe 2)" von Mathilda Grace

Liebe auf den ... dritten Blick ...

Für den Künstler Will ist es eigentlich unwichtig, wo er wohnt. Sein ganzes Herz hängt an der Arbeit. Natürlich ist er völlig schockiert, als jemand seine geliebte Werkstatt mutwillig anzündet und bis auf die Grundmauern niederbrennt. Dass er nun auch kein Dach mehr über dem Kopf hat und wieder bei seinen Vätern wohnen muss, irritiert ihn aber weniger als ein gewisser Sheriff, der die Ermittlungen in dem Fall sehr persönlich zu nehmen scheint …

In „Herbstwünsche“ von Matty Grace lernt man den zweiten der McKinley(Adoptiv)-Brüder kennen. Während die Geschichte von Josh und Caine von heißen Wortgefechten geprägt war, herrscht zwischen Will und Brad … ja, was eigentlich? Die beiden reden natürlich auch miteinander, wirklich bedeutend sind aber die kleinen und großen Gesten, die sie austauchen. Richtig witzig ist dabei, dass sie nicht immer so genau zu wissen scheinen, was sie da machen. Vor allem der etwas verbaselte Will ist unschlagbar darin, als LETZTER zu merken, was gerade vor sich geht …
Deshalb braucht Will auch deutlich mehr als einen Blick oder zwei, um zu begreifen warum sich der sexy Sheriff so intensiv um ihn kümmert und danach noch eine ganze Weile, um sich über seinen eigenen Gefühle klar zu werden.

Obwohl es wieder - wie schon in „Sommerträume“, dem ersten Band der Serie - einen kleinen Krimi-Plot gibt, konzentriert sich die Geschichte in erster Linie auf die Männer und ihre Beziehung zueinander. Abgerundet wird die Story von den lebendigen Nebenfiguren aus dem McKinley-Clan.
Wer die „Nachbarn fürs Herz“ mag, wird auch diese Geschichte lieben.

Fazit:
Von mir gibt es vergnügte 5 Punkte und eine Leseempfehlung. Man versteht die Hintergründe zwar besser, wenn man den ersten Band der Serie kennt, zwingend erforderlich ist das aber nicht.

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 Hier kann man die Bücher von Mathilda Grace kaufen: 
- "Sommerträume (Back home 1)" (Joshua & Caine)
- "Herbstwünsche (Back home 2)" (Will & Brad)

Neuigkeiten von Mathilda Grace findet man hier: mathilda-grace.blogspot.de

Bildquelle: amazon

Freitag, 13. Oktober 2017

"Wildfang" von Raik Thorstad

Wer bist du? Und wer bin ich?

Dem kleinen Schutzpark für Wildtiere, in dem Mark arbeitet, stehen große Veränderungen bevor. Er soll sich nicht nur dem Publikum öffnen, um die dringend benötigten finanziellen Mittel zu sichern, er bekommt auch einen außergewöhnlichen neuen Bewohner: Der Kodiak-Bär „Matunnos“, der gerade erst aus einem Zirkus befreit wurde, bezieht eines der Gehege. Mark ist fasziniert von dem riesigen Tier. Aber er merkt rasch, dass sein neuer Schützling anderes ist, als alle anderen Bären im Park. Eine sehr ungewöhnliche Verletzung ist nicht die einzige Überraschung, sondern nur der erste Schritt auf dem weiten Weg, das Rätsel um Matunnos zu klären.

Der Klappentext von Raik Thorstads „Wildfang“ scheint nahezulegen, dass es sich hier um einen der vielen Gestaltwandler-Romane handelt, die im Moment zu erhalten sind. Stimmt auch – aber nur in gewisser Weise. Das fängt übrigens damit an, dass hier eine der wenigen überzeugenden Storys aus dem Genre vorliegt, die eben nicht im fernen Amerika, sondern im Deutschland spielt.

Wo die meisten der Bücher auf eine simple Romanze setzen, geht „Wildfang“ deutlich weiter. Das Buch ist in mehr als einer Hinsicht so ungewöhnlich wie ein Kodiak-Bär in Niederbayern. Es geht nicht nur darum, ob Mark und Mantunnos ein Paar werden, sondern auch darum, dass die beiden herausfinden müssen, wer sie sind und wer sie sein wollen.
Offensichtlich ist das natürlich bei dem Mantunnos, der für sehr lange Zeit in seiner Bären-Gestalt gefangen war und erst wieder entdecken muss, was für ein Mensch er ist und sein kann. Aber auch Mark geht einen weiten Weg. Er liebt seine Arbeit über alles und vergisst darüber gerne sein Privatleben. Oder benutzt er seinen Job etwa, um keines haben zu müssen und sich so vor Enttäuschungen zu schützen?

Eine zentrale Rolle in der Geschichte kommt der Sprache zu.
Eher lustig ist das z.B. bei Gertrud, einer der Nebenfiguren der Handlung, die eine ganz eigene Sprache spricht. Die Autorin hält die kleine Spielerei bis zum Schluss durch und sorgt damit immer mal wieder für ein Grinsen. (Sorry an die Mitmenschen aus Niederbayern, aber der Dialekt ist einfach witzig zu lesen …)

Mark stottert so sehr, dass ihm manchmal förmlich die Worte im Halse stecken bleiben. Das hemmt ihn in seiner Beziehung zu anderen Menschen, die dazu neigen ihn nicht ausreden zu lassen oder ungeduldig werden, weil es ihnen zu lange dauert. Klar, das Mark Tiere lieber sind, die ihn nicht be- oder verurteilen. Oder ist er selbst es am Ende, der sich nur über sein Stottern definiert und sein Handicap zum zentralen Punkt in seinem Leben macht?

Wieder scheint es bei Mantunnos offensichtlich zu sein, wo seine Probleme liegen. Witzigerweise „versteht“ man ihn aber als Leser jederzeit ausgezeichnet, weil Raik Thorstad es geradezu genial schafft, darzulegen, was der Bär durch Körpersprache vermittelt. Das Buch ist auch in den Abschnitten erstaunlich glaubwürdig und faszinierend, wo aus der Sicht des Tieres (!) erzählt wird. Welche Probleme Mantannus mit (der deutschen) Sprache hat und wie eine Sprache dann schließlich zur Lösung des Rätsels beiträgt, ist unvergleichlich spannend und berührend.

Mark und Mantannus gehen beide einen weiten Weg, bis sie sich – obwohl sie endlich miteinander reden können – auch wortlos verstehen und vertrauen.
Wildfang“ ist ein einzigartiges Buch. Eines, das aus vielen verschiedenen Gründen deutlich aus der Masse heraus sticht. Es berührt und macht nachdenklich. Die Geschichte beginnt ruhig und langsam, nimmt dann fast unmerklich Fahrt auf und fesselt schließlich so sehr, dass man sie nicht eine Sekunde aus der Hand legen kann, bis man weiß ob und wie sie ausgeht. Das Ende schreit geradezu nach einer Fortsetzung!!! Jetzt wo die beiden Helden endlich die Frage „Wer bin ich?“ beantworten können, will man unbedingt wissen, wie es mit ihnen weitergeht!

Fazit: Ich bin wirklich begeistert. Deshalb bekommt „Wildfang“ von mir mehr als 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

P.S.: Ganz nebenher lernt man eine Menge über Bären. Die Story ist trotz des Fantasy-Anteils so realistisch erzählt, dass man wahrscheinlich nie wieder an einem Bärengehege vorbeigehen kann, ohne an „Wildfang“ zu denken und darüber zu spekulieren, was sich wirklich alles unter dem dichten Pelz seiner Bewohner verbirgt.

P.S. 2: Wie immer ohne Einfluss auf meine Bewertung, aber voll im Fan-Girl-Modus ...
Ich LIEBE das wunderschöne Cover. Das ist einfach toll!!!

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 Hier kann man das Buch von Raik Thorstad kaufen: 
- "Wildfang"

Bildquelle: Cursed Verlag

Dienstag, 3. Oktober 2017

"Verliebt in den Rancher" von Nicki Bennett

Verliebt in den Boss!
Jonah liebt seinen Job in Dallas, was nicht zuletzt an seinem gutaussehenden Boss liegt. Linc ist außerdem nicht nur außerordentlich nett, sondern auch noch fair und … sehr hetero. Das weiß Jonah genau, schließlich ist er derjenige, der ständig Lincs divahafte Geliebte an der Strippe hat, wenn sein Boss mal wieder in einem Meeting feststeckt.
Erst als Linc seine Beziehung zu Melissa schließlich beendet, macht Jonah einige überraschende Entdeckungen. Stimmt es wirklich, dass sein Boss auch auf Männer steht? Und was hat es mit der Einladung zu legendären „Ball der Rinderbarone“ auf sich? Sind Lincs Gefühle wirklich echt oder spielt er nur mit Jonah?

Verliebt in den Rancher“ von Nicki Bennett ist eine wirklich süße Love-Story. Zusammen mit Jonah kann man vergnügt seinen tollen Boss anschmachten und … wie ein kleines Mädchen von einer magischen Ballnacht träumen, incl. Einkauf der passenden Klamotten. Die Rahmenhandlung ist relativ einfach gestrickt und geht nicht immer wirklich in die Tiefe.

Sie macht aber trotzdem richtig Spaß. Das liegt zum einen daran, dass Nicki Bennett unglaublich sympathische Charaktere zeichnet und sich damit nicht bei den Hauptpersonen aufhört. Linc ist wirklich ein Mann zum Träumen, deshalb kann man Jonah, aus dessen Sicht erzählt wird, so gut verstehen. Er repräsentiert perfekt den netten Jungen von nebenan, dem man sein Glück vorbehaltlos gönnt. Einfach klasse und das richtige Gegengewicht zu dem eher braven Jonah sind seine Freunde. Sammy, Aiden und vor allem Wes sprühen nur so vor Leben. Wenn der auf Lincs Vorarbeiter und alten Kumpel Ford trifft, sprühen die Funken! (Hoffentlich kann man irgendwann mehr von den beiden lesen.)

Genauso toll und lebhaft die Personen, ist jede einzelne Szene beschrieben. Egal, ob Linc und Jonah essen gehen, die Freunde zusammen grillen, oder sich die Ranch anschauen, die Bilder stehen einem beim Lesen so deutlich vor Augen, als wäre man dabei und bei der Beschreibung der köstlichen Gerichte, die Wes in seiner Freizeit kreiert, läuft einem das Wasser im Mund zusammen.

Fazit: Das Buch ist wunderbar leichte Unterhaltung für zwischendurch mit einem hohen Wohlfühlfaktor. Der angenehme Stil und die lebendigen Charaktere machen Lust darauf, weitere Bücher von Nicki Bennett zu lesen. Hat mir gut, stellenweise sehr gut gefallen. Also 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung für einen entspannten Nachmittag.

P.S.:Verliebt in den Rancher“ ist Band 10 der „Beloved“-Reihe, die im Cursed Verlag erscheint. Die Bücher bauen aber nicht aufeinander auf, sondern sind völlig unabhängig voneinander und können deshalb in beliebiger Reihenfolge gelesen werden. Ich kenne bisher zwar nicht alle, aber doch so einige ...

Da ich Storys mit Cowboy-Hintergrund sehr mag, habe ich z.B. "Glück oder Pflicht" (Beloved 4) von Andrew Grey gelesen. Dass Buch ist richtig, richtig klasse!
"Zwei Cowboys und ein Baby" (Beloved 6) von BA Tortuga (die ich ansonsten sehr schätze!) hat meinen Geschmack nicht zu 100 % getroffen. Kann man lesen, man muss es aber nicht. 


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 Hier kann man das Buch von Nicki Bennett kaufen: 
- "Verliebt in den Rancher" (Beloved 10)


Bildquelle: Cursed Verlag

Montag, 2. Oktober 2017

"Archangels Viper" von Nalini SIngh (engl.)

Das Dunkle lauert!

Holly Chang hat den brutalen Überfall des Erzengels Uram überlebt und es endlich auch geschafft, für sich wieder einen Platz zu finden. Manchmal kann die Frau, die sich eine Weile „Sorrow“ nannte, sogar wieder Freude empfinden.
Zu Venom, einem von Raphaels Sieben, hatte Holly schon immer eine besondere Beziehung. Als er von einer längeren Mission zurück in die Stadt kommt, beginnt ein Tanz zwischen den beiden, der so sinnlich ist, wie er tödlich sein könnte. Schließlich ist Venom ein jahrhundertealter und außerordentlich mächtiger Vampir und was genau Holly ist … weiß niemand so genau. Verschärft wird die Situation durch einen geheimnisvollen Gegner, der ein wahnsinnig hohes Kopfgeld auf Holly ausgesetzt hat.
Gemeinsam machen sich Venom und Holly auf die Suche und geraten dabei immer tiefer in einen Strudel, der Hollys Ende bedeuten könnte. In ihr lauert etwas Dunkels und Gefährliches, dass nur auf den richtigen Moment wartet, um hervorzubrechen …

Archangel‘s Viper“ ist der mittlerweile 10. Band der Serie aus der Welt der unsterblichen Engel und Vampire, die die Welt beherrschen. In den einzelnen Büchern wird eine übergreifende Rahmenhandlung vorangetrieben. Sie konzentrieren sich außerdem abwechselnd auf die Geschichte von Raphael und seiner Elena oder auf einen seiner treuen „Sieben“. Ich persönlich mag letztere deutlich lieber. „Archangel's Blade" / Deutsch: 
Engelskrieger“, die Geschichte von Dmitri und seiner Honor ist eines der sinnlichsten Bücher das ich kenne und zählt zu meinen All-Time-Favoriten.

Ich hole hier so weit aus, weil diese Rezi sehr subjektiv ist. Ich mich unglaublich auf die Geschichte von Venom und Holly gefreut habe, nun aber sehr zwiegepalten bin, was deren Einordnung angeht. Es gibt eine Menge unglaublich schöner Szenen in der Geschichte, die einem fast den Atem rauben. Besonders hat mir gefallen, wie sich die Beziehung von Holly und Dmitri weiterentwickelt. Toll ist auch, wie herausgearbeitet wird, wie sich Hollys Beziehung zu ihm zu der von Venom unterscheidet. Richtigen Spaß hat es gemacht, Dmitri einmal sehr entspannt zu erleben und zu sehen, wie sehr er mit seiner Honor harmoniert. Toll sind außerdem die Szenen mit Illium, Janvier und Ashwini.
Ein Problem hatte ich dagegen oft, wenn Holly allein oder mit Venom agiert hat. Ich konnte zwar mit dem Kopf nachvollziehen, wie schwierig die Situation für sie ist, fand aber trotzdem ihre trotzigen Ausbrüche meist ziemlich nervig. Um es kurz zu sagen: Ich bin mit ihr einfach nicht richtig warm geworden. Dazu kommt noch, dass ich – vielleicht weil ich „Archangel’s Blade“ quasi auswendig kenne – manchmal das Gefühl eines Deja-vu hatte. Wenn Venom und Holly versuchen zu ergründen, wer das Kopfgeld auf Holly ausgesetzt hat, ähnelt das für mich doch ein wenig der Suche von Dmitri und Honor nach ihren Entführern.
Natürlich kann man nicht sagen, dass Holly und Venom einem der anderen Charaktere ähneln. Schließlich wird ihre Einzigartigkeit andauernd betont. Darin alle
rdings liegt das zweite Deja-vu der Story. Auch Naasir aus „Archangel's Enigma" / Deutsch: Engelsmacht“ ist einzigartig. Und Raphaels Macht. Elenas Erschaffung. Illiums Schnelligkeit und Entwicklung. Man könnte das noch fortführen …
Diese Superlativen gehen deutlich über das normale Maß von Individualität hinaus. Man stumpft ab. Die Jungs und Mädels sind alle SO speziell, das man schon denkt: Hey! Damit habt ihr doch eine Gemeinsamkeit!

Wie immer gibt es sehr sinnliche Szenen in der Geschichte. Allerdings ist die Sinnlichkeit, die zwischen Venom und Holly herrscht aus mehreren Gründen sehr speziell. Zunächst einmal ist die unterschwellige Aggressivität, die die beiden verbindet und die sie anscheinend durchaus als erotisch empfinden, nicht jedermanns Sache. Auch die immer wieder betonte Einzigartigkeit, die jeder für sich innehat, ist gewöhnungsbedürftig. Nalini Singh schafft es zwar wieder einmal, die unmöglichsten Dinge so zu beschreiben, dass man als Leser mitgeht, aber wenn ich lese, dass jemand entspannt af einem heißen Stein schläft … tun mir trotzdem irgendwann unwillkürlich alle Knochen weh. Egal wie oft gesagt wird, dass Holly und Venom so etwas toll finden …

Fazit: Es fällt mir unglaublich schwer, dieses Buch zu bewerten. Einerseits mochte ich – fast zum ersten Mal bei Nalini Singh – eine ihrer Hauptcharaktere nicht wirklich und konnte das Buch immer wieder zur Seite legen. Andererseits gibt es in der Geschichte immer wieder wirklich wunderschöne und unheimlich berührende Szenen, die ich wirklich liebe.
Insgesamt reicht es mir persönlich diesmal nicht zu „Gefällt mir sehr“, sondern bleibt – vor allem Dingen wegen der tollen Momente mit den liebgewonnen Helden aus den anderen Büchern – bei „Gefällt mir“. Damit gibt es 4 Punkte und eine Leseempfehlung für Fans.

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"Archangel's Viper"

Für Neueinsteiger:
Im Englischen startet die Serie "Guild Hunter" mit "Angel's Blood". Übrigens ist dies der einzige Band der Serie, der nicht "Archangel" im Titel hat.
Im Deutschem heißt die Serie "Gilde der Jäger" und beginnt mit "Engelskuss"

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Sonntag, 1. Oktober 2017

"Wilde Umarmung" von Nalini Singh

Zärtlich, wild, unglaublich romantisch und … mörderisch?!

Mit “Wilde Umarmung“ versüßt Nalini Singh den Fans das Warten auf den nächsten Band der Hauptserie und ist nicht, wie Amazon behauptet, Band 16 der Serie. 
Der erscheint auf Deutsch erst am 18. Januar 2018 unter dem Titel "Age of Trinity - Silbernes Schweigen".

In der vorliegenden Sammlung findet man vier bisher auf Deutsch noch nicht veröffentlichte Kurzgeschichten, die zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten spielen.

Ausnahmsweise gibt es die Bewertung vorweg, weil ich nicht zu 100% sicher bin, dass keine Spoiler in den Infos zu den einzelnen Storys stecken. Drei der vier Geschichten in „Wilde Umarmung“ haben mich, wieder einmal begeistert und verzaubert, eine war … ok. Insgesamt gibt es deshalb mal wieder mehr als 5 Punkte und eine Leseempfehlung.
Jede Geschichte hat einen ganz eigenen Stil, aber alle sind gut. Meine absolute Lieblingsgeschichte in der Sammlung und herzergreifend romantisch ist „Tanz der Gefährten“. *sfz* Die werde ich mit Sicherheit mehr als einmal lesen. 


P.S.1: Warnung an die Jungs! Hier wird einmal wieder in Perfektion gezeigt, wie man um eine Frau wirbt. Ich empfehle – rein zur Sicherheit – auf dem Heimweg beim Blumenladen vorbei zu gehen, sobald das Buch im Haus ist …

P.S.2: Warnung an die Mädels! Mal ganz ehrlich: So wahnsinnig romantisch … sind die meisten Jungs nur in den Büchern von Nalini Singh. Aber es ist einfach super-schön, das mal zu lesen. Nicht böse sein, wenn es zuhause ein wenig realistischer zugeht …

1. Echo der Stille
Stefan Berg, der Chef der Untersee-Station Alaris, scheint als Medialer makellos zu sein, völlig gefühlskalt und emotionslos. Trotzdem wird die junge Technikerin Tazia das Gefühl nicht los, dass er sie aus der Distanz genau beobachtet. Erst als sie wieder einmal eine ihrer ungeliebten Auszeiten an Land nehmen muss, macht Stefan ihr einen überraschenden Vorschlag. Nach und nach enteckt Tazia unerwartete Seiten an dem stillen Mann …

Stefan Berg ist als Nebenfigur in der Serie schon öfter aufgetaucht bzw. erwähnt worden. Es macht Spaß, endlich seine Geschichte zu lesen. Die tiefe Liebe zu Tazia spürt man sehr schnell, auch als er sie sich noch gar nicht eingestehen will. Es ist sehr berührend zu erleben, wie die beiden sich langsam aufeinander einlassen. Beide sind einsam und vermissen ihre Familien schmerzlich, obwohl Stefan als Medialer so etwas gar nicht empfinden sollte.

Die Story von Stefan und Tazia ist bei aller Sinnlichkeit ruhiger als die drei in diesem Buch noch folgenden. Das passt aber genau zu der grausame antrainierten Beherrschung des Medialen und zu seiner Geliebten, die in einer sehr zurückhaltenden Kultur aufgewachsen ist..
Wunderschön fand ich, dass die Geschichte zeigt, wie Liebe auch im verborgenen blühen und gedeihen kann.
Das Ende der Story ist unglaublich zärtlich. Wie kaum jemand anderes schafft es Nalini Singh hier wieder einmal große Gefühle glaubhaft in kleinen Gesten zu verpacken.

Kleine Anmerkung: Die Geschichte hat mich persönlich ein wenig überrascht, weil in der Hauptserie zwar durchschimmerte, das Stefan eine geheime Beziehung mit einem Menschen führt, ich aber (warum auch immer) davor überzeugt war, er wäre mit einem anderen Mann zusammen.

2. Dorian
Diese Story setzt sich eher aus kleinen Episoden zusammen. Sie beginnt mit Dorians Kindheit und Jugend und macht noch deutlicher, wie er zu dem Mann geworden ist, den man aus den Büchern kennt. Außerdem schildert sie das erste Treffen „unserer“ Helden mit Clay. Diesen kleinen Schnipsel mag ich ganz besonders.
Toll ist auch die Szene mit Ashaya nach Dorians erster Verwandlung, fast noch schöner seine erste Runde auf vier Pfoten durch das Rudel.

Wer Dorian und seine Geschichte („Gefangener der Sinne“) auch nur ein wenig mag, wird diese kleinen Einblicke in sein Leben lieben. Versprochen!

3. Tanz der Gefährten
Felix ist der Chef-Gärtner des SowDancer-Rudels, Desiree eine hochrangige Soldatin bei DarkRiver. Der stille Wolf zwar fasziniert von der schönen Leopardin, aber zuerst völlig erschrocken, als sie sich ihm nähert. Ihre Positionen im jeweiligen Rudel sind zwar beide wichtig und ihr Ratschlag wird geschätzt, aber ihre „Tiere“ ordnen jedes Gegenüber automatisch auf einer „Dominanz-Skala“ ein. Dabei liegt die Scharfschützin Desiree ist ganz erheblich weiter oben, als der schüchterne, sanfte Felix. Wie kommt ein Mann mit dem Wissen klar, dass die Frau, die sich für ihn interessiert, das gefährlichere Raubtier ist?

Auf diese Geschichte war ich unheimlich gespannt, da es hier um eine in der Rudel-Hierarchie dominante Frau und einen unterwürfigen Mann geht. Dieses Paaring gab es so in der Serie noch nicht, die dominanten Frauen haben alle mehr oder weniger gleich starke Partner. Die Story könnte kitschig sein, sie ist aber einfach nur unheimlich toll. Felix und Desiree finden ihren ganz eigenen Weg, weil sie einander vorbehaltlos akzeptieren und auf einander eingehen. Ich schmelze immer noch, wenn ich an ihre vorsichtige und sehr zärtliche Werbung umeinander denke.

4. Flirt mit dem Schicksal
Kenji und Garnet, genannt Jem, sind beide Lieutenants im SnowDancer-Rudel. Ihre Streitgespräche bei den Meetings sind legendär! Hier erfährt man also endlich, was dahinter steckt …

Ich muss gestehen, dass dies eine der wenigen Geschichten von Nalini Singh ist, die ich problemlos immer wieder zur Seite legen konnte. Das hat zwei Gründe, die ein anderer Leser vielleicht ganz anders bewerten wird.

1. Die Story hat einen durchaus spannenden Krimi-Plot. Toll, wenn man so was mag. Ich persönlich … hasse Krimis.

2. Kenji und Garnet sind sozusagen Sandkastenfreunde, die ein Missverständnis getrennt hat. Mich nerven solche Geschichten meistens, weil ich die Protas schütteln und ihnen sagen möchte: „He! Was für Freunde seid ihr eigentlich, dass ich es so lange nicht schafft, mal ein klärendes Gespräch zu führen?“

Wenn diese Story nicht von Nalini Singh in ihren gewohnt wunderschönen und sehr sinnlichen Bildern geschrieben worden wäre, hätte ich sie wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen. Hier hatte ich fast mehr Spaß an den Nebenfiguren und –handlungen, als an Kenji und Jem. Das ist aber – wie schon gesagt – persönlicher Geschmack. Außerdem hatten es die beiden nach der kaum zu toppenden Love-Story von Felix und Desiree sowieso ein wenig schwerer …

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Mittwoch, 27. September 2017

"Missbraucht" von Jamie Fessenden

Überleben ist nicht gleich Leben …

Auch wenn Dereks Leben nicht wirklich perfekt ist, er befindet sich sicher nicht auf der Verliererseite. Sein Privatleben ist in Ordnung, er arbeitet gerne in seinem Job, verdient gutes Geld und hat gerade zusammen mit seinem Lebenspartner sein Traumhaus gekauft.
Eine einzige Nacht ändert alles: Ausgerechnet sein bester Kumpel, der gleichzeitig sein Vorgesetzter ist, missbraucht ihn. Das wäre schon allein schlimm genug. Doch am nächsten Morgen ist Dereks Leiden noch lange nicht zu Ende: Was soll er seinem Partner sagen? Wie soll er damit umgehen, dem Täter jeden Tag zu begegnen?
Als die Tat schließlich ans Licht kommt, reagiert Dereks Umgebung völlig anders, als er erwartet hat. Der schon wochenlang andauernde Alptraum bekommt eine ganz neue Dimension. Gibt es für Derek überhaupt noch einen Ausweg? Er hat zwar den Missbrauch überlebt, sein Leben wirklich leben kann er aber nicht mehr …

Missbraucht“ von Jamie Fessenden ist ein unheimlich eindringliches Buch. Der Autor erzählt sehr ruhig und unaufgeregt, wie sich eine Katastrophe ereignet und wie schwierig es ist, mit den Folgen zu leben. Eines ist klar: Nichts, aber auch gar nichts, wird ungeschehen machen, was Derek passiert ist.

Die Geschichte geht unter die Haut. Nicht etwa, weil sie die Tat in schrillen Farben ausmalt und die Leiden des Opfers in epischer Breite beklagt, sondern gerade weil sie das nicht tut. Sie wird manchmal schon fast distanziert erzählt, ein wenig so, als wollte das Opfer die Erinnerung an das grausame Verbrechen nicht mehr heran lassen.

Derek hat nicht kommen sehen, was ihm passieren würde. Er konnte es auch nicht. Niemand kann das … Der Täter ist kein offensichtlicher Psychopath, sondern eigentlich ein ganz netter Kerl. Ein Freund. Bis er eben keiner mehr ist.

Derek erlebt, was es heißt ein Opfer zu sein. Hilflos zu sein, nicht nur während ihn jemand festhält und niederdrückt, sondern auch in den Tagen und Wochen danach. Er weiß genau, was passieren würde, wenn er die Tat anzeigt oder auch nur öffentlich macht: Niemand wird ihm glauben. Wie ist es möglich, dass „so etwas“ einem kräftigen Mann passiert?
Und der angebliche Täter? Den kennt man doch! Der ist ein guter Kollege, ein Freund, ein anständiges Mitglied der Gesellschaft! Bestimmt ist Derek selber schuld! Schlimmer noch, er will jemandem etwas anhängen …

Jamie Fessenden zeigt gnadenlos auf, wie schwer es auch heute noch ist, einen sexuellen Missbrauch anzuzeigen und den Täter einer gerechten Bestrafung zuzuführen. Und wie sehr die Gesellschaft dazu neigt, Opfer zu stigmatisieren, statt ihnen zu helfen.

Dereks Geschichte ist so berührend, weil sie so realistisch ist. Sie kann jedem, egal ob Mann oder Frau, jederzeit passieren.

Missbraucht“ sollte man unbedingt lesen. Das Buch ist nicht einfach und man hat sehr oft einen dicken Kloß im Hals. Aber es macht auch ein wenig Hoffnung. Derek verliert zwar fast alles, aber er findet auch neue Freunde. Er findet Menschen, die ihn verstehen und jemanden, der sein Schicksal teilt. Er findet sogar wieder ein klein wenig Glück …

Natürlich ist das Buch kein Tatsachenbericht, sondern ein Roman, der sogar einen kleinen Schuss Romantik enthält. Der Autor hütet sich aber, versteckt in seiner Geschichte einen „Ratschlag“ zu geben oder den Leser in eine bestimmte Richtung zu drängen. Wenn man „Missbraucht“ gelesen hat, versteht man, wie schwierig das Leben nach einer Vergewaltigung ist und das es eben keine Regel gibt, wie man damit umgehen „muss“. Jeder muss seinen eigenen Weg finden.

Mein Fazit: Das Buch hat mich ehrlich gesagt nicht gleich von der ersten Seite an gepackt, aber nach und nach unmerklich so tief in seinen Bann gezogen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich wusste, wie die Geschichte endet. Ich bin mir sicher, dass ich nicht zu letzten Mal gelesen habe. Ich kann und will hier nicht sagen „toll“ oder „hat mit gut gefallen“, dazu ist das Thema zu schwierig und vor allen Dingen zu intensiv dargestellt. „Missbraucht“ ist mit Sicherheit kein Wohlfühl-Buch. Aber man sollte es unbedingt lesen. Wirklich!!! Von mir gibt es deutlich mehr als 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

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- "Missbraucht"

Bildquelle: amazon

Dienstag, 26. September 2017

"Ein Storchenfels kommt selten allein" von Mathilda Grace

Glaub ruhig weiter, dass der Storch die Kinder bringt!
Als Letztgeborener einer adligen, aber sehr unkonventionellen Familie ist Theo selten allein und eigentlich auch nicht einsam, auch wenn er keinen Partner hat. Schließlich lebt die ganze Bagage zusammen auf einer riesigen Burg und er hat einen ganzen Sack voll lebhafter Nichten und Neffen. Dass der Storch die Kinder bringt, glaubt Theo natürlich nicht. Also wird er auch nicht misstrauisch, als seine Eltern ihm gaaaaaaaaaaaanz unauffällig jemanden vorstellen. Alexander Rufus von Storchenfels erweist sich als echte Versuchung für seine Libido. Könnte sich da nicht vielleicht sogar eine Beziehung entwickeln? Allerdings hat Alex eine … oder besser gesagt gleich mehrere Überraschungen für Theo in petto.

Matty Grace schickt ihre „Nachbarn fürs Herz“ mit Theo und Alex in „Ein Storchenfels kommt selten allein“ schon in die neunte Runde. Obwohl in der Serie ganz unterschiedliche Männer und Situationen behandelt werden und man jeden Band als Stand Alone genießen kann, haben sie doch alle eins gemeinsam: Es sind kurze, humorvoll erzählte Storys, in denen die Helden die ganz große Liebe finden. Das Happy End ist garantiert! Die kleinen Geschichten machen so viel Spaß und werden nie langweilig, weil sie geschickt Situationskomik einsetzen, bei der man mit den Helden lacht. Ok, manchmal auch über sie, aber man spürt mit jeder Seite, dass sie mitlachen.

Die „Nachbarn fürs Herz“ hinterlassen – jeder Band für sich genauso wie alle zusammen – einfach ein gutes Gefühl. Wenn es eine einzige, kleine Kritik gibt, dann diese: Die Story von Alex und Theo ist zu kurz! Auch wenn sie rund und in sich abgeschlossen ist, hätte man gerne noch mehr von den beiden und ihrer chaotischen, großen, liebevollen, verrückten Verwandtschaft erfahren!!!

Von mir gibt es zufriedene 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die für die gesamte Serie gilt.

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon, dass es noch weitere „Nachbarn“ von Matty Grace geben wird, lese aber zuerst (und das ist schon eine kleine Tradition nach jedem neuen Band) noch einmal „
Stachlige Schönheit“. Über Sam und Ben kann ich auch beim gefühlt hundertsten Re-Read noch lachen . ;)

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Stachlige Schönheit
Durchblick gesucht
(h)Eiskalt erwischt
Spiel auf Risiko
- „Zaun an Zaun"
- „Tinkerbell"
- „Ein bisschen Escort"
- „Pinselspiele"
- „Ein Storchenfels kommt selten allein

Bildquelle: mathilda-grace.blogspot.de

Samstag, 26. August 2017

"Und ein Stern fiel vom Himmel" von Brandon Witt

Rot, rot, rot sind alle meine Haare …

Der rothaarige Travis lebt seit dem Tod seiner (rothaarigen) Frau mit seinen drei (rothaarigen) Kindern und seiner (rothaarigen) Schwester auf seiner Farm. Zusammen mit seinem besten Freund betreibt er außerdem einen Futtermittelladen. Als sein (rotfelliger) Hund plötzlich krank wird, lernt er den neuen Tierarzt der Stadt kennen und gerät sofort mit dem Mann aneinander.
Wesley ist out and proud. Er sieht die Kleinstadt El Dorado eigentlich nur als eine Art Zwischenstation. Im alten Haus seiner Großeltern will er nach einer gescheiterten Beziehung und einigen wilden Jahren zurück zu sich selbst finden. Liebe steht nicht auf seinem Plan und er rechnet auch nicht damit, tief in den Ozarks jemanden zu finden, der dazu steht … auf Männer zu stehen.

Und ein Stern fiel vom Himmel“ von Brandon Witt ist eine etwas verzwickte Geschichte. Sowohl Travis, als auch Wesley haben immer noch mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, als sie sich kennenlernen und scheinen nicht offen für etwas Neues zu sein. Vielleicht – und das ist meine einzige größere Kritik – wäre es gut gewesen, wenn sie zuerst einmal mit sich selbst ins Reine gekommen wären, statt ihr „Heil“ in einer neuen Beziehung zu suchen.

Ok. Keiner der beiden sucht aktiv, aber sie finden einander halt …

Auf der anderen Seite ist das gegenseitige Begehren aber möglicherweise genau das, was die beiden Männer brauchen, um endlich voranzuschreiten.

Toll an der Geschichte sind viele kleine und sehr berührende Episoden, sowohl zwischen Travis und Wesley, als auch zwischen Travis und seinen Kindern. Besonders berührend ist übrigens die Entwicklung, die Travis ältester Sohn Caleb durchmacht (der nebenbei bemerkt ebenfalls einen rothaarigen Hund besitzt und rothaarige Rinder züchtet). Überhaupt sind die Szenen mit den Kindern wirklich großartig. An diesen Stellen kann man das Buch unmöglich zur Seite legen.

Gut geschildert ist auch die Stimmung in der Kleinstadt. Die Menschen verhalten sich sehr unterschiedlich gegenüber dem offen schwulen Tierarzt. Richtig interessant und sehr authentisch sind jedoch die Reaktionen auf Travis - einen der Ihren; einen, den sie sicher in einer Schublade glaubten - eine Seite von sich offenbart, die er bisher niemandem in seiner Stadt gezeigt hat.

Es gibt eine sehr starke Szene, in der Travis eine Auseinandersetzung mit Wesley hat und ihn auffordert, doch einfach „etwas weniger schwul“ aufzutreten. Das ist für mich einer der Schlüsselmomente in dem Buch, der alle anderen Episoden an ihren Platz fallen lässt. Die Kernfrage der Geschichte ist nämlich: Wer bist du wirklich und was davon zeigst du den anderen?

Das trifft nicht nur auf Travis und Wesley, sondern auch auf Caleb und die Zwillinge, auf Travis Schwester Wendy, seinen Kumpel Jason, auf alle anderen Bewohner der Stadt und sogar den total schmierigen „Bösewicht“ der Story zu.

Und ein Stern fiel vom Himmel“ ist facettenreich, vielschichtig und doch ganz einfach, genau wie die Stadt in der die Geschichte spielt. Obwohl die Story ihre dramatischen Momente hat, wird das eigentlich wichtige sehr ruhig und manchmal beinahe beiläufig erzählt. Ja, es gibt auch Sex, aber der Schwerpunkt liegt eindeutig auf den Gefühlen und der Entwicklung, die die Menschen durchmachen.

Besonders gelungen sind die romantischen Szenen, die niemals kitschig wirken. Travis überzeugt Wesley nicht mit dramatischen Gesten, sondern mit kleinen, wohlüberlegten, deren Bedeutung er manchmal sogar zuerst noch erklären muss. Und dabei geht es dem Leser wie dem Tierarzt (der übrigens normalerweise glattrasiert ist, aber rötliche Bartstoppeln hat …): Man schmilzt einfach dahin!
Fazit: Die Geschichte ist recht eigenwillig und mit Sicherheit kein Mainstream. Sie überzeugt mit originellen, lebendigen Charakteren und hinterlässt ein gutes Gefühl. Dafür gibt es von mir 4,5, aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

P.S. 1: In der Rezi gehe ich immer etwas ironisch wieder auf die roten Haare ein, weil sie auch im Buch ziemlich oft erwähnt werden. Schien mir eine nette, aber etwas abgedrehte Idee zu sein …
Wenn man das Nachwort liest, wird aber klar, woher Brandon Witt seine Inspiration hatte und das gefällt mir dann irgendwie wieder richtig gut.

P.S. 2: Auch die beiden Corgies Dunkyn und Dolan haben „echten“ Vorbilder. Dazu gibt es sogar ein Foto … ;)

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 Hier kann man das Buch von Brandon Witt kaufen: 

- "Und ein Stern fiel vom Himmel"

Bildquelle: amazon

Donnerstag, 24. August 2017

"Catch and Release (The Release Book 3)" von BA Tortuga (engl.)

Schuldig oder unschuldig?Obwohl Dakota für ein Verbrechen verurteilt wurde und zwölf Jahre im Gefängnis gesessen hat, behauptet er nach wie vor, unschuldig zu sein. Den Glauben daran, dass beweisen zu können hat er allerdings längst zusammen mit seinem Vertrauen in seine Mitmenschen verloren. Daran ändert auch Sage nichts, der ihn bei seiner Entlassung abholt und verspricht ihm zu helfen. Oder Jayden, der Anwalt, der seinen Fall noch einmal aufrollen will …

Catch and Release“ ist das dritte Buch der „The Release“ Serie von BA Tortuga. Obwohl die Nebencharaktere aus den beiden ersten Teilen auch hier in Erscheinung treten, kann man die Geschichte verstehen, ohne diese zu kennen.

Das Buch ist eine sehr berührende Mischung aus … „Drama“ trifft es nicht wirklich, weil das eigentliche Drama schon vor bzw. bei Dakotas Verhaftung und Verurteilung, sowie während seiner Zeit im Knast stattgefunden hat und einer sehr zärtlichen, langsam wachsenden Romanze.
Dakota erwartet nichts und verbietet sich jegliche Hoffnung. So kann er wenigstens nicht mehr enttäuscht werden. Die Jahre im Knast haben ihm nur beigebracht, dass er früher oder später für alles zahlen muss. Freundschaft und Selbstlosigkeit sind ihm fremd. Er versteht nicht, was Sage antreibt ihm (und anderen Ex-Knackis) zu helfen. Dakota hat zwar die Mauern und die Gewalt bei seiner Entlassung hinter sich gelassen, aber er war so lange eingesperrt, dass er das Gefängnis mit sich herumträgt und schier erstarrt bei dem Gedanken dorthin zurück kehren zu müssen.

Jayden hat eine eigene Kanzlei und war ein erfolgreicher Staatsanwalt, der zuerst nicht überzeugt ist, einen Unschuldigen vor sich zu haben. Allerdings muss auch er zugeben, dass manche Menschen die Verbrechen, deren man sie beschuldigt nicht begangen haben, obwohl ein Gericht sie verurteilt hat. Etwas an Dakota berührt Jayden vom ersten Moment an und er macht es zu seiner Mission, den jungen Mann aus seinem Schneckenhaus zu holen.
Es ist unheimlich berührend zu lesen, wie Dakota sich ganz langsam ein Leben in Freiheit aufbaut, wie er vorsichtig Freundschaften schließt und wie er sich zuerst nur zögerliche erlaubt, an ganz einfachen, alltäglichen Dingen Freunde zu empfinden. Seine Beziehung zu Jayden ist zunächst von sehr viel Vorsicht und Misstrauen geprägt, aber es ist einfach wunderbar zu lesen, wie die beiden sich näher kommen. Ihre Beziehung ist fast schüchtern und sehr zärtlich, aber gerade das braucht Dakota. Er hatte nie jemanden, der für ihn eingestanden ist oder für ihn gekämpft hat.
Ich habe die Geschichte in einem Zug verschlungen, weil ich nicht mehr zur Seite legen konnte, bis ich wusste, ob und wie Jayden und Dakota eine gemeinsame Zukunft haben.

Fazit: Unheimlich berührend und sehr intensiv. Von mir gibt es mindestens 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

P.S. (Achtung mit kleinem SPOILER): Das amerikanische Rechtssystem ist für einen Europäer manchmal nahezu unverständlich. Mit Sicherheit gibt es auch hier Menschen, die unschuldig verurteilt wurden. Sich allerdings vorzustellen, dass nicht alles getan wurde, um zweifelsfrei zu beweisen, das Jemand ein Schwerverbrechen begangen hat (und damit auch andere Verdächtige auszuschließen), ist kaum hier hoffentlich kaum möglich. Besonders bitter wird es, wenn man erfährt, wie lächerlich gering die Summe ist, die es gekostet hätte, Dakotas Unschuld zu beweisen.



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 Hier kann man die Bücher von BA Tortuga kaufen: 

- "The Terms of Release (The Release Book 1)" (Sage & Adam)
- "Catch and Release (The Release Book 3)" (Dakota & Jayden)

Den ersten Band der Serie gibt es auch schon auf Deutsch: 
- „Liebe auf Bewährung (Das Recht auf Liebe 1)" (Sage & Adam)
(Hier geht es zu meiner *Rezi*)

Bildquelle: Dreamspinner 

Dienstag, 22. August 2017

"Liebe auf Bewährung (Das Recht auf Liebe 1)" von BA Tortuga

Tief im Süden …

… der USA liegt Texas. Die Menschen dort leben nach einen ganz eigenen Kodex.

Als Sage nach mehr als zehn Jahren zurückehrt, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Nicht nur für ihn selbst! Obwohl Sage eine sehr lange Zeit im Gefängnis war, hat in seiner Heimatstadt niemand vergessen, was ihn dort hingebracht hat. Und einige glauben, dass mit den Jahren im Knast seine Schuld nicht gesühnt ist …
Adam Winchester gehört nicht zu diesen Menschen. Der Polizist ist - zu Beginn fast widerwillig – bereit, Sage seine Chance zu geben und bemerkt zu seiner Überraschung, wie sehr er den stillen jungen Mann mag. Doch kann daraus mehr werden? Sage kämpft immer noch mit seinen Erinnerungen und Adams Familie läuft fast Amok bei dem Gedanken, dass er sich ausgerechnet mit diesem (!) Ex-Knacki trifft.

Ich muss gestehen, dass mich „Liebe auf Bewährung“ von BA Tortuga sofort gereizt hat und ich es nicht erwarten konnte, die Geschichte zu lesen. Nach den ersten Seiten war ich … zuerst ein wenig enttäuscht. Die Story fängt zwar spannend an, wird aber zu Beginn in weiten Teilen als „Dialog-Roman“ erzählt. (Ich habe keine Ahnung, ob es das Wort wirklich gibt. Ich meine damit Geschichten, in der die Handlung hauptsächlich über Gespräche vorangetrieben wird.) Das lässt meist nicht viel Raum für Atmosphäre und gibt auch nur wenig Einsicht die Emotionen der Protas. Schließlich sagt die Körpersprache viel mehr über die wahren Gefühle eines Menschen aus, als seine Worte. Ich persönlich mag diese Art, eine Geschichte zu erzählen, nicht wirklich.)

Doch dann … passiert in „Liebe auf Bewährung“ plötzlich etwas beinahe Magisches: Als hätte sich ein Knoten gelöst, erzählt BA Tortuga die Geschichte von Sage und Adam mit einem Mal unheimlich dicht und berührend. Der Funke zündet nicht nur zwischen den beiden, er springt auch mit aller Macht auf den Leser über. Natürlich reden die beiden (und alle anderen) immer noch häufig miteinander, aber man spürt auch mit jeder Seite mehr, was die beiden eben nicht aussprechen. Zum Beispiel kann und will Sage lange Zeit nichts über seine Zeit im Gefängnis sagen. Adam drängt ihn nicht, einerseits, weil er eigentlich gar nicht so genau wissen will, was genau passiert ist, anderseits, weil er glaubt, dass Sage darunter leidet, auch nur daran zu denken. Doch manche Dinge dürfen einfach nicht für immer unter dem Mantel des Schweigens verschwinden.

Neben den Geheimnissen der Vergangenheit lastet der Druck aktueller Probleme auf den Schultern der beiden Männer. Es geht unheimlich unter die Haut nicht nur zu lesen, sondern wirklich zu spüren, wie vor allem Sage mit sich kämpft. Er will das Beste für seine Familie und zweifelt daran, ob er überhaupt etwas zu geben hat. Eine Beziehung zu Adam ist für ihn wie ein ferner Traum, aus dem er eines Tages erwachen wird. Daran, Adam behalten zu dürfen, glaubt er nicht wirklich. Das Gefängnis ist nicht spurlos an Sage vorbeigegangen, sondern hat tiefe Wunden an Körper und Seele hinterlassen. Manche sind vernarbt, andere scheinen noch frisch wie am ersten Tag zu sein. Sage wünscht sich so wenig für sich selbst, dass es einem schon fast das Herz zerreißt, wenn seine bescheidenen Versuche ein „normales“ Leben zu leben, wieder einmal grausam boykottiert werden.

BA Tortuga präsentiert in „Liebe auf Bewährung“ einen sehr eigenwilligen Stil und eine ungewöhnliche Art, ihre Geschichte zu erzählen. Fast schon unmerklich wird die Atmosphäre von Kapitel zu Kapitel immer dichter und die Charaktere immer komplexer, bis man das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen kann, bevor man weiß, ob und wie Sage und Adam eine Chance auf eine gemeinsame Zukunft haben. Manche der Szenen zwischen den beiden sind einfach nur zuckersüß und herzerwärmend, dafür gibt es andere, die so knallhart und realistisch sind, dass man sich unwillkürlich fragt, ob Sage und Adam nicht echte Männer mit einem realen Leben sind, an dem man hier eine Weile teilhaben darf.

Abgerundet wird die Story von Nebencharakteren, die Klischees sein könnten, wenn sie nicht ihre eigenen Ecken und Kanten hätten. Das fängt mit Sages „Momma“ an, geht mit den ortsansässigen Rockern weiter und hört mit Adams Onkel Jim, dem Polizeichef noch lange nicht auf. Tortuga hütet sich, über die Menschen, die sie beschreibt, zu urteilen. Das überlässt sie dem Leser selbst und einfach ist es nicht, weil die Personen so realistisch und komplex sind.

Mein Fazit: Nach einem nicht ganz so tollen Anfang wird „Liebe auf Bewährung“ von Seite zu Seite besser. Also: Auf jeden Fall Durchhalten, bis man ca. 20% gelesen hat. Ab da ist das Buch einfach klasse, erhält von mir mit Überzeugung mehr als 5 Punkte und eine begeisterte Leseempfehlung. 

Ich liebe dieses Buch wirklich! Und weil das so ist, habe ich gleich ... mit dem dritten Band der Serie angefangen, der eine ähnliche Thematik hat, aber bisher nur auf English vorliegt.
Die Rezi dazu folgt in den nächsten Tagen. Bis jetzt gefällt es mir mindestens so gut, wie die Story von Sage und Adam die übrigens auch ihre Gastauftritte haben.

Haben wollen? 
 Hier kann man die Bücher von BA Tortuga kaufen: 

- „Liebe auf Bewährung (Das Recht auf Liebe 1)" (Sage & Adam)

Hier noch ein Überblick über im Original bereits vorliegenden Bände der Serie:

- "Catch and Release (The Release Book 3)" (Dakota & Jayden)


Neugierig geworden, aber noch nicht überzeugt?
Weitere Meinungen zu der Geschichte findet man hier:

Laberladen: *Rezension: Liebe auf Bewährung*
Sakura / Weld der Gedanken: *Rezension: Liebe auf Bewährung*


Bildquelle: Dreamspinner 

Montag, 21. August 2017

"Nichts Besonderes: Nothing Special 1" von A.E. Via

Wenn aus Partnern Liebende werden …

Cashel – Cash - Godfrey und Leonides – Leo - Day sind Partner in ihrem Job beim Drogendezernat und als God und Day ein einfach unschlagbares Team. Dabei ergänzen sich der große, eher schweigsame und meist furchteinflößende God und der etwas kleinere, schlagfertige Day optimal. Ihre Sexualität ist nicht wirklich ein Thema zwischen den beiden. Day lebt offen schwul, Cash scheint Mädels zu bevorzugen. Eine feste Beziehung hat allerdings keiner der der beiden.

Doch als Cash eines Morgens nicht zum Dienst erscheint und Day ihm todkrank in seiner billigen Wohnung findet, ändert sich alles. Day gesteht sich endlich ein, was er wirklich für seinen Partner und besten Freund empfindet. Aber Cash hat Geheimnisse, von denen Day nicht ahnt. Ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, danach ist nichts mehr wie vorher und der Job … muss auch noch erledigt werden!

Mit „Nichts Besonderes“ liegt endlich das erste Buch von A.E. Via auf Deutsch vor. Die tempo- und actionreiche Geschichte ist die sehr offenherzig erzählte Romanze von zwei Detectives des Drogendezernats in Atlanta. Zusätzliche Spannung bringen Cashs Probleme mit seiner Familie in die Story. Was es damit auf sich hat und wie diese Cash geprägt haben, erschließt sich erst nach und nach. Zusammen mit Leo erfährt man, warum der Mann so schweigsam und zurückhaltend ist. „Ich bin nichts Besonderes“, sagt Cash an einer Stelle und gibt so auch der Story ihren Titel.

Natürlich sieht der lebhafte und kein bisschen schüchterne Leo das ganz anders. Es macht Spaß mitzuerleben, wie er und Cash von Partnern zu Lovern werden. Wer eine zuckersüße Romanze sucht, ist in der Story allerdings nicht ganz richtig. Auch wenn es sehr zärtliche und berührende Momente gibt, so springen die zwei Männer manchmal ganz schön hart miteinander um. A.E. Via nimmt bei den Beschreibungen, was und wo (und mit wem) die beiden es treiben, kein Blatt vor den Mund.

Auch wenn die Story in sich abgeschlossen ist, darf man auf Fortsetzungen gespannt sein. Die interessanten Nebencharaktere bieten mit Sicherheit noch Stoff für weitere Storys aus Atlanta.

Vom mir gibt es 4,5. Aufgerundet 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

P.S.: Ich halte mich selten mit dem Cover eines Buches auf, weil mich einfach der Inhalt deutlich mehr interessiert. Allerdings gefällt mir dieses hier besonders gut, weil das tolle Tattoo drauf in der Geschichte eine Rolle spielt. Entweder A.E. Via kannte das Bild und hat ihre Story angepasst, oder die Covergestalterin Irene Repp hat die die Ideen der Autorin perfekt umgesetzt. Ich finde es jedenfalls richtig toll.

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 Hier kann man die (englischen) Bücher von A.E.Via kaufen, das deutsche ist dort noch nicht verlinkt. Dazu bitte auf den Titel klicken: 
- "Nichts Besonderes

Überblick über die Serie im Englischen:
- "Nothing Special" (God & Day)
- "Embracing His Syn" (Nothing Special 2, Syn & Furious)
- "Here Comes Trouble" (Nothing Special 3, Ruxs & Green)
- "Don't Judge" (Nothing Special 4, Michaels & Judge) 
- "Nothing Special V" (Steele &  Tech) 

Alle Bücher spielen in dem Dezernat, in dem God an Day arbeiten, so dass man sie wahrscheinlich regelmäßig wiedertreffen wird. :)

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Montag, 14. August 2017

"Spur des Feuers: Mercy Thompson 9" von Patricia Briggs

Zwischen Krieg und Frieden

Als Mercy und Adam auf einen verzweifelten Anruf des (menschlichen) Polizisten Tony reagieren, ahnen sie noch nicht, dass sie damit zwar die Tri-Cities vor einer Katastrophe bewahren, sich selbst und ihr Rudel aber in eine mehr als prekäre Situation bringen. Plötzlich isoliert vom Marrok müssen sie auf sich selbst gestellt für den Schutz aller sorgen, die ihnen am Herzen liegen und stehen außerdem vor der schier unlösbaren Aufgabe, ein wegweisendes Bündnis mit den Fae auszuhandeln.

Mit „Spur des Feuers“ ist Patricia Briggs einer der besten, wenn nicht sogar der bisher beste Band der gesamten Mercy Thompson Serie gelungen. Endlich einmal erhalten Mercy und Adam die Gelegenheit vom Anfang bis zum Ende als Team zusammenzuarbeiten. (Was die Story zum absoluten Lesegenuss macht!) Die beiden erweisen sich als einfach unschlagbar, sowohl bei den tatsächlichen Kämpfen (und davon ist der im Klappentext erwähnte mit dem Troll nur der Anfang), als auch bei den politischen. Adam positioniert sich klar als der integere Anführer, der er nun einmal ist, perfekt ergänzt von Mercy mit ihrem etwas „dehnbareren“ Ehrgefühl. In einer Hinsicht sind sich die beiden allerdings einig: Wer einmal zu ihren Freunden zählt, der kann sich bedingungslos auf sie verlassen.

Diese Story könnte hoffnungslos pathetisch sein. Ist sie aber nicht. Temporeiche Action und trockener Humor wechseln sich gekonnt ab. Ich liebe das Buch schon allein wegen des ersten Kapitels. Selbst wer nicht unbedingt zu den Mercy-Thompson-Fans zählt, sollte sich unbedingt die Leseprobe zu Gemüte führen. Vorsicht! Die ist ein echter „Stups“, wenn es darum geht, das Buch lesen zu wollen …
Am meisten Spaß macht die Story aber zugegebenermaßen, wenn man die Serie kennt. Adams Rudel macht eine grundlegende Veränderung durch, die nicht nur damit zu tun hat, dass es nicht nur Wölfe enthält. Richtig klasse ist, wie sich die verschiedenen Charaktere im Lauf der Geschichte weiterentwickelt haben. Allen voran sind da Ben und Warren zu nennen, aber auch Darryl, Honey und einige andere mache eine glaubhafte Veränderung durch. Das gilt natürlich auch für Mercys Freunde, wie den ewig schlecht gelaunten Zee sowie seinen Sohn Tad und für ihre … Nicht-Feinde (?), wie zum Beispiel den undurchsichtigen Beauclaire.

Eine zentrale Figur in „Spur des Feuers“ ist der jung aussehende, aber in Wirklichkeit sehr alte Aiden. An ihm entzündet sich die interessante Frage, wer Schutz verdient und warum. Das wird in der Geschichte von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet, auch in der Beziehung des Vampirs Thomas Hao zu seiner Geliebten. (Wie die beiden zusammengekommen sind, kann man übrigens in der Kurzgeschichtensammlung „Shifting Shadows“. Es ist herzzerreißend!)
Ob und wie Adam und Mercy es schaffen, einen drohenden Krieg zu verhindern und denjenigen, die ihnen am Herzen liegen eine friedliche Zuflucht zu gewähren, ist spannend bis zur allerletzten Seite.

Mein Fazit:Spur desFeuers“ ist für mich einer der besten Bände um die Kojotenwandlerin Mercy Thompson und ihren stolzen Werwolf Adam. Die Story punktet mit Spannung, Action und einem absolute genialen Humor. Dafür gibt es von mir mehr als 5 Punkte und eine Leseempfehlung, die für die gesamte Serie gilt.


Mir persönlich sind Mercy und Adam in der Regel nach jedem neuen Buch einen Re-Read aller Geschichte, einschließlich der um Charles und Anna, wert.

Noch eine kleine Anmerkung: Ich liebe die Storys aus der Welt von Mercy Thompson so sehr, dass ich sie in der Regel auf englisch und später auch noch einmal auf deutsch lese. Während wir hier die Buchpreisbindung haben und die Bücher eigentlich jahrelang zum gleichen Preis angeboten werden, macht es bei englischsprachigen Büchern schon einen großen Unterschied, ob man ein Buch direkt nach dem Erscheinen lesen möchte, oder einige Wochen oder sogar ein paar Monate wartet. Fans tendieren natürlich zu ersterem und damit ist man der Gelackmeierte. Die Politik der englischsprachigen Verlage, treuen Leser, die sofort zugreifen, das Geld schamlos aus der Tasche zu ziehen kann man bewundern. Oder sich drüber ärgern. Natürlich kann man sie auch boykottieren. Gut finde ich sie auf jeden Fall nicht.

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 Hier kann man die Bücher von Patricia Briggs kaufen: 

Mercy Thompson auf Deutsch:
- "Ruf des Mondes" (Band 1)
- "Bann des Blutes" (Band 2)
- "Spur der Nacht" (Band3)
- "Zeit der Jäger" (Band 4)
- "Zeichen des Silbers" (Band 5)
- "Siegel der Nacht" (Band 6)
"Tanz der Wölfe" (Band 7)
- "Gefährtin der Dunklheit(Band 8)
- "Spur des Feuers(Band 9)

"Alpha & Omega" ("Partnerserie"):
- "Schatten des Wolfes(Band 1)
- "Spiel der Wölfe(Band 2)
- "Fluch der Wolfes(Band 3)
- "Im Bann der Wölfe(Band 4)

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